Nazimethoden außer Rand und Band

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Per Meinungsfreiheit zur Fackel und dann?

Reality-TV mitten im Herzen Europas, live und direkt, Nazis getarnt als harmlose Spaziergänger vor dem Haus der sächsischen Gesundheitsministerin mit der Fackel in der Hand im sozialdemokratisch geführten Deutschland. Für was wohl Gesetze, wenn erlaubt erneut jene Nazi-Hetze?

Ach, einfache Frau, einfacher Mann, du wirst dir wundern, was da noch alles legalisiert geschehen kann. Mit allem drum und dran! Zunächst wurde sich der Meinungsfreiheit bedient, man tröge in jede Kamera grient, um ansonsten zu hauen der Presse in die linke Fresse. Die wollen alles andere als eine Demokratie, brechen so manches übers Knie.

Blickt doch mal in den Deutschen Bundestag, was dort Platz nehmend sich ganz offensichtlich wagt. Jenau, jene Alternative für Deutschland, im Plenum am rechten Rand. Wieder Nazis im ehemaligen Nazi-Land. Eine Schand‘! Wer die Hitlerzeit als Vogelschiß der Geschichte nennt, hat nicht nur gewaltig gepennt, sondern nicht alle Latten am Zaun. Sowas dürfen die sich erneut trauen!

Hat mit Meinungsfreiheit zu tun. Wir Demokraten sollten allerdings nicht länger ruhen, diesem Faschistenpack einen Riegel vorzuschieben, bevor mit denen am Ruder Schluß sein wird mit Lieben! Sind bekanntlich erst 25 Prozent im Volk erreicht, egal ob es dabei ein wenig abweicht, so hat uns doch die Geschichte gelehrt, läuft’s dermaßen schrecklich verkehrt. Dann gründen die wieder mal ne Diktatur. Heil Höcke, heißt’s dann nur. Ohje, dat tut weh. Ausgerechnet jener Bernd als Führer, ein Loser, ein Verlierer.

Jetzt aber mal Butter bei die Fische. Fakten auf den Tisch. Was heute mit Fackeln Politik bedrohen darf, beim nächsten Mal mit Waffen unterwegs ganz scharf? Schon vergessen, was am Anfang dieses Jahres im Amiland im Kapitol geschah? Doch verantwortliche Politik macht sich einfach rar. Bloß keine Konsequenzen ziehen, dann lieber vor der Verantwortung fliehen. Aber per Worthülsen lassen sich Nazis mitnichten vertreiben. Die werden schlichtweg einfach bleiben.

Proleten im Reichstagsgebäude legitimiert und destruktiv. Was läuft hier wohl schief? Während in den 1950er Jahren Kommunisten verboten worden waren, dulden wir simpelst Nazischaren. Die einen nennen diesen Staat auf dem rechten Auge blind, andere wissen nur zu genau, wer oder was wir sind. Marionetten, gerade mal lustig zu lesen in Gazetten, die Netten, verächtlich auch als Gutmenschen genannt. Wie verrannt! Dummer Haß macht wohl vielen simpelst Spaß, während Humanismus mit Füßen getreten wird. Man macht dabei seine Rechnung ohne den Wirt, solange bis manch Scheibe oder im Hirn es klirrt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Geschwafel ohne Sinn und Verstand

In Deckung gehen,
so gar nichts verstehen,
tröge am Rad drehen,
Hauptsache Protestgeschehen.

Leerdenker spalten die Gesellschaft,
haben sich aufgerafft,
ein Riß im Lande klafft.
Spaltung bewußt geschafft.

Corona lediglich Mittel zum Zweck,
erst muß die Merkel weg,
vorbei jener böse Gag.
Was folgt als nächster Schreck?

Mit Blick gen Rottweil wird’s diffus,
was für ein hausgemachter Stuß!
Eine Corona-Schule folgt zum Gruß,
Protest sei laut Lasota ein Muß.

Noch zu wenige gestorben?
Schwurbler fühlen sich dabei geborgen,
haben so gar keine Sorgen.
Vorbei der Spuk schon morgen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Politik am Rande ihrer Möglichkeiten?

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Extremisten scharren längst mit den Füßen

Wiederholt sich in etwa die Geschichte? Parallelen zur Weimarer Republik hierzulande erkennbar? Berechtigte Fragen, die natürlich negiert werden müssen angesichts komplett anderer Verhältnisse, ein Stück Wegstrecke demokratischer Prozesse in Europa, wo letztlich seit bald achtzig Jahren Frieden herrscht, die Balkan-Kriege mal ausgeklammert. Dennoch frohlocken inzwischen erneut Extremisten, allen voran jene rechtsradikalen Kräfte in vielen europäischen Ländern. Woran liegt das?

Immanuel Kant hat am Ende doch recht, die Mündigkeit, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, wird bei etlichen eben nicht aufgegriffen. Man reckt sich gen Führerpersönlichkeiten, läßt diese gewähren, um zugleich durch simplen Phrasen sich beeindrucken zu lassen, den geschürten Haß auszuleben. Im digitalen Zeitalter eine fatale Entwicklung, zumal ungeahnte Möglichkeiten sich ergeben, zurück an der Macht wesentlich effektiver durchzugreifen. Dann verebbt schlagartig die sogenannte Meinungsfreiheit, die in letzter Zeit jene Leerdenker vollmundig einfordern.

Irren sei menschlich und politisch, bemerkt T-Online in dessen Stellungnahme zu den jüngsten Corona-Regeln, die mehr als notwendig schon viel zu lange hätten korrigiert werden müssen! Tim Kummert bedient per Autofahrvokabular den Ernst der Lage: Mit Tempo 180 in die Kurve. Dies impliziert natürlich ein Scheitern. Die fatalste Botschaft dabei, der Vertrauensverlust in die derzeitige Politik.

Genau darauf warten und lauern all jene, die morgen schon gern ein Zurück in faschistische Verhältnisse sich wünschen. Mit Blick gen Frankreich kommt da etwas Dramatischeres auf Europa zu als zuvor eine Marine Le Pen, nämlich daß Éric Zemmour Präsident werden will.

Der Worst Case falls Macron verliert und jener rechtsradikale Heißsporn die meisten Stimmen erhält? Unbedingt. Hatten wir diesjährig wenigstens Trump in den USA überwunden, schaut es für April nächstes Jahr alles andere als gut aus. Zumal bereits Polen, Ungarn und die Tschechei im Osten rechtspopulistisch aufgestellt sind. Zusammen mit jenem Boris Johnson wird sich unser Land in der Zange dieses neuen, eigentlich als überwundenen Rechtsradikalismus befinden, die EU an die Grenzen des Machbaren gelangen.

Da reicht obendrein weltpolitisches Zündeln, um für genügend Chaos zu sorgen, denken wir an die VR China, an Russland. Gerade Wladimir Putin liebäugelt schon allzu lang mit rechten Kräften, um gleichzeitig im eigenen Land jedwede Opposition zu verhindern. Keine guten Vorzeichen in den anlaufenden Zwanziger Jahren des neuen Jahrtausends.

Insofern mögen Vergleiche zur Weimarer Zeit nicht unbedingt so verkehrt sein. In diesem Vakuum unbeständiger Verhältnisse muß sich jetzt eine Ampel-Regierung hierzulande bewähren, während genügend Kritiker beobachten, ausharren, bei gleichzeitigen Allmachtsphantasien jener Rechtspopulisten, die auch nicht davor zurückschrecken, jene Leerdenker für eigene Zwecke zu benutzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes 

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Bevor ich pfeif

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Bevor ich pfiff
sah ich das Schiff
Zeit zum Bücken
Früchte pflücken
die Zimmer kalt
Schnee liegt im Wald
See zugefroren
Christ geboren
Schlittschuhe knirschen
rot sind auch die Kirschen
nach oben sich strecken
zum Abschrecken
ständiges Glockengeläute
vor der Kapelle Leute
Gräbergarten
ich sollte lieber warten
sie brauchen Zeit zum Gedeihen
Wasser weihen
Wein wird gereicht
Trauben in Fässer geweicht
Tränen nässen Hände
Frost birst Wände
Spuren verwüsten das Feld
überall fehlt die Welt
bevor ich pfeif
Erdbeeren reif
hörte ich Tuten
Mensch sammelt Ruten
am liebsten biegsame
steht stramme

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rauch stieg auf

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Ihr Armband löste sich
sie hob die Feder auf
roch die schwarze Kohle
Nässe verzerrte ihre Sicht
Buntglasfenster vibrieren
einen Weg
gab es nicht
ihr Fahrrad lag im Gras
sie sammelte ihre Haare auf
schrie über den moorigen Tümpel
Wasser spiegelte ihre Hände
Orgelmusik hallt
ein Echo
gab es nicht

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ampel-Koalition

Rot, gelb, grün,
eine neue politische Koalition.
Wie eine Ampel nett anzusehen,
in Berlin herrscht ein anderer Ton.

Sozen, Liberale und Grüne
gestalten nun die politische Bühne.
Die Corona-Pandemie fordert sie heraus,
deren langes Zögern jetzt schon ein Graus.

Kritische Stimmen tauchen auf,
zumal dieses Bündnis alles andere als leicht.
Opposition, Radikales haut gern drauf,
ob es für eine Legislaturperiode reicht?

Bei rot bleibt manches stehen,
bei gelb gib ja acht,
bei grün kann vieles gehen.
Parteien real weiterhin verkracht?

Lassen wir der Ampel ihre Zeit,
kritisch beobachtend per Augenmaß.
In vier Jahren ist es wieder soweit
in der Hoffnung auf weniger Haß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Sie sieht fern

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Und wenn
und doch
sie sieht fern
den See
die Wälder
und doch
nicht den Himmel
nicht den Hafen
und wenn
das Schiff
anlegt
keine Menschen
und doch
hört sie
die Ferne
den See
die Wälder
und wenn
der Himmel
der Hafen
das Schiff
ablegt
streichelt sie über
die Fensterbank
und wenn
und doch
kein Mensch
ihr zugewandt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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