Lug und Trug vs. tugendhafte Ehrlichkeit

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Eine Gratwanderung im Alltag

Mit weißer Weste und reinem Gewissen durchs Leben wandeln, das findet wohl bei den meisten Menschen statt, mal von kleinen Notlügen abgesehen, von denen sich niemand wirklich freisprechen kann. Mit eigener Hände Arbeit ein beträchtliches Vermögen zu erwirtschaften, mag allenfalls eine Ausnahme darstellen, in der Regel spielt dabei Glück, vorteilhafte Heirat oder aber Betrug eine Rolle, das zum erwünschten Ziel führt.

Wer für tugendhafte Ehrlichkeit sich entscheidet, setzt auf eine eigentlich selbstverständliche Lebensweise, die ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit vermittelt. Allerdings herrscht parallel dazu oftmals Lug und Trug, wenn man ein wenig genauer hinschaut. Um für sich selbst oder andere Vorteile zu erzielen, scheinen bestimmte Menschen nicht davor zurückzuschrecken, per Betrug ein bißchen „nachzuhelfen“.

Ein wenig schwindeln oder gleich richtig betrügen?

Im rechten Licht dazustehen, hat durchaus einige Vorteile, Notlügen bewirken, das Gesicht bewahren zu können. Denn wer gesteht nach außen schon freiwillig gern Mißgeschicke oder Fehler ein? Aber gerade an dieser Nahtstelle zwischen klarer Einsicht, daraus folgernde Ehrlichkeit und der schnellstens geschickt eingesetzten Notlüge bewegt sich der schmale Grat, inwieweit man zu sich selbst und seinen Verfehlungen steht.

Die kurzen Beine einer Lüge mögen oftmals eben nicht zum Vorschein kommen, wenn genug Potential vorhanden ist, die Umwelt clever zu blenden, während der tugendhaft Ehrliche Reue und Einsicht zeigen und nachweisen muß. Hat sich das Muster einer oftmals erfolgreich angewandten Lüge einmal gefestigt, kann damit bereits der Keim zu neuen Betrügereien sich entwickeln. Da wir Menschen völlig unterschiedlich im Verhalten und Charakter sind, auch was die Lebensumstände betrifft, wird somit zwischen möglichen Betrügereien differenziert und diese letztlich skrupellos angewandt.

Ein paar berühmte Betrüger

„Risiken und Nebenwirkungen sind mit hoher Gefängnisstrafe oder lebenslanger Flucht verbunden“, sollte bei ihnen auf einem „Beipackzettel“ stehen, um den bekannten Werbeslogan für diese Spezies Mensch zu bemühen, aufzuzeigen, wohin die Reise geht, wenn sie sich für ein solches Leben entscheiden. Ob Victor Lustig, der einem ahnungslosen Schrotthändler den Eiffelturm verkaufen wollte, ob Shalom Weiss, der den größten Versicherungsbetrug in der US-amerikanischen Geschichte begann und dafür die Höchststrafe erhielt, die jemals für Wirtschaftskriminalität verhängt wurde, nämlich 845 Jahre* oder Mae Chamoy Thipyaso, die aufgrund von Anlagebetrug per Schneeballsystem die weltweit höchst bekannte Haftstrafe in Höhe von 141.078 Jahren 1989 antrat, sie alle haben eines gemeinsam: Sie betrogen im großen Stil und wurden doch überführt.

Nicht immer sind dabei gleich dermaßen hohe Urteile zu erwarten, wie in den Fällen des Bauunternehmers Jürgen Schneider und des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber eine vielleicht verwunderte Öffentlichkeit bemerken durfte. Bei Beiden war bekanntlich Betrug im Spiel, aber die Gerichtsurteile mit den sehr geringen Haftstrafen hinterließen den völlig berechtigt faden Beigeschmack der Redewendung, die hierbei zu tragen kommt: „Die Kleinen fängt oder hängt man und die Großen läßt man laufen.“ Hingegen wurde Konrad Paul Kujau im Verhältnis ein wenig höher bestraft, obwohl das Stern-Magazin nicht ganz unbeteiligt war, in dem es völlig blauäugig dem Kunstfälscher auf dem Leim ging mit dem Abkauf der gefälschten Hitler-Tagebücher. Die Liste berühmter Betrüger ließe sich ohne weiteres fortsetzen.

Fazit: Ruheloses Dasein oder die Gunst der Tugend

Wie müssen sich Tiere wohl fühlen, die gejagt und gehetzt werden, bis am Ende der Tod auf sie wartet? Ganz ähnlich ergeht es Kriminellen, von Schwerverbrechern bis hin zu Terroristen. Betrüger müssen nicht gleich mit dem Tod rechnen, die nervenaufreibende Belastung wird dennoch nicht unbedingt angenehm sein, auch wenn manch einer sich sicher wähnt. Der ehrlich durchs Leben Ziehende nicht nur mit gutem Gewissen des nachts den wohlverdienten Schlaf findet, die Gunst dieser Tugend in den Träumen? Mit Sicherheit befindet er sich auf der Seite des Vertrauens, kann in den Spiegel schauen, muß nicht seine Mitmenschen täuschen.

Wie formulierte schon George Bernhard Shaw völlig zurecht: „Die Strafe des Lügners ist nicht, daß ihm niemand mehr glaubt, sondern daß er selbst niemandem mehr glauben kann.“

*Inzwischen hat Donald Trump noch kurz vorm Ende seiner Amtszeit ihn begnadigt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Gott verzeiht Sünden am See

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Dienstagnachmittag,
drei bis fünf Uhr,
beichten, das erste Mal,
was sag ich nur,
welche Sünden,
mir fielen keine ein,
gestritten mit Schwester,
mach ich immer,
das soll verboten sein,
nicht gehorcht auf Mutter,
ich hatte doch keine Zeit,
wollte zum Spielen mit Marie,
dem Vater Widerworte gegeben,
er war aber selbst schuld,
ich wehr mich nur,
Böses sei Sünde,
aber Gott verzeiht,
sagt der Pfarrer,
böse bin ich nicht,
was sag ich nur,
Horst, Thea, Ludwig,
Lioba, Susi, Karen
sitzen gebückt in den Bänken,
der Lebrecht ist drin,
schon lang,
kann ich vor dir,
soll noch Mutter helfen,
Lioba nickte,
sie kann nicht anders,
sie ist immer lieb,
Lebrecht grinst, setzt sich,
Hände gefaltet vor dem Kopf,
murmelt oder singt der etwa,
wer ist dran, du flüsterst Lioba,
was sag ich nur,
es riecht nach dunkler Muffigkeit,
ich bin ganz still,
du kannst jetzt beichten,
habe meine Schuhe nicht geputzt,
habe dem Lehrer gesagt,
ich hätte verschlafen,
in Wirklichkeit war beim Bäcker,
mußte lange warten,
die Frau Steffen hat viel geredet,
habe meiner Schwester ihren Stift
ausprobiert, jetzt ist er kaputt,
sie denkt, sie hätte ihn verloren,
was sag ich nur,
mehr weiß ich nicht,
der Pfarrer wartet, ich auch,
bete drei Vaterunser, liebes Kind,
das bin ich,
Lioba du kannst jetzt zu ihm,
vergib uns unsere Schuld,
dein Reich komme, in Ewigkeit,
Lebrecht ist nicht mehr da,
Horst, Karen und Susi quatschen,
Ludwig kaut wieder mal Kaugummi,
Thea zwickt mich, war‘s schlimm,
da drin riecht’s, stinkt‘s, sagte ich,
mußte die Nase zuhalten,
sonst war‘s klasse,
du siehst den Pfarrer gar nicht,
der sitzt hinter einem kleinen Gitter,
hat liebes Kind zu mir gesagt,
was sag ich nur,
ich geh jetzt, muß Daheim noch helfen,
Lebrecht hockt vor der Kirche
auf den Stufen und grinst,
ich geh runter zum See, kommst mit,
ja, hab eh nichts anderes vor.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bauernopfer stets Willkommen

Warum ausgerechnet Laschet antreten darf

In der Politik geschieht rein gar nichts zufällig, vielmehr steckt stets gezieltes Kalkül dahinter, wobei das Volk natürlich keine Kenntnis davon haben soll, eher ihm Sand in die Augen gestreut wird. Das bewährt sich bereits seit eh und je, gilt insofern auch für Deutschland mitten im Herzen Europas, wo in Kürze die Bundestagswahl ansteht.

Im Frühjahr dieses Jahres schaute es für die Union mitnichten gut aus, eine Annalena Baerbock wurde als Kanzlerkandidatin für die Grünen nominiert, Armin Laschet darf nach anfänglich chaotischem Hin und Her zwischen ihm und Markus Söder als potentieller Kanzlerkandidat der Union sein Glück versuchen, während Olaf Scholz zunächst als chancenlos gilt.

Die anderen drei Parteien im Deutschen Bundestag ernennen keine Kandidaten, so daß die Ausgangslage eigentlich gut überschaubar sein müßte. Wie erwähnt, die Union hinkte im Frühjahr bei den Prognosen den Grünen hinterher, die Medien überschlugen sich ob der Möglichkeit, daß nach der Ära Merkel erneut eine Kanzlerin die Geschicke des Landes leiten dürfe.

Der Hype hielt nur nicht lange. Von Zufall kann überhaupt keine Rede sein, sondern das Gesetz der Herrenriege bestimmt den weiteren Verlauf im politischen Geschehen. Wurde Helmut Kohl doch nach 16 Jahren Kanzlerzeit von Gerhard Schröder abgelöst, meinten die vermeintlichen Wähler des Sozialdemokraten, er würde für längere Zeit regieren, setzte die Vertrauensfrage ihm ein jähes Ende. Gezielte Absicht geglückt, Angela Merkel durfte übernehmen.

Erneut vergingen nunmehr 16 Jahre, nur mit dem Unterschied, daß weder die Sozialdemokraten noch die Grünen als Kanzler in Frage kommen. Da paßt doch ein Armin Laschet in die Rolle des Bauernopfers. In anderen Worten, dessen Amtszeit kann gleichwohl nicht lange währen, von den halbherzigen Wahlversprechen mal ganz zu schweigen. Weder wird die Union den Klimawandel beherzt ernst nehmen, noch soziale Belange oder das Chaos der Flüchtlingswellen ordnen.

Einziger Wermutstropfen, die Nazis werden zur nächsten Bundestagswahl 2025 in der Versenkung verschwinden, weil die Fehler der Union unbedingt den Grünen zuspielen. Alles andere steht in den Sternen möglicher oder unmöglicher Ereignisse.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Der politische Witz

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Bequemes System

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Womöglich,
es wäre möglich,
sind wir falsch integriert,
Computer sind auch oft falsch programmiert,
ein falscher Knopf gedrückt,
vor einer falschen Macht gebückt,
und schon, ein Desaster,
für böse Zungen gibt’s kein Pflaster,
Angst und Schrecken lähmen,
die Pillen um Wesen zu zähmen,
irgendwann für gut befunden,
um ein Ego zu gesunden,
damit eine Meinung vorherrscht,
die selbst den Notruf beherrscht,
kein Wenn und Aber
und schon kein Gelaber,
ein Wort, ein Mann, ein Wille,
welch salbungsvolle Stille
so ein Aggressor verbreitet,
dieser Frieden Seelen ausweidet,
seitdem ist jedes Gefühl verpönt,
falls es der Liebe frönt,
will der Geist die Herzen heilen,
will Wissen verteilen,
wird ihm befohlen,
ganz unverhohlen,
bei seinen Leisten zu bleiben
er solle seine Zeit mit Mumpitz vertreiben,
die Menschen bräuchten Heiterkeit,
um zu heilen ihr Leid,
zudem funktioniere das System,
schließlich ist es herrlich bequem,
angewandt seit Jahrmillionen,
da kann es sich nicht lohnen,
die Seele mit Gewissen zu bewohnen,
der Fehler, wem diese Regel nicht gefällt,
Menschen mit Vorstellungen quält,
die ein Zusammenleben erleichtern,
Altbewährtes mit neuen Ideen zuzukleistern,
liege nicht an Kriegen, Gräueltaten,
sondern sei der Menschen Lebenssinn verraten,
der lautet, Ordnung, Pflicht sind Normalität,
alles andere ist schlicht Absurdität,
wo kein Herrscherwahn vorliegt,
dieser Mensch hat keinen Lebenswillen abgekriegt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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EM-Titel verpasst

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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Ausreden schnell parat,
der Ball rollt schwer,
es riecht nach Verrat,
weil der Kopf so leer.

Im Fußball zählen Ideen,
Schnelligkeit und Kondition.
Davon war nicht viel zu sehen,
es hilft kaum ein beleidigter Ton.

Manchmal den Fokus lenken
von handzahm zu Kampfesgeist,
Im Wimbley-Stadion Fahnen schwenken,
die Deutschen bald abgereist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Joe Bidens Einfluss scheitert oftmals an US-Senator Joe Manchin

Eine Laus im Pelz der Demokraten

Ein Vergleich zum Problem der Grünen mit einem Boris Palmer hinkt keineswegs. Was beflügelt Politiker, die eigene Partei in Mißkredit zu bringen? Machtgehabe, Narzißmus im Reigen verfehlter Ansichten wie sie bei den Demokraten gar nicht passen, er womöglich bei den Republikanern besser aufgehoben wäre?

Bastian Brauns Artikel in T-Online befaßt sich ausführlich mit dem US-Senator Joe Manchin, dem Mann, der die Präsidentschaft von Joe Biden zerstören könnte. Zweifel sind dennoch angebracht, es wäre ziemlich fatal, wenn ein einzelner Senator dermaßen viel Macht auskosten dürfte. Trotzdem mag jener Mann nicht nur eine Reizfigur in den Reihen der Demokraten sein, sondern obendrein im Grunde einem Donald Trump dazu verhelfen, wieder besser Fuß zu fassen.

Jemand, der Trumps protektionistische Politik lobt

Wie Michael Kruse in der US-amerikanischen Zeitung Politico in dessen ausführlichen Artikel Manchin in the Middle vor vier Jahren mal beschrieben hat. Jene Treffen mit Donald Trump verdeutlichen einmal mehr, aus welchem Holz dieser Joe Manchin geschnitzt ist. Ob die Demokraten ähnlich wie hierzulande im Fall Palmer oder Sarrazin über ein Parteiausschlußverfahren gegen ihn gegrübelt haben? Das sollte man nicht von der Hand weisen.

Wer bereits mit Barack Obama damals auf Kriegsfuß stand, wird sich bei einem Joe Biden ganz ähnlich verhalten. So geschieht das, was viele längst befürchtet haben. Joe Manchin, die Haßfigur der Demokraten, macht dem 46. US-Präsidenten das Leben schwer. Zum viel größeren Nachteil etlicher Menschen im Land, schließlich könnten durch ihn milliardenschwere Investitionen bei der Infrastruktur genauso scheitern wie der Klimaschutz oder schärfere Waffengesetze.

Die Rolle der „Lame Duck“ steht Joe Biden so gar nicht

Zumal er sowohl während des Wahlkampfs als auch in seinen ersten Reden und Beschlüssen ziemlich selbstsicher auftrat, dem Volk und der Welt versicherte, den Schaden, den sein Vorgänger angerichtet hatte, möglichst zügig zu beseitigen. Doch mit einem Joe Manchin im Hintergrund wirkt das für Joe Biden als enormer Bremsklotz, der in der Tat ihm das Leben als US-Präsident schwer macht.

Donald Trump frohlockt längst, weil ihm ein Joe Manchin von großem Nutze ist. Nicht zufällig trafen die beiden sich noch während dessen Amtszeit. Insofern muß man mit Fug und Recht den Demokraten bescheinigen, daß sie eine gefährliche Laus in den eigenen Reihen haben. Bedauerlich in jeder Hinsicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Erstaunlich oder so ähnlich

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Nun, erstaunlich,
so ähnlich dachte ich neulich,
die Sonne blickt blind auf ihr Bestrahltes,
mittels Schatten, die Form, sie erahnt es.

Nun, erstaunlich,
so ähnlich dachte ich neulich,
die Sonne scheint es nicht zu stören,
vermutlich kann eine Form sie bereits betören.

Nun erstaunlich,
so ähnlich dachte ich neulich,
die Sonne erwärmt sich für Schattengestalten,
von ihr werde ich nie für ein schwarzes Schaf gehalten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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