Wir waren Mary

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Sie trug Männerhemden,
übergroß, gemustert und bunt,
ständig mußte sie
die Ärmel aufkrempeln,
Mary, sagte sie,
und wir nannten sie so,
eine Weile blieb sie,
aus Krawatten nähte
sie Röcke, Kleider,
übergroß, gemustert und bunt,
Mary wurde mitgebracht,
genauso wie Joel, Fredi
oder Sandrine oder Hanna,
wie Zucker, Kaffee
oder Zigaretten und Bier,
selbstverständlich,
unser Haus war riesig,
übergroß, gemustert und bunt
unsere Kleidung.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Im Dunkel schwermütiger Gedanken ein Lichtblick aufflackert

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Manch Traum der Realität zu nahekommt

Graue Wolkenbänder besetzten den Himmel, das spärliche Sonnenlicht erst recht bedrängten, was wiederum die Stimmung im Lande nicht gerade hob. Dennoch einige wenige Geister sich nicht beirren ließen in ihrer festen Überzeugung, daß am Ende des Tunnels ein Lichtblick sein sollte. Optimismus hielt sie zusammen, bremste den Zerfall aus, verhinderte, daß auch der Letzte vor lauter Trübsal das Handtuch warf.

Was war nur geschehen, ob jenes Zustandes, der nicht erst seit gestern viele in den Bann zog? Da hatte wohl schleichend, einem Krebsgeschwür gleich, ein desolates Lebensgefühl sich ausbreiten dürfen, ohne daß die große Masse dies real mitbekommen hatte. Könnte man vermuten. Doch halt, das entsprach keineswegs der Realitiät. Denn neben den bewußt inszenierten gewissen Fakenews, die für sich in Anspruch nahmen, es im Sinne aller zu richten, herrschten extreme Mißstände, die lediglich klein geredet wurden bin hin zur gänzlichen Ignoranz. Mahnende, die darauf hinwiesen, wurden einfach diskreditiert, der Lächerlichkeit preisgegeben, mundtot gemacht oder gar in bestimmten Ländern liquidiert, je nach Nowendigkeit angeblicher Bedrohungen.

Kein Wunder, daß die Medien selbst sich mal wieder rechtfertigen mußten. Einige wenige Versprengte harrten explizit aus, um der scharfen Angriffe zu trotzen. Mußten sie davon ausgehen, daß eine mögliche Apokalypse bevorstand, die allerdings kein Mensch tatsächlich seriös benennen konnte, wann und in welcher Form sie eintreten würde?

Dunkle Regenwolkenpakete mischten sich ins Einheitsgrau, hie und da platzten sie, entluden ihr kühles Naß gen Erde, Menschen und Tiere sich einen trockenen Unterschlupf suchten. Gemeinsam mit Gleichgesinnten war auch Trübsal ein Stückweit erträglicher, selbst wenn die Zukunftsaussichten noch so traurig. Hoffnung bohrte sich in jene Herzen, die einen Restfunken an schönen Erinnerungen hegten, ihren Kindern und Enkelkindern nicht vom Weltenuntergang berichten wollten, sich dagegen sträubten, obwohl die Gewißheit so nah.

Babette schreckte auf, blinzelte zum lilafarbenen Wecker, wußte im selben Moment, daß noch genug Zeit vorhanden, ehe sie in den neuen Tag starten würde. ‚Was habe ich da wieder geträumt‘, überlegte sie stirnrunzelnd. Andererseits stand ihr heute eine Klassenarbeit in Geschichte bevor, über die Fünfziger Jahre in Deutschland. ‚Naja, ein wenig nachlesen vom ollen Adenauer. Wird schon‘, sagte sie sich.

Plötzlich wurde ihr eine Traumsequenz bewußt: Sie sah einen Haufen Kinder schreiend in Richtung Schule rennen, weil ganz hinten am Horizont der typische Atompilz zu sehen war. Im nächsten Moment hatten sich alle auf den Boden geworfen vor Angst. ‚Ach ja, das war der Moment meines Aufwachens, das letzte Bild vom Traum‘, erinnerte sie sich. ‚Wie gut, daß im jetzigen Leben das noch keine Wirklichkeit ist‘, grübelte sie und stand auf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Energiewende in Deutschland potentiell verhindern

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Ein Blick zum Netzwerkgeflecht

Manche Geschichten schreibt das Leben ziemlich eindeutig, auch wenn es etliche gibt, die genau dies vertuschen wollen. Doch was einmal ans Licht gezerrt, findet Wege der Entfaltung, eine Offenbarung, die schockierender kaum sein könnte, für andere eher bestätigend. Mit allen Mitteln eine Energiewende besonders hierzulande zunichte machen, haben sich so manche auf ihre Fahnen geschrieben.

Das Netzwerk zur Verhinderung der Energiewende in Deutschland entlarvt gewisse Machenschaften, nach mühevoller Recherche zusammengestellt seitens des Magazins Europäische Energiewende (ee mag). Werfen wir doch mal ein paar Blicke hinein.

Peter Altmaier, Friedrich Merz und Nicolai Ziegler im Fokus

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) trifft mehrfach Detlef Ahlborn (FDP), der wiederum ist Vizepräsident der Bundesinitiative Vernunftkraft, wo sich u.a. etliche Klimaleugner tummeln, dabei verweist Altmaier gern auf Bürgerinitiativen gegen Windkraft, ernennt Stephanie von Ahlefeld zur Abteilungsleiterin „Energiepolitik Strom und Netze“ im Wirtschaftsministerium. Sie war langjährige Mitarbeiterin von Carsten Linnemann (CDU), der wiederum als Mitglied im Ausschuß für Energie des Bundestages sitzt, wo über das EEG entschieden wird.

Friedrich Merz (CDU), der gleich zweimal am CDU-Vorsitz scheiterte, auch ein Gründungsmitglied der INSM (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) ist, ein gemeinsames Buch mit Wolfgang Clement schrieb, als Präsident im Wirtschaftsrat der CDU fleißig mitmischt, dieser vollmundig den Klimaschutz während der Covid-19-Pandemie verzögerte, generell als Klimabremser fungiert.

Nicolai Ziegler arbeitet als Referent im Bundeswirtschaftsministrium, ist Vorsitzender der Bundesinitiative Vernunftkraft, Dachverband von Anti-Windkraft-Initiativen, der wiederum gern Klimaleugner zitiert. Außerdem ist Ziegler Stellvertretender Vorsitzender des Bundesverband Landschaftsschutz. Dieser organisiert mit umstrittenen Methoden Kampagnen gegen Windkraft.

Dieses Geflecht wohl eher die Spitze des Eisbergs

Je länger man sich die Graphik vergegenwärtigt, desto mulmiger beschleicht einem das sichere Gefühl, daß da viele Methoden in gezielter Absicht dahinter sich verbergen. Bloß keine Änderung im Umweltbewußtsein zulassen, möglichst profitorientiert agieren, verschleiern und sämtliche Seilschaften ausnutzen, um genau das zu erreichen.

Ob die Gebrüder Koch, ein Prof. Dr. Manuel Frondel oder jene AfD, sie sind allesamt gemeinsam verbandelt, ein Hohn, der gen Himmel stinkt, wenn wir bedenken, wie wenig Zeit der Menschheit noch verbleibt, die Klimasünden abzubauen und vor allem keine weiteren mehr zuzulassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Es ist nicht so

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Es ist nicht so,
es hätte mich nicht geärgert,
manchmal schon ein wenig,
war es so,
aber meistens nahm ich es hin,
gerne hin, mit Spannung,
auch wenn ich gelangweilt
über den Schrankenbäumen hing
und mit dem Gehänge schaukelte,
natürlich nur so lange
bis er zuschaute,
der Schrankenwärter,
gerne sah er es nicht,
sein Eigentum zweckentfremdet
als Lückenbüßer fürs Warten,
schließlich sorgte er sich,
die Gefahrenabwender könnten
zu Schaden kommen durch mich,
sein Blick reichte aus,
meine Langeweile zu beenden,
ungeduldig horchte ich,
hörte bereits das Schnauben,
als er noch gar nicht in Sicht,
der Zug, der große Schwarze,
der mich hinderte, uneingeschränkt
meines Weges zu gehen,
so eine ungeduldige Langeweile
kann schon ärgerlich sein,
aber eben doch nicht so.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Russlands Revolte hat viele Gesichter

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Weder Putin noch Nawalny werden es richten

Überall lehnen sich die Menschen auf, sobald Möglichkeiten des Protestes sich offenbaren, das Leid anwächst. In Demokratien ein Recht, die Meinung zu äußern, zu demonstrieren. In despotischen Staaten wohl eher nicht, wie wir in der Türkei, Weißrussland, in Nord-Korea und auch in Russland selbst verfolgen können. Doch was hat es mit jenem Alexej Nawalny auf sich, der doch Wladimir Putin Paroli bieten will?

Einerseits meint alle Welt, der Kreml habe diesen vergiften wollen, Despoten schalten ihre Gegner einfach aus, andererseits mag man kaum glauben, daß Ex-KGB-Leute dermaßen schlampig arbeiten, um dies nicht hinzubekommen. Skepsis sei insofern angesagt, was da wohl tatsächlich dahintersteckt, zumal Alexej Nawalny selbst kein unbeschriebenes Blatt ist mit seinem nationalistischen Gehabe. Erneut treibt ein eventueller Oligarch dem alten angebliche Flausen aus, so wie dies zuvor Putin tat, als er sein Amt begann und aufräumte?

Junge Russen zeigen Courage

Nur zu welchem Preis? Von Putin eingesperrt, geschlagen, schickaniert, betitelt Annika Leister bei T-Online ihren Artikel. Dabei zählt sie eine fragwürdige Beschreibung nach der anderen auf, was der Kreml an „Antworten“ parat habe, weil doch in Russland noch das Recht bestehe, demonstrieren zu dürfen, wie jemand voller Inbrunst hervorhebt.

Doch Wladimir Putin fühlt sich in die Ecke gedrängt, da unterschiedliche Protestformen ohnehin schon länger stattfinden, denken wir an Irina Slawinas Selbstmord, der Putins dikatorischen Kurs offenbaren sollte. Das sorgte weltweit für viel Aufmerksamkeit, auch wenn Putin selbst fast gar nicht reagierte. Junge Russen lassen sich inzwischen ganz offensichtlich nicht mehr aufhalten, das erinnert an andere Protestwellen, denken wir an den Arabischen Frühling.

Unregierbar das größte Land der Erde

Das wußten sowohl alle Zaren im großrussischen Reich als auch die kommunistischen Führer von Stalin bis Breschnew. Nicht weiter verwunderlich angesichts der gigantischen Größe, ca. so riesig wie China und Australien zusammengenommen. Obendrein mit sehr vielen Völkern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Das Ganze von Moskau aus zu regieren? No way, würde man in den USA kommentieren.

Apropos USA. Nach oder mit dem Trump-Desaster wird sowieso immer deutlicher, was Putins Kreml dabei wohl ausgeheckt hatte mit dessen Einflüssen beim Wahlkampf 2016. Wer heute noch von Zufall oder geheimnisvoller Verschwörung schwafelt, hat den Kern des Anliegens nicht im Ansatz verstanden. Wie überall auf der Welt spielt Macht die größte Rolle. Die lassen sich Herrscher wie Putin oder ein US-Präsident nicht nonchalant nehmen. Das sollten alle Protestler sich stes vergegenwärtigen. Es bedarf wohl einer ganz anderen Taktik, um jene brutalen Systeme zu stoppen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wahlprognosen im Ländle und Rheinland-Pfalz

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Nazis toppen die Sozen in Baden-Württemberg

Verkehrte Welt in Deutschland, wo mitten in Europa vor rund 90 Jahren die Nazis ihre Macht demonstriert hatten, diese im Zweiten Weltkrieg scheiterten, um erneut aufzuzeigen, wie vergeßlich und dummdreist diese NS-Vergangenheit schlichtweg ignoriert wird, Hauptsache es herrsche Ordnung. Welch trügerische Botschaft!

Wenn am Sonntag Wahlen wären, die Schlüsselfrage vor solchen Entscheidungen, besonders aufschlußreich im Superwahljahr 2021, immerhin stehen in diesem Frühjahr, am 14. März gleich zwei Landtagswahlen an, zum einen in Baden-Württemberg, zum anderen in Rheinland-Pfalz.

Ausgangslage und Prognosen im Ländle

Die Grünen erreichten 2016 mit 30,3% die Mehrheit, regieren in der großen Koalition mit der CDU, die 27 Prozent für sich verbuchen konnte. Drittstärkste Partei wurde mit 15% jene AfD, die Sozialdemokraten mußten sich mit 12,7% begnügen, während eine FDP immerhin mit 8,3% in den Stuttgarter Landtag zog, die Linken erneut mit 2,0% scheiterten. Die meisten Verluste hatte die CDU, immerhin ein Minus von 12%, während auch die SPD einen Verlust von 10,4% hinnehmen mußte.

So die Ausgangslage vor knapp 5 Jahren. Die Prognosen von FG-Wahlen (05. Februar) bescheinigen den Grünen gar 34%, der CDU wenigstens 28%. Doch die SPD müßte sich erneut mit nur 10% gegenüber den Nazis geschlagen geben, weil die ein Prozent mehr erreichen würden. Die FDP erhielte gar 9% und Die Linke wäre mit 3% nach wie vor unbedeutend.

Hauchdünne Mehrheit der CDU in Rheinland-Pfalz

Malu Dreyer müßte wahrscheinlich ihren Hut nehmen, die Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz aus SPD, Grüne und FDP wäre gefährdet. 2016 erreichten die Sozialdemokraten noch stolze 36,2%, die CDU als zweitstärkste Partei abgeschlagen mit 31,8% verlor 3,4% ihrer Wahlstimmen, während die Grünen als der Wahlverlierer sich entpuppte mit einem Minus von 10,1% gerademal mit 5,3% in den Mainzer Landtag zog, die FDP als viertstärkste Partei 6,2% erreichte, die Nazis 12,6%. Auch hier schafften die Linken nicht den Einzug in den Landtag mit nur 2,8%.

Ebenso vom 05.02. laut Prognosen von FG-Wahlen läge die CDU knapp vorn mit 33%, die SPD würden nur noch 31% wählen. Die Grünen wären mit 13% drittstärkste Partei, die AfD dahinter mit 7%. Die Liberalen müßten mit 5% bangen, während die Linken hoffen dürften bei einer Wahlprognose von 4%.

In Rheinland-Pfalz zeigen die Wähler wenigstens eine gewisse Lernbereitschaft, weil die Nazis dort mehr Stimmen verlieren als im Ländle. In Baden-Württemberg obsiegt wohl der Trotz, der Protest den starken Grünen gegenüber. Wenn schon die Linken weit abgeschlagen ohnehin nichts zu melden haben, dann zumindest eine AfD.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Parallelwelten außer Rand und Band

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Wege der Entfaltung überall präsent,
bloß nichts hinzudichten,
weglassen, wenn es real brennt,
bei Fakenews mitnichten.
Die werden als real verkauft,
Covidioten und Nazis Hand in Hand,
was sich dabei so alles zusammenrauft,
gefährlich und eklatant.
Genau so gewollt, könnte man meinen,
Politik schaut pikiert weg,
muß dies betont verneinen.
Wirtschaft und Radikale unter einer Deck‘?
Nur keine Fragen stellen,
vertuschen steht zur Diskussion,
man wolle niemand verprellen,
erst recht nicht die Union.
So redet man sich die eigene Welt schön,
das hat schon lang Tradition,
Kritiker sich niemals daran gewöhn‘,
was für ein dramatischer Hohn!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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