Durch das fließende Glas

https://pixabay.com/de/photos/see-wasser-b%c3%a4ume-gr%c3%bcn-gras-2605059/

Bild von StockSnap auf Pixabay

Beruhigt es mich wirklich, hier vor der Glasscheibe zu stehen und die nach Sortiment dekorierten Waren anzustarren? Ich starre nicht, ich staune, ich begutachte, ich lächle über diesen Plunder, überlege, ob ich mir dies oder jenes kaufen möchte. Nichts Bestimmtes bleibt hängen, meine Gedanken schweifen über das Angebot an Möglichkeiten des Besitzens.

Es tut gut. Wirklich, es war die richtige Entscheidung, vor einem Glas, einer durchsichtigen Wand zu stehen, als auf der Bank am Wasser zu sitzen und den Wellen beim Takten ihres Rhythmusfindens zuzusehen und zu hören. Hinter mir wäre kein fließendes Leben, nur schlendernde Spaziergänger, spielende Kinder, hie und da Radfahrer und Hundegassigeher. Der Verkehrsstrom beruhigt. Mich. Undenkbar. Aber fühlbar.

Das leise und laute Brummen, von rechts nach links verschwindend, von links nach rechts sich auflösend, dazwischen gedämpftes Türenzuschlagen, die hellen Pieptöne, die Türen öffnen, ohne Berührung, all das beruhigt mich. Schade eigentlich. Miese Luft inklusive. Teure exklusive Must-haves. Und ich, ich dazwischen schwelgend nach einer Pause, nach Ruhe, nach einem Fixpunkt, dem ich folgen könnte. Nein, lieber nicht folgen, einfach betrachten ohne Gedanken, ohne eine Idee, ohne Mehrwertsteuer, inklusive, ohne exklusive Minderheit.

Ein fünfstelliges Zahlenschloß, Vorderseite versilbert mit Strass-Steinen im Angebot für 139 €. Eine Gravierung kann gefertigt werden. Pro Buchstabe 10 €. Sofortgravur möglich. Ein silbernes Zahlenschloß. Wofür? Vielleicht zur Beruhigung. Zum stundenlangen Nummernsuchen, wenn die Zahlenkombination verlorengegangen. Reine Meditation. Rädchendrehen von 1 bis 99999. Fünfstellig, wie sinnig, Verzögerung des Machbaren, des Erreichbaren. Mein erstes Fahrrad, blau, etwas zu groß, aber schließlich ist man im Wachstum, selbstverständlich ein Zahlenschloß, dreistellig, mit blauem Plastikschutz für die Kette.

Das Fahrrad fiel den Steilhang hinunter, bevor ich die Größe hatte, bequem mit ihm zu fahren. Die aufgeschichteten Steine am Ufer demolierten es derart, daß keine Reparatur mehr möglich war. Ich konnte rechtzeitig abspringen, hatte zwar einige heftige Schürfwunden und die rechte Hand verstaucht, aber ich bin nicht mit ins Wasser gefallen. Laute Stimmen und Lichtstrahlen der Taschenlampen kündigten den Suchtrupp an, der mich apathisch und zusammengekrümmt vor meinem im Wasser liegenden Fahrrad fand. Fünf, drei, acht. Fünf Finger an einer Hand. Fünf plus drei (Mutter, Vater, Kind) ergibt acht, so alt bin ich.

Fünf, drei, acht. Ich kenne die Kombination immer noch. Seit sechzig Jahren abgespeichert, aus einer Nische gespült, ein Verbindungsglied zwischen Rad und mir.

„Hallo, ich möchte das fünfstellige Zahlenschloß mit den Glassteinen und mit einer Gravur, wenn es möglich ist, zum gleich mitnehmen.“

„Was möchten Sie denn eingraviert bekommen, falls der Aufwand nicht zu groß ist, können wir es selbstverständlich sofort gravieren.“

„Och, nur vier Buchstaben, hier oberhalb dieses Steins soll in Großbuchstaben „ex“ und unterhalb „in“ eingraviert werden.“

„Okay, das ist machbar, möchten Sie hier warten oder lieber in einer halben Stunde wiederkommen?“

„Ich warte draußen vor dem Fenster.“

Es fließt, es strömt, es bleibt hängen, es wird abgespeichert das Leben. Fünf, drei, acht, eins, null. Eins, für ja, Null für nein. Ja und nein, ewiges Wogen, Abwägen, Ebbe und Flut, Yin und Yang, Für und Wider. Unsinnigem Handeln Sinn geben.

„Hier ist erklärt, wie Sie Ihre Zahlenreihenfolge eingeben, bevor Sie das Schloß schließen. Sollen wir es als Geschenk einpacken?“

„Nein, es wird gleich benützt.“

So, mein exklusives Schloß, gleich darfst du inklusive deiner abgespeicherten Zahlen in den Wellen zur Vergangenheit und Zukunft abtauchen. Natürlich werde ich dich oft besuchen, dich unter dem Wasser fixieren und dir meine Gegenwart schenken.

Fünf Finger an jeder Hand. Mama, Papa und ich sind drei. Acht Jahre bin ich alt. On, das Licht geht an. Off, das Licht geht aus. EX oben, IN, unten. Von rechts unten und von rechts oben gelesen, NIXE.

Gesine liebt die glitzernde Nixe, die an einer Boje befestigt, tief unter Wasser zu ihr aufblickt. Sie fixieren sich im fließenden Glas.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

Veröffentlicht unter Kurzgeschichten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Kelch vorrüberging

https://pixabay.com/de/photos/gasse-weg-eng-altstadt-durchgang-3458742/

Bild von Peter H auf Pixabay

Durch diese hohle Gasse mußt du gehen.
Was gibt es denn da nicht zu verstehen?
Das kannste keineswegs noch drehen,
willste den eigentlichen Sinn nicht sehen?

Durch diese hohe Gasse darfst du gehen.
Es nutzet dir kein inniges Flehen,
kein Stottern und erst recht kein Krähen.
Wir ernten doch stets, was wir säen.

Durch diese belebte Straße sollst du gehen.
Klar doch, das ist überhaupt kein Versehen,
mag dein Gegenwind noch so heftig wehen.
Meinetwegen natürlich auch auf Zehen.

Durch Gassen oder Straßen kann man gehen.
Ins Fenster stellen große und kleine Kakteen,
in aller Bescheidenheit regt das kein Aufsehen.
Selbstverständlich gern schöne Orchideen.

Durch diese hohle Gasse muß er kommen,
schrieb einst Friedrich Schiller im Wilhelm Tell.
Manch einer zitiert ganz benommen,
das sei alles andere als aktuell.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das Märchen vom Konsum bis zum Erbrechen

https://pixabay.com/de/illustrations/raumschiff-planet-galaxis-raum-3827558/

Bild von Yuri_B auf Pixabay

Jede Hochkultur zerbricht an ihren sozialen Mißständen

Es war einmal eine Menschheit, die hatte sich in den Kopf gesetzt, bequem, übersättigt ihr Dasein zu fristen ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei war ihr jedes Mittel recht, kein Weg zu mühsam, jedweder Erfindungsgeist gefragt, um erwünschte Träume nebst Illusionen zu verwirklichen.

Somit erfand sie zunächst die Waffe, nämlich eigene Knochen, wie anschaulich Stanley Kubricks Filmszene bei 2001: Odyssee im Weltraum mit den Schimpansen zeigt, wo diese mit Knochen ihre Gegner erschlagen. Gezeigt, gesagt, getan, diesem Muster folgt Menschheit seit eh und je, nur mit dem Unterschied, daß aus Knochen effektivere Waffen entstanden, vom Messer, zum Speer, dem Gewehr bis hin zu Bomben und atomorarer Vernichtung.

Seitdem belauern wir uns, in und zwischen Kriegen, nehmen millionenfache Opfer in Kauf. Von der unsagbar selbstverständlichen Ausbeutung unser aller Mutter Erde mal gänzlich zu schweigen. Was interessieren die machtgeilen Herrscher Tiere und Pflanzen, die Umwelt oder Ressourcen. Hauptsache Profit.

Früher waren die Wege noch mühsam, entweder zu Fuß, später per Pferd und Kutsche. Seit kurzer Zeit per Auto und Flugzeug. Bei Asterix und Obelix läßt sich jemand Erdbeeren liefern, egal wie weit Mühe und Weg auch sei. Das geschieht ebenso in derzeitiger Realität. So Knall auf Fall, Milliardär liefert Essen ins All. Ansonsten mögen weltweit Hungersnöte herrschen, selbst in den reichsten Ländern Obdachlosigkeit. Kein Problem, demnächst gibt es nen Burger auf dem Mars. Fortschritt kennt keine Grenzen.

Humanität hat sie permanent auszuhalten, obwohl inzwischen politische Blender meinen, sie uns allen zu gönnen per Gesetze, Abkommen und andere schriftliche Verträge. Nützen nicht wirklich Hilfebedürftigen, die den Mächten ausgesetzt. Hierzulande im sogenannten goldenen Westen sorgt Ablenkung, uns ruhigzustellen. Per bunten Bildern auf Flatsreens, künstlichen Speisen und allerlei Drogen.

Brot und Spiele haben sich seit Rom stets bewährt. Obwohl Kant schon anmahnte, Mensch möge sich seines Verstandes bemühen, gelingt es Phrasendreschern immer wieder, etliche in deren Bann zu ziehen, um despotische Allmachtsphantasien umzusetzen, Hauptsache wir schlucken jene Kröten.

Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht. Das wissen offensichtlich manche immer noch nicht. Deshalb hält unser Leid auf Erden an. Doch jede Hochkultur scheitert an ihren sozialen Mißständen. Daran hat sich nichts geändert. Insofern tickt die Zeit, das Ende jenes despotischen Herrschaftsgehabes steht bevor. Und wenn die Menschheit bis dahin nicht gänzlich verstorben sei, erübrigt sich, was zuerst da war: das Huhn oder das Ei.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Der politische Witz

Veröffentlicht unter Der politische Witz | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Friedliche Koexistenz erst recht gefährdet

https://pixabay.com/de/photos/krieg-helm-winter-schutz-munition-3543073/

Bild von Александр Власов auf Pixabay

Bündnisse ohne wirkliche Entspannung

Mensch lernt nicht aus seinen Schwächen, von Stärken darf man in diesem Kontext ohnehin nicht sprechen, weil Friedenspolitik nur funktionieren kann, wenn alle Beteiligten daran wirken, sie umsetzen. Davon ist die Menschheit weiter entfernt denn je, global betrachtet bieten sich natürlich Chancen, allerdings fast keine angesichts jener harten Fronten.

In Europa spitzt sich der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu. Während Putin an der ukrainschen Grenze seine Truppen positioniert, da ihm der Westen und die Nato auf die Pelle rücken will, so dessen Argumentation, drohen die G7-Staaten mit erheblichen Sanktionen, sollte es zum Einmarsch und Krieg kommen. Schon ist die Rede von der Vorbereitung für „totalen Krieg“. Unsere Außenministerin Annalena Baerbock beteuert zwar, die Tür für diplomatische Gespräche bleibe offen, aber der Karren ist längst festgefahren trotz des Minsker Abkommens. Mit ein wenig Phantasie darf und muß man sogar eine gewisse gezielte Absicht dem Kreml unterstellen. Obwohl der Warschauer Pakt vor über dreißig Jahren überwunden wurde, hält sich Russland an der Idee fest, die Ostblockstaaten wieder vereinnahmen zu wollen.

Mit Blick gen andere weltweite Brennpunkte schaut es keinesfalls besser aus. Zu Beginn dieses Jahres wollte jener „Blonde Dolle“ doch tatsächlich einen Bürgerkrieg in den USA anzetteln mit dem Sturm aufs Kapitol, in Mittel- und Südamerika tobt die Drogenmafia, während Syrien, Libyen und der Jemen weiterhin kriegerisch zu leiden haben oder in Zentralafrika die Demokratische Republik Kongo. Parallel will die VR China Taiwan sich wieder einverleiben, gleichzeitig zündelt Nordkorea mit dessen Raketentests, droht den USA, diese atomar zu vernichten.

Stichwort China, diese Großmacht scheut nicht davor zurück, trotz despotischer Re-gierungsführung uns Demokratie zu erklären. Unser neuer Bundeskanzler Olaf Scholz kann sich auf Dauer nicht wegducken, Litauen geht uns alle an, weil der Handelskrieg Chinas gegen die Balten verdeutlicht, daß das Reich der Mitte Europa so gar nicht ernst nimmt. Möge das Vorhaben unserer Ampelkoalition nicht bei Lippenbekenntnissen verharren, sondern tatsächlich eine härtere Linie gegen China fahren, selbst wenn Altkanzler Gerhard Schröder meint, er müsse die neue Außerministerin rügen.

Doch was global betrachtet schon für genug schlaflose Nächte sorgen kann, gilt gleichwohl für den inneren Frieden auch hierzulande. Die eskalierenden Proteste, Kontrollverlust mit Ansage, die Jonas Mueller-Töwe für T-Online zum Besten  gibt, entspricht auch meiner Einschätzung, wie sie unschwer auf unserem Blog nachgelesen werden kann. In anderen Worten, die neue Innenministerin Nancy Faeser wäre sehr gut beraten, Taten folgen zu lassen mit ihrer Feststellung, daß rechter Terror unsere größte Bedrohung im Lande darstellt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

Veröffentlicht unter Meinung | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schrei Ben

https://pixabay.com/de/photos/lichter-tanzen-nacht-feier-t%c3%a4nzer-254667/

Bild von mjthomas1 auf Pixabay

Schrei, Ben, schrieb sie,
um dem Text persönliches
beizugeben. Dramaturgie.
Leicht in der Hand das Messer,
akkurat geschnittene Stücke,
Köche als Aushängeschild
für herrschaftliches Gehabe,
um Prunk in Szene zu setzen.
Gehalten wie exotische Wesen,
Poeten, Maler, Astronomen,
Musiker, Quacksalber, Narren,
Günstlinge fürs Publikum.
Kunst bezahlt durch Heldentaten,
schreib oder stirb,
übermal die Verbrechen,
berechne die Sternstunden,
sing Fortuna zu Ehren,
beweihräuchere Geister,
große und kleine Narren.
Geschichten gewürzt
mit akrobatischen Tänzen,
choreographiert zum Ablenken,
zur Aufforderung der Suche,
tausendeinhundert Schritte,
zum Gral der heiligsten Reliquie,
schrei, Ben, schrieb sie,
bevor Menschlichkeit vertrocknet,
in den Kehlen gänzlich verrottet.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Träume sind Tropfen im Wasser

https://pixabay.com/de/photos/schwarm-fische-meeresbewohner-1656503/

Bild von joakant auf Pixabay

Am liebsten fing sie die kleinen Fische,
die silbrigen, die in allen Farben glänzen,
sie weiß nicht, wann sie das erste Mal träumte,
und ob diese Träume einer Wahrheit entsprangen,
die kleinen Fische gleiten ihr aus den Händen.

Fang mich doch, eins, zwei, drei, hieß das Spiel,
das Wasser schäumte von dem wuseligen Treiben,
dabei hielt sie ihre Hände im Becken ganz ruhig,
liebte das weiche zarte Streicheln der Schuppen,
wenn die Fische zwischen ihren Fingern schwammen.

Träume verdunsten auf der Anlegestelle des Hafens,
während sie auf das Schiff warten oder es betreten,
sie lösen sich auf, manche haben Glück, tropfen zurück
in die Weite des Wassers zu den reflektierenden Splittern
von Licht und Dunkelheit durchfluteten Sequenzen.

Die kleinen silbrig glänzenden in den Farben
des Regenbogens schimmernden Fische
verwandeln sich gerne in winzige Härchen,
wenn die Wahrheit die Träume schwimmen läßt,
das Kind lacht, die Flaumhärchen kitzeln sie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wenn Jungs hinter verschlossenen Türen Kriege planen

https://pixabay.com/de/photos/kriegsspiel-zahlen-spielen-778893/

Bild von Jim Atkinson auf Pixabay

Nicht gaffen, eher sofort handeln

Modelle haben so etwas herrlich Realistisches an sich, nur daß sie halt ein wenig kleiner sind als die Originale. Das gilt für Faller Häuser genauso wie für die teure unerschwingliche Märklin-Eisenbahn, die ein normalverdienender Arbeiter oder Angestellter, von einem Niedriglohnempfänger mal ganz zu schweigen, sich sowieso nicht leisten kann.

Dennoch schaut es ganz toll aus, wenn Züge durch Tunnel rollen und Kinderaugen leuchten, während die Modellbauer akribisch darauf achten, daß ja niemand ihr Heiligtum auch nur berührt. Und wenn trotzdem, dann gibt es richtig Ärger. Aber wenn Jungs hinter verschlossenen Türen Kriege planen, sollte solch ein Malheur noch dagegen harmlos sein.

Neulich, besser gesagt schon eine ganze Weile lang, lesen aufmerksame Beobachter über gewisse Freihandelsabkommen, die da eine Supermacht wie die USA mit ihren europäischen Brüdern planten, selbstverständlich ebenso hinter verschlossenen Türen. Die Weltöffentlichkeit nebst den eigenen Betroffenen sollte bloß nicht erfahren, was da alles ausgehandelt wurde. Hinterher haben die Menschen sich einfach danach zu richten – basta! So funktioniert Demokratie in Wirklichkeit, und der friedliebende Industrienationenbewohner beugt sich dem Willen seiner Konzernbosse, die eigentlich den wirtschaftspolitischen Kurs bestimmen.

Die Politik plappert nur ein wenig rhetorisch besser geschult in die vorgehaltenen Mikrophone ihre auswendig gelernten Phrasen und Texte schön brav für allabendliche Berieselungsfernsehnachrichten, die der erschöpfte, willenlose Wahlviehbürger zum unverdienten Feierabend gefälligst sich reinziehen möge, damit ein Aufflackern eines möglichen Restverstandes dadurch endgültig zugekleistert werde. Prima, die gutdurchdachte Manipulation trägt weiterhin ihre Früchte, das System schnurrt tadellos wie ein guternährter Kater nach erfolgreicher Mäusebeute.

Wesentlich dramatischer dagegen das planerische Vorgehen möglicher Kriegszenarien. Waren es früher tatsächlich meist aus Sand geformte Landschaften, um strategische Vorgehensweisen naturgetreu wiederzugeben, helfen heute anschauliche 3-D-Programme nebst Ton und Werkzeugleisten, das bösartige Spiel jener Zerstörungswut zu durchdenken. Somit stecken keine doofen Computer dahinter, sondern viel eher clevere  Kreativköpfe, die ihr IT-Handwerk bestens beherrschen, obendrein einen ganzen Stab von Viren-Programmierern beschäftigen, die dafür Sorge tragen, daß die Weltöffentlichkeit in die Irre geführt wird. Wäre ja noch schöner, wenn die Gegner erfahren, was da ausgeheckt auf sie zukommen solle.

Und falls Sie meinen, die Ernsthaftigkeit der Situation mit einer Lachnummer verwechseln zu müssen, dann kann man Ihnen schon gleich gar nicht mehr helfen. Denn real befindet sich unser aller Existenz in den Händen einiger weniger Größenwahnsinniger, die aber heutzutage keine Namen erhalten, wie früher ein Dschingis Khan, ein Stalin, ein Hitler oder manche US-amerikanischen Präsidenten. Letztere haften lediglich mit ihrem Namen, die eigentlichen Taten vollrichten Schattenregierungen. Also, liebe Leute, nicht gaffen, besser sofort handeln. Bloß wie? Das überlassen wir mal lieber Eurer Phantasie.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar