Naher Osten: Hinrichtungen sorgen für mehr Zündstoff


flickr.com/ Polybert49/ (CC BY-SA 2.0)

flickr.com/ Polybert49/ (CC BY-SA 2.0)

Pulverfaß fehlt nur noch die Lunte

Als ob im Nahen Osten nicht schon genug Unheil sich nahezu ungebremst ausbreiten darf, läßt das Königreich Saudi-Arabien kurzerhand fast vier Dutzend Menschen hinrichten, unter ihnen der bekannte schiitische Kleriker Nimr al-Nimr.

Während in unmittelbarer Nachbarschaft seit bald fünf Jahren in Syrien ein Krieg tobt, eskalieren die Spannungen zwischen Iran und Saudi-Arabien. Dem Pulverfaß fehlt nur noch die Lunte, um den Nahen Osten endgültig in heftigere Kriegszustände zu verwandeln. Die Weltöffentlichkeit schaut keineswegs einfach ahnungslos zu, etliche Staaten sind ziemlich aktiv an diesen Zuständen beteiligt und verantwortlich zu zeichnen.

Moralapostel sollten den Ball ziemlich flach halten

Allen voran diese USA, die zusammen mit ihrem westlichen Verbündeten, wie es sich für einen besetztes Land geziemt, nämlich die BRD, dafür Sorge tragen, diese Weltregion zu destabilisieren. Hauptgrund: Die riesigen Ölvorkommen, die nach wie vor für jedwede Agitationen sorgen. Unschwer der Weg dorthin zu beobachten war, denken wir an das beherzt-tückische Eingreifen der USA in der Islamischen Republik Iran, zurück an das Protegieren des Schahs von Persien, Muhammad Reza Pahlavi wurde aber plötzlich fallen gelassen, an die Waffenlieferungen der BRD an Saudi-Arabien, an die extrem gefährliche Fehde zwischen dem Iran und Israel, welches sich selbst gefährdet sieht, angesichts der Atombomben-Befürchtungen.

Die USA halten das Bild vom bösen Schurkenstaat Iran sehr hoch, involvieren dabei gleich den Präsidenten Syriens mit, beste Voraussetzung den Nahen Osten möglichst instabil zu halten. Und jetzt diese unsagbar grausamen Hinrichtungen in Saudi-Arabien, die gleichzeitig für entsprechende Unruhen in Teheran sorgen, dort die saudische Botschaft durch wütende Demonstranten gestürmt wurde. Aber die USA sollten trotzdem den Ball äußerst flach halten, nicht nur weil sie Hauptverursacher jener Fehden im Nahen Osten sind, sondern obendrein selbst nicht gerade als leuchtendes Beispiel in Sachen Todesstrafe in der Weltöffentlichkeit vorangehen.

Der dritte Weltkrieg setzt sich planmäßig fort

Die Hinrichtungswelle in Riad muß leider als Bestandteil dieses perfiden Planes gewertet werden. Denn im Nahen Osten herrschen jetzt genau die Verhältnisse, die von vornherein beabsichtigt waren. Den USA ist wohl jedes Mittel recht, um ihre eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse möglichst schadlos zu verbessern. Dazu gehören eben die weltweiten Kriegsschauplätze, die kontinuierlich zunehmen, wie ein bösartig kalkuliertes Uhrwerk gestellt werden. Ihre sogenannten Verbündeten dienen lediglich als Mittel zum Zweck. Wer sich beugt, erhält ein paar Brosamen, wer ihnen nicht folgt, wird schnell zum Feindbild erklärt. Denken wir an Russland, den Iran, China und etliche andere Staaten, die eben diesen Weg nicht folgen wollen.

Wann erglimmt in der BRD die Erkenntnis, einen Irrtum zu begehen mit der kritiklosen Einstellung, ständig alles mitzumachen, was der große Bruder übern Teich befiehlt? Man muß auch davon ausgehen, daß inzwischen zu viele Verpflichtungen kein Zurück mehr zulassen. In sofern kann sich jene Abhängigkeit wie ein Krebsgeschwür weiter ausbilden, die Fortsetzung des dritten Weltkrieges sich ausbreiten.

Er war wohl der beste US-amerikanische Präsident, ein Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt, John F. Kennedy, der genau deshalb so jung sterben mußte und einmal formulierte:

„Die Menschheit muß dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.“

Ihr

Lotar Martin Kamm

Dieser Beitrag wurde unter Politik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Responses to Naher Osten: Hinrichtungen sorgen für mehr Zündstoff

  1. Avatar von mistkaeferchen mistkaeferchen sagt:

    DANKE LOTAR KAMM, FUR GUTE AUFKLÄRUNG.

    Like

  2. Avatar von geno einsiedler sagt:

    schlimmer geht immer! die krise zwischen der saudischen königsfamilie (die mit den geschirrtüchern auf dem kopf) und den iranischen schiitenführern (die mit den windeln auf dem kopf) spitzt sich weiter zu. da ihr krieg in syrien und im jemen nicht recht vorankommt muss man neue, direktere wege gehen.

    2016: weiter so – happy new elend !

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu einsiedler Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..