Von Einsicht keine Spur

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Affenlaute in Stadien erklingen
neben nationalistischem Singen.
Im Fußball die kranke Seele sich zeigt,
humanistische Einstellung vergeigt.
Rassismus hat erneut Hochkonjunktur,
von Lernfähigkeit gar keine Spur.
Solange wir solch Verbrechen zulassen,
entwickelt sich jenes tröge Hassen.
Toleranz letztlich nur eine Phrase,
der Mob tobt erneut auf der Straße,
während reiche Gesellen
wieder Faschismus bestellen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verborgener Schatten

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Aus dem Nichts trat er auf mich zu,
dachte wohl, er könnte mich überraschen,
vielleicht sogar erschrecken,
schmal, langgezogen tauchte er neben mir auf,
imitierte meine Haltung, meinen Gang,
lächerlich sein Gebaren,
und all dies nur, weil er alleine nicht existiert,
deshalb versucht er, mit kuriosen Figuren
Aufmerksamkeit zu erheischen,
sein egoistisches Verhalten
habe ich längst durchschaut,
mit mir nicht, du gestaltloser Wicht,
hinter mir kannst du deine Mätzchen treiben,
vor mir herschlendern, schon lange nicht mehr,
denn im Gegensatz zu dir bin ich flexibel,
kann vorwärts, rückwärts und seitlich gehen,
wenn dir nächstens wieder ein Mensch
zu Hilfe kommt mit seinen Schattengestalten,
um mich zum Ausweichen zu zwingen,
sei gewiß, du gruselst höchstens andere,
denn ohne mich gibt es dich gar nicht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Demokratie trifft Autokratie in Genf

Biden und Putin mit Imponiergehabe auf Augenhöhe?

Wer tatsächlich geglaubt hat, dem Weltfrieden wäre geholfen beim Treffen der beiden wichtigsten Staatsmänner auf der politischen Bühne, China muß noch eine Weile lang ausharren, der wird unbedingt mit Nachdruck eines Besseren belehrt. Fehlanzeige, für Patrick Diekmann steht fest, daß Putins Feinde kurz leben. Bettina Gaus hebt in ihrer Kolumne „Lebensgefährliche Selbstüberschätzung“ hervor, eine Demütigung des Gegners sei noch nie eine kluge Stategie gewesen.

Es fragt sich allerdings, ob jede strategische Bemühung überhaupt erfolgreich enden kann. Mitnichten. Wer sich den historischen Verlauf beider Supermächte vergegenwärtigt, weiß nur zu genau, wie eindeutig deren politische Agenda sich Wege sucht, um diese stets durchzusetzen, egal welche Staatsmänner jeweils das Sagen haben. Zwei Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum einen John F. Kennedy und zum anderen Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Der US-Präsident wurde gezielt ermordet, der Staatspräsident der Sowjetunion durfte keine zwei Jahre wirken.

Wen interessiert schon die Meinung der anderen

Betont Bettina Gaus in ihrer Kolumne, sowohl für Biden als auch Putin stand von vornherein fest, daß ihr Treffen der Imagepflege diene, sie somit ihre Ziele erreichen würden, egal was der Rest der Welt denken mag. Natürlich mußte Biden das lästige Bild von seinem Vorgänger Trump geraderücken, während Putin bemüht war, Menschenrechtsverletzungen und Oppositionsbashing herunterzuspielen.

Vor knapp zwei Jahren wagten noch tausende Demonstranten sich vor den Kreml, um freie Kommunalwahlen zu fordern. Diese Zeiten dürften inzwischen der Geschichte angehören, es ist still geworden unter Putin im größten Land der Erde, in dem zunehmend autokratisch regiert wird. Mit echter Demokratie hat dies nichts mehr zu tun.

US-amerikanisches Wundenlecken nicht unbedingt hilfreich

Man sollte nicht außer acht lassen, daß noch zu Beginn dieses Jahres die Möglichkeit eines Putsches im Raume stand, im wahrsten Sinn des Wortes im Kapitol der Vereinigten Staaten, wo gezielt ein Mob die legitime US-Wahl verhindern wollte, um danach den noch amtierenden Donald Trump wieder zu legitimieren. Dessen Anhänger applaudierten, während die Welt erstaunt zusah.

Erleben wir etwa ein Zurück zum Kalten Krieg, wo man sich in bestimmten Treffen müde belächelt, während in Wirklichkeit eine Aufrüstung fortgesetzt wird? Teilweise bestimmt. Andererseits rüsten sich andere, um mitzumischen, z. B. China und Europa.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Erinnere ich mich

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Vielleicht erinnere ich mich,
es war einmal,
bis an mein Lebensende,
das Eichhörnchen springt,
war es die Eiche, die Weide,
staunend steht das Kind
auf der Wiese eine Weile,
den Hang den Schlitten
mühsam hochgezogen,
Wolken verdunkeln den Tag,
stürmische Winde toben,
lärmende Kinder, laut die Hupe,
fallende Blätter zählen,
eins, vierzehn, fünfundachtzig,
langsam eine Orange schälen,
langsam ihre Frucht verzehren,
warum sie schnell verzehren,
ausgezehrt nach all den Bildern,
die Glücklichkeit schildern,
zwischen all dem Märchenhaften,
Kummer, Ängste, unausgesprochen,
leise vernommen, hilflos zugehört,
die Schrecken haben nicht gestört,
schlimm die Tatenlosigkeit,
grenzte an Ausweglosigkeit,
selbstverständlich die Geschehnisse,
kommt mir nicht mit, Gleichnisse
für moralisch, ethisches Leben,
Kinder wollen Taten erleben,
vielleicht erinnere ich mich,
es war einmal,
bis an mein Lebensende,
mein Herz oft zerspringt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Blausilber

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Diese Nächte mit ihrem wässrigen Nebeldunst,
die das Tauchen in blausilbrige Grotten ermöglicht,
ohne schwimmen zu können, schwerelos schwebend
zwischen Untergrund und unsichtbarer Grenze,
im Land des aufmerksamen Hörens und Sehens,
der neu erwachten Sinne für Nähe und Ferne,
diese Nächte mit ihrem Hang zum zittrigen Fühlen,
färbten meine Phantasie in glitzerndes Schwarz,
streifen meine Seele stets mit Blau getünchtem Silber.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Politik faselt von der Aufhebung der Maskenpflicht

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Bild von Carola68 Die Welt ist bunt…… auf Pixabay

Ein Ende der Pandemie noch längst nicht in Sicht

Willste schauen über ein Übermaß an Dummheit, wirste vor lauter Staunen direkt gescheit. Es ist mal wieder soweit. Der Sommer ist da, manch Politiker rufen Hurra mit viel Blablabla. Vor allem haben sie stets die Wirtschaft im Auge, weil nur die was tauge, es zählt nicht das Wohl der Leute, nur der Profit von gestern bis heute!

Haben sie im letzten Sommer schon gepennt, weil angeblich niemand das Virus so wirklich kennt, kommt nunmehr der Leichtsinn auf. Und zuviele hauen drauf, verstehen nicht den Ernst der Lage. Hinterher folgt wieder so manch Geklage. Aber mal lieber der Reihe nach, woran solch Gebahren wohl lag. Während der Söder in Bayern noch zur Vorsicht mahnt, dem Laschet, den Liberalen nichts Gutes schwant.

Sie wollen mit aller Macht die Maskenpflicht aufheben, so ist das eben. Was zählt schon das ein oder andere Leben, wenn solche Wesen nach Macht und Profit streben. Man lenkt gern ab, hält die Leute mit simplen Phrasen auf Trapp. Das hat schon immer gut funktioniert, es regiert sich ab Herbst ohnehin völlig ungeniert. Weil der Wähler die Finten nicht bemerkt, man sich erst recht nicht um berechtigte Bedenken schert.

Doch ein Virus läßt sich eben nicht austricksen, da kannste noch so schön adrett knicksen. Und weil jene politische Mischpoke stets mit derselben konspirativen Kungelei unterwegs, dem ein oder anderern geht solches mächtig auf den Keks, wird der Unmut bis zum Herbst latürnich laut. Ob sich dann manch Wähler noch was traut?

Schließlich wollen die Grünen den Christdemokraten das Zepter abnehmen, Schluß mit jenen selbstverschuldeten Problemen. Deutschland und die Welt warten auf ein echtes Umdenken, kein altbekanntes Ablenken. Denn dafür haben wir so keine Zeit, es ist längst soweit. Mutter Erde hat genug gelitten, es wurde zu lange schon gestritten, was wohl der beste Weg sei, um zu beenden jene unnötige Plauderei. Es müssen dringend die richtigen Weichen gestellt werden, vorbei mit diesem verlogenen Schönfärben.

Das Ende der Maskenpflicht sieht der Gescheite eben nicht. Es bedarf noch so manch Geduld, wer zu früh auf Leichtsinn hört, riskiert eben Tumult. Und das stört. Weil wir solches überhaupt nicht gebrauchen können, uns damit eher verrennen. Obendrein erfreut dies Aluhutträger, Corona-Leugner und rechtsradikales Pack. Letzteres geht wahren Demokraten schon zu lang auf den Sack. Möge jene Klientel schon bald verschwinden, es sollte sich eher Besseres einfinden. Zum Beispiel eine grüne Bundeskanzlerin Annalena Baerbock. Das wäre zwar für jene Konservativen ein Schock, aber bekanntlich tun neue Besen gut kehren. Dagegen hilft auf Dauer keinerlei Wehren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Vor der Bundestagswahl schon einen Blick in die Kugel wagen?

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Bild von Thomas B. auf Pixabay

Schwarzmaler bemühen sich, ein grüner Anstrich tut dem Land gut

Vorbei, verpaßt den Anschluß an politischen Erneuerungen, Deutschland im Herbst 2021, erneut entscheidet die müde Wählerschaft sich für eine Union, die Europas größte Wirtschaftsnation durch die Herausforderungen lenken möge. Es versteht sich von selbst, daß angesichts jener hohen Stimmengewinne, die Liberalen mit Kanzlerkandidat Laschet koalieren.

Schwarz-gelb ist am Drücker, Merz und Konsorten atmen auf, die Riege der Herrenmenschen muß sich nicht von einer Frau gängeln lassen, das Gespenst einer grünen Dominanz verflogen, Hauptsache ein weiter so wie bisher, ging doch all die Zeit gleichwohl gut aus. Der deutsche Michel hält die Füße still, gut, hie und da ein paar Nazis, eine Linke, die gar an der 5-Prozent-Hürde scheitert. Alles prima.

Tatsächlich? Mutter Erde stöhnt auf, hat schon jene Frau Klöckner für genügend Unmut gesorgt, schließlich darf der gepeinigte Autofahrer wieder sichtfrei fahren, ohne lästige Insekten an der Windschutzscheibe dank Glyphosat, wen interessiert schon Artensterben, wo doch der Mensch, besonders Lobbyisten und Diktatoren im Mittelpunkt stehen, die werden‘s schon richten.

Nichts gelernt aus der Geschichte, jahrzehntelange Protestkultur verschlafen, wo doch jetzt links-grün Versiffte als simples Feindbild herhalten dürfen, da vergißt man erst recht die Gräuel der braunen Brut, so als ob sie nie stattgefunden hätten und duldet den ein oder anderen Fauxpas jener sogenannten Alternativler für Deutschland. Was Bierkonsum, Fußball und McDonald’s-Fraß alles anrichten mag, das weiß längst jeder halbwegs Gebildete. Nützt nur nix, wenn wieder solche schwarzen Vollpfosten regieren.

Wo sind denn all jene hoffnungsfrohen kritischen Stimmen, die doch gegen Ende des Frühlings den Grünen fast 30 Prozent zutrauten, der Union gleich fünf Prozent weniger, als die Liberalen noch mit den Nazis sich messen mußten, die Sozialdemokraten wengistens noch bei 18 Prozent hoffen durften, die Linken per sieben Prozent geduldet wurden?

Wie eingangs betont, verpaßt, vorbei. Einerlei. Alles nur eine fiktive Vision, wie es sich tatsächlich abspielen könnte, sollten die Wähler weiterhin sich ablenken lassen vom Baerbock-Bashing, einer Euro 2020, auch wenn Fußball nicht mehr den Stellenwert hat nach etlichen Skandalen, erst recht mit Blick gen Katar.

In gut einem Vierteljahr findet sie statt, die Bundestagswahl, dazwischen der Sommer, die Ferien, angesichts trügerisch sinkender Corona-Ansteckungen ein erneutes Laissez-faire der Verharmlosung, viele Gelegenheiten, im TV sich zu profilieren, eine Umwerbung geschönter Phrasen. Am Ende hat’s der Wähler in der Hand, Wahlprognosen müssen nicht unbedingt zutreffen, wie man doch in Sachsen-Anhalt beobachten konnte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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