Trügerische Landschaft

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Bild von Mohan Nannapaneni auf Pixabay

Kurvenreich die Strecke
durchs hügelige Land sich zog,
während Schneefall
den Verkehr behinderte.
Drei Wanderer unterwegs,
spärlich gekleidet
stolpernd kaum Halt fanden,
zuviel Frost auf dem Asphalt.
Ein Auto schleuderte
ihnen unvermittelt entgegen,
dem Fahrer mit zwei Promille am Steuer
erschien die Landschaft menschenleer.
Eine Schneewehe rettete sie,
der Wagen krachte gegen einen Baum,
jede Hilfe für ihn kam zu spät,
Aufräumarbeiten dauerten lang an.
Im Sommer erinnert ein Kreuz
an jenes schreckliche Geschehen,
von weitem kann jeder es sehen
als Mahnung oder traurige Erinnerung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bediente Menschen

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Bild von EnglishDoctor auf Pixabay

Die Sonne räkelte sich auf dem Dach
der Restaurantterrasse,
ihre Aussicht ein Meer aus Blau,
gesprenkelt mit Speerspitzen,
durchsichtige, wandernde,
ihre Positionen unermüdlich wechselnd.

Hinreißend, dachte die Sonne
und rieb ihre Strahlen an dem Blech,
von der Hitze vollgesogene Luft
tänzelte im leichten Wind,
fast undurchsichtig, verschwommen
durch ihre ständige wechselnde Position.

Unter dem Dach der Terrasse ein Stöhnen,
ein sich kaum Bewegen, schwitzende Körper,
mit Schweiß getränkte Kleider,
murmelnde Gespräche zersplittern
an Gläsern, zerbrechen an Geschirr,
verharren in ihren Positionen, die Menschen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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EU-Taxonomie ein großer Bluff

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Bild von Ralph Lindner auf Pixabay

Ursula von der Leyens Vorstoß ein Desaster

Der deutsche Ausstieg aus der AKW-Ära war vollkommen folgerichtig und allerhöchste Zeit nach der Fukushima-Katastrophe. Insofern hatte Angela Merkel richtig entschieden, obwohl in eigenen Reihen weiterhin Widerstand aufkeimte. Exakt jene Ewiggestrigen scheinen immer noch nicht überwunden zu haben, dieser gefährlichen Technologie den Rücken zu kehren.

Allen voran, wen wundert’s, die Albrecht-Tochter Ursula von der Leyen, die ohnehin stets in verkehrten Reihen steht. Ein Paradebeispiel wie ungehemmt und ungebremst die Folgen der Hannover-Connection greift. Nunmehr hat sie die Katze aus dem Sack gelassen, der Green-Deal als Hinterhofbasar, eine Bauchlandung nach Brüsseler Art. Vorhersehbar und dennoch ein äußerst tragischer Vorstoß.

Einstufung als Nachhaltige Technologie eine einzige Farce

Vor allem aber ein Signal mit verheerender Wirkung. Schließlich gibt es genügend Länder in der EU, die keine Einsicht zeigen, den deutschen Atomausstieg negieren. Statt die Gefährlichkeit jener Technik endlich als das zu akzeptieren, was sie ist, wird einfach jener Etikettenschwindel durchgeboxt. Von der Leyen und ihrer EU-Kommission darf und muß man unterstellen, es mit dem Klimawandel nicht ernst zu nehmen!

Obwohl Macron anfangs Merkel folgen wollte, schwenkt dieser jetzt wieder zurück. Frankreich bleibt somit ein gefährlicher Nachbar in Bezug auf jene fragwürdige Energiegewinnung. Die Polen zieht einfach mit, um auf diese Weise ihren Kohleausstieg zu rechtfertigen. Obwohl keine sicheren Erkenntnisse vorhanden sind, wie denn der anfallende Atommüll entsorgt werden soll, setzt die EU-Kommission auf jene Entscheidung.

Luise Neubauers Forderung unbedingt folgerichtig

Durchaus absehbar und selbstverständlich fordert jetzt Luise Neubauer, die Regierung solle die EU-Pläne zur Atomkraft ablehnen. Vizekanzler Robert Habeck hält das Vorhaben der EU für den falschen Weg, wie er zum Jahreswechsel bemerkte. Ende des Jahres soll nicht nur der letzte Meiler vom Netz gehen, sondern obendrein im Idealfall bis 2030, wie es im Koalitionsvertrag beschlossen wurde, auch das letzte Kohlekraftwerk abgeschaltet werden.

Welch mutige Entscheidung seitens der Ampel-Koalition, die einmal mehr deutlich aufzeigt, wie ernst sie den Klimawandel nimmt. Dennoch hat Neubauer völlig recht mit ihrer Forderung, schließlich hat in der Vergangenheit schon oftmals Politik gezögert, ruderte gar zurück, wenn andere Mächte sich durchsetzten. Eine Rennaissance der Kernkraft wäre schlichtweg ein Rückschritt in längst überwundene Grabenkämpfe zumindest aus deutscher Sicht mit Folgen, die man sich besser nicht vorstellen mag. Bleibt zu hoffen, daß die jetzige Regierung tatsächlich die Energiewende umsetzt, erheblich mehr in den Ausbau von Windkraft und Solaranlagen investiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Sie will sich erinnern

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Bild von Carola68 Die Welt ist bunt…… auf Pixabay

Sie wollte nicht erinnert werden,
nicht an Splitter, Rauch, Verderben,
las Bücher voll sarkastischem Humor,
ihr Allheilmittel gegen den Tumor
der gärenden Feindseligkeit,
die in den Menschen verweilt,
deren Reifeprozeß nie endet,
Feind und Selig, verschwendet
zwei Wörter zum Haßverständnis
als bildhaftes Ergebnis,
feindliche Gesinnung birgt Glück,
anstatt, sie nimmt Stück für Stück
einen Teil deiner Liebesfähigkeit,
zerstört in Wirklichkeit
Neugier, wichtig für Erkenntnisse,
so brodeln weiterhin Hemmnisse
in den Köpfen,
aus denen selbst die Kleinsten schöpfen
von Generation zu Generation,
feindlich sein, ist Tradition,
die Seligen sind auserkoren,
nein, ihre Denke eingefroren,
das soll ihr nicht passieren,
sie will sich erinnern, nicht amüsieren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Hype um jeden Preis ausgerechnet in Coronazeiten

Wenn ein Harald Schmidt dermaßen danebenliegt

Es gibt keine halben Sachen. Ganz oder gar nicht könnte ebenso die Devise lauten. Mitnichten bei einem Harald Schmidt, den Steven Sowa in dessen Artikel als Fernsehlegende bezeichnet, in der Überschrift aber zum Punkt kommt, er sei nicht mehr zu retten. Allerdings gilt das für letzteres, ihn überzubewerten ist durchaus Ansichtssache.

Wer jetzt nach all dem Leid ins gleiche Horn bläst wie jene Coronaleugner und Aluhutverschwörungsschwurbler, darf sich nicht wundern, in einem Pulk mit Nazis spazierenzugehen, obwohl in deren Reihen etliche dabei, die gern voller Inbrunst die Polizei angreifen, von der Lügenpresse schwafeln und meinen, sie seien das Volk.

Wie kann man nur maßlos leichtsinnig mit dem Nicht-Geimpftsein kokettieren? Gewisse Narzißten praktizieren das gern, wohl auch jene, die gutes Kabarett mit tröger Comedy verwechseln, die dabei sogar den Griff ins Klo wagen. Harald Schmidt scheint sich nicht zu schade dafür zu sein, das paßt zu ihm. Von geistiger Auseinandersetzung bleibt da nichts mehr übrig, sondern vermittelt eher eine sträfliche Vorlage für all jene, die gern dem Staat unterstellen, er wolle den Bürgern ihre Freiheit berauben. Was für ein gefährlicher Trugschluß!

Ein wenig erinnert der gebürtige Neu-Ulmer im schwäbischen Nürtingen aufgewachsene Harald Franz Schmidt an die Gruppe um Wotan Wilke Möhring und Volker Bruch, die mit ihrem peinlichen Wisch #allesaufdentisch glänzen wollten, obwohl jene Runde so gar nicht gut ankam, erst recht Coronaleugner mobilisierte.

Das können wir nun gar nicht mehr gebrauchen, zumal diese Minderheit von Krakeleern sich deutschlandweit verabredet, um den Eindruck zu erwecken, die Gesellschaft sei gespalten. Dem ist aber nicht so, sondern eine große Mehrheit verhält sich solidarisch und rücksichtsvoll trotz mancher Pannen seitens der Politik.

Andererseits könnte man jetzt einwenden, mittels Ignoranz es dabei zu belassen. Dennoch kann und muß man Steven Sowa zustimmen, daß Harald Schmidts Äußerungen ziemlich zynisch sind, Öl ins Feuer gießen, ohne sich selbst zu verbrennen, schließlich befindet jener „Held“ sich tatsächlich wohlbehütet im eigenen Elfenbeinturm. Was aber nicht ausschließen mag, daß er ungeimpft ein sehr hohes Risiko eingeht.

Höchstwahrscheinlich verhält er sich deshalb bedeckt, weil er ganz ähnlich wie jene Nazis im Deutschen Bundestag real geimpft ist. Die verpassen nämlich keine Gelegenheit, Coronaleugner und Impfgegner zu befeuern. Insofern darf sich Harald Schmidt keinesfalls wundern, mit dieser abartigen Gruppe verglichen zu werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Kein Märchenbuch

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Bild von Jeff Dbury auf Pixabay

Ein Märchenbuch,
das gab es nicht,
es wurde fürs
Überleben
geschluckt.

Ich las in Stöckchen,
Sand und Steinen,
in Gras und Blüten,
nur mit dem Ball
klappte das nicht.

Okay, er war teuer,
vermutlich
war er sich zu schade,
sich in die Karten
sehen zu lassen.

Vielleicht war er neidisch,
die gefundenen Dinge
waren offene Seiten,
unbeschriebene Blätter.
Abenteuer lebten auf ihnen.

Abenteuer sind kostbar,
Luxus für die Reichen,
sie sättigen dich nicht,
sie haben ständig Hunger,
ein Märchenbuch
gab‘s deshalb nicht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Liebe mit Anemonen

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Kühlschrank defekt
Hitze in jeder Eck‘

Lebensmittel verdorben
Hans-Ulrich am Toben

Lieselotte kommt
kein Menü verdammt

Wut treibt ihn nach draußen
Pflanzen ihn anleuchten

Kühltruhe funktioniert
jetzt pressiert’s

Blüten schockgefroren
noch ist nichts verloren

Sie sitzen im Garten
Baum spendet Schatten

Zwischen dem Kaffeeduft
mit Liebe getränkte Luft

Lieselotte schwärmt für Hans-Ulrich
vor ihr auf dem Tisch

Eiskristalle glitzern auf Anemonen
die Blumen das Wort Liebe formen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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