Lug und Trug soweit das Auge reicht

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Immer schön die Wahrheit ausblenden,
lieber per Schlagzeilen verschwenden,
daß die Corona-Inzidenz sinkt,
dennoch eine hohe Todeszahl hinterherhinkt.

Hauptsache Spaß im baldigen Sommer,
was interessiert schon ein kritischer Donner.
Urlaubspläne und Krankenhausprofite zählen,
weil im Herbst wir wiederwählen.

Dann darf die neue Regierung es richten,
der Bevölkerung manch Mär dichten,
von geschönten Zahlen, Glücksgefühlen,
bloß keine Skandale aufwühlen.

Schließlich braucht die Made im Speck
ihren Reichtum zum Selbstzweck,
während der Bürger nur funktionieren muß,
jedwede Kritik sei daher gezielter Stuß.

So tickt die Welt seit eh und je,
weil seitdem nichts Konstruktives mehr gescheh.
Wer meint, man könne diesen Kurs beenden,
der wird manch Leben noch verschwenden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Ende in Sicht bei der Corona-Krise

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Da läuft noch vieles völlig verkehrt

Schön, wenn in sozialen Medien wie in Facebook selbst Menschen, die gar in der Prioritätsstufe Vier sich befinden, glücklich kundtun, daß sie bereits einen Impftermin hätten, während gar genügend Betroffene der Prioritätsstufe Zwei nach wie vor geduldig auf einen Impftermin ausharren. Mit blankem Neid hat dies nichts zu tun, aber mit einer unverkennbaren Ungerechtigkeit. Da läuft wohl etwas komplett verkehrt!

Während immer mehr Impfkonflikte festzustellen sind, warum die ersten Ärzte vom Aufgeben sprechen, tönen genügend Politiker in Talkshows oder in manch Plenum, wie toll doch ihre Corona-Politik sei. Weit gefehlt. Unmut breitet sich aus, wobei gar jene Corona-Leugner sich obendrein hämisch daran ergötzen. Das sind keine guten Aussichten.

Zwei Supermächte spielen sich auf

Möchten ziemlich offensichtlich die Corona-Pandemie herunterspielen. Daß die VR-China ihr wahres Gesicht in der Corona-Krise offenbart, war nicht nur absehbar, es bestätigt deren Kurs von Weltherrschaftsphantasien. Die andere betrifft Russland. Obwohl täglich Hunderte an Covid-19 sterben, geht das öffentliche Leben in Russland zur Normalität über, als hätte es Corona nie gegeben, berichtet Maxim Kireev in der Zeit.

Die Zahl der Impfwilligen sinkt rapide, die Menschen scheinen die Angst vor Corona verloren zu haben. Daran sei Wladimir Putin keinesfalls unbeteiligt, im Gegenteil, dieser nimmt die Pandemie in der Öffentlichkeit nicht allzu ernst, das färbt natürlich ab, obwohl die durch Corona Sterbenden real andauern. Nur Zahlen haben offensichtlich in Russland lediglich einen abstrakten Wert, kümmert die Wenigsten, wer das geringe Maskentragen in der Moskauer Metro beobachtet. Die Mächtigen im Kreml erhoffen, das Problem würde sich von allein lösen. Welch trügerische Einschätzung!

Vierte Welle absehbar?

Laut Karl Lauterbach und Hendrik Streeck allemal, sie warnen vor zuviel Sorglosigkeit im Umgang mit Corona. Dabei mahnen sie eindringlich an, wir sollten die Zeit im Sommer nutzen, um Prozesse und Strukturen zu optimieren. Mit Blick zum letzten Sommer 2020 sind Zweifel durchaus angebracht, damals wurde seitens der Politik manches versäumt, obwohl viele in der Bevölkerung sich diszipliniert verhalten hatten.

Genug Gründe pessimistisch in die Zukunft zu schauen? Teilweise schon, obwohl die Hoffnung zuletzt stirbt. Mit Blick gen Indien, Brasilien und anderen Orten, wo das Virus sich gerade heftig austobt, für genügend Tote sorgt, sollten wir zumindest hierzulande alles tun, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Da muß noch viel mehr geimpft werden, mit lockerem Plausch in Talkshows wird es nicht getan sein, was sich erst recht ein Kanzlerkandidat Armin Laschet hinter die Ohren schreiben sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Tränen stehen nicht für Menschlichkeit

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Du nennst dich menschlich,
du heulst, wenn etwas traurig ist,
diese Gefühle sind nicht nur
Mensch gegeben.

Auch Tiere trauern, weinen gar,
wenn ihre Liebsten dem Tode nah
oder bereits verschieden, das Tier
ist demnach also menschlich.

Du regst dich tierisch auf,
dieser Vergleich verwehrt dir
deine Stellung als Erhabener
über alle anderen Spezies.

Auch zeigt er deine Rückständigkeit
der Kenntnisse über Humanität,
menschlich bist du erst,
wenn Helfen an erster Stelle steht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Dreimal T

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Der Morgen war schon zerkaut,
bevor ich einen Bissen davon nahm,
laut sang ich, tanzte um den Tisch,
erwacht aus glücklichen Träumen,
schrill diese Töne vom Telefon,
Sabrina hier, so früh nur du erreichbar,
mein Traum war einfach märchenhaft,
inbrünstig, ohne Unterlaß schnattert sie,
verstehe wer will, mein Traum war das,
den sie mir blümchenbildhaft erzählte,
multitaskingfähig ich nun mal bin,
Telefon zwischen Kinn und Schulter,
Kaffeekanne über der Tasse,
daß sie meine Lieblingstasse war,
die nur morgens, ach Scheiß Ritual,
meine Beine noch voll im Swingrhythmus,
Hörer auf Tasse, Kaffee auf Beine,
zerschmettert Traum, Telefon, Tasse,
dreimal T, toll, toller, am tollsten,
Tollpatsch, wie konnt‘ ich nur
den Traum so früh genießen,
ohne mich gefühlsmäßig abzusichern
vor frechen Traumerlebnisdieben,
die ihre Traumweltenantennen
stets auf deine Traumbilder projizieren,
Nacht laß‘ ich es jetzt werden,
um der Tage Träume zu schauen,
niemals mehr traue ich einer Schlafmär.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rettungskette für Menschenrechte – zweites Interview mit Rahel Schlumberger

18. September 2021 – #HandinHand kann jetzt endlich stattfinden

Vor über einem Jahr hatten wir Rahel Schlumberger zum ersten Mal interviewt, jene Initiative als Zeichen für Menschlichkeit unbedingt gutgehießen, sie und ihr Team bestärkt, weil ganz besonders Europa sich weiterhin abschottet, das Flüchtlingselend viel eher zuläßt, anstatt die Ursachen auch nur ansatzweise abzubauen, sich einzugestehen, daß die Politik der EU vieles versäumt und schlichtweg ignoriert.

Seitdem erhielt die Initiative #HandinHand# – Rettungskette für Menschenrechte völlig zu Recht eine erhöhte Aufmerksamkeit in den Medien, zuletzt in einem Interview im Radio Dreyeckland. Parallel fühlten sich auch andere Menschen berufen, Flüchtlingen zu helfen, wie Ina Felina mit ihrem ‚Projekt 009’ verdeutlicht, welches sie vor bald vier Jahren ins Leben gerufen hat.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die ursprünglich geplante Rettungskette für Menschenrechte im Mai 2020 eben nicht stattfinden, mußte verschoben werden.

Lotar Martin Kamm: Schön, daß du zum zweiten Mal hier bei Makadomo dich für ein Interview bereit erklärt hast. Seit dem Januar 2020 bis heute haben sich wohl etliche Gleichgesinnte zu euch gesellt. Magst du berichten, was sich inzwischen getan hat?

Rahel Schlumberger: Die Zusammensetzung des Orga-Teams hat sich geändert. Einige haben das Orga-Team verlassen und mehrere neue Mitglieder kamen hinzu.

Außerdem haben wir uns breiter aufgestellt und die Vernetzung mit unseren Partnern*innen intensiviert. Wir treffen uns jetzt alle 2 bis 4 Wochen mit allen Partner*innen in Online-Konferenzen. Dies erleichtert die Arbeit ungemein und stellt sicher, dass wir schneller und flexibler auf die Anregungen der Partner*innen reagieren können. Außerdem stellte sich hierdurch eine Art Synergie-Effekt ein, der dem ganzen Projekt Auftrieb gibt.

In einem langen Gespräch mit unseren Partner*innen haben wir uns aufgrund der Corona-Lage dazu entschieden, die Menschenkette auf den 18.09.2021 zu verschieben. Am ursprünglichen Termin, dem 24.04.2021, fanden stattdessen Auftaktveranstaltungen statt. In vielen, aber nicht allen Punkten entlang der Route gab es kreative Veranstaltungen, die viel Zuspruch erhielten und uns Mut machten.

Auf Instagram und Twitter sind wir jetzt auch aktiver, und wir haben gemeinsam mit unseren Partner*innen drei schöne und bewegende Statement-Videos veröffentlicht. Dort ist recht gut zu sehen, wie vielseitig und bunt das Bündnis „Menschenkette“ ist.

Lotar Martin Kamm: Mit der Corona-Pandemie hat sich die Lage der Flüchtlinge letztendlich eher verschärft, oder? Obendrein sind längst sogenannte Pushbacks Alltag im Mittelmeer, ob vor libyscher Küste oder vor griechischer. Da hat sich viel Aggression aufgebaut, die Ihr gleichwohl mit der Rettungskette für Menschenrechte anmahnt?

Rahel Schlumberger: Ja, da gebe ich dir absolut recht. Die elendige Situation der Geflüchteten ist kaum noch im Fokus der Bevölkerung. Menschenrechtsverletzungen geschehen weiterhin, aber kaum einen scheint es zu interessieren.

Die Bevölkerung stellt sich gespalten dar. Jeder kämpft gerade alleine für seine Existenz, für vermeintlich verlorene Grundrechte und gegen die Pandemie. Kurz ausgedrückt: Es gibt derzeit so viele Probleme, dass die Lage der Flüchtlinge in den Hintergrund gerückt ist. Frontex und die Küstenwachen agieren heute wesentlich ungehemmter und aggressiver gegen die Schlauchboote der Geflüchteten. Leider haben die wenigsten derzeit die Kraft dies anzumahnen. Nur noch wenige Menschen sprechen sich klar dagegen aus.

Aus meiner Sicht ist das nicht richtig. Europa sollte trotz der Pandemie an Humanität festhalten bzw. versuchen, humanitär zu handeln. Denn unsere Grundrechte, die wichtig und richtig sind, sollten für alle Menschen gelten. Es darf nicht sein, dass sie nur für manche Menschen gelten.

Ich sehe unsere Grundrechte als eine der wichtigsten Errungenschaften unserer Zeit an. Es gilt unbedingt, daran festzuhalten. Denn eine Demokratie ohne diese Rechte ist keine echte Demokratie. Genau hier setzt die Menschenkette an und erklärt klar und deutlich, dass Menschenrechte für alle Menschen ungeachtet von Herkunft, Rasse und Nation gelten müssen.

Lotar Martin Kamm: In einem knappen halben Jahr ist die Bundestagswahl bereits gelaufen. Es hat doch trotz Corona-Krise sogar etwas Gutes, daß jetzt am 18. September die Rettungskette für Menschenrechte, acht Tage vor der Bundestagswahl, in die Tat umgesetzt wird?

Rahel Schlumberger: Ja, so sehen wir es inzwischen auch. Eigentlich eine glückliche Fügung. Die bevorstehende Bundestagswahl wird unserem Anliegen noch mehr Bedeutung verschaffen. Gleichwohl wird es schwieriger werden, bei all den Wahlkampfveranstaltungen genug Öffentlichkeit zu generieren. Aber mit all den starken Partner*innen an unserer Seite blicke ich positiv auf den 18.09.2021.

Lotar Martin Kamm: Insofern ist die Politik gefragt. Hierzulande und besonders seitens der EU. Was muß sich unbedingt politisch ändern? Denn mit eurer Aktion allein wird es leider nicht getan sein.

Rahel Schlumberger: Ja, in erster Linie ist die Politik gefragt. Und Du hast recht: Unsere Aktion alleine wird es nicht ändern. Optimalerweise „schubst“ sie das politische Handeln aber in die richtige Richtung.

Die Politik müsste humanitärer handeln. Und sich auf EU-Ebene schleunigst auf eine gerechtere Verteilung der Geflohenen einigen. Die Bearbeitung der Asylanträge müsste deutlich schneller gehen. Am besten müsste dies schon mit Hochdruck in den Eintrittsländern  der EU geschehen. Denn es kann nicht sein, dass sich so viele Menschen zu Fuß auf den Weg machen müssen und unsere europäischen Partner an den Außengrenzen alleine gelassen werden.

Die Geflohenen durchqueren auf ihrer Flucht oftmals viele Länder, in denen sie viel Leid und Misshandlungen erfahren. Von dieser Misere hat dir Ina sicherlich auch schon berichtet.

Es ist entsetzlich, wie innerhalb der EU mit Menschenleben gehandelt wird. Rechtlos, arm und geächtet… Das darf nicht länger sein! Die Menschen brauchen eine echte Perspektive und einen sicheren Platz. Es vergeht viel zu viel Zeit, bis sie irgendwo ankommen dürfen.

Ich hatte beruflich und ehrenamtlich schon mit einigen Fällen zu tun, die durch die Flucht traumatisiert waren. Nicht durch den Krieg, denn dem entkamen sie rechtzeitig, sondern durch die Flucht und die unwürdige Behandlung von Seiten der Behörden. Und das in Europa!

Mir fehlen da immer wieder die Worte, und es macht mich unendlich traurig, dass es so ist. Besonders wenn man selbst loszieht, um Menschen entlang der Fluchtrouten zu helfen, wird es einem deutlich vor Augen geführt. Die Male in denen ich mich selbst aufmachte, fuhr ich immer mit Tränen in den Augen und viel Wut im Bauch nach Hause.

Das „Bündnis Rettungskette“ besteht aus vielen Akteuren der zivilgesellschaftlichen Mitte (Kirchen, Flüchtlings-Arbeitskreise, Jugendorganisationen u.v.m.) Wir alle zusammen können ein klares und friedliches Statement für mehr Menschlichkeit abgeben und werden so hoffentlich erhört werden. Die eigentliche politische Arbeit muss aber woanders stattfinden. Da wir auch von Seiten einiger Parteien großen Zuspruch erhalten, bin ich guter Dinge, dass sich da etwas tun wird.

Lotar Martin Kamm: Sollte ich noch Wesentliches nicht gefragt haben, jetzt wäre eine tolle Gelegenheit, dies deinerseits zu ergänzen.

Rahel Schlumberger: Im Großen und Ganzen hast du alles gefragt (lächelt). Ich möchte Ina auf diesem Wege noch liebe Grüße senden: Ich finde es toll, dass es Menschen wie Ina gibt. Menschen, die es nicht kalt lässt, was in Europa geschieht und die losziehen, um sich selbst ein Bild zu machen und den geflohenen Menschen beizustehen. Sie sorgen dafür, dass die Bevölkerung von den unhaltbaren Zuständen erfährt und die Geflohenen Zuspruch erhalten. Und dir möchte ich danken, dass du immer wieder darüber berichtest. Denn nur zusammen sind wir stark und können die Welt hoffentlich ein klein wenig besser machen.

Lotar Martin Kamm:  Im Namen des gesamten Teams bedanke ich mich herzlichst bei dir und hoffe, daß möglichst viele Menschen an der Aktion Rettungskette für Menschenrechte teilnehmen. Obendrein wäre es sehr wünschenswert, das Flüchtlingselend abzubauen und am Ende gar zu beenden. Die Welt wäre um einiges friedlicher.

Rahel Schlumberger: Danke, lieber Lotar, ich komme immer wieder gern. 😊

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Wieder Krieg im Gelobten Land

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Einseitige Statements machen die Runde
zugunsten der Hamas, Palästinenser,
übertrieben und oftmals immenser,
welch trügerische Kunde.

Keine Gewalt sollte dabei eskalieren,
ein viel zu langanhaltender Konflikt
offenbart sich durchaus als verzwickt,
jene Gegner haben viel zu verlieren.

Am Ende viel Tod und Besiegte,
Waffenlobbyisten profitieren wie und je,
Politik hat keine kompatible Friedensidee,
Mensch schon viel zu lang sich bekriegte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Antisemitismus nimmt hierzulande rapide zu

Israel-Hamas-Konflikt heizt erst recht die Mißstimmung an

Bei Protesten in Gelsenkirchen waren neben Palästinaflaggen auch algerische und türkische zu sehen, Florian Schmidt weist in dessen Bericht bei T-Online zu Recht daraufhin, daß Judenhaß keine Meinung sei. Erst recht nicht hierzulande, wo doch Nazi-Deutschland den Holocaust initiiert hatte. Während im Deutschen Bundestag wie selbstverständlich seit bald vier Jahren Nazis im Plenum sitzen, fühlt sich mancher Mob auf Demos, in den Straßen dazu berufen, seinen Antisemitismus frechweg auszuleben!

Israel weitet Gaza-Angriffe aus und im Ruhrpott werden in Protest-Parolen Juden mal wieder verdammt. Unfaßbar mit welcher Dreistigkeit Geschichtsklitterung erneut sich entflammen darf, manch Ordnungshüter entweder keine Ahnung haben oder schlichtweg jene Provokateure gewähren lassen. Soweit sind wir schon wieder im Herzen Europas.

Halle-Anschlag war nur die Spitze des Eisberges

Was im Oktober 2019 geschehen konnte, der Anschlag in Halle im NSU-Stil, sollte man mitnichten als zufällig werten. Es paßt zur politischen Gesinnung, die sich in all den Jahrzehnten halten und weiterköcheln durfte, ohne daß dies großartige Fortschritte hervorbrachte, Nazi-Schergen das Handwerk zu legen. Das Gegenteil fand viel eher statt.

Insofern muß man mit einer Zunahme rechtsradikaler Gewalt weiterhin rechnen, während im Hintergrund stille Geldgeber lauern, die obendrein den politischen Arm jener Nazis kräftig unterstützen bis hinein in sogenannte bürgerliche Parteien wie die CDU. Jüngstes Beispiel ist die Zustimmung zu jenem Hans-Georg Maaßen. Das spricht Bände.

Keine saubere Trennung zwischen Israelpolitik und jüdischen Mitbewohnern

Genau darin verbirgt sich ein nahezu unüberbrückbarer Graben. Während in vielen Kreisen Kritik an der israelischen Politik verpönt bleibt, mit der fadenscheinigen Behauptung, es handle sich dabei um Antisemitismus, findet dieser real zunehmend hierzulande statt. Juden haben in der Tat berechtigte Angst, wie Florian Schmidt in seinem Artikel schreibt. Daß jene „Querdenker“ dabei gern mitmischen, sollte nicht verwundern. Wer offen auf Bühnen und Demos Rechtsradikale mit unterstützt, hat eine angebliche Distanzierung tatsächlich verpaßt.

Volksverhetzung hat schlichtweg auf keiner Demo etwas verloren, da muß die Polizei mit Nachdruck einschreiten. Versäumt sie dies, erinnert jenes Verhalten an die Gepflogenheiten der Nazi-Ära, die dazu führten, daß jene braune Brut sich unbehelligt etablieren durfte. Das sollte auf jeden Fall verhindert werden!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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