Es ist so kalt um mich herum

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Lachen eingefroren
weil es stört,
wenn man auserkoren,
es verdrängt die Ernsthaftigkeit,
wenn man die Welt befreit
von kreativen Akteuren,
von besserwissenden Gören,
die stets Widerworte geben,
wenn ich bestimm‘ ihr Leben.

Ich bin der Erwählte,
weil meine Unzufriedenheit
mich quälte,
meine Ansichten keinen interessierte,
deshalb ich die Meinung frisierte,
so wie mir es kommt zu paß,
mit Lügen schicke ich Leute auf die Straß‘,
damit sie Unruhe stiften,
das Gemeinwohl vergiften.

Handlanger finden sich immer,
die für mich
die Umstände verschlimmern,
sie genießen den Trubel,
denn für sie fließt der Rubel
oder eine andere Währung,
Hauptsache sie haben die Gewährung,
unbehelligt zu bleiben
für strafbares Treiben.

Stets siegen die Diktatoren, Kaiser,
die Machtwillen zeigen,
kein einziger Weiser
konnte je mit seinem Wissen
Menschen führen zu Erkenntnissen,
die langfristig zu Frieden führen,
das funktioniert nur, wenn sie spüren,
wenn sie fühlen die Knute,
deshalb ich bin der Gute.

Darum ist es kalt um mich herum,
wenn ich solch Gerede hör,
und zu viele bleiben stumm,
weil die Einschüchterung von Despoten
mit Ängsten und Verboten
nur wenigen die Kraft verleiht‘,
für gesetzeskonforme Gleichheit
ihre Herzen zu erwärmen,
ihre Stimmen statt Bomben lärmen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Im Taumel des Weltschmerzes

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Abstand kann durchaus guttun

Komm und rück sie raus, die freudenstrahlende Welt, die in solch vielfältiger Art sich in den Köpfen der Menschen austoben darf, während die Wirklichkeit in einem schrecklich tristen Erwachen endet. Was helfen hierbei ethisch oder moralische Grundsätze, verinnerlicht einem Ideal entsprechend formuliert und aufgestellt, wenn sie tagtäglich mit Füßen getreten in die Erde gestampft? Gleicht der Weg des Buddhismus vom allgegenwärtigen Leiden einem Moloch, den Menschenwesen nach sehr langer Zeit verlassen werden, ganz ähnlich wie aus einer Puppe ein Schmetterling schlüpft? Um sich mannigfaltig nach schier unendlicher Kette der bisherig angewandten Gewalt dem Leben gegenüber zu erkennen den ureigenen Sinn allen Seins: den Respekt zur Schöpfung, gleichgültig welch Bezeichnungen vielfältige Religionen ihr verleihen?

Reize niemals die Kräfte der kreativ friedlichen Gedanken, die im Eins-Sein letztlich nur Gutes wollen, sonst verwandeln sie sich, gänzlich ohne jedwede Rachegedanken zum Selbstschutz gegen all das, was ihnen Wege versperrt. Kämpfend und niedergerungen am Boden zerstört, mögen sie von dannen kreuchen, die es wagten, geistreiche Momente voller Ideen ins Nichts entsenden zu wollen! Merken sie nicht, welch unsäglich bösartige Brut sie damit erzeugen? Denn einmal auf die Reise geschickt, sie sich entfalten, um in ihrer Selbstherrlichkeit jeden niederzuwalzen, der ihnen nicht gehorsamst dient. Einem Virus gleich, weit verzweigt solch Übel sich in manch labile Herzen geschlichen, die nichtsahnend wie ein Uhrwerk der Schöpfung zum Trotz auf Zerstörungskurs verweilen.

Sehnsuchtsvolle Gedanken eines friedvollen Miteinanders, jedweder Illusion beraubt, im Gleichklang allen Seins sich verflüchtigen, fast schon entblößt hilflos dastehend gen Himmel blicken, um der Schöpfung fragend einzugestehen: warum das Ganze? Und die Antworten längst vollzogen Zeugnis darlegen im Schein eines eiskalten Lichts, gewissenlos ohne jedwede Reue ob übler Schandtaten.

Genug der Missetaten, die stetig immer noch geschehen, ein Wandel wird vollzogen, den niemand aufzuhalten vermag. Kein Glamour, keine dumpfe Ablenkung oder Sinnlosspiele mögen leichtfertige Herzen je wieder erreichen. Vorbei die Zeiten der hohen Rosse, des Neids und der Mißgunst, des nimmersatten Materialismus, auf daß des Geistes tiefst beseeltes Sein sich mannigfaltig im rasenden Tempo über den Globus verteilt, die frohe Botschaft zu verkünden vom Ende allen unnötigen Leids.

Sacken lassen, jene Sätze, im Reigen der eigenen Befindlichkeiten. Manchmal braucht es den Abstand zu allem, ohne gleich mit Gewohntem zu brechen, gar fluchtartig Hals über Kopf sich zu entfernen. Innehalten, Geschehenes überdenken, stets im Ganzen fühlen, dabei nicht den Anspruch hegen, zu viel auf einmal zu fordern. Alles was wächst, braucht eine Weile der Entfaltung, so auch der Einfall, die Gedanken, das Anpacken und Gestalten, obwohl am Ende erneut alles zerfällt, was mal war. Doch nichts geschieht zufällig, hat unbedingt seinen Sinn im Kreislauf kosmischer Fügungen, die wir nicht durchschauen.

Wollen diese Sätze Hinweise geben, was zu verändern so naheliegt, obwohl Mensch noch weit entfernt? Was vermag mit der Verwandlung zu spirituelleren Ebenen alles an Neuem geschehen? Wir werden es wissen, wenn dem so weit. Bis dahin ein Stück des Weges uns noch erwartet, der steinige Fortsetzung verlangt, weil ursprünglich gesät, um uns von den Fesseln der Bösartigkeit zu befreien, sie endgültig zurückzulassen mit dem Ende physischer Manifestation.

„Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung.“ (Erich Fromm)

„Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es auf jeden Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.“ (Hermann Hesse)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Tränen erhellen

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Regen rast vorbei,
schlaftrunken,
blinzende Kristalle,
taumeln,
Nebelmorgen,
Gaukler des Seins.

Gaukler der Sinne,
du würfelst,
dein Schnarchen,
er rasselt,
schläfrig ins Grau,
ich kenne diese Melodie.

Melodien berauschen,
gespielt
mit fließenden Tropfen,
verwischen
Glück und Trauer
in helles Dunkel.

Im Dunkel kein Schein
fühlt,
die Tränen niemand
sieht,
die vorbeiströmen,
Hoffnung in sich bergend.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die Illusion vom friedlichen Ton

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Seht her, eine Vogelschar
durch die Lüfte schwebt.
Mit dem russischen Zar
wird so gar nicht frei gelebt.

Schaut weg, ein gefakter Star
eine Diktatur eiskalt anstrebt.
Keine Gewißheit, unberechenbar
wird Angst und Schrecken gepflegt.

Schreit’s heraus, weltweit Kriegsgefahr
bei Menschen sich erneut einprägt.
Es überschlägt sich so mancher Kommentar,
wer wohl dabei die Verantwortung trägt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Putins Krieg beendet Friedenspolitik

Aufrüstung beste Verteidigung

Selbstverständlich gilt, Frieden schaffen ohne Waffen. Doch wenn ein Aggressor wie Wladimir Putin internationale Politik regelrecht in den Wind schießt, die Ukraine einfach kriegerisch angreift, reagieren die europäischen Nachbarn, die westliche und der größte Teil der Welt. Nicht nur die Weltordnung wurde erschüttert, sondern das Gleichgewicht der Kräfte gerät zunehmend außer Kontrolle angesichts der Drohungen seitens des russischen Präsidenten.

Natürlich machen sich die anderen Grenzstaaten Russlands Sorgen, besonders wenn sie keinen Schutz durch eine Nato haben. Gleichzeitig geraten auch hierzulande Parteien, die jene Nato heftig kritisieren nebst Waffen und Aufrüstung in Gewissensnot, zerreiben sich die Gemüter, zumal gerade die Linken ohnehin kurz vor dem Aus im Deutschen Bundestag stehen.

Finnland plötzlich zum Nato-Beitritt bereit – die Grünen wurden überrascht

Was nutzen pazifistische Haltungen, wenn Despoten einfach ihren kriegerischen Weg mit Waffengewalt durchsetzen. Putin hat Parteien wie Die Linke und die Grünen eines Besseren belehrt. Dennoch nennt die Grüne Jugend Bundeswehr-Milliarden „Hauruckaktion“. Ein Déjà-vu für die Grünen mit Blick gen Kosovo-Einsatz, wo sie gleichwohl bei der Beteiligung der Bundeswehr zustimmen mußten?  Nicht ganz. Jetzt geht es um eine prinzipiell schnelle Entscheidung angesichts sich überschlagender Angriffsszenarien seitens Russlands.

Darüber sinnieren natürlich auch die Finnen. Das finnische Parlament debattiert über Nato-Beitritt. Eine folgerichtige Notwendigkeit, obwohl sogar kurz nach dem Großangriff Russlands auf die Ukraine die Regierung eine Mitgliedschaft zur Nato ausschloß. Dies hat sich ziemlich schnell geändert, weil der Faktor Angst berechtigterweise sich durchsetzt.

Gregor Gysi kritisert Sahra Wagenknecht in aller Schärfe

Nachvollziehbar und unbedingt berechtigt. Wer sich Gelbwesten überstreift, von Beginn an den Weg der Querfront gutheißt, inzwischen rechte Standpunkte vertritt, darf sich nicht wundern, am Ende scharf kritisiert zu werden, obendrein die Linken ins Abseits zu katapultieren, schließlich hatte sie bei der letzten BTW nur 4,9 Prozent erreicht.

„Liebe Sahra, ich bin insgesamt über eure Erklärung entsetzt“, beginnt Gregor Gysi seinen Brief an Sahra Wagenknecht, um dort ganz besonders „die völlige Emotionslosigkeit hinsichtlich des Angriffskrieges, der Toten, der Verletzten und dem Leid“ zu rügen. Das hat sie natürlich so nicht stehenlassen, sondern prompt reagiert, die „angeblich mangelnde Empathie grenze an Rufmord“. Starke Töne, wobei Gysis Kritik ins Schwarze trifft. Es wird ein merkwürdiger Schuh daraus, schließlich hätte Putin die Ukraine gewiß mitnichten angegriffen, wäre sie Mitglied der Nato. Insofern ist die Einstellung der Linken zur Nato politisch-historisch hinfällig mit dem Angriffskrieg von Putin. Obendrein sei  ihr entgegengesetzt, sich mal mit Armin Nassehi zu beschäftigen, was er im jüngsten Artikel bei der Zeit uns nahebringt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wut kennzeichnet Schwäche

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Groß fühlst du dich,
mächtig,
um deine Wut
zu stillen,
schickst du Panzer
auf die Straßen,
Flugzeuge mit Raketen
in den Himmel,
zu töten
Menschen,
zu zerstören
ihr Zuhause.

Menschen ohne
Waffen,
mit starkem Mut,
stehen
vor deinen Panzern,
versperren die Straßen,
singen Lieder,
die im Himmel widerhallen,
zu trösten
Menschen
in ihrem zerstörten
Zuhause.

Die Ukrainer
zeigen Größe
in ihrem Mut.
Schwäche dich
kennzeichnet, Putin,
führst du Krieg mit dir?
Erweise dich mutig
wie diese Menschen.
Wahre Größe erhält,
der seinen Zorn zerstört
im inneren
Zuhause.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Noch Fragen

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Wut unbeherrscht,
Töten ohne Gnade
vom Schreibtisch aus,
ein Fingerdruck
und schon
Ärgernis beseitigt.

Wirklich?
Ein Tritt
auf Rechenzinken,
der Stiel
schlägt
stets zurück.

Europa
bedroht
mit Atomraketen,
Westwinde
immer nach Osten
nehmen ihren Lauf.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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