Berufsfindung – die Qual der Wahl

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Auf dem Weg der Selbsterkenntnis

Schon lange bevor Heranwachsende ihren Schulabschluß beenden, stehen sie vor dem Problem der Berufswahl. Während für den einen bereits seit einiger Zeit feststeht, womit er in Zukunft seine Brötchen verdienen möchte, bereitet dem anderen die Qual der Wahl schlaflose Nächte. Das gilt natürlich genauso für den Haupt- und Realschulabgänger wie auch dem Gymnasiast.

Ob es eine bevorstehende Lehre sein soll oder ein Studium, entscheiden sollten sie sich schon. Aber was geschieht mit denjenigen, die nach dem Abschluß weiterhin keine Wahl getroffen haben? Sicherlich kann hierbei ein Berufsfindungsjahr eine Hilfestellung bieten, wobei auch dort je nach Einrichtungsangeboten bestimmte Berufsfelder nur in Frage kommen, was ebenso zumindest mit einer ungefähren Berufsrichtung- oder eingrenzung verbunden ist.

Die wirtschaftliche Notwendigkeit widerspricht der Entwicklung

Wir Menschen sind allesamt Individuen, so daß allein schon aus diesem Grund eine Vereinheitlichung der eigentlichen Entwicklung widerspricht. Nun könnte man ja meinen, früher wurde gar nicht lange gefackelt, der Sohn hatte gefälligst in die Fußstapfen des Vaters zu treten oder  zumindest einen artverwandten  Beruf zu erlernen, Töchter wurden kurzerhand einfach verheiratet.

Doch inzwischen hat die Gesellschaft sich von diesen alten Geschlechterrollen befreit, die Autorität in der Erziehung fand ihr Ende in der generellen Liberalisierung zu Hause, in der Schule und im Alltag selbst. Aber die Belange des Menschen haben sich keineswegs prinzipiell geändert, so daß es eben nicht immer jedem so leicht fällt, sich für einen Beruf zu entscheiden. Und je nachdem, wie das soziale Umfeld mit denjenigen „umgeht“, können erst recht Probleme auftauchen. Vom Mobbing an Schulen, Vernachlässigung oder gar Gewalt zu Hause bis hin zur zunehmenden Isolation können die Entwicklungen von manch Heranwachsenden nicht nach dieser allgemein bestimmenden Norm fruchten.

Daß dabei oftmals sich für Berufe entschieden wird, die dem Betroffenen so gar nicht liegen, stellt leider keine Ausnahme dar. Unzufriedenheit, Frust breitet sich aus, was schon zum Abbruch führen kann. Das gleiche gilt auch für Studierende, wenn Eltern sehr hohe Erwartungen in ihre Kinder setzen. Die äußeren, gesellschaftlichen Umstände bestimmen den Berufsweg, ohne auf die eigentlichen Belange der Betroffenen einzugehen, sie zu berücksichtigen. Die Dunkelziffer derjenigen, die die „verkehrten“ Berufe erlernt haben und sie ausüben, dürfte somit nicht unerheblich sein.

Verborgene Talente wollen gefunden werden – Idealismus vs. Wirtschaftlichkeit

Schön, wenn Eltern die Muße haben, sich Zeit nehmen und auch das entsprechende Kapital mitbringen, um ihren Kindern die Chance zu geben, sich auszuleben, die eigenen Talente bei sich zu entdecken, die dann gefördert werden. Von diesem Glück profitieren nur sehr Wenige. Die große Masse hat sich vom Ideal zu trennen und danach zu richten, was scheinbar wirtschaftlich den besten Nutzen erbringt. Es macht somit wenig Sinn, einen Beruf zu erlernen, ein Studium zu beginnen, wo man von vornherein weiß, daß hinterher die Arbeitslosigkeit winkt, weil zu viele sich für die gleiche Stelle bewerben werden. Allerdings ändern sich die Märkte auch fortwährend, es gibt eben keine verläßlichen Prognosen, insofern herrscht große Verunsicherung.

Andererseits, was spricht dagegen, nochmals neu zu beginnen, nach Erstberuf einen Zweitberuf zu erlernen, zumal diesem Trend ohnehin schon viele gefolgt sind, da der Arbeitsmarkt ein sehr hohes Maß an Flexibilität abverlangt? Eigentlich nichts, und dennoch dürfen wir auch hierbei nicht verallgemeinern. Was der eine meistert, mag dem anderen eben nicht gelingen. Hinzu kommt, daß weiterhin viele Arbeitgeber am Liebsten einen jungen, dynamischen Mitarbeiter sich erwünschen, am besten mit jahrzehntelanger Berufserfahrung, was faktisch natürlich Unsinn ist. Ältere Mitbewerber ziehen dennoch meist den Kürzeren. Auch das stellt ein Indiz dar, warum so viel Wert darauf gelegt wird, sich in jungen Jahren für den „richtigen“ Beruf doch zu entscheiden, damit beim Altern keine zweite Berufswahl zum Armutsrisiko wird.

Der Mensch hat sich folglich nach wie vor der Wirtschaft untergeordnet. Eine eigentliche Befreiung hin zum Humanismus schaut anders aus. Zufriedene Menschen leisten mehr, tragen vor allem entscheidend mit dazu bei, daß mehr Liebe und Umsicht herrscht, in sämtlichen zwischenmenschlichen Abläufen würde Rücksicht, Toleranz gelebt, sogar eine sinkende Unfallrate wäre festzustellen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Verstreute Noten

© Doris Mock-Kamm

Es klockte,
erhallte auf
Gassen,
Plätzen,
Bars,
Treppen,
besonders auf
Schultreppen,
morgens,
zur Pause,
mittags,
klockte es,
klock, klock,
vielstimmige
Clogs
bannten
jede Stille
von diesem
Trabanten.

Die Erde,
Bäume,
Felsen,
Gewässer
vernahmen
den Klang,
atmeten tief
durch und ein
bis in ihre
feinsten Adern,
das soll es
gewesen sein,
klock, klock,
imitierten Winde,
raunte die Erde,
Wasser verströmte
die Töne,
verstreuten Noten
für Punkrock.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Auf weiter Flur mal wieder dieser Nuhr

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Wer verpaßt diesem Dieter Nuhr
endlich mal eine Rasur?
Billig über Angela Merkel lästern,
wahrlich ist von gestern.

Rechtes Geschmeiß
fabriziert ständig solch scheiß.
Dann sollte jener Vollpfosten
mitnichten beleidigen Christian Drosten.

Wer schon gegen FFF austeilt,
auch gern woanders verweilt.
Ohne Stil und Geist
der Nuhr beleidigt ziemlich dreist.

Das Publikum hat’s in der Hand,
falls es dessen Geschmacklosigkeit erkannt.
In Zeiten der Hetze und Pöbelei
bricht dadurch die Gesellschaft entzwei.

Aber wer über eigene Witze lachen muß,
der hört wahrlich nicht den Schuß.
Auf weiter Flur mal wieder dieser Nuhr
gänzlich ohne eine Richtschnur.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Tragende

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Tragende,
verantwortungstragende,
stützende Kräfte,
wollen sie sein,
jammern, klagen,
zerschlagen
Worte, Begriffe, Sinn,
zerschlagen
Fenster, Autos,
zerschlagen
Gesichter,
ohne zu weinen,
ohne zu fragen,
ohne zu sein.

Tragende,
verantwortungstragende,
stützende Kräfte
wollen sie sein,
jammern, klagen,
zerstören
Mitleid,
zerstören
Brücken,
zerstören
Menschen,
ohne Gefühl,
ohne Verstand,
ohne zu sein.

Tragende,
verantwortungstragende
Mütter, Väter,
zerschlagen,
zerstören,
niemals,
des Kindes Charakter,
gemeinsam sie formen,
formulieren ihr Wesen,
so funktioniert auch
demokratisches Gemeinwesen,
ihr seid bloß
finanzgeile,
herrschsüchtige,
unzufriedene
Schergen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Konserven haben Verfallsdatum

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Als es begann, in mir zu bleuen,
was hinsichtlich, stur bin ich halt,
weil es nicht wirklich sinnvoll erschien,
geschweige denn, einleuchtend war,
ich vermute, es ist die rote Katze,
die nachts, von mir aus morgens
auf meinem Fußabtreter pausiert,
darf sie, er ist aus Kokosfasern,
verständlich, daß sie die Matte liebt,
ihre erlegte Beute, allerdings tot,
wie jeder sich vorstellen kann,
diese zuweilen vergißt mitzunehmen,
oder ist es ein Freundschaftsbeweis,
ein Dankeschön daß sie ungehindert
bescheißen darf meine Gartenbeete,
also als es begann, in mir zu bleuen,
übel wurde mir, es rumorte im Magen,
nein, ich lief nicht blau an, gerötet,
mein Gesicht allenthalben, a little bit,
euer blau gefärbter Konservatismus,
Nationalstolz als Gewährleistung
aus der Dose mitessen zu dürfen,
deren Inhalt gegen Existenzangst,
Zukunftssorgen und Toleranz,
die bewährten Mittel der Tradition,
der Einheitlichkeit, der Treue
beinhalten, konserviert auf ewig,
bestens geeignet für Mitläufer,
die auch mal gerne verschwörerisch
als Nachtisch quasi, Orgien feiern,
den unerläßlichen Kameradschaftssinn,
den Zusammenhalt, jawohl, zu stählern,
dieser braune Eintopf stinkt nicht nur
nach Vereinnahmung der Individualität,
der geistigen Vielfalt, überhaupt der Vielfalt,
er beweist die Idiotie eurer Ideologie,
wenn’s aus eurer gepriesenen Konserve
nichts mehr gibt zu verteilen, leer ist leer,
beißt ihr auf Blech oder wahrscheinlicher,
ihr beschießt damit den Nächsten,
Krieg kommt von kriegen, kapiert,
beschissen dieses eingebleute Verhalten,
ach ja, die Katze bescheißt mich nie,
sie kackt zwar voll meinen Garten,
überläßt mir aber die individuelle Freiheit,
ob ich sie, ihre Scheiße oder die Beute lieb.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Krise: Wirtschaftswunder vs. Gesundheitsprophylaxe

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Liberale und Rechtsradikale rügen die Kanzlerin

Während der Virologe Christian Drosten inzwischen gar Morddrohungen erhält, die Ungeduld hierzulande teilweise zunimmt, etliche Unbelehrbare weiterhin das Corona-Virus verharmlosen, fallen der FDP, dem Bundesverband mittelständischer Wirtschaft sowie den ewig gestrig lamentierenden Rechtsextremen nichts Besseres ein, als Angela Merkel vorzuwerfen, sie würde nicht schnell genug die Wirtschaft wieder hochfahren, von einer „einseitigen Fixierung, Spiel mit der Zukunft“ ist gar die Rede.

Bedarf es etwa wesentlich mehr Tote im Lande, so wie in Italien, Spanien oder in den USA? Kein Blick übern Tellerrand oder eigene Landesgrenzen, um nachzuvollziehen, daß die Maßnahmen unserer Regierung letztlich folgerichtig mehr Menschenleben gerettet haben? Das scheinen die benannten Kritiker einfach auszublenden, richten ihren Fokus auf wirtschaftliche Nachteile, während Menschenleben zweitrangig betrachtet werden.

Maskenpflicht Stein mancher Anstöße

Mit der Maskenpflicht begann ebenso eine gewisse Verharmlosung, weil Lockerungen ganz offensichtlich zu einem getrübten Urteilsvermögen beitragen. Keineswegs unbeteiligt jene bösartigen Hetzer, die weiterhin meinen, Covid-19 verleugnen zu müssen. Der Riß durch die Gesellschaft wird bei zunehmender Ungeduld in der Bevölkerung eher zunehmen.

Vielleicht hätte die Bundesregierung wesentlich früher eine Maskenpflicht anraten müssen. Im Nachhinein sind viele schlauer, obwohl Virologen auch erst nach bestimmten Erkenntnissen beratend Empfehlungen der Politik weiterleiten können. Die Entwicklung dieser Corona-Krise vermag niemand in ihrer tragischen Gänze voraussagen oder einschätzen, das ist genau das Dilemma, jene Gratwanderung, diese Dialektik, daraus Entscheidungen abzuleiten.

Warum keine konsequente Schul- und Kitaschließung bis nach den Sommerferien?

Wo beginnt eine wirklich allumfassende sichere Abwägung? Obwohl auch Christian Drosten weiterhin eher dafür plädiert, Schulen und Kindergärten besser nicht jetzt zu öffnen, reagiert die Kanzlerin, dem Druck nachzugeben, von baldigen schrittweisen Lockerungen ist die Rede. Die Nerven liegen natürlich blank, versteht sich von selbst.

Auf der einen Seite vor allem Kinder, die raus wollen aus der Isolation, Eltern, deren Arbeitsplätze gar wegbrechen, andererseits die reale Gefahr dieses Virus. Wer zieht die Grenze zwischen Ungeduld und Vernunft? Bis jetzt hat die Bundesregierung vieles richtig gemacht, vor allem mit dieser weitsichtigen Bundeskanzlerin. Das gilt es natürlich nicht zu verspielen, wie Christian Drosten zu Recht mehrfach warnte. Solange ein R-Faktor nahe 1,0 sich bewegt, sind Schul- und Kitaöffnungen keine Option.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Runde dimmen

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Aufgetürmt die Schatten,
weißgrau bis schwarz,
niemals blieben sie haften,
verbanden sich stets neu,
wollten auf kreativ machen,
chaotisch hip jetzt sei,
seitdem bestürme ich Schalter,
schummrig bis grell,
dimme bis sie auseinanderfallen,
bleibt zwar auch nichts haften,
aber mein Gemüt sich freut.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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