Agrarwende notwendiger denn je

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Nicht nur seit Kriegsbeginn

Denn der Mensch ist, was er ißt. Eine klare, nicht wegzudenkende Erkenntnis, die allerdings zunehmend in Vergessenheit gerät vor lauter Ablenkungen, die unser Leben entscheidend mitbestimmen. Wer einfach im Alltagstrott nicht kritisch genug hinterfragt, der wird spätestens dann eines Besseren belehrt, wenn er selber betroffen die Wirkungen einer bisherigen Ignoranz zu spüren bekommt.

Vor bald fünf Jahren wiesen wir auf eine toxische Belastung hin, die im Viehfutter erschreckende Formen annimmt. Das mag all jene kalt lassen, die auf ihren täglichen Fleischkonsum nicht im Geringsten verzichten möchten, aber wenn dann deren Gesundheit hochgradig gefährdet sie selber betrifft, mag es für etliche bereits zu spät sein. Von GV-Soja zum Glyphosat, welch giftige Cocktails, die alles andere als harmlos zu werten sind!

Die Kaltschnäuzigkeit der Agrarlobbyisten stinkt gen Himmel

Das wissen explizit deren Kritiker, während das einfache Volk sich wohl eher weniger Gedanken darüber macht, was die Agrarindustrie so verzapft. Ganz besonders eine Julia Klöckner hatte einen nicht unwesentlichen Anteil daran, Hauptsache frechweg in Kamares lächeln, der Verbraucher möge schon mal besser die Füße stillhalten. Denkste!

Chris Methmann, Geschäftsführer des Teams „foodwatch Deutschland“, nimmt in einem Gastbeitrag bei der Frankfurter Rundschau Stellung zur Agrarlobby, wie diese den Krieg mißbraucht. Im Grunde genommen nichts Neues mit Blick zur völlig verfehlten Massentierhaltung, die bekanntlich die Umwelt empfindlich zerstört, von einer gesundheitsgefährdeten Ernährung mal ganz zu schweigen. Selbstverständlich ist Tiermast ein Irrweg im Kampf gegen Mangelernährung, wie Methmann betont.

Weg mit Tierfutter- und Biospritproduktion – hin zur Agrarwende

Die nur lauten kann, wieder ein Zurück zur Landwirtschaft, wie diese unsere Äcker prägte. Es hat sich ohnehin schon lange gerächt, die kleineren und mittleren Bauernbetriebe verkümmern zu lassen, um den Agrarriesen Tür und Tor zu öffnen, zusammen mit einer Chemielobby, die rücksichtslos wider die Natur ihre Pestizide und Kunstdünger der Umwelt zufügen.

Natürlich sollte auch einer Lebensmittelverschwendung endlich Einhalt geboten werden, erst recht in Hunger- und Kriegszeiten. Der Kontext zur Abhängigkeit Europas von Putins Einflüssen beinhaltet eine Agrarwende, wenn man schon Erdgas, Erdöl und Kohle nicht mehr aus Russland einführen will, wie Methmann zurecht anführt. Unsere Bundesregierung hat es ein großes Stückweit in der Hand, ihren Versprechungen Taten folgen zu lassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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Getarnt als Soldaten

Kalte Körper auf dem Asphalt,
Mord aus dem Hinterhalt,
getarnt als Soldaten,
Verteidiger der Staaten,
Killer in Kampfmontur,
von Helden keine Spur,
zum Kampf unterrichtet,
damit ihr Zivilisten hinrichtet?

Kalte Herzen in Uniform,
Seelenlosigkeit dafür die Norm,
ohne Gefühle keine Qual,
hört zu, auch kein Denkmal,
für Meuchelmörder kein Gedenken,
keine Gnade wir euch schenken,
jeder von euch eine menschliche Niete,
Widerlinge oder plattdüütsch Schiete.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wer übernimmt im Élysée-Palast?

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Frankreich ganz rechts oder eher republikanisch konservativ?

Ob Emmanuel Macron erneut die nächsten fünf Jahre in Frankreich regieren darf, entscheidet sich noch in diesem Monat bei den Präsidentschaftswahlen am 10. sowie 24. April. Von den zwölf Kandidaten/innen einschließlich des noch amtierenden Präsidenten haben fünf eine reale Chance, das Amt des/der 9. Präsidenten/in der Fünften Französischen Republik zu gewinnen.

Wir erinnern uns noch, daß Emmanuel Macron überdeutlich Marine Le Pen besiegt hatte, ein Aufatmen durch Europa spürbar zu bemerken war, niemand wollte die Geschicke Frankreichs einer rechtsradikalen Präsidentin überlassen. Dies verhinderte Macron, auch wenn dadurch dennoch hierzulande eine AfD im Deutschen Bundestag Platz nahm.

Erleben wir ein zweites Duell Le Pen-Macron?

Durchaus denkbar. In den Wahlprognosen liegt Marine Le Pen zwischen 15 und 25%, Emmanuel Macron zwischen 23 und 31%. Jean-Luc Mélenchon von der Partei La France insoumise, Unbeugsames Frankreich, könnte ebenso eine Rolle spielen mit dessen Prognose zwischen 11 und 19%.

Aber auch die anderen beiden, nämlich der rechtsextreme Kandidat Éric Zemmour sowie Valerie Précresse von den Republikanern haben noch eine Chance bei ihren Prognosen. Tatsächlich könnte es aber auf ein zweites Duell zwischen Le Pen und Macron hinauslaufen.

Geht Macrons Rechnung etwa auf?

Mit Blick zur Einschätzung des Historikers Joseph de Weck, den Marc von Lüpke und Florian Harms für T-Online interviewten, schaut es eigentlich nicht schlecht aus für Emmanuel Macron. Was ist sein Erfolgskonzept?

Zunächst blickt er als noch amtierender Präsident auf eine gewisse Erfolgsbilanz zurück trotz etlicher Widrigkeiten, von der Corona-Pandemie bis hin zum jetzigen Krieg in der Ukraine. Le Pens Nähe zu Putins Russland schadet ihr eher im Wahlkampf, obendrein spürt sie Gegenwind in den eigenen Reihen, sie sei nicht mehr radikal genug, was wiederum sich in mehr Zustimmung ihres Kontrahenten Éric Zemmour niederschlägt. Ob am Ende davon etwa Valerie Précresse profitieren wird? Jean-Luc Mélenchon hat es dabei gleichwohl schwer, Glaubwürdigkeit zu präsentiern, schließlich liebäugelte er ebenso zuvor mit Putin.

Wer ernsthaft die unterschiedlichen Szenarien abwägt, kann nur zum Schluß kommen, daß es für Frankreich das Beste wäre, wenn Emmanuel Macron weiterregiert. Eine rechtsradikale Regierung im Westen Europas mit einem abschließenden Rechtsruck in den USA möchten wir uns lieber nicht ausmalen zusammen mit einem Despoten Putin, der morgen schon von Lissabon bis Wladiwostok die Geschicke Europas bestimmen möchte!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Keine Macht selbsternannten Despoten

Man um Tumult buhlt,
der wird zum Kult,
Freiheit somit beschränkt,
viele einfach erhängt,
Revolte sie es nennen,
Scheiterhaufen wieder brennen,
Demokratie erleidet ihr Ende,
gefesselt die Gutmenschenhände,
während Nazis erneut frohlocken,
haßerfüllt und unerschrocken.

Soweit muß es nicht kommen,
daß jene Kräfte sich wieder sonnen
per selbsternannter Macht,
Schweigende dies dann vollbracht,
ihnen nicht Paroli zu bieten,
jenen geistig verschrobenen Nieten.
Worauf folglich noch warten?
Wir trotzen selbsternannten Harten,
die nichts anderes als Haß im Sinn.
Der führt zu Mord und Totschlag hin!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Blanker Zynismus vs. berechtigtem Humanismus

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Wieso das Böse allzuoft obsiegt

Die Nachkriegenerationen gewöhnten sich an eine Friedenszeit in Europa, die noch nie in der Geschichte dieses Kontinents so lange währen durfte, wobei gleichzeitig als Folge des Kapitalismus ein nahezu ungebremster Konsumrausch für viel Ablenkung und Bequemlichkeiten sorgte, von den Verlierern am Rande der Gesellschaft mal abgesehen, die es ohnehin schon zuvor gab.

Etwa eine positive Entwicklung, die obendrein freie demokratische Staaten veranlaßte, Europa zu vereinen, autokratische Strukturen zunächst verpönt waren? Als Folge kann man dem nur zustimmen hinsichtlich der Europäischen Union, die ganz besonders ihren Anteil daran hatte trotz etlicher kritischen Stimmen. Das haben Demokratien auszuhalten, entspricht ihrem Wesen, eine Meinungsfreiheit zu dulden, ohne diese in irgendeiner Form zu beschränken.

Trotzdem schlummerten in manchen Köpfen die Überbleibsel vergangener Zeiten, was sich per Ignoranz historisch belegter Geschehnisse ausdrückte, sei es die Leugnung des Holocausts oder der Ruf nach einem erneuten Führer, der es richten müsse. Genau jene rechtsradikalen Umtriebe erhalten bereits seit drei Jahrzehnten vermehrt neuen Zulauf, der uns aufhorchen lassen sollte. Warnende Stimmen signalisierten immer wieder, wie gefährlich solche Entwicklungen seien, diese den Staat unterhöhlen, bis hin zu gezielten Umsturzplänen.

Dabei nutzen jene menschenfeindlichen Subjekte jede Krise als willkommene Gelegenheit, um erst recht Verunsicherte in ihren Bann zu ziehen. Gewaltverherrlichung kontra Gutmenschentum, so deren Argumentation. Im Wesentlichen wirkt Zerstörung schnell und sichtbar, während ein friedfertiges Zusammenleben als gegenseitige Rücksichtsmaßnahme einer Schwäche gleicht, die es zu vermeiden gilt. Welch Trugschluß! Warum? Weil dadurch nur der angeblich Stärkere siegt, der Schwächere auf der Strecke bleibt.

Inzwischen hat Putin mit seiner Armee die benachbarte Ukraine überfallen, offenbart sich nackte Gewalt gegen die dortige Zivilbevölkerung, hinterläßt der russische Despot eine blutige Spur, die er frechweg als „militärische Sonderoperation“ deklariert, mit seiner langgeplanten und gezielt instrumentalisierten Medienlandschaft propagandiert, ukrainische Nazischergen zu bekämpfen. Die gibt es tatsächlich dort, aber nur punktuell, wie unschwer die letzten Wahlen in der Ukraine offenbarten. Hingegen Putins Nazischergen eiskalt im Donbas wüten, selbst in Russland ganz offen jedwede andere Meinung unterdrücken.

Erleben wir jetzt einen weitläufigen Krieg von Autokratien gegen Demokratien? China, Russland, Iran, Nordkorea, Indien, Brasilien, Ungarn, Tschechien gegen die anderen? Das kann wohl kaum jemand von der Hand weisen. Blicken wir gen Frankreich und zur nächsten USA-Wahl, stehen uns noch andere Unwägbarkeiten bevor. Man möchte sich lieber nicht vorstellen, wie eine Welt ausschaut, in der die freiheitliche Ordnung demokratischer Staaten durch totalitäre Systeme ersetzt werden!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Tränen verschmoren

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Rot, die Bank,
mein Blick
auf die Wand,
bübchenblau,
ließ mich hoffen,
schließlich,
unendlich
das Weltall,
Inspiration,
die Sicht
nicht ausreicht.

Weiß, die Bank,
mein Blick
geneigt,
bunte Farben
auf dem Papier,
die sich alle
vertragen,
je kontrastreicher,
desto mehr
Sichtweisen
gibt es zu bewahren.

Blau, die Bank,
mein Blick
ein Horizont,
feuerrot,
es wälzt sich
das Gift
des Hasses,
in die Augen,
verbrennt
jede Aussicht,
Tränen verschmoren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verwahrloste Seele

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Fünf Uhr,
niemand im Flur,
Stille im Land,
keine Geisterhand
Menschen vertreibt,
kein Geist reibt
an einer Flasche,
nach schwelender Asche,
nach Größenwahn,
meist Mann,
giert,
dafür friert
er ein seine Gefühle,
Leid ihn sonst aufwühle,
er braucht Haß und Wut,
sonst geht es ihm nicht gut,
verwahrlost seine Seele,
weil ihm Liebe fehle?

Nein, sein Liebstes,
er liebt es,
zu zerstören,
damit alle schwören,
ihm zu huldigen,
die alleinig Schuldigen
an Kriegen
sind jene, die abwiegen
zwischen Gut und Böse,
sie zeigen ihre Blöße
der Angreifbarkeit,
der Verletzlichkeit,
das ist weibisch,
ich sitze am Tisch,
Sirene erschallt,
den Kindern ist kalt,
mein Körper sie schützt,
verwahrloste Seele keinem nützt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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