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Bild von Andreas Ganter auf Pixabay
Das steinerne Schiff
auf meinen Bühl,
umgeben von Brennesseln,
Brombeeren und Winden,
war die aussichtsreichste Welt,
rechts und links nur Ferne,
vor mir der Bodanrück,
hinter mir das Zuhause.
Bröckelnde Stufen führen hinab
auf einen betonierten Rumpf,
der nur schwankt,
wenn ich Kreise tanze,
den Löchern, Rissen ausweiche,
die den Tanz choreographieren,
auf schaukelnden Wellen
schwebe ich in den Lüften.
Selbst in meinem Hotelzimmer
mit fließendem Wasser, Luxus
ist die grauweiße Form der Fregatte,
meine Insel, die selbst nachts leuchtet,
den Blindschleichen und Kreuzottern
es nicht ermöglicht, sich anzuschleichen,
um mich mit gespaltenen Zungen
zu hindern, mich in der Weite zu entfalten.
Doris Mock-Kamm

Bild von Dominic Wunderlich auf Pixabay
In Krisenzeiten halten Menschen besser zusammen oder verdeutlichen ihren eigentlichen Charakter. Genau das erleben wir ganz besonders im zu Ende gehenden Jahr 2021. Zwischen diesen beiden Extremen spielt sich die Wirklichkeit ab, die manche eben nicht wahrhaben wollen, weil es vielleicht auch herrlich bequem zu sein scheint auf der Couch, im sicheren europäischen Westen. Dabei befinden sie sich unbedingt in einem ziemlich trügerischen Fahrwasser.
Während explizit Neonazis, also jene inzwischen im Deutschen Bundestag vertretenen Politiker der blauen Partei meinen, sie könnten weiterhin einen Keil in die Gesellschaft trimmen, eine Spaltung der Gesellschaft sich erwünschen, treibt dies etliche auf Straßen und Plätze, um erst recht in jener Corona-Pandemie diese für jene gezielten Zwecke für sich zu nutzen. Die Anhängerschar wächst dabei, gut sichtbar in den sozialen Medien, während Despoten gleichwohl daraus Kapital schlagen, von Trump bis Erdogan, von Orbán bis Putin. Sie alle nutzen Krisen für ihre Zwecke, rücksichts- und gewissenlos.
Die Kehrseite der Medaille läßt allerdings nicht lange auf sich warten. Gleichzeitig gibt es genügend Widerstände derjenigen, die jenes perfide Spiel längst durchschauen. Insofern obsiegen demokratische Kräfte? Im Prinzip schon, wenn nicht gleichzeitig genügend Unzufriedene parallel nur darauf warten, daß ein „starker Führer“ endlich wie Phönix aus der Asche erscheint, um sie zu retten vor staatlicher Willkür, „linken Zecken“, Flüchtlingen und anderen Wunschfeindbildern. Mit dermaßen billigen Argumenten lassen sich trotz intensiver Aufklärung nach wie vor einfache Menschen ködern, um jenen Phrasen auf den Leim zu gehen.
Obendrein hat Menschheit keine Zeit mehr, sich mit solchen Vorurteilen zu belauern, ganz andere Gefahren kommen auf uns zu. Unweigerlich. Die größte Herausforderung ist der Klimawandel, auch wenn es immer noch welche gibt, die ihn leugnen. Unverständlich, weil längst erwiesen. Das Ausmaß der nahenden Katastrophen ruft bei etlichen schlaflose Nächte hervor, zumal Politik weiterhin viel zu zögerlich agiert!
Wir haben aber keine Zeit mehr für jenes Abwarten oder Verharren. Die Jugendbewegung um Greta Thunberg hat daher unbedingt Recht, sie muß notgedrungen wesentlich heftiger protestieren, weil in der Bevölkerung selbst noch gehadert wird, es würde irgendwie gutgehen. Damit kann und wird es nicht getan sein. Gleichzeitig belastet unser Zusammenleben das Ausmaß etlicher Umweltbelastungen, vom Plastikmüll über Ölkatastrophen bis hin zur Luftverschmutzung besonders in Großstädten oder Ballungszentren.
Man könnte auch schlichtweg sagen, daß der Menschheit all die Warnungen der letzten Jahrzehnte auf die Füße fällt, weil die Ermahnungen von Greenpeace, dem Club of Rome oder Bürgerbewegungen nicht genügend Gehör fanden, um nachhaltiger politisch zu reagieren. Das ganze Ausmaß jener gleichgültigen Ausbeutung wird immer deutlicher, je genauer hingeschaut und die Mißstände beim Namen genannt werden. Es kann bereits zu spät sein, doch die Hoffnung, wahrlich, die stirbt tatsächlich zuletzt.
Lotar Martin Kamm

Bild von MikeGunner auf Pixabay
Ihr spielt Spaziergänger,
friedliche, freiheitsliebende,
schlimm genug,
daß ihr aber Worte und Begriffe
die eine Demokratie kennzeichnen,
euch als deren Werteverteidiger ausgebt,
die bestimmen,
wer demokratisch denkt, meint Diktatur –
ist an Geschichtsklitterung nicht
zu überbieten.
Ihr spielt Russisch Roulette
mit euren Verwandten, Freunden,
schlimm genug,
daß ihr es aber auch
mit euch fremden Personen spielt,
euch als Gott oder Göttin ausgebt,
die bestimmen,
wer erkrankt, überlebt oder stirbt –
ist an Menschenverachtung nicht
zu überbieten.
Ihr spielt Outlaws, Geächtete,
vom Gesetz Verstoßene,
schlimm genug,
daß ihr dabei keine Rücksicht
auf die Rechte anderer nehmt,
euch als Opfer oder Held ausgebt,
die bestimmen,
wer Chaos verbreitet, gewinnt –
ist an Charakterlosigkeit nicht
zu überbieten.
Doris Mock-Kamm

Bild von 愚木混株 Cdd20 auf Pixabay
Sie haben uns über Jahrtausende eingeredet, wir müßten die Erde uns untertan machen. Und Mensch hielt sich daran, skrupellos, ohne jedwede Bedenken oder Hinterfragung. Zumindest seitens derjenigen, die davon profitierten, die Herrschenden, während das einfache Volk sich schlichtweg fügte, um zu überleben.
In jenem Kreislauf der Ausbeutung, wobei nicht einzig und allein dies Menschen betraf, sondern auch die Natur selbst, haben in all der Zeit etliche kluge Mitmenschen oftmals vor jenen grausamen Handlungen gewarnt, versucht, die Mißstände zu artikulieren, dadurch gerieten sie selbst in Lebensgefahr, wurden gar hingerichtet.
Doch Geist selbst läßt sich letztlich nicht zerstören, weil Gedanken schon immer frei waren, egal welche Herrschaftssysteme dies verhindern wollten. Da Mensch in seinem Erfindergeist sich nicht bremsen läßt. Dennoch muß die wichtigste Frage erlaubt und immer wieder gestellt werden: Was hat Mensch dazu bewogen, all jene zerstörerischen Kräfte gewähren zu lassen? Obendrein sie nicht stoppen zu können? Das Böse hat das letzte Wort?
Mit Blick in die Gegenwart können wir nur sorgenvoll in die Zukunft blicken, zumal trotz all unseres Fortschritts wir nach wie vor Gewalt in all ihren Formen und brutalen Facetten zulassen. Mag ein Weltethikrat dies etwa aufhalten? Wenn es ihn real gäbe, spricht nichts dagegen, wie längst in etlichen Science-Fiction-Filmen zu sehen ist. Aber davon sind wir weit entfernt, zumal immer noch eine Großmacht die andere belauert. Statt aus der Geschichte die richtigen Lehren zu ziehen, scheitern wir an solch einfachen Möglichkeiten.
Mensch etwa dazu verdammt, am Ende sich und alles Leben auf Mutter Erde auszulöschen? Das sollte man nicht ausschließen, obendrein könnte auch ein riesiger Komet oder Asteroid auf die Erde knallen, der gar noch größeren Schaden anrichtet wie der vor 66 Millionen Jahren im Norden der mexikanischen Halbinsel Yucatan, dessen Einschlagkrater 180 km betrug. Gewisse Filme meinen, sie könnten solche Ereignisse entschärfen mittels Sprengung von Atomraketen auf solch Himmelskörpern, bevor sie auf die Erde treffen, um zersplittert maximal kleine Einschläge zu verursachen. Ob dies funktioniert, bleibt mal dahingestellt.
Was aber bestimmt fruchten mag, die Erkenntnis vom friedlichen Sein untereinander und mit der Natur. Die Erde bietet uns alles, wenn wir sie weise und behutsam nutzen, statt uns selbst zerstörerisch zu verhalten. Dabei bedarf es allerdings der gezielten Umsetzung, die stets am Machtgehabe einiger weniger scheitert. Solange wir jenes Übel dulden, ändert sich nichts, verbleibt dieser Zustand der Aggression. Folglich, worauf warten wir noch?
Ändern wir alle unsere Lebensweise hin zum Frieden. Das bringt tatsächlich Freiheit, Solidarität und Nächstenliebe, ohne daß jemand sich über einen anderen erhebt. Religionen haben versucht, dies umzusetzen genauso wie viele Philosophien. Wir können es benennen, wie wir wollen, im Grunde entspricht dies den Geboten und kosmischen Gesetzen. Wenden wir sie wirklich an, ohne Hintertürchen.
Lotar Martin Kamm

Bild von Ely Penner auf Pixabay
Still die Nacht,
wer hat wem was mitgebracht,
was wurde gesagt,
ungefragt überragt,
liebevoll gelacht,
mal laut, mal ganz sacht?
Dennoch hat’s gekracht,
welch gefährliche Fracht
in der Weihnachtsnacht,
manch ein Verdacht,
Politik zu wenig wacht,
vieles bleibt ungesagt.
Still die Nacht,
zu viel Leid beklagt,
Migranten werden gejagt,
das die Rechten erstarkt,
kein Widerstand es wagt,
der Staat sie nicht anklagt!
Lotar Martin Kamm