Geschäfte mit Diktaturen ein außenpolitisches Desaster

Moral und Ethik einfach ausgeblendet

Wenn Familien verreisen, verrät ihr Gepäck ziemlich deutlich, in welche Länder es sie zieht, wie man in Flughafenhallen oder auf Bahnhöfen gut beobachten kann. Anzugträger, meistens diese uniformierten Menschen in Schlips und Kragen, die eine oder andere Frau wurde dabei ebenso gesichtet, benötigen lediglich ihre wichtigen Aktenkoffer und Laptoptaschen, wobei das Reisegepäck eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Dies gilt im Besonderen für jene Delegationen des Außenministers, die weltweit unterwegs zwar im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland jetten, aber mitnichten, um politische Beziehungen vordergründig zu pflegen, sondern in erster Linie die Wirtschaftsbeziehungen ausführlich zu sondieren. So wird dabei Moral und Ethik einfach ausgeblendet, selbst Geschäfte mit Diktaturen werden nüchtern faktisch betrachtet. Wie können gut durchorganisierte, klarformulierte Ziele und Bestimmungen, meist alibi-gesteuert durch die UNO, eine Wirtschaftspolitik mit Diktaturen gutheißen bei gleichzeitig bewiesenen Menschenrechtsverletzungen?

Unsere Vergangenheit offenbart eine widerliche Gleichgültigkeit

In der Menschheitsgeschichte spielte Gewalt stets die Hauptrolle, um die eigenen Ziele zu erreichen. Das Recht des Stärkeren bediente sich der einmal durchgesetzten Autorität ohne irgendwelche Gewissensbisse. Kein Wunder, daß selbst im direkten zwischenmenschlichen Bereich dieses antrainierte und geduldete Muster sich auch im kriegerischen Akt fortsetzte, Gewalt als völlig legitim jedweden moralisch-ethischen Gedanken verwarf. Genau deshalb dürfen wir uns eigentlich bis heute keineswegs wundern, wenn diese widerliche Gleichgültigkeit nach wie vor das weltweite Alltagsleben bestimmt.

Ob in Familien, in Schulen bis hin zu Staatengebilden, stets schwingt eine gehörige Portion Gewalt mit, die genau dann sich entlädt, wenn die Kommunikation endet, der Schwächere gezwungen wird, sich gefälligst unterzuordnen. Da erhalten die verbrieften Rechte vom Grundgesetz bis hin zu UN-Konventionen einen erheblich bitteren Beigeschmack, wenn man die geschönte Theorie mit der Wirklichkeit vergleicht. Wen wundert es also, daß Schüler selbst keine großen Unterschiede zwischen Demokratien und Diktaturen erkennen?

Diese Geschäftspraxis wird munter fortgesetzt

Warum in die Ferne schweifen, um mit dem Finger auf jene Politiker zu deuten, die zusammen mit Wirtschaftsdelegationen und der Volkrepublik China blühende Geschäfte ankurbelten, deren teilweise hochgiftigen Produkte unsere Spielzimmer „beglücken“ trotz bekannter Menschenrechtsverletzungen, wenn in Europa selbst ebenso moralische Bedenken keine Rolle zu spielen scheinen?

Doch was vor geraumer Zeit ans Licht gezerrt wurde, verdeutlichte nur die Doppelmoral der ganz eigenen Vorstellung von Politik und bestimmten Wirtschaftsinteressen. „Da wird tröpfchenweise die Öffentlichkeit über die Zusammenarbeit der deutschen Polizei sowie des weißrussischen Sicherheitsapparats informiert“, wie der Grünen-Politiker Volker Beck laut Spiegel kritisierte, „die Geheimniskrämerei der Regierung sei politisch inakzeptabel.“ Die entrüsteten Rufe der SPD-Oppositionspartei wurden lauter, aber als diese selbst in der Regierungsverantwortung standen, fanden außenpolitische Handelsbeziehungen mit Diktaturen mit derselben Ignoranz statt. Was die USA nonchalant vorleben, vollziehen natürlich auch die anderen Nationen und somit erst recht Deutschland.

Wer oder was kann sie daran hindern, sie aufhalten? Stetige Aufklärung, die Menschen immer und immer wieder über solch dreiste Mißstände informieren, selbst wenn die Aussicht auf Besserung noch so dürftig sich gestaltet. Das politisch wirtschaftliche Gewissen gibt es auf der einen Seite de facto nicht, aber jene Menschen, die nicht tatenlos zuschauen, wenn Ethik und Moral mit Füßen getreten werden, die sterben nicht aus, melden sich zur Stelle und mahnen an. Daß der Prozeß des Umdenkens und somit die Nichtduldung von dermaßen fragwürdigen Geschäftspraktiken sich weder über Nacht ändern lassen, selbst in absehbarer Zeit nicht, liegt auf der Hand. Dennoch gilt es, schnell und zielgerichtet zu reagieren, aufzudecken und entsprechend Verantwortliche daran zu erinnern, für was sie stehen: für gewissenlose Geschäfte ohne jedwede Moral und Ethik oder für die Einhaltung mühsam errungener Gesetze und Menschenrechte. Die Grenze mag als fließend oftmals interpretieret werden, aber eigentlich ist sie haarscharf sichtbar, es gibt nur eine Bejahung oder eine heftige Negierung.

„Wer Diktaturen die Tür nur einen spaltweit bereitwillig öffnet, muß sich nicht wundern, daß sie gewissenlos aus den Angeln gehoben wird. Nur eine geschlossene Tür signalisiert ein klares Nein!“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Eine Hellseherin

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Mir schien,
es schien mir
mit seinem Lichte
der Mond
in mein Angesichte,
so hell und klar,
Mittagshitze
denkbar war,
die Teer
zum Schmelzen
brachte,
mein Gefühl
daraufhin dachte,
und es dachte
weiter,
warum stimmt
mich das nicht heiter,
das war eine Frage,
erkannte ich,
ich ging zu Bette
erinnerte ich mich,
las in einem Roman,
der mich in
seine Geschichte
aufnahm,
die Welt am Rand
der Apokalypse,
ein Bildnis
für die Kulisse,
Licht erhellt,
wo Furcht sich aufhält,
enthüllt, was verschleiert,
der Erde Umlaufbahn
in Wahrheit leicht eiert,
es hebt sich der Vorhang,
Erkenntnis ist kein
Untergang,
meine Nachttischlampe
scheint eine Lehrmeisterin,
sie scheint,
sie ist eine wirkliche
Hellseherin.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Liberaler Populismus mit verantwortungsloser Haltung

Wolfgang Kubicki lehrt uns das Fürchten

Hinlänglich bekannt dürften all die politischen Entgleisungen jener FDP sein, ob seitens der Herren Möllemann, Westerwelle, Lindner oder immer mal wieder Wolfgang Kubicki. Das paßt zu jenem neoliberal verzweifelten Bild einer Partei, die gar eine Legislaturperiode pausieren mußte, am Wählerwillen selbstverschuldet scheiterte.

Im Zusammenhang bei Anne Wills Corona-Talk meinte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Demokraten, Wolfgang Kubicki, „wenn jemand Angst hat, soll er zu Hause bleiben.“ Erneut ins Fettnäpfchen getreten, exemplarisch für jene Parteivertreter.

Schon wieder ein sogenannter Corona-Experte im TV

Man mag es kaum noch betonen, aber von jener Sorte gibt es zu viele, abgesehen von den Verschwörungsschwurblern, Querfontlern bis hin zu den Rechtsradikalen und einer zunehmenden Masse im Volk selbst, die sich dadurch verunsichern oder gar beeindrucken läßt. Da hat das Lunte werfen jenes FDP-Mannes erst recht dementsprechend seinen gewissen Anteil, der explizit als gefährlich zu werten ist.

Wer eine „Eigenverantwortung“ in der Corona-Krise einfordert, um im selben Atemzug unberechtigt Besorgte als „Ängstliche“ zu diffamieren, der hat den Ernst der Lage mitnichten verstanden. Obendrein entlarvt sich der Politiker mittels Unwissenheit, wenn er schon herumrätselt, was es mit der R-Zahl auf sich hat. Bläst da etwa jemand ins selbe Horn wie all jene, die unmaskiert protestieren, der Staat würde ihnen sämtliche Grundrechte nehmen wollen, in dem er mit Unwissen obendrein in einer Talk-Show glänzen will?

Wieviele Tabubrüche dürfen die Liberalen sich denn noch leisten?

In einer gut funktionierenden Demokratie kann man dies als irrelevant bezeichnen, weil ziemlich schnell der Wähler solche Parteien entsprechend abstraft. Allerdings schwingt viel Vergeßlichkeit und Schnellebigkeit mit, daß in der Praxis dies leider nicht fruchtet. Eine Ausnahme war die Abwesenheit der FDP im Deutschen Bundestag von 2013 bis 2017.

Das sollte sich eigentlich nach Kubickis letzter Entgleisung, erst recht bei Lindners peinlichen Auftritten wiederholen, obendrein hat Thomas Kemmerichs Tabubruch ebenso seinen Anteil gehabt. Trotzdem kratzt sie laut Emnid und Forsa die 5%-Hürde in den Prognosen. Noch sind keine Bundestagswahlen, aber die Liberalen bedeuten schon steigende Waagschalen unter so viel Wählerverlust. Was für ein Frust!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Corona einfach eine Fata Morgana

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Einerlei, Hauptsache wir alle sind frei

Es ist herrlich zu leben, mein Kind, es ist herrlich, weil wir alle freie Menschen sind. Was interessiert ein Corona-Virus oder gar die Bevormundung durch die Regierung. Das lassen wir keinesfalls zu, schließlich gibt es doch Freiheit für alle Zeit. Merkel muß jetzt endgültig weg, der Drosten ist an allem schuld. Jener neue Widerstand sei jetzt Kult.

Beim neuen Widerstand pfeifen Gleichgesinnte auf die braune Brut nebenan, selbst wenn Querfrontler mit jenem KenFM sich dazugesellen, Hauptsache unser Demorecht einfordern, egal mit oder ohne Abstand, Corona einfach ohnehin eine Fata Morgana. Was wir nicht sehen, riechen oder hören können, bringt uns allesamt nicht zum Flennen. Hey, Bulle, da magste rennen, wir passen dennoch auf, wenn auch im kleinen Hauf.

Hast du den Attila vorhin gesehen? Was war denn mit dem geschehen? Solch guter Koch wohl etwa doch den faulen Braten roch? Ja, doch, Bill Gates hat schuld, Schluß mit unserer Geduld. Nö, wir glauben nicht jeden Stuß, schon gleich nicht ist schuldig der Russ‘, entweder haben China oder die USA den Daumen drauf. Inzwischen mag man jenem Trump kaum noch was glauben, selbst wenn Mainstreammedien so gar nichts taugen.

Die blöden Kameras überall nerven uns schon viel zu lang, was interessieren die sich so für uns? Schließlich weiß doch längst Hinz und Kunz, daß die Regierung uns zwangsimpfen lassen will. Mannomann, ist das schrill. Niemand das haben will. Die Pharmariesen wollen wohl wieder ordentlich Knete machen. Na, dann muß es halt krachen.

Selbstverschuldet suchen sie neue Opfer, wir sind jetzt in aller Munde, das macht längst überall die Runde. Sollen sie doch berichten, weglassen oder dazudichten! Was meinen Sie? Wir nehmen keine Rücksicht, nie? Mögen doch die Corona-Gläubigen ihre Masken tragen, uns zu zwingen, sollen sie mal wagen! Wir lassen das nicht zu, so, jetzt ist mal Ruh.

Die Demokratie soll gefährdet sein? Welche Behauptung, nein. Wir bestehen auf unsere Meinungsfreiheit, die tun wir weiterhin überall kund. Egal ob die Bullen uns verjagen, dann erscheinen wir woanders an sämtlichen Tagen. Solange, bis jeder weiß, wir verachten euren Scheiß. Widerstand ist oberste Pflicht, selbst vor jedem deutschen Gericht.

Wir lassen uns nicht von diesem Virus beirren, dann werden halt ab und zu Fensterscheiben klirren. Das gehört zum protestierenden Ton, wer schweigt, läßt andere auf den Thron. Sollen doch die angeblich Kranken sterben, unsere Freiheit wird niemand verderben, egal ob’s Land hinterher liegt in Scherben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Frieden auf Erden unerwünscht

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Spekulation einer Illusion oder Lebenseinstellung?

Ein Zusammenleben ohne Gewaltausübung umfaßt den Sinn und somit die Bedeutung des Friedens, wie ihn wohl der Großteil der Menschheit sich herbeisehnt. Denn kein Mensch wird als Amokläufer, Massenmörder, Vergewaltiger, Diktator geboren, sondern genau deshalb, weil die Schöpfung ihm Leben einhauchte  und er wie ein aufgezogenes Uhrwerk es gestalten möge.

Was danach geschieht, hängt von den Lebensumständen ab, inwieweit die Umwelt Einfluß nimmt zusammen mit den eigenen charakterlichen Stärken und Schwächen, die sich Wege der Erkenntnisse suchen und finden werden bei entsprechendem Handeln. Und da alles Tun in Abhängigkeit einer Ja-Nein-Entscheidung steht, können wir es auch friedlich gestalten. Frieden auf Erden somit in erster Linie nur eine Spekulation einer Illusion oder aber einfach eine Lebenseinstellung?

Konfliktaustragung Bestandteil einer friedlichen Koexistenz

Überall gibt es Konfliktpotential beim Zusammenleben, das läßt sich keineswegs vermeiden, weil der Mensch fühlt, sich in Trauer, Freude, Schmerz, Einsamkeit, Geselligkeit, Liebe und Haß offenbart. Dabei schwingt das ewig gültige kosmische Gesetz der Polarität nach Hermes Trismegistos, im siebten kosmischen Gesetz, wo es u.a. lautet: „Gegensätze sind ihrem Wesen nach identisch. Die Wahrheit Gottes ist Eins. Urteile und werte nicht. Verurteile nicht. Erkenne auch die Gegenmeinung an. Alle haben Recht. Alles hat seine Berechtigung. Alles ist gut.“ Solange Mensch genau diese klaren und durchaus einfach verständlichen Prinzipien beherzigt und somit lebt, wäre kein Frieden gefährdet.

In dem Buch „Die Weisheit des Verzeihens“ vom Dalai Lama (erschienen im Lübbe-Verlag) fragt der jahrzehntelange Weggefährte und Co-Autor, Victor Chan, ihn selbst: „Die Fähigkeit, unseren Feinden zu vergeben, kann also unsere spirituelle Entwicklung vorantreiben?“ Worauf  der Dalai Lama antwortet, sie sei ganz entscheidend. Sie gehöre zu den wichtigsten Dingen. Sie könne unser Leben verändern. Um Haß und andere zerstörerische Gefühle zu verringern, müsse man deren Gegenteil entwickeln – Mitgefühl und Güte. Versöhnlichkeit ermögliche den Kontakt mit diesen positiven Gefühlen. Dadurch würde das spirituelle Wachstum gefördert.

Diese Fähigkeit umzusetzen folglich der Schlüssel für einen Weltfrieden? Auf alle Fälle, es liegt nur am Mensch selbst, ob er diese Zusammenhänge erkennt und lebt.

Gibt es bedingungslosen Frieden oder aber zieht absolute Macht eine scharfe Grenze?

Bevor man sich dieser Frage nähert, betrachten wir die indogermanische Sprachwurzel für Frieden: pri, was wiederum „nahe“ bedeutet. Das Beieinandersein, sich nahe sein, muß somit als Quelle des Friedens betrachtet werden, zumindest im sprachlichen Umgang. Für die Goten stand gafridon für „versöhnen“ und Friede selbst die Germanen fripu nannten. Gewaltloses Zusammenleben verdeutlicht wohl am ehesten einen Frieden. Dieser, der von Familien ausgehen möge bis hin zu Staaten, setzt auch ein nichtkriegerisches Verhalten in Friedenszeiten voraus. Die Sehnsucht nach friedlichen Zeiten spiegelt sich besonders hier in Europa wider, nach den schrecklichen zwei Weltkriegen, die sogar tatsächlich umgesetzt wurde, wenn wir mal die Ausnahme des dramatischen Jugoslawien-Konflikts ausklammern.

Letztlich durchkreuzt die kalte Wirklichkeit jedwede friedliche Absichten. Frieden selbst muß bisher leider als eine Utopie bezeichnet werden, selbst wenn Staaten wie Schweden auf eine sehr lange Friedenszeit ohne Kriege zurückblicken können (von 1815 bis heute) oder die neutrale Schweiz (von 1848 bis heute). Nur wenn der Mensch sich von seinen Fesseln befreit, diesen ewig machthungrigen Prozessen eigener Verfehlungen, eben unfriedlich zu teilen mit seinen Mitmenschen durch Kriege, Haß, Zerstörung, besteht eine Chance, daß die Welt auch wirklich friedlicher wird. Das kann unmöglich von heute auf morgen geschehen, auch nicht in langsamen Schritten, solange keine echte Bewußtseinsänderung sich in die Seelen der Menschheit manifestiert.

Muß das durch Haß, Krieg und Zerstörung verursachte Leid groß genug sein, damit Mensch wirklich begreift? Wenn wir den Verlauf, das Ausmaß bisheriger Gewaltverbrechen an der Menschheit, dem Leben selbst uns vergegenwärtigen, scheint es leider keinen Leidensstop zu geben. Praktizierter Humanismus findet schon mal im Kleinen statt, aber sobald gewisse „Mächte“ meinen, ihren Tribut fordern zu müssen, dreht sich das Rad der Gewalteskalationen!

Norman Mailer schrieb passend zum Thema: „Eine friedliche und einträchtige Welt ist der geheime Alptraum der Offiziere und Advokaten.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Corona-Krise: Laissez-faire der Lockerungen rächt sich

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Mit dieser Ungeduld zum nächsten Shutdown?

Ein Schritt vor, zwei zurück, so die Lage auch hierzulande der Weg zu erneutem Unglück. Ziemlich offensichtlich kapituliert die Bundesregierung, verläßt ihren bisher geduldigen Kurs, um ewigen Wirtschaftseiferern nachzugeben, vorneweg die NRW-Gruppe um Laschet und Lindner, eine CDU-FDP-Allianz, die alles andere als guttut, fast schon käme man in Versuchung, sie woanders zu verorten.

Allerdings wäre das eher zweifelhaft, jener kriminelle Widerstand 2020 ist die Tastatur und das Papier nicht wert, vertiefter zu thematisieren. Es sollten sich mit ganz großer Mehrheit vernunftbegabte Menschen einfinden, die genau solches eben nicht zulassen. Unkenrufe, die der Kanzlerin jetzt Schwäche vorwerfen, verblassen aber hinsichtlich der weiteren Gefahr jenes Covid-19, die keineswegs gebannt ist.

Katja Kippings Kritik durchaus berechtigt

Die Linken-Chefin mahnt die Lockerungsdynamik an, in der Summe wäre sie kein Ausweg aus der Corona-Krise, sondern würde reinführen in die zweite Welle, ein erneuter Shutdown drohe dann. Die SPD steht zu den Beschlüssen als Koalitionspartner, aber SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert dennoch scharf den Wiederbeginn der Bundesliga.

Kann das wirklich verwundern, weil schließlich viel Geld König Fußball mitbestimmt? Letztendlich nicht, wie wir gleichwohl bei der Autolobby beobachten können. Einerseits sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe in der Corona-Krise extrem in Mitleidenschaft gezogen, nur die Automobilindustrie berappt man ziemlich freizügig und ohne jede Scheu. Ein Fauxpas und Armutszeugnis, was mal wieder den Kurs einer bestimmten Politikklientel unterstreicht.

Wider die Wissenschaft – Drostens Bedenken werden beiseitegeschoben

Welche Dramatik besonders Vorsichtige beobachten und feststellen müssen, die da aufwartet. Statt wesentlich mehr Geduld an den Tag zu legen, diese extreme Krise vorausschauender zu entschärfen, greifen nunmehr jene beschlossenen Lockerungen. Obwohl der Virologe Christian Drosten einerseits berechtigt darauf hinweist, daß er nur Empfehlungen geben kann, die Politik solle dann entscheiden, reagieren besonders die Ministerpräsidenten der einzelnen Länder viel zu freizügig. Selbst der sonst besonnene Markus Söder stimmt ein in den Reigen eines Laissez-faire.

Skepsis bei all jenen, die mit äußerst mulmigem Gefühl eine zweite Welle befürchten, wie auch Alexander Kekulé anmahnte. Man kann allen nur zustimmen. Die Corona-Krise ist eben längst nicht vorbei, sie wird uns noch lange beschäftigen, hoffentlich ohne vermehrte Todesopfer, hierzulande, weltweit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ich allein zu Haus

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In meinem Zimmer
starrt sie mich an,
die Ecke,
ich frag sie
dann und wann,
zu welchem Zwecke,
sie bleibt stumm,
das ist fürchterlich
dumm,
unangenehm
dieses Fixieren,
will sie mein Herz
einfrieren?

Möbel, Tücher,
kein Zweck,
sie starrt weiterhin,
die Eck,
ich frag nicht mehr,
eine Lösung
muß her,
ich handle,
in ein Rund
ich sie umwandle,
nun grinst sie ständig,
ich erwürg sie
eigenhändig.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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