Mit ohne Begleitung

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Bild von Georg Schober auf Pixabay

Möglicherweise wäre
es nötig gewesen
wer platziert eine Schakalfigur
auf dem Fensterbrett
der Tag schließt seine Lider
er jagt nicht Träumen hinterher
er liebt das Dämmern der Schatten
die Kontur
des Schakals
Anubis, Gott der Totenriten
überwacht die Mumifizierung
die Erhaltung
des Platzierten
auf dem Fensterbrett
die Begleitung
zur Nacht
draußen heult der Novemberwind
laßt fallen eure Pracht
ob knorrig, windschief,
biegsam oder edel an Wuchs
ihre Blätter lassen sie fliegen
sie fallen
die Schwere zu nehmen
möglicherweise wäre
es nötig gewesen
nicht immer ist ein Schakal
hinter den Lidern

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Tiefe

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Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

So tief unter Wasser, daß du nicht mehr weißt, wo
oben und unten ist.
Es ist kalt,
nicht kalt genug, damit du frierst.
Trotzdem umschließt dich die Kälte komplett.
Ein tief dunkles, schier unendliches Blau umgibt dich.
Unmengen Liter Wasser pressen sich gegen deinen Körper.
Drücken auf deine Lunge.
Lassen dich verzweifelt nach Luft schnappen.
Aber da ist keine Luft,
nur Wasser.
Kurz vor dem Ersticken,
und trotzdem hast du genug Sauerstoff, um zu überleben.
Manchmal ist das Wasser laut und aggressiv,
wirbelt dich umher.
Aber meistens ist es nur still,
still und leer.
Tage,
Wochen,
Monate,
vielleicht sogar Jahre verbringst du so.
Unfähig dich selbst zu befreien.
Wartest auf Hilfe,
auf Rettung.
Aussichtslos…
So fühlt sie sich an,
die Einsamkeit.

Caedmon Kamm

Kategorie: Poetry-Slam

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Querdenkende – Makadomo seit sechs Jahren im Internet

© Lotar Martin Kamm

16. November 2015 bis 16. November 2021

Gewisse Themen nehmen viel Raum ein, weil sie uns nahegehen, nicht kaltlassen können, denken wir an den blonden Dollen in den USA, der obendrein die Absicht hegt, ein zweites Mal als Präsident anzutreten. Möge dies den Amis erspart bleiben, obwohl die riesengroße Fanbase gleichzeitig offenbart, wie leichtgläubig bzw. unkritisch die Bevölkerung handelt.

Auch die Corona-Pandemie hat bei uns Spuren hinterlassen in etlichen Artikeln, Kommentaren. Mit Blick in die Kategorien fällt Euch bestimmt auf, daß Gedichte am meisten vorhanden sind. Nein, keine Zahlen werden benannt, stöbert einfach im WordPress-Blog auf unserer Seite, die in Kürze ein halbe Millionen Aufrufe verzeichnen wird. Ein gutes Resümee, ohne das Augenmerk auf Quantität zu richten. Viel wichtiger für uns eine moderate Kontinuität, die uns recht gibt, weiterzumachen.

Oben in der Headerleiste das dritte Stichwort „Traut Euch nur“ möchten wir gern nochmal erwähnt wissen. Erfreulicherweise hat jüngst SongoCat sich wieder getraut mit einem Poetry-Slam und zwei Kurzgeschichten. Wir wünschen uns mehr davon, also worauf warten, einfach schreiben und mailen, gern auch mit Pseudonym.

Inzwischen pendelt sich eine Beitragshöhe ein, die den Tagen eines Monats entspricht. Gut so, neben dieser Seite verbleiben uns noch andere Dinge, die ihre Aufmerksamkeit brauchen. In diesem Sinne freuen wir uns aufs jetzt beginnende siebte Jahr.

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Die Masken

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Bild von mostafa meraji auf Pixabay

Am Anfang war ich Ich.
Das war schön,
so sorglos…
Da wußte ich noch nichts von den Masken,
wieviel Einfluß sie hatten,
daß fast alle um mich herum sie trugen,
das ging so weiter bis…
Ich glaube, bis ich in den Kindergarten kam.
Ja, da hat es angefangen,
dort bekam ich dann auch meine allererste Maske.
Aber dazu kommen wir gleich.
Denn als ich dort zum ersten Mal war, trugen die meisten anderen Kinder wie ich keine Maske.
Sie kannten sie auch noch gar nicht.
Die Masken.
Mit der Zeit setzten sie sie alle auf.
Auch mir wurde schnell klar, daß ich eine brauchen werde.
Also begann ich, an meiner ersten Maske zu arbeiten.
Es war nicht schwer.
Und sie war praktisch genau wie ich,
nur halt ein bißchen anders.
Natürlich zog ich sie auch an.
Jeden Tag sobald ich den Kindergarten betrat.
Nahm sie wieder ab, sobald ich ihn verließ.
Sie half mir.
Beschützte mein Gesicht,
sorgte dafür, daß andere mich verstanden.
Kurzum, sie funktionierte perfekt.
Also machte ich mehr,
nicht viele, vielleicht 2 oder 3,
mehr brauchte ich auch nicht.
Das änderte sich, sobald ich in die Schule kam,
dort brauchte ich einige mehr.
Eine, die mich allgemein zu einem Schüler machte.
Und darüber zog ich dann weitere.
Eine für meine Klassenlehrerin.
Eine für meine Mitschüler.
Eine für die 2-3 Freunde, die ich hatte.
Und sogar für meine Familie.
Ich dachte nicht weiter darüber nach.
Ich tat es.
Es war einfach,
denn je mehr Masken ich hatte, desto leichter war mein Leben.
Mir war nicht mal wirklich bewußt, was ich da tat.
Sie entstanden fast wie von selbst.
Irgendwann kam dann die weiterführende Schule.
Dort ging es dann richtig los,
für jeden Lehrer,
jeden Schüler.
Für jede Situation
hatte ich eine Maske.
Nicht nur in der Schule.
Und meistens gleich mehrere auf einmal.
Einige sahen schon gar nicht mehr nach mir aus.
Damals wußte ich nicht, was sie mir antaten.
Die Masken…
Ich merkte nicht wie sie das, was unter ihnen war, veränderten.
Vielleicht, weil sich in dem Alter allgemein viel verändert.
Doch selbst als es mir klar wurde,
nutzte ich sie weiter.
Mir blieb ja gar nichts anderes übrig.
Ohne sie konnte ich nicht mehr überleben.
Keiner von uns tut das…
Um der Veränderung zumindest ein bißchen entgegenzuwirken, lernte ich sie so zu formen, daß sie mir wieder ähnlich sahen.
Doch ich verstand immer noch nicht, was sie wirklich taten.
Die Masken.
Eines Tages dann kam ich wie gewohnt nach Hause,
warf mich auf mein Bett.
Nahm sie ab,
all die Masken.
Eine nach der anderen.
Am Ende sogar die, die ich sonst nie abnahm.
Ich stand auf.
Ging zum Spiegel.
Betrachtete das, was darunter war.
Das, was ich schon ewig nicht mehr gesehen hatte,
was das letzte Mal ganz anders aussah,
mich…
doch das Gesicht, das ich sah,
wirkte ungewohnt.
Fremd.
So ganz ohne meine Masken…
Aber halt,
was war das?
Ich bemerkte einen dünnen Faden,
hatte ich eine übersehen?
Schnell zog ich auch diese letzte Maske ab.
Entsetzt blickte ich in den Spiegel,
darunter… war nichts.
Eine leere gräuliche Aushöhlung.
Wie war das möglich?
Wo war mein Gesicht?
Wo war ich?
Ich bekam Panik.
Durchwühlte verzweifelt den Berg an Masken.
Irgendwo mußte es doch sein.
Mein Gesicht,
mein wahres Ich.
Vergebens.
Keine der Masken war wirklich Ich.
Mein wahres Gesicht war schon lange fort.
Die Masken hatten es mir genommen.
Aber die Erkenntnis kam zu spät.
Also fing ich den nächsten Morgen an, wie jeden anderen auch.
Stand auf,
richtete mich,
zog mir meine Masken an,
ging los,
Tja…
Und heute?
Heute habe ich es akzeptiert.
Daß es mich nicht mehr gibt.
Daß ich eine Maske bin,
so wie alle anderen.

Caedmon Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Nichtsnutz statt Klimaschutz

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Kein Entrinnen
beim Klima,
wie von Sinnen,
alles andere als prima.

26th Conference of the Parties,
ein Desaster ohnegleichen.
Im Ergebnis letztlich mies,
die Länder stellen keine Weichen.

FFF völlig zurecht auf den Straßen,
der Widerstand muß wachsen.
Doch Eliten können es nicht lassen,
schaut euch an, diese Fratzen.

Von Einsicht gar keine Spur,
viel Blabla ohne Konsequenz.
Kaum durchzuhalten jene Tortur,
welch dramatische Präferenz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Warum der FDP-Mann stoisch in Talkshows hockt

Wikipedia Commons CC BY-SA 3.0 de

Gib die Pantoffeln beim Pförtner ab!

Ein jeder kann nur an ihn denken angesichts jener Überschrift. Latürnich, der Kubicki, wer denn sonst. Die Peinlichkeit in Person, zielsicher, leicht gerötete Wangen, die ahnungsvoll aufzeigen, was er sich bei gewissen Gelegenheiten hinter die Binde kippt. Politik sei nicht nur ein schmutziges, sondern gar ein gestreßtes Geschäft. Man eile von Termin zu Termin, kein Spleen, niemals Langeweile.

Wie wäre es mit „besser nicht talken als Unsinn reden“?,  liest man eine Überschrift, die sich im weiteren Verlauf als Kritik entpuppt. Kein Wunder, der Mann mit weißem Haar sieht oftmals so gar nicht klar, stammelt vor sich hin, ihn zu verstehen, erfordert einen gewissen Sinn. Am besten die Ohren spitzen, wer denn bereit, dessen Gebrabbel zu lauschen.

Eine Opposition zum Selbstzweck? Ziemlich Keck. Hat er etwa verpaßt, daß er längst demnächst in der Ampelregierung mitentscheiden darf? Man(n) und Frau können nur hoffen nicht als Gesundheitsminister. Ein Spahn verursacht manch Bauchschmerzen, mit einem Kubicki reicht ein Magengeschwür mitnichten. Möge dieser Kelch an uns allen vorbeiziehen.

Nur Geduld. Zurück zur Eingangsfrage. Sie wissen schon, warum der FDP-Mann stoisch in Talkshows hockt? Nur einmal dürfen Sie raten. Eben, was wären jene Fernsehformate mit lauter Langeweilern, es braucht solche „Querleerdenker“, das reibt auf, fordert die Kritiker, die anderen Medien, Hirn- und Tastenfutter quasi. Laßt ihn labern, Hauptsache er richtet ansonsten keinen anderen Schaden an.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Der politische Witz

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Licht hinter Schatten

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Das Licht hinter ihrem Schatten
sehnte sich nach ihrer Rückkehr.

Nacht senkte sich über seine Wärme,
viele Nächte mit bangendem Hoffen.

Ihr Schatten nur noch diesiger Schleier,
Wassertropfen rieseln über ihm.

In ihrem Glanz die ersehnten Farben,
Tränen erhellen vermißtes Wiedersehen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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