In meinen Träumen nachsah

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Als ich in meinen Träumen nachsah,
wie ich so lebe,
was ich so mache,
eine Spielkiste ist sicher aufgeräumter,
habe ich schon erwähnt,
wie bunt ich mir vorkam,
was für ein wunderlicher Blick
mir entgegenschaute,
als ich mich aus meinen Träumen heraussah,
so lebendig, ach, macht auch nichts.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Pandemie hat längst etliche Grenzen überschritten

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Nach anfänglicher Besonnenheit ein Desaster ohnegleichen

Je länger diese Pandemie uns alle fordert, desto ungeduldiger werden die Menschen, alldieweil eine ziemlich dramatische Entwicklung, ganz besonders jenen Corona-Leugnern genügend handfeste Untaten zuspielt, die diese wiederum für ihre Zwecke mißbrauchen können. Das hilft einer Zersetzung des Staates, ruft Widerstände hervor, mitnichten unserer Gesundheit, die gefährdeter denn je uns belasten wird.

Wenn ein Sascho Lobo in dessen Kolumne von Groll-Bürgern schwafelt, dann mag man das noch als chic titulieren, weil er sich aufs Niveau jener Hate-Speech-Gesellen einläßt. Im Grunde genommen bestätigt er deren Machwerk, der Sache selbst dient es keineswegs. Kritik sollte stets konstruktiv auftreten, will sie etwas wirklich bewirken.

Kritik an Corona-Politik hat oftmals leider Recht

In diesem Fall von Wirtschaftsfachleuten, die vor kurzem noch skeptisch hinterfragt wurden, warum sie so forsch ein Ende des Lockdowns fordern, um nur mal bei diesem Beispiel zu bleiben. Dennoch kündigen Ökonomen Regierung die Treue. Genau das war schon lange vorhersehbar, überfällig angesichts etlicher Patzer, die sich auch die deutsche Politik seit Herbst letzten Jahres geleistet hat.

Natürlich ist das Versagen der viel zu langsamen Impfkampagne der Hauptanklagepunkt. Erst recht, wenn man bedenkt, wie konstant die täglichen Todeszahlen hierzulande anhalten, inzwischen muß man schon an die sechsstellige Marke denken, wo doch im Herbst Deutschland gerade mal mit 10.000 Todespopfern im Vergleich zu anderen Ländern noch gut dastand.

Das Geschachere um Prämien und Gewinnmarchen ist schlichtweg ethisch und moralisch ein Skandal sondergleichen, genauso wie die lächerlich geringe Zahl von täglichen Impfungen hierzulande. Das kostet Menschenleben, ist durch gar nichts zu rechtfertigen!

Karl Lauterbachs Warnung wird nicht ernst genug genommen

Wen wundert’s dabei noch?! Mediengerangel hat seinen nicht unwesentlichen Anteil daran, denken wir an die Endlos-Talkshows zum alltäglichen Showdown beim „smarten Markus“. Mal Hand aufs Herz, das ist, mit Verlaub, kaum noch erträglich. Am Besten wegzappen, ignorieren.

Völlig zu Recht sieht Karl Lauterbach Deutschland wegen Corona-Mutanten „am Beginn der dritten Welle“. Das hat nichts mit Panikmache zu tun, sondern mit einer realistischen Einschätzung aus dem Munde eines Experten, der es wissen muß.

Während fleißig Kita- und Schulöffnungen noch vor Ostern stattfinden, mußten ziemlich schnell manche sofort geschlossen werden mit folgenschweren Ansteckungen und Quarantäne-Maßnahmen. Die Politik hat sich ins Bockshorn jagen lassen für all jene, die möglichst schnell wieder Gewinne auf ihrem Wunschzettel haben. Doch das Virus breitet sich einfach weiter aus, die Opferzahl könnte noch erheblich dramatischer uns alle eines Besseren belehren. Hätte Politik doch wesentlich effektiver gehandelt, so wird dann das Fazit lauten. Den Todesopfern und gesundheitlich Belasteten nützt das reichlich wenig.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ein neuer Tag beginnt

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Aus dem Bett gewälzt,
ins Bad gestelzt,
sich gehegt und gepflegt,
Morgenlicht sich vorsichtig regt,
langsam die Sinne erwachen,
Meldungen bringen dich nicht zum Lachen,
schon wieder Corona Thema Nummer Eins,
kein Ende in Sicht, so scheint’s,
Kaffeewasser aufgesetzt,
mit dem Brotmesser sich verletzt,
schnell ein Pflaster gesucht und geholt,
die Frau wird wach und grollt,
dennoch das Frühstück kann beginnen,
Diskussionen lautstark wie von Sinnen,
der Tag hat seinen Beginn,
das Leben stets viel Sinn.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Frankreichs Verbot der „Identitären“ ein Anfang

Geht es rechtsradikalen Gruppierungen endlich an den Kragen?

Gleich vorneweg, wohl kaum. Letztlich sind dies alles nur Tropfen auf den heißen Stein, möchte man politischen Entscheidungsträgern zuraunen. Dennoch muß man in dieser Hinsicht die französische Regierung loben, daß sie die berüchtigte „Identitären“-Gruppe verbietet. Ein wichtiger Anfang, schließlich nehmen jene Rechtsradikalen kein Blatt vor den Mund, wie sie mit Flüchtlingen und Andersdenkenden am Liebsten verfahren würden. Sie leben auf vielen Ebenen ihren abgrundtiefen Haß aus, lassen Rassismus freien Lauf.

Jene Gruppierungen der Identitären sorgten in den letzten Jahren immer wieder für Aufsehen mit ihren bösartigen Aktionen. Während die Österreicher den Mut hatten, sie endlich anzuklagen, zögert Deutschland weiterhin, ein zahnloser Verfassungsschutz beschränkt sich lieber auf vorsichtige Beobachtung, ohne wirklich entscheidende Konsequenzen zu ziehen.

Ganz besonders die Gesetzgebung, also auch die Justiz selbst, verharrt dabei, auf dem rechten Auge blind zu bleiben. Während man mit aller gebotenen Härte jedwede „linken Zellen“ bekämpft, läßt man Rechtsradikale eher gewähren, besonders das Ende vom NSU-Prozeß hat dies deutlich gemacht.

Erhobene moralische Zeigefinger nützen reichlich wenig

Davon lassen sich rechtsradikale Gruppierungen keineswegs beeindrucken. Ganz im Gegenteil, sie setzen alles daran, ihren Kurs auch politisch zu festigen. Ausgerechnet hierzulande gut erkennbar, schließlich sitzen in allen Parlamenten die Nazis, sprich jene AfD, haben sich diese Rechtsradikalen längst etabliert und somit behauptet. Unverblümt wird deren Gedankengut herumposaunt. Alle ehemaligen Betroffenen aus jener dunklen Zeit können nur erstaunt sich wundern, daß so etwas wieder in Deutschland möglich ist!

In anderen Worten, da muß wesentlich mehr Widerstand heranreifen, um Nazis nicht nur in die Schranken zu weisen, sondern vielmehr sie schlichtweg abzuschaffen, zu verbieten, auszugrenzen, wo immer das möglich ist, und zwar ohne wenn und aber! Sie haben schlichtweg keinerlei Existenzberechtigung. Warum? Ganz einfach, weil man Schwerverbrecher auch nicht draußen frei herumlaufen läßt. Eine Gesellschaft kann nur dann friedlich zusammenleben, wenn sie solche Auswüchse erst gar nicht duldet, geschweige denn toleriert.

Aber solange die verantwortliche Politik nicht dementsprechend scharf sich dem entgegenstellt, bleiben jene Nazis auf politischer Bühne, fühlen sich obendrein bestärkt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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So eine große Erinnerung

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Ich hatte so eine große Erinnerung,
größer als das Wissen um mich herum,
verstand Worte und Gesten noch nicht,
Trauer, Jähzorn war meine Reaktion,
wenn man mich an meinem Alter maß,
an dem Alter, das sie berechneten,
ihre Erinnerung für mich war jung,
sie begriffen nicht wie erstickend
große Erinnerungen sein können,
und ich fing an in Tagträumen
ihren Worten, Gesten zu entkommen,
die große Erinnerung nahm ich mit,
sie schmückte aus, mein Staunen
über die Welt, die ich einst verlasse.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schlafanzugshemd

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Bild von Vladan Rajkovic auf Pixabay

Schlafanzugshemd am Rücken klebt,
zu lange in der Sonne gestanden,
Schweiß durch das Gewebe drängt,
Hochsommer, Autos voll besetzt,
böse Blicke, freundliches Winke-Winke,
ein dröhnender VW-Bus heftig bremst,
voll mit lauter Musik und Menschen,
kennste hier aus, suchen einen Badeplatz,
Schlafanzugshemd am Rücken klebt,
zu lange im Wasser geschwommen,
Zeit sich im Straßenwind zu trocknen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Trumpomanie bis zum Erbrechen

Rassisten und Nationalisten mit offenem Visier

Wann dürfte der Spuk endlich vorbei sein, ein Ende finden? Wohl kaum, wer gen USA und zu den Medien blickt. Zwar hat ein Joe Biden unmißverständlich die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen, doch The Donald schwafelt weiterhin von der betrogenen Wahl, und dessen Anhänger applaudieren ihm, obwohl nicht der geringste Beweis vorliegt. Im Zeitalter von Fakenews spielt das keine Rolle.

Gut gebrülllt, Löwe, möchte man ihm und dessen Fans entgegenschmettern, außer ewiglicher Wiederholung seiner dürftigen Sätzchen und Lügen fällt ihm nichts Besseres ein. Das scheint durchaus auszureichen im Land der Storyteller und unbegrenzten Möglichkeiten. T-Online sieht in ihm die Comback-Show, er habe eine neue Masche. Was soll denn daran so neu sein? Er bedient die altbekannten Muster, nichts anderes fiel ihm in seiner vierjährigen Amtszeit ein.

Hauptsache seinen Rassismus mit all den brutalen, menschenunwürdigen Folgen ausleben, Herrenrassengehabe par excellence! Genau dies zollen ihm seine Anhänger, gestern der Sturm aufs Kapitol und morgen? Die Übernahme einer Demokratie, die man am Liebsten direkt abschaffen würde, um in den USA eine Alleinherrschaft zu verkünden? Zurück zum Nationalismus, wie man ihn weltweit verstärkt erneut beoachten kann? Es schaut sehr danach aus.

Die Welt wäre ziemlich gut beraten, solche Auswüchse mit Nachdruck zu verhindern, eine globale Zusammenarbeit kann nur dringender denn je angestrebt werden. Zumal genügend Herausforderungen anstehen, denken wir an die Klimakrise, an die Corona-Pandemie, Hungersnöte und zunehmender Terrorgewalt. All das interessiert einen Donald Trump mitnichten. Der spielt lieber Golf, trifft sich mit Despoten und schert sich einen Dreck um politische Korrektheit. Er lebt lieber seinen ungehobelten Stil, narzißtisch, cholerisch und frauenverachtend.

Trump im Scheinwerferlicht zeigt den Bösewicht, in dieser Rolle glänzt er weiterhin unerschrocken. Doch wir sollten tunlichst wachsam aufpassen, ihm nicht zuviel Aufmerksamkeit zu schenken. Die Zeit der Meldungen über dessen Entgleisungen ist vorbei, weil er eben nicht zum zweiten Mal als US-Präsident antreten durfte. Genau das ist die Botschaft der Wahl, die Joe Biden den Raum gibt, den er benötigt.

Gleichzeitig gibt es ohnehin genügend Herausforderungen, einer wachsenden Bereitschaft zum rechtsradikalen Gedankengut entgegenzutreten. Die Geschichte mit ihrem Leid darf sich keinesfalls wiederholen! Nie wieder Faschismus, mitnichten nur eine Parole, sondern ein Versprechen für Humanismus, Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Verpassen wir alle, diesen in Schranken zu weisen, steht uns eine schreckliche Zeit bevor.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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