Letzte Demokratie im Nahen Osten vor dem Zerfall

Netanjahus Justizreform offenbart nichts Gutes

Seit der Parlamentswahl im Dezember des letzten Jahres sind zum ersten Mal rechtsextreme Politiker an der Regierung in Israel beteiligt. Unter dem Kabinett Netanjahu VI, der 37. Regierung, muß der Nahe Osten bangen, daß dessen letzte Demokratie autokratische Züge erhält, ganz ähnlich wie im europäischen Ungarn oder Italien.

Kein gutes Omen oder Zeichen, schließlich haben die ultranationalistischen und ultraorthodoxen Mitglieder der Regierung Netanjahus Dramatisches vor, weil sein Justizminister Jariv Levin per neuer Justizreform die Justiz schwächen, die Kontrolle der Regierung über Gerichte und Beamte verstärken will. Die Demokratie soll somit ausgehebelt werden.

Was für eine brisante Mischung

Mit Blick zum 6. Kabinett Netanjahu wird sehr deutlich, wohin die Reise geht, wer sich die vertretenden Parteien vergegenwärtigt. Allen voran die größte konservative Partei Likud, deren Parteivorsitzender Benjamin Netanjahu selbst, die Schas, eine ultraorthodoxe israelische Partei, unter ihrem Vorsitzenden Arje Deri, die Tkuma, eine orthodox-jüdische, nationalistische Partei mit ihrem Vorsitzenden Bezalel Smotrich, die Otzma Jehudit, eine religiöse und nationalistische israelische Partei, den Vorsitz hat Itamar Ben-Gvir inne, die Partei des Vereinigten Thora-Judentums (VTJ), die Yitzhak Goldknopf als Vorsitzender leitet, somit tatsächlich eine ziemlich problematische Mischung.

Selbstverständlich hat und mußte Joe Biden die geplante Justizreform scharf kritisieren. Doch läßt sich Netanjahus Kabinett dadurch beeindrucken, zumal die rechtsradikalen Hardliner in der Regierung unbedingt gerade unter Ben-Gvirs Führung die öffentliche Sicherheit zu dessen Gunsten straff organisieren will, Kritiker die geplante Nationalgarde als steuerfinanzierte Privatarmee bezeichnet?

Der faschistoide Weg gefährdet letztlich demokratische Freiheiten

Was nicht nur im Nahen Osten spürbar sich offenbart, sondern europa- und weltweit! Konservative und Nazis im Vormarsch, so mein Statement zu Beginn des letzten Monats. Daran hat sich leider nichts geändert, ganz im Gegenteil. Mit Blick zu Wahlprognosen hierzulande oder auch in anderen Ländern muß jedem liberal denkenden Menschen das Grausen erfassen. Nichts aus der Geschichte gelernt? Vor allem, woran liegt’s, daß mündige Wähler sich so simpel von Autokraten gängeln lassen?!

Die neue rechtsextreme Regierung verspricht Eskalation, so die Einschätzung auch der Berliner Zeitung nach der Wahl im 22. Dezember 2022. Inzwischen hat sich die Lage in Israel erheblich verschärft, die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern nehmen wieder zu. Vielleicht sollten die Israelis sich einer eigenen Weisheit erinnern, die besagt: Zögen alle am gleichen Strang, würde die Welt kentern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

ESC alles andere als schee

Wenn die Loreen mit Tatoo am Ende siegt,
die begehrte 67. Trophäe kriegt,
dann zieht Schweden mit Irland gleich,
beide sieben Mal auf einem Streich.

Mit Gesang hat der ESC kaum was zu tun,
scharfe Kritik wird nicht länger ruh’n,
bis driftige Argumente zählen,
selbst beim neuartigen Punktewählen.

Dabei hatte Remo Forrer friedliche Ideen,
auch die von Tvorchi ließen sich sehen,
La Zarras Stimme auf dem Turm imposant,
doch was geschah erneut mit Deutschland?

Lord Of The Lost per Dark Rock auf der Bühn‘,
sie meinten noch, dies sei wirklich kühn,
doch es wurde mit achtzehn Punkten der letzte Platz,
so schnell kann’s gehen, ratz fatz.

Selbst die Gastgeber mit Mae Muller ganz hinten,
was bedeuten wohl beim ESC jene Finten?
Verkommen als gezieltes Musikgeschäft
er letztlich den Run aufs große Geld nachäfft!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Angst und Krieg

https://pixabay.com/photos/disaster-city-apocalypse-3911500/

Image by Alex Demoura from Pixabay

Angst und Angst
und marsch und marsch
Schritt auf Schritt
und Tritt in den Arsch

Befehl und Befehl
und links und rechts
Augen geradeaus
und Willen brechts

Uniform und Uniform
und zack und zack
entmenschlicht zum Wohl
und für Schisser im Frack

Gewalt und Gewalt
und zuhauf und zuhauf
Leichen bedecken die Erd
und Haß liegt obenauf

Trommel und Trommel
und bumm und bumm
Taktgeber für Geschosse
und jenen, die stumm

Krieg und Krieg
und töten und töten
Angst erst schürt
und Liebe geht flöten

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Orwells 1984 in Russland längst gängige Praxis

Schnauze halten, bloß nicht aufmucken

Wann muckt endlich das Volk gegen seinen Despoten auf? Was muß denn noch alles geschehen im größten Land der Erde? Hat nicht Stalin den Russen aufgezeigt, wie simpel dieser das eigene Volk beherrschen darf, nichts aus der Geschichte gelernt, von Moskau bis Wladiwostok? Blicken wir doch mal genauer hin, was Wladimir Putins Staat seinen Mitbewohnern eben nicht gönnt: den freien Willen!

Nicht erst mit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine werden die Menschen in der Russischen Föderation gezielt bewußt verunsichert. Dies wohl reine Absicht, um die eigene Macht ungeschoren auszubauen. Im Prinzip das Rüstzeug aller Despoten. Jeder lebt in seinem Versteck für sich, so der Titel des Artikels der taz von Inna Hartwich über die Willkür in Russland.

Erinnerungen an die Stasi des DDR-Staates keimen auf

Jeder bespitzelt jeden, bloß nicht auffallen und voller Mißtrauen den Alltag bewältigen. Beim Lesen von George Orwells Roman 1984 beschlich bereits den aufmerksam Interessierten ein mulmiges Gefühl über die dortigen Zustände, Assoziationen zur Nachkriegszeit keimten auf, erst recht beim Vergleich mit dem DDR-Regime und dessen Stasi-Methoden.

Wladimir Putin hat dieses Modell nonchalont einfach übernommen, wie die gängige Praxis ganz offensichtlich aufzeigt, folgt man den Zeilen von Inna Hartwich. Was man vielleicht noch als Aprilscherz belächelnd werten mag, entpuppt sich als knallharte Realität. Und das im aufgeklärten 21. Jahrhundert. Geschichtsklitterung sei Dank greift die Propaganda-Maschinerie des Oberoligarchen Putin, der gewissenlos die russische Bevölkerung verunsichert, so die kurze Zusammenfassung dortiger Zustände!

Wann folgt der große Knall, ein Aufbäumen wider das faschistische Russland?

Sie haben richtig gelesen. Ein Despot, der dermaßen unerschrocken das eigene Volk regiert, den muß man einfach als Faschisten bezeichnen. Wenn Medien zensiert, Oppositionelle eingesperrt, umgebracht oder mundtot gemacht, Nachbarstaaten überfallen werden, dann regiert eine Alleinherrschaft, die mit demokratischen Gepflogenheiten nichts mehr gemein hat.

Wieviel Leid muß die russische Bevölkerung noch über sich ergehen lassen, bis sie endlich entprechend reagiert? Formieren sich bereits kleine Terrorzellen, weil kaum ein anderer Ausweg sich bietet? Wie Handeln gegen den Ex-KGB, dem heutigen FSB? Bei soviel Unsicherheit bleibt einer Opposition wohl nichts anderes übrig, als andere Wege zu ersinnen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung 

Veröffentlicht unter Meinung | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Besser hinschauen

Kinderarbeit bei Fastfoodkette
in den USA entlarvt,
was manch Verbraucher schafft,
ob schlanke oder fette,
hat wohl keine Bedeutung,
Hauptsache Profit am Ende,
die Wirtschaft kommt in Schwung,
eingeheimst die ein oder andere Spende.

Verantwortliche bleiben außen vor,
Schmiergelder erfüllen ihren Zweck,
wer dabei wohl Vertrauen verlor,
fragt sich die Journalie ganz keck,
Politik hat offensichtlich versagt,
ihren Job schlecht gemacht,
nicht eindringlich hinterfragt,
hat nun gewisse Wut entfacht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Absurdistan suhlt sich im Wahn

Wenn Weidel und Höcke vereint, der wahre Demokrat weint

Auf auf, Ihr tollen Recken, jetzt lautet’s: nicht mehr verstecken. Was gestern noch in deutschem Lande reichlich verpöhnt, heute erst recht auf jedem Platz unsere Demokratie voller Inbrunst verhöhnt. Ein gefährliches Duo T-Online neulich schreibt, was dabei wohl jene AfD so treibt!

Die Nazis sehen sich längst im „Vorwahlkampf“, welch stoisch gutgemeinter Krampf. Zu dumm, daß tatsächlich immer mehr Menschen hierzulande, sei’s drum, jene Partei wählen, jeden scharfen Verstand damit quälen. Woran das wohl liegen mag, sieht man woanders wie z.B. in den USA ziemlich stark. Dem Humpty-Trumpty loofen sie dort immer noch nach, egal wie groß die eigens verschuldete Schmach!

Aber Hauptsache „Höcke, Höcke, Höcke“ lauthals proleten, dagegen hülft nicht mal mehr beten. Oder gar Hippie-Feten? Schließlich klauen die Nazis wie eh und je manchmal fabrizierte linke oder nicht linke Idee. Sie behaupten, sie seien jetzt eine Friedenspartei. Oh weih! Ausgerechnet der Putin wird hofiert, völlig ungeniert, dieser sei kein Feind, sondern ihr Freund. Ein Despot per Angriffskrieg wird simpelst gelobt. Rums, schnell mal den Verstand ausgeknockt.

Was früher manch Linke auf ihre Fahnen jeschrieben, wird nunmehr von den Nazis fortgetrieben. Die Amis sind an allem schuld, jener simple Kult. Kein Wunder wie solch Ammenmärchen funktioniert, zumal eine Sahra völlig ungeniert faschistoide Phrasen allüberall tönt. Von wegen die DDR sei ein friedliches Land jewesen, für die Stasi gab es laut ihr offensichtlich also keene Spesen? Naja, auf die Wahrheit kommt’s wohl nicht an, so der verwaschene, tröge Bann.

Welch trügerisches Zeichen beim Theaterplatz in Erfurt? Zu wenig treue Gesellen gänzlich ohne Sicherheitsgurt? Nanu nana, wo bleiben die Massen, schreien Hurra? Doch dem Höcke und der Weidel scheint dies egal zu sein, sie schillern dennoch nur mal so zum Schein. Schließlich würden laut Kantar genauso viele Wähler ihr die Stimmen geben wie den Grünen. Also nix mit sühnen. Nazis leben ohnehin gänzlich frei von Schuldgefühlen, tun im zweifelsfall ihren Frust per Humpen herunterspülen. Hinterher greift deren Rache, dann jib et nichts mehr zu lache.

Wer immer noch meint, hierzulande wieder die Sonne scheint, sollte tunlichst wachsam jene Nazibrut beäugen, das nämlich können so manche bestimmt bezeugen, sie formieren sich öffentlich oder versteckt per geheimen Treffen, um jeden anzukläffen, der es wagt, sie zu kritisieren. Danach ham se nüscht mehr zu verlieren! Also, uffjepaßt, bevor sie wieder ungeniert parieren!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Klimakrise fliegt uns bereits um die Ohren

https://pixabay.com/photos/earth-hour-earth-rhitzung-4730500/

Image by Sumanley xulx from Pixabay

Der Schwarm war gestern, morgen könnte es bereits zu spät sein

Schwarzmaler sowie Pessimisten unken nonstop, keine gern gesehene Gesellen, und doch haben sie ziemlich recht. Obwohl die Klimakrise die größte Bedrohung der Menschheit darstellt, zögert diese besonders in den Parlamenten dieser Welt, begreift ein Großteil verantwortlicher Politik eben nicht den Ernst der Lage. Ganz im Gegenteil, hierzulande lamentiert unser Verkehrsminister, er lasse sich das Tempolimit nicht diktieren, obwohl nachweisbar dies eine schnelle, effektive Abhilfe schaffen kann, ein Zeichen setzen würde.

Während die Ampelregierung ihre Versprechen zum Klimawandel immer weniger einhalten kann und darf, läßt Joe Biden die Bombe hochgehen, genehmigt das umstrittene Ölförderprojekt im Norden Alaskas, weit über das Jahr 2050 darf in Willow „das dort aus dem Boden gepumpte Öl Millionen Tonnen Treibhausgase verursachen.“ Welch ein fatales Signal und gebrochenes Versprechen seitens Biden!

Polarforscher Arved Fuchs legt den Finger in die Wunde

Und zwar ohne Pathos oder erhobenen Zeigefinger. „Die Entwicklung macht mir Angst“, verkündet er im T-Online-Interview, welches er mit Heike Vowinkel führte. Dabei betont er zu Recht, daß die Letzte Generation mit ihren Klebeaktionen die Gesellschaft spaltet, es bräuchte eher das Gegenteil, nämlich den Schulterschluß aller gesellschaftlichen Kräfte. Am Ende des Interviews im Schlußwort sein Hinweis, daß der Verkehrsminister endlich den Widerstand gegen das Tempolimit aufgeben solle. Aber genau das darf leider angezweifelt werden!

Anstatt auf die Hinweise neuer Wetterdaten zu achten, schließlich erwärme sich die Arktis dreimal so schnell wie der Rest der Welt, jene Aneinanderreihung von besorgniserregenden Fakten habe dramatische Auswirkungen auf die ganze Welt, reagiert die Politik immer noch viel zu langsam.

Dramatisches Gemisch, Despoten, Oligarchen und bröckelnde Demokratien

Ein gefährlicher Nährboden für politische Arroganz, die eine Klimakrise schlichtweg ignoriert, während jene überreiche Klientel rauschende Feste feiert, als ob alles im Normalbereich wäre. Sobald unzählige Millionen Menschen von den Folgen jener Klimakrise fliehen müssen, mögen all jene geschützt und wohlbehüteten Zivilisationen ins Trudeln geraten, weil sie dem Ansturm nicht mehr gerecht werden können. Obendrein flankiert von selbstgefälligen Despoten, für die Menschenrechte nicht gelten. Wohin das führen mag, können wir in Russland oder China beobachten.

Wollen wir allen Ernstes es soweit kommen lassen? Höchste Zeit, aufzuwachen. Heute schockiert uns die Letzte Generation, morgen schon dürften Folgegenerationen sich fragen, wieso im Jahr 2023 dermaßen gepennt wurde!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar