Streichelnder Duft

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Jedesmal, wenn sie,
sie roch nach Veilchen,
den Raum betrat,
Gedanken an blaues Lila,
kam sie in Begleitung,
bestrickte Taschentücher,
von diesem süßlichen Duft,
bemaltes Porzellangeschirr,
der Frühling verströmte,
Kaffeezeit auf der Terrasse,
und ließ mich erahnen,
wärmendes Licht streichelt,
niemand stirbt,
Kühle verflüchtigt,
solange Düfte sie bewahren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wenn die letzten Menschen neu beginnen

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Rückbesinnung ureigenster Instinkte 

Schweigsam möchte man verweilen in seinen Gedanken unruhiger Visionen, die nichts Gutes verheißen, zumal die äußeren Umstände einen zwingen, sehr direkt möglichst schnell notwendige Entscheidungen zu treffen. Bloß welche, fragst du dich und schwelgst weiter in zögerlichen Vorstellungen, wägst Argumente ab, die allesamt zunichte, sobald die Wirklichkeit dich eingeholt.

Soviel Schönheit in gleichfließend farbenfroher Anmut begegnet dir, sobald mitten in unzivilisierter Natur, in der keinerlei Grenzen den Weg behindern, der neugierig beschritten werden möchte, vorsichtig mit gebührendem Respekt dem allgegenwärtigen Leben gegenüber. Kein schriller, lärmender Großstadtlaut durchdringt die Umgebung, hier herrschen die Klänge und Geräusche des pulsierenden Lebens, das kaum hörbar sich Wege des eigenen Bewußtseins sucht und erstaunlich geschickt anpaßt.

Mensch hingegen hat meist verlernt, sich zurechtzufinden ohne die angeblich lebensnotwendigen Utensilien seiner Arterhaltung, glaubt tatsächlich, in Feindesterrain keinerlei Chancen zu haben, auch nur einige Tage zu überleben. Wobei er inzwischen tatsächlich schnell versagen würde, hilflos ausgeliefert, ohne geringstes Wissen, wie die Natur ihn dennoch aufnehmen würde, er zu seinen Gunsten in ihr im Einklang verweilen könnte.

Die eigens geschaffene Zivilisation der Stolperstein der Spezies Mensch, wenn in Extremfällen ihm nichts anderes verbleibt, als in seiner Umgebung sich direkt neu zu orientieren? Erst recht nach einer Apokalypse, die schon lang vorhergesagt unweigerlich eintreten wird? Zerbricht Homo sapiens an seinem eigenen Unvermögen, in friedlicher Koexistenz ein Leben auf Erden zu gestalten? Allerdings. Doch diejenigen, die dennoch überleben, haben es erneut in der Hand, die Rückbesinnung ureigenster Instinkte sich zu vergegenwärtigen, aus dem Pool alter Erinnerungen zu schöpfen, um sie lebensrettend anzuwenden.

Eine Natter schlängelt  sich durchs trockene, bräunliche Gras, die helle Erde tief zerfurcht vor lauter Risse, da kein Regen seit Wochen den Boden speist, während eine Krähe vergeblich versucht, sie aufzupicken, schließlich daran scheitert, weil die Schlange im letzten Moment  in einem Mauseloch sich verkriecht. Du selbst taumelst dem nahenden Tümpel entgegen, dessen Wasser für ein wenig Abkühlung sorgt in sengender Hitze, die gnadenlos dich umgibt.

Erinnerungsfetzen umflügeln deine Gedanken, hattest noch vor kurzem einen sehr gut bezahlten Job, warst emporgestiegen im Mobbing-Reigen bis hin zum Abteilungsleiter, ohne Sinn und Verstand dem Konsumrausch erlegen, der Nächste zählte nicht im geringsten, sondern nur der  Erfolg, den sie dir permanent als Sinnbild allen Seins suggerierten. Nach dem großen Krieg fiel deine armselige Scheinwelt in sich zusammen, Zerstörung offenbarte das ganze Ausmaß einer fehlgeleiteten Entwicklung der eigenen Spezies. Und da liegst du nun im kühlen Naß und fragst dich, war’s das?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Jugend bewegt

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Was quatscht ihr bloß?
So gedankenlos.
Die Jugend sei verwöhnt.
Verzogen, ihr argwöhnt.
Kritisch, der Sprache mächtig.
Das macht sie für euch verdächtig.
Gelehrt wurde ihnen zu differenzieren.
Sie sollten Redefreiheit nicht verlieren.
Sie sollten es besser haben.
Es ging nicht darum, sich an Luxus zu laben.
Ihr Leben durften sie mit uns planen.
Keine Unterordnung mehr nach Fahnen.
Sie wollen ihre Zukunft leben.
Die meisten nach Humanismus streben.
Nach gesunden Lebensumständen.
Weg mit den Giftrückständen.
Weg von Allmachtsphantasien Gieriger.
Sie wissen, dieser Wunsch ist schwieriger.
Und trotzdem wollen sie diesen Weg gehen.
Ich kann eure Meckerei nicht verstehen.
Seid stolz auf diese junge Generation.
Unterstützt ihre Rebellion.
Begleitet ihre Träume.
Pflanzt mit ihnen Bäume.
Verwöhnt sie mit Zuversicht und Gesprächen.
Hört auf, eure verpaßten Chancen an ihnen zu rächen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verbrannte Liebe

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Meine Gürteltasche
ist gefüllt mit Asche
von den vielen Liebesbriefen,
die nach meinen Gefühlen riefen.

Ich habe mich verbrannt,
nachdem ich euch gekannt,
eure „Ich liebe dich“-Schwüre
sind Gemäuer ohne Türe.

Hinter euren Fassaden
betreibt ihr einen Laden
mit Sammlerstücken,
die euer Ego beglücken.

Liebe las ich auf dem Papier,
doch sie galt nicht mir,
aber Liebe ist kostbar,
für mich nicht unnahbar.

Das Geseire wurde vernichtet,
nur das Wort Liebe verdichtet,
indem ich es Feuer fangen ließ
und verwahre in einem Verlies.

Eure Heuchelei mich begleitet,
als Erinnerung sie bestreitet
erniedrigende Lügen,
bevor sie in meinem Herzen liegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wenn Star-Historiker zu Fehleinschätzungen gelangen

Wie bitte, Herr Niall Ferguson?

Immerhin hat der Schotte in Harvard studiert, trotzdem kein Freifahrtschein willkürliche Kritik vom Stapel zu lassen, die obendrein manch Behauptungen aufstellt, die so gar nicht treffsicher oder gar fundiert Erwähnung finden sollte. Das ließen sich aber die beiden Journalisten bei T-Online, Marc von Lüpke und Florian Harms, keinesfalls nehmen, interviewten Niall Ferguson: „Ein gewaltiger Flüchtlingsstrom wird nach Europa kommen“

Ach, tatsächlich? Und selbst wenn, Grund genug bei Angela Merkel nachzutreten, wo sie jetzt ihr Amt beendet? Das erinnert ziemlich an BILD-Stil, zugegeben, ein harter Vergleich. Aber beim Lesen von Fergusons Argumenten standen mir die letzten noch verbliebenen Haare zu Berge. Trotzdem immer schön der Reihe nach.

Manche Kritikpunkte berechtigt, doch im Ergebnis zweifelhaft

Gleich vorneweg, mit dem Wissen, ein Angelsachse beurteilt deutsche Politik, obendrein ein Historiker, verwundert mich doch dessen einseitige Betrachtungsweise. Richtig ist, daß Frau Merkel Putins beste Agentin ist, daß die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 ein moderates Mittel für Russland sei, Deutschland erpreßbar zu machen. Dennoch, der Historiker übersieht wohl den diplomatischen Spagat, sich mit Russland gutzustellen, während der Bündnispartner, die USA, besonders zur Trump-Ära und auch darüberhinaus, es sich nicht nehmen lassen, den Druck gen Russland zu erhöhen.

Fergusons Behauptung, die Annexion der Krim durch Putin hätte Deutschland faktisch akzeptiert, ist Nonsens, genauso sein Lob, daß Trump der Ukraine Waffen gegeben hätte. Aha, da ist die Nähe zum angelsächsischen Gedankengang, einer der deutlichen Punkte. Kriegsszenarien sind natürlich Steckenpferde für Historiker bei ihren Überlegungen. Den Bündnisfall zu zitieren, Deutschland würde Washington um Hilfe bitten, bedarf keines historischen Studiums. Na, und? Als Sahnehäubchen vom Schotten, der Seitenhieb, wir würden die USA verachten. Ich könnte ausholen, wenn ich wollte, zitiere aber gern jene Feststellung: Der Hegemon entlarvt sich ständig und überall selbst.

Bei Scholz liegt er grundlegend verkehrt – wer die Klimakrise unterschätzt, versagt

Was soll das, dessen Behauptung, Olaf Scholz sei eine männliche Ausgabe von Angela Merkel? Zuviel Focus gelesen oder anderes konservatives Mediengeschwätz verinnerlicht? Allein dessen Anmerkung, die deutsche Automobil- und Maschinenbauindustrie verharre im 20. Jahrundert, spiegelt nicht nur den alten typisch britischen Neid wider, sondern bescheinigt Niall Ferguson gänzliches Unwissen. Selbstverständlich gehen die benannten Branchen mit der Zeit!

Den Vogel schießt er aber spätestens mit Nachdruck ab, beginnend mit der Behauptung, Umweltaktivisten würden die großen Themen der Religionen im Kontext zu Untergangsstimmungen aufgreifen. Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf! Klar doch, muß es Proteste geben gegen die Verbrechen wider die Natur, die Umwelt, Herr Historiker. Greta Thunberg lebe im Wolkenkuckucksheim, hätte keine Ahnung von Physik? Aber er habe sie. Soso.

Spätestens jetzt kann man getrost das Interview in die Tonne treten. Ganz besonders dramatisch dessen Befürwortung zu AKWs, zu fossilen Brennstoffen wie Gas. Belassen wir’s dabei, schonen unsere Nerven und empfehlen ihm Vanessa Nakate, die im Zeit-Interview bemerkte: „Kohle können wir nicht essen, Öl nicht trinken, Erdgas nicht atmen.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Pandemiemüdigkeit statt Herbstmüdigkeit

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Die Totenzahlen steigen sowie Neuinfektionen

Was juckt es die deutsche Eiche, wenn manch Politiker sich an ihr kratzt, könnte man völlig treffsicher betonen nach Sommerzeit und Wahlkampfwochen, während im zu Ende gehenden zweiten Corona-Jahr uns der Schrecken der Pandemie erneut aufsucht. Fehlanzeige. Faul, fahrlässig, gefährlich – betitelt Annika Leisters Kommentar bei T-Online. Völlig berechtigt.

Vielleicht erinnern wir uns noch ans Jahr 2020, im März offiziell Covid-19 als globale Gefahr das politische Bewußtsein schärfte, die Bundesregierung zunächst gezielt besonnen agierte. Danach folgten Maskenskandal, ein Hinterherhinken seitens eines Jens Spahn, welches bis heute dessen Unfähigkeit bescheinigt, stets von Angela Merkel mit Argusaugen geschützt. Zu allem Übel formierten sich jene Leerdenker, meinte eine Gruppe Filmschauspieler, sie müßte sich hinzugesellen, vor allem ein Willkommensgeschenk faschistischer Nationalisten.

Impfverweigerer das Zünglein an der Waage

Die bundesdeutsche Politik etwa doch zu gnädig, zu liberal mit ihrer Auffassung, einen Impfzwang nicht zuzulassen? Wer sich die Argumente anschaut, die die lebensbedrohliche Pandemie nun mal auslöst, sollte eher es Frankreich und anderen Nachbarländern gleichtun, die wesentlich restriktiver durchgreifen. Denn am Ende zahlen Ältere, geschwächte Menschen die Zeche bzw. mit ihrer Gesundheit, ihrem Leben.

Jüngst zog es Sahra Wagenknecht bei Anne Will vor, mit ihrem politischen „Expertenwissen“ aufzutrumpfen. Nur zu dumm, daß ein tatsächlicher Experte mit in der Sendung saß. Schließlich platzte Karl Lauterbach der Kragen mit der Bemerkung, sie rede Unsinn. Dramatisch genug, daß die Linke-Politikerin ihren Löwenanteil hatte am Abschneiden des letzten Bundestagswahlergebnisses ihrer Partei.

Sorge um Kinder bald vom Tisch

Um auch mal positive Nachrichten aktuell zu verkünden. Kinder ab fünf werden geimpft, wie die oberste Gesundheitsbehörde CDC in den USA nunmehr zustimmt. Nur wenig andere Länder impfen jüngere Kinder, ob hierzulande die Politik dies ebenso zuläßt, bleibt offen. Karl Lauterbach hatte ein solches Vorgehen zumindest eher befürwortet.

Mitten in der vierten Welle muß sich nicht nur die Politik fragen, was sie in den letzten Monaten versäumte, sondern die Gesellschaft selbst täte sehr gut daran, die Pandemie eben nicht zu vernachlässigen. Strengere Corona-Maßnahmen kommen ab heute in Stuttgart auf Ungeimpfte zu per verkündeter Warnstufe.

Dennoch verbleibt ein fader Beigeschmack, weil Kontrollen nicht wirklich greifen. Die Sorge um ein fatales Ausmaß dieser weltweiten Pandemie bleibt trotz Impfkampagnen, auch weil etliche reiche Länder den ärmeren Impfdosen vorenthalten. Inzwischen sind offiziell über fünf Millionen Menschen an den Folgen des Corona-Virus verstorben, die Dunkelziffer wird wohl verdreifacht sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Abschied in Raten

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Leise, ganz still der Abschied
einer langen Ankündigung gleicht,
dabei wurde doch manches erreicht,
welch tristes, fragwürdiges Gebiet.

Überlegungen mit viel Bedacht
ersinnen Wege aus der Sackgasse,
Gefühle wie damals in erster Klasse,
am Ende hat’s halt gekracht.

Leise, fast tonlos die Gedanken
sich sortieren und kreisen,
keineswegs Aussichtsloses anpreisen,
nebenbei manch Mythen ranken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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