
https://www.flickr.com/photos/giambrox/4163532789/sizes/z/ (CC BY-NC-ND 2.0)
Ohne Humor fällt kaum ein Tor
Dat kann ja wat werden, besonders Satirisches wirkt allerorten auf Erden, zumal gewisse Mächte fordern ein ihre Rechte. Allen voran die Volksrepublik China, na klar. Das Reich der Mitte hält uns weiter auf Trapp, setzt Real-Spiele wegen Mbappé ab. Klippklapp.
Du darfst die Gosch wieder schließen, laß mal deine Gedanken kreisend fließen. Wundert solche Reaktion? Jawohl, schon. Wat fürn schriller Ton, ein janz spezieller Hohn. Die selbsternannte Weltmacht hat`s gezielt entfacht. Man möge Mao wohl so gar nicht kritisieren, schließlich hat China daher zu viel zu verlieren. Und das obwohl der damalige Präsident minimum 40 Millionen Tote zu verantworten hat. Da sind aber die Chinesen aalglatt. Niemand darf den damaligen Führer tadeln, dann lieber ihn mal adeln.
Weil Mbappé ein Video kommentierte, dabei folgendes passierte: Ein lustiges Meme zeige sein Gesicht montiert auf Maos – alles andere als famous. Das beleidige nationale Gefühle, so die Reaktion in Hülle und Fülle. Der Konzern Dongpeng sei daher ziemlich streng, man verfolge wohl eine Null-Toleranz-Politik. Aha, typisch, janz schick in dieser chinesischen Republik, Bloß keene Kritik.
Na, da wollen wir mal etwas deutlicher manches entfachen, da jib et so gar nüscht zu lachen. Schließlich nutzt China schon länger sichtbare Hebel, verpaßt manch Staat nen Knebel, von Allmachtsphantasien ganz zu schweigen, knüpft gezielt an weltpolitischen Reigen. Was die USA und Russland kann, Xi Jinping sowieso als Chinas Führer im Reich, ihr wichtigster Mann.
Dabei stört halt jener Weltfußballspieler vehement. Der nunmehr gar nicht pennt und sich reumütig zeigt, er habe es leider vergeigt. Doch das reicht mitnichten der China Media Group, fordert einen janz speziellen Schub: es müsse eine formelle Entschuldigung folgen, Punkt, basta, ein deutliches Wort, wat fürn spooky Ort!
So schließt sich der Kreis, ohne Scheiß. Bloß nicht den Mao beleidigen, dann gilt es, janz China zu verteidigen. Ein äußerst exemplarischer Fall, ohne Knall will das Riesenreich nicht regieren, es hab dann wohl zu viel zu verlieren. Trotz all dem Leid, welches jener damalige Führer verursacht hat, bedeutet es dennoch jedes Mal Schach matt, wer es wagt, ihn kritisch zu betrachten, dann greift halt nationales Verachten.
Die Moral jener schrägen Geschichtsklitterung, sei’s drum, beobachten wir gleichwohl in anderen despotischen Reichen, man stellt halt alle Weichen, um Völker mundtot zu machen, bloß keene Kritik entfachen. Und wenn die Menschheit am Ende sich diesen Mächten fügt, werden alle betrogen. Meinen die wirklich, das genügt? Mitnichten, wenn andere dichten und entschieden richten, Widerstand leisten.
Lotar Martin Kamm