Bereit zur Lieblosigkeit

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Zerstörungswut sucht Ventile,
davon möglichst viele.
Haß und Hetze im Internet
alles andere als nett.
Meinungsfreiheit ein kostbares Gut,
doch was soll all die Wut?
Haben wir das Diskutieren verlernt,
wird just die Demokratie entkernt?
Mit Blick gen Ellenbogengesellschaft
kreative Leichtigkeit wird abgestraft.
Wohin solch Entwicklung führt,
bleibt in den meisten Köpfen ungerührt.
Kein Gedanke an Frieden und Freiheit,
man verplempert lieber kostbare Zeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Globetrotter willst du sein

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Kanntest du den Hugo,
der bei Ulm irgendwo
zwischen den Abfahrten,
ich war da am Warten
auf den nächsten Lift,
da trat er aus dem Dickicht,
lud mich ein zum Essen,
hab Stunden gesessen
bei ihm vor dem Zelt,
erzählte, hier sei seine Welt,
von diesem grünen Fleck
käme, wolle er nicht weg,
in Ulm sei er geboren,
hätte sich früh geschworen,
fremde Länder zu bereisen,
wie um ihm zu beweisen,
nach Ulm führen alle Straßen,
keiner wollte ihn als Insassen
in ihren Autos und Lastwagen,
so hat er sein Zelt aufgeschlagen
neben den Autobahnanschlüssen,
die Weltenbummler müssen
hier die Fahrgelegenheit tauschen,
und er kann mit ihnen plauschen,
was du kanntest den Hugo nicht,
den Hugo, der bei Ulm im Dickicht
das Universum zu Besuch hatte,
der Hugo, auf dessen Hängematte
das Rauschen der Niagarafälle
durchdrang deine Trommelfelle,
high wurdest durch das Benzin,
da tramptest du niemals hin,
Globetrotter willst du sein
und warst nie bei Hugos Stelldichein.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ausverkauf der Demokratie

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Wenn konservative Kräfte sich formieren

Daß die Union sich im Moment am Zerlegen ist, sollte inzwischen aufgefallen sein. Dramatisch genug das unselige Ringen um die Kanzlerschaft durch die Herren Söder und Laschet. Zur Freude von Annalena Baerbock, potentielle Kanzlerkandidatin der Grünen. Einem Oskar Lafontaine mag dies nicht schmecken, aber wen interessiert schon die Linken, die durch Sahra Wagenknecht per Linkskonservatismus für genügend Erstaunen gesorgt haben.

Dies wiederum mag ohne Weiteres den Nazis zugutekommen, die sowieso durch den Pöstchenreiter Hans-Georg Maaßen kaum bis gar nicht damals vom Verfassungsschutz behelligt wurden. Mit Blick gen Justiz und dem fragwürdigen Ausgang des NSU-Prozeßes bestätigte sich ohnehin jene Haltung, die exemplarisch zu sein scheint für dieses Land.

Im Spiegel echauffiert sich eine CDU, in Thüringen sorgt die Nominierung für Entsetzen. Tatsächlich? Es handelt sich doch um jenes Bundesland, in dem ein Ministerpräsident Bodo Ramelow abgestraft wurde, weil die CDU zusammen mit der FDP Tabubruch begangen hatten. Somit kommt die jetzige Empörung einer gewissen Heuchelei gleich, die nicht wirklich verwundert.

Zumal die Union ohnehin auch bundesweit vor allem in der Großen Koalition vieles versäumt hat, ihr wahres Gesicht erneut zum Vorschein gelangt. Besonders in Wirtschaftsfragen möchte man so gar nicht von eigenen Pfründen weichen, wie der Arbeitgeberpräsident neulich warnt, die Grünen würden Wohlstand vernichten, so dessen Einschätzung beim Lesen von deren Wahlprogramm.

Das entspricht altbekannten Mustern, die auf dem Rücken der Mittelschicht, den kleinen Einkommen bishin zu Menschen, die auf den Sozialstaat angewiesen sind, ausgetragen werden. Damit haben besonders christliche Parteien so gar keine Bedenken, im Übrigen auch die Liberalen. Interessanterweise trauen so manche sozial Abgedrängte den Nazis, diese würden es für sie schon richten. Mit ein wenig Geschichtsbewußtsein müßten sie allerdings wissen, daß in Diktaturen stets Lager für harte Konsequenzen sorgen, wer nicht spurtet, wird schlichtweg liquidiert!

Bei Feststellung dieser bevorstehenden Aussichten mag man sich nur wünschen, daß die Grünen die Union nebst SPD ablösen, um dem Land schlußendlich den richtigen politischen Diskurs zuzutrauen, bei dem neben der Bewältigung der Klimakrise auch die sozialen Schieflagen endlich bereinigt werden, um einer arroganten Elite das Handwerk zu legen. Deren fetten Jahre haben für genug nachhaltige Probleme gesorgt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Bundesverfassungsgericht cancelt Klimaschutzgesetz

Eine schallende Ohrfeige gen Bundesregierung

Letztendlich der folgerichtige Auftakt zur bevorstehenden Bundestagswahl im September, wobei die Grünen erst recht sich bestätigt fühlen dürften, obwohl FFF diese gleichwohl kritisiert hatten. Das Signal an die Klima-Justiz dürfte dennoch ziemlich deutlich sein, inwieweit die Große Koalition hierzulande zu halbherzig bisher agiert hat.

Endlich wird per oberstes Gericht bestätigt, daß das deutsche Klimaschutzgesetz in dessen aktueller Form eben teilweise nicht mit den Grundrechten vereinbar sei. Was Ende 2019 zuvor mittels des höchsten niederländischen Gerichts der dortigen Regierung angemahnt worden war, hat nunmehr auch hierzulande das BverfG veranlaßt, ebenso zu reagieren.

Die Politik muß endlich handeln

Mit dermaßen halbherzigen Gesetzen wird es somit nicht mehr getan sein, das ist die Botschaft aus Karlsruhe, das Fazit von FFF und etlichen Umweltschutzorganisationen. Die Union hat schon überdeutlich aufgezeigt, was sie selbst von der Energiewende hält, die in Deutschland potentiell verhindert werden soll.

Zu dem selben Schluß gelangt auch der Schauspieler Hannes Jaenicke im jüngsten T-Online-Interview, der dort als einer der Mitkläger Stellung bezogen hatte. Auf die Frage, was er jetzt von der Politik erwarte, erwiderte Jaenicke, die CDU/CSU rede gern grün, mache aber das Gegenteil, konsequenter Umweltschutz sei eben von der Union verhindert worden.

Gute Vorzeichen aus den USA?

Wenn im Herbst die Bundestagswahl ansteht, Annalena Baerbock für die Grünen als Bundeskanzlerin die Geschicke unseres Landes lenken darf, blickt man eher wohlwollend gen USA, wo schließlich ein Joe Biden den 45. US-Präsideneten in dessen Schranken gewiesen hat.

Beim virtuellen Klimagipfel betonte Biden zu Recht, die Klimakrise ließe sich nur global aufhalten, doch der „Green Deal“ sei kein Klacks, wie Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und des Berliner Klimaforschungsinstituts MCC, betonte.

Trotz weltweit steigender Emissionen keine leichte Aufgabe, dennoch dringend notwendig, will die Politik den Klimawandel nachhaltig zumindest ausbremsen, das erklärte Ziel des Pariser Abkommens erreichen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Unterm Strich

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Möchte der Mensch nicht,
ich dachte,
glücklich leben,
dem Nächsten
die Sorgen nehmen,
sich freuen ob der Schönheit
der Künste, der Schöpfung,
gemeinsam lernen
zu lösen jede Problemstellung,
möchte der Mensch nicht,
ich dachte,
anstatt ihn anzuzetteln,
Streit schlichten,
Erfahrungen sammeln,
sich nach Erkenntnissen richten,
Wissen kennen,
Tatsachen darüber benennen,
möchte der Mensch nicht,
ich dachte,
unterm Strich
machte
die Summe das Resultat
jedes Wortes, jeder Tat,
selbstverständlich das Ergebnis
zum positiven Erlebnis,
möchte der Mensch nicht
ich dachte,
einen Strich ich machte,
er suhlt gern im Dreck,
dienlich für seinen Zweck,
anderen zu schaden,
um in Beachtung zu baden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ende der Union nach Merkel-Ära

Ein politischer Wechsel bahnt sich in Deutschland an

Diese Zahl offenbart letztendlich das Problem, so wie manchmal mathematische Vergleiche, nicht nur durch Statistiken, welches die deutsche Politik maßgeblich beeinflußt hat. 32 Jahre regierte die Union, im Wesentlichen die CDU selbst, dazwischen versuchte sich Rotgrün mit Herrn Schröder, der zwar den großen Wurf mit den Hartz-IV-Gesetzen als die Errungenschaft zu punkten glaubt, dennoch bestimmten eben die christlichen Parteien den politischen Verlauf.

Macht mal Pause, bescheinigt ihnen Christian Bangel in der Zeit. Kürzer kann man dies kaum auf den Punkt bringen, allerdings höchste Zeit für dieses Land. Die Grünen stehen längst in den Startlöchern. Annalena Baerbock nächste Bundeskanzlerin? Mit Blick gen jüngste Umfragen keineswegs so abwegig, laut gestriger Forsa-Prognose erreichen die Grünen 28%, während die Union nur 22% erhielte. Die Staffelung der nächsten drei Parteien spricht Bände: SPD 13%, FDP 12% und die Nazis würden immerhin noch 11% der Wähler gutheißen. Eine abgeschlagene Linke mit nur noch 7% sollte sich nicht wundern, da hat wohl Sahra Wagenknechts Linkskonservatismus seinen nicht unerheblichen Anteil.

Die Würfel gefallen, bevor der heiße Wahlkampf beginnt?

Man sollte bedenken, nachdem Olaf Scholz für die SPD als Kanzlerkandidat schon früh im Ring stand, verursachte dies besonders bei Unionwählern eine gewisse Häme. Die Grünen wußten von Beginn an, entweder Robert Habeck oder Annalena Baerbock. Daß am Ende sie sich durchsetzen konnte, tut nicht nur der Partei gut, bestätigt übrigens ihre Haltung zur Rolle der Frau in politischen Ämtern, sondern inpliziert eine Fortsetzung des Bundeskanzlerinnenamtes, immerhin lenkte Angela Merkel die Geschicke des Landes genauso lang wie Helmut Kohl zuvor.

Und die Union? Die dümpelt vor sich hin, zerlegt sich sogar ziemlich augenscheinlich, wenn man bedenkt, daß sie mit ollen Kamellen um die Ecke kommt, wie die Werteunion sie vertritt, an deren Spitze ein Friedrich Merz sich erneut versucht. Dessen Spaltung trägt bereits erste, unübersehbare Früchte. Insofern sind die Würfel tatsächlich gefallen, wie die letzten Umfragewerte auch bestätigen.

Ein Armin Laschet ist alles andere als drollig

Wie Christian Bangel ihn in seinem Artikel zu beschreiben versucht, weil dieser Verständnis für die Schauspieler von #allesdichtmachen zollte. Wer rechtsradikales Gedankengut ignoriert und ziemlich offensichtliche Zusammenhänge mißachtet, muß sich nicht wundern, als Verharmloser eingeordnet zu werden. Das ist weder drollig noch verniedlichend, sondern schlichtweg eine Anmaßung. Möge niemals nicht ein Herr Laschet die Geschicke dieses Landes leiten.

Die Union scheint eines nicht so richtig begriffen zu haben. In  erster Linie haben es jene Nazis in die Landesparlamente und in den Deutschen Bundestag geschafft, weil Teile aus den eigenen Reihen bis heute die Nazi-Ära nicht aufgearbeitet haben, immer noch jener Geist in manchen Köpfen spukt, der jetzt wieder versucht, hierzulande Fuß zu fassen. Dies gilt es mit aller Entschiedenheit zu verhindern!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Von Bahnhof zu Bahnhof

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Er saß mir im Zug gegenüber,
das Licht wurde trüb und trüber,
flackerte, dunkel war das Abteil,
die Strecke kennt keine Langweil,
Tunnel, Wiesen, Tunnel, Wald,
Abwechslung vom Feinsten halt,
er sprach von Hexen, Dämonen,
sein Buch zu lesen würde lohnen,
neben ihm der Scherenschleifer
benickte jedes Wort mit Eifer,
auch im Dunkel war’s zu vernehm‘,
in seinen Bündeln tönte es angenehm
nach klirrendem Metall, nach Eisen,
Werkzeug und Ware bei seinen Reisen
hingen über Schulter, Rücken,
er schepperte beim kleinsten Nicken,
Heilerinnen seien sie, die Hexen,
einige Menschen dagegen Echsen,
mit gespaltener Zunge sprächen sie,
grinsen, halten dich aber für Vieh,
du sagst es, verzeih, wenn ich stör‘,
die Wahrheit sprichst, was ich so hör‘,
ein Bürstenbinder stand neben mir,
ist doch noch Platz neben dir,
schon saß er breitbeinig, schnaufend,
selbst im Sitzen röchelte er laufend,
die Lampen entschieden sich fürs Licht,
die Drei für Geschicht um Geschicht,
sie übertrumpften sich beim Erzählen,
den besten Platz, den ich konnt‘ wählen,
war unter diesen weitgereisten Herren,
die zwischen Gott und Schimären,
zwischen Tunnel und Landschaft,
mir boten ihre lehrreiche Gesellschaft,
zwischen Gengenbach und Singen
ließ ich meine Kindheit ausklingen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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