Nicht
gelernt,
Sicht
sich entfernt
beim Hasten,
kaum Reaktion,
ausrasten
der Gehirnregion,
wenn immens
schnell,
brems,
grell
schreit
der Kopf,
gescheit
ist der Tropf,
nützt nur
wenig,
Mensch stur,
will Tragik.
Doris Mock-Kamm
Nicht
gelernt,
Sicht
sich entfernt
beim Hasten,
kaum Reaktion,
ausrasten
der Gehirnregion,
wenn immens
schnell,
brems,
grell
schreit
der Kopf,
gescheit
ist der Tropf,
nützt nur
wenig,
Mensch stur,
will Tragik.
Doris Mock-Kamm

Bild von StockSnap auf Pixabay
Viele Grüße von dort,
eine Karte hinter Tapeten,
vielen Tapetenlagen,
im Flur gefunden,
vielleicht hat einmal
ein Bild davor gehangen,
Erinnerungsphoto,
Blumen in einer Vase,
mit Ölfarben gemalt.
Viele Grüße von dort,
sonst nichts, kein Name,
Adressanschrift unleserlich,
verschmiert, absichtlich,
wer weiß, Tinte verläuft,
Schwarzweißphotographie,
zerfetzt, zerstückelt,
ein Bildnis, Landschaft,
geheimer Ort, meine Phantasie.
Viele Grüße von dort,
schreib ich an euch,
ihr mögt es selber wissen,
wo das Glück zuhause,
wo Grausamkeit herrscht,
wo euer Dort sich aufhält,
wenn ihr euch fremd
und doch vertraut seid,
vom Dort, das erinnert.
Doris Mock-Kamm
Landauf, Landab dieses Grünen-Bashing allüberall, ob in den Medien oder im Internet selbst, man mag es kaum noch lesen, jene Verunglimpfung gegen Annalena Baerbock, weil Frauen eben Herrenmenschen nicht Paroli bieten sollten, obendrein alles beim Alten bleiben muß. Was heißt das im Klartext? Ganz einfach, Wachstum bis zum Erbrechen, Sozialabbau, Aufrüstung und Light-Angebote als Alibi, man könne damit den Klimawandel verhindern.
Schon positioniert sich ziemlich deutlich die Union unter Armin Laschet, er lehnt zentrale Grünen-Vorhaben ab, was nicht wirklich verwundert, schließlich war es ohnehin hauptsächlich die Union selbst, die in den letzten Jahrzehnten durch ihre Politik etliche Versäumnisse zu verantworten hat. Davon will sie natürlich nichts wissen, erst recht nicht in Bundestagswahlkampfzeiten.
Jenes Koalitionsbündnis hat doch etliche Male gut gefruchtet, meint der Kanzlerkandidat der Union. Er setzt lieber auf den bisherigen Kurs des Sozialabbaus, der Stärkung der Wirtschaft besonders für Konzernlobbyismus, die Seitenhiebe gegen den derzeitigen Koalitionspartner SPD passen zu ihm, dient der Ablenkung vom Wesentlichen. Statt tatsächlich eigene Verfehlungen einzugestehen, verharrt die Union im weiter so wie bisher.
Die Bundesvorsitzende des Verbands Die jungen Unternehmer, Sarna Röser, versucht sich in einem Gastbeitrag in der Welt, Deutschland sei auf dem grünen Holzweg. Dabei malt sie ein Bild von den Grünen, welches unrealistischer kaum sein mag. Von eigenen Ideen und realen Vorstellungen, wie man den Klimawandel wenigstens ausbremsen könne, keine Spur. Da bläst sie lieber ins selbe Horn wie ein mögliches altbewährtes Koalitionsmodell von CDU/CSU mit der FDP. Viel Tamtam, nur keine tatsächliche Politik zum Guten fürs Volk, für Mutter Erde!
Schon wittern ihre politischen Gegner wie die Geier entsprechenden Aufwind, man könne wieder frohlocken, die Grünen seien ohnehin eine Eintagsfliege, erst recht, wenn eine Annalena Baerbock es wagt, sich mutig zu positionieren. Jedes kleine Mißgeschick wird akribisch beobachtet, statt sich mit ihr inhaltlich auseinanderzusetzen.
Und die Medien machen fleißig mit bei Negativmeldungen, wo immer möglich. So wie mit dieser Überschrift: Die Grünen bei Umfrage im Sturzflug. Nonsens. Man muß nur lang genug draufdreschen, damit jede/r hereinfällt. Stimmt aber mitnichten. Nur weil die Union deshalb jetzt 27 Prozent erreichen soll, die Grünen gerade mal 20 Prozent, behauptet T-Online, die Grünen nähern sich langsam der SPD. Man beachte, nur drei Tage zuvor lag die SPD bei 14 Prozent, die Grünen bei 22 Prozent laut Forsa. Von einem Sturzflug kann somit keine Rede sein. Vielleicht bemerkt ja noch rechtzeitig der ein oder andere Wähler, wie selbstherrlich simpel eine Union und die Ewiggestrigen sich gegen jede konstruktiv gute Idee sperren.
Lotar Martin Kamm

Bild von Erich Westendarp auf Pixabay
Die Markise gelblichbraun,
Sonnenschutz, wohl kaum,
der linke Schuh heller,
die Tasche unten mattschwarz,
oben wie lackiert, fast grell,
der Schulranzen zweigeteilt,
in den Farben gräulich gelb
und tiefes ockerbraun,
oft stand ich vor diesem Fenster,
betrachtend des Lichtes Spiel
mit den vielen zum Kauf
angebotenen Lederwaren,
die herbstlich warmen Farben,
dazu das gehemmte Licht
durch die verblaßte Markise,
fühlte sich heimelig an, warm,
manchmal sah ich auch ihn,
in seiner braunschwarzen Schürze,
und wenn er mir zuzwinkerte,
der Schuster, flitzte ich davon,
hinter seinem gebrochenen Licht,
ein bunter Schatten die Markise strich.
Doris Mock-Kamm

Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0
In diesem Fall kann man der Lehrergewerkschaft nur zustimmen mit ihrer Kritik der Kultusministerkonferenz (KMK) gegenüber, sie kritisieren sie scharf, was die Planungen fürs nächste Schuljahr anbelangen. Hauptkritikpunkt der beschlossene uneingeschränkte Regelunterricht nach den Sommerferien.
Das Schuljahr ist noch nicht beendet, vor den Sommerferien meint die KMK, sich bereits als weise Experten aufzuspielen, obwohl genügend Stimmen vor einer möglichen vierten Welle im Herbst dieses Jahres warnen. Man könnte fast den Eindruck bekommen, eine Corona-Pandemie hat nicht stattgefunden über soviel Leichtsinn. Insofern kann man Udo Beckmann, dem Vorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), nur zustimmen, daß mögliche Risiken außer acht gelassen werden. Von einem Ende der Pandemie kann daher keine Rede sein.
Ganz besonders was wirkungsvolle Luftfilter anbelangt. Da hat die Bundesregierung nicht für genügend Druck gesorgt, um dem Abhilfe zu schaffen, obwohl Experten schon länger mit Forderungen aufwarteten, entsprechende Anlagen in den Klassenzimmern zu installieren. Daß dies mit Kosten verbunden ist, sollte keinesfalls als Argument gelten, einfach es zu unterlassen. Der gesundheitliche Schaden ist wesentlich beträchtlicher, von der politischen Trageweite solcher Versäumnisse mal zu schweigen.
Die zögerlich unverantwortliche Haltung der KMK spricht nicht für eine sonderliche Sensibilität, eher das Gegenteil trifft zu. Ignoranz ist somit kontraproduktiv, die Kritik der Lehrergewerkschaft ein Muß.
Selbstverständlich spielen ganz besonders Schulen eine zentrale Rolle beim Umgang unserer Gesellschaft Minderheiten gegenüber, gerade was den wieder aufkommenden Antisemitismus anbelangt, der hierzulande rapide zunimmt. Keinesfalls aus heiterem Himmel, urplötzlich oder fast schon zufällig. Viel eher aufgrund jahrzehntelanger Versäumnisse die Verbrechen der Nazis richtig aufzuarbeiten, anzumahnen und vor allem Nazitum zu lasch zu ahnden.
Das Ergebnis des letzten Punktes sehen wir alle im Deutschen Bundestag sitzen. Unfaßbar, daß dort wieder Nazis mitreden dürfen, offiziell gewählt und geduldet. Umso wichtiger überall dort die Stimmen zu erheben, wo dies noch möglich ist, wie z.B. bei der KMK. Schulen als Spiegel der Gesellschaft haben es unbedingt in der Hand, mit gutem Beispiel voranzugehen. Aber ob das wirklich ausreicht, bleibt mal dahingestellt.
Lotar Martin Kamm

https://www.flickr.com/photos/number10gov/51241028249/sizes/z/ (CC BY-NC-ND 2.0)
Daher kam es,
das Vorurteil,
das sich vorne
platziert,
vor dem Urteil.
Das vor das Urteil
bedeckt,
damit man nicht
wieder direkt
urteilt.
Seine Haltung
überdenkt,
und dem Urteil
neues Wissen
schenkt.
Haltung,
die geistige,
auch körperliche,
nicht das Gebrechen,
Charakter mitteilt.
Warum das vor
vor dem Urteil daherkam,
wiedermal,
weil ich Halt brauchte
für mein Wissen.
Doris Mock-Kamm

Bild von Kuroi_Chi auf Pixabay
Geschenkt, weil abgehängt,
umsonst verrenkt, da verdrängt
all die vergebliche Qual,
ob vor oder nach der Wahl.
Politik findet im Alltag statt,
manche sind mehr als satt,
sie blicken auf all jene herab,
das hält sie offensichtlich auf Trapp.
Soziale Spannungen halten an,
obwohl man diese doch ändern kann,
verkehrte Verteilung das Problem,
anhaltende Ignoranz ziemlich bequem.
Statt aus der Geschichte zu lernen,
lautet’s, sich von einander entfernen,
es interessiert nicht mehr das Leid,
wir sind mal wieder soweit.
Nazis läßt man wieder gewähren,
das könnt ihr hinterher nicht erklären!
Beste Voraussetzung für Zerstörung,
wo bleibt die nötige Empörung?
Lotar Martin Kamm