
https://www.flickr.com/photos/cor-photos/51281914979/sizes/z/ (CC BY-NC-SA 2.0)
Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen
Natürlich muß Europa sich einig sein, ganz besonders hinsichtlich dieses 47. US-Präsidenten, der nicht im Geringsten sich um Bündnisse oder gar Fair Play schert, im Gegenteil die USA weltpolitisch ganz mies regiert in seinem MAGA-Wahn. Allerdings brauchen wir mitnichten den EVP-Chef Manfred Weber, der schon in CSU-Zeiten nicht unbedingt glänzte. Denn in Wirklichkeit ist diese Partei keinesfalls „sozial“ unterwegs, wenn wir nur ihre Politik scharfsinnig verfolgen, abgesehen von den Entgleisungen des Herrn Söder.
„Europa wacht gerade auf“, gibt Weber im T-Online-Interview zum Besten. Nichts Neues und ohnehin ziemlich spät hinsichtlich der Gefahren, die schon 2014 mit Putins eigentlichen Kriegsbeginn in der Ukraine mehr als offensichtlich sich zeigte. Wieder einmal stürzen sich die Medien auf exakt jene, die ohnehin die ganze Zeit politisch „gepennt“ haben, um es mal salopp noch freundlich zu kommentieren. In Wirklichkeit war es nämlich auch sein Job selbst, mithilfe der EVP zu intervernieren, was auch er vepaßt hat!
Eigenlob alles andere als zielführend
Irreführend dessen Antwort, die Bundesregierung hätte im ersten Jahr hart gearbeitet. Davon kann keine Rede sein, zumal erneut per Reformen die ärmere Bevölkerung das Nachsehen hat, während die Superreichen mit Steuergeschenken ihre Gewinne vervielfachen dürfen, obendrein ein Kanzler-Millionär rüde nach unten tritt. Den größten Lacher entfacht Weber mit seiner Behauptung, Markus Söder sei durchsetzungs- und kommunikationsstark. Interessant, daß Fleischfressende Videos als kommunikationsstark interpretiert werden. Ganz im Gegenteil, wer sich die berechtigten Kommentare dazu in den Social Media vergegenwärtigt.
Den Vogel schießt Weber letztlich ab, in dem er ausgerechnet Ilse Aigner lobt und fürs Amt als Bundespräsidentin favorisiert. Schon vergessen, daß ihr völlig zurecht der NABU-Negativpreis verliehen wurde, wie im Anschluß Philipp zu Guttenberg den Dinosaurier des Jahres 2015? Nein, Ilse Aigner würde somit keinesfalls würdig unser Land als Bundespräsidentin vertreten!
Ein nachdenkenswertes Fazit
Ganz besonders, weil die Karten schon allzu lange auf dem Tisch liegen, wer denn bereit dazu, über den Tellerrand zu schauen. Wir brauchen keine ewiggestrigen Politiker, die stets nach oben buckeln, um kräftig nach unten zu treten, sondern viel eher Menschen wie z.B. Robert Habeck es hätte sein können und sollen.
Wenn allerdings eine konservativ-rechtsgerichtete Medienlandschaft im Gleichklang ein gezielt angelegtes Grünen-Bashing an den Tag legt, dürfen wir uns nicht wundern, daß ausgerechnet ein Friedrich Merz nach „oben gespült“ die Geschicke der drittgrößten Wirtschaftsnation lenken darf. BlackRock und Co. sei Dank, ein dramatisches Fazit, bei dem soziale Gerechtigkeit mit Füßen getreten wird, während Eliten bösartig frohlocken. Mit einer friedlichen Koexistenz hat das gar nichts zu tun.
Lotar Martin Kamm