Fenster meiner Kindheit

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Was wollte ich eben sehen,
die Jugendlichen lauthals sich necken,
manche wissen bereits, wie Küsse schmecken,
ihr Lärmen verhindert, eigenes Denken zu verstehen.

Heute hat der Lehrer wieder zugeschlagen,
zwischen den Stühlen und Bänken kroch Holger
in den Flur hinaus, der Stock traf schwer,
kein Laut, alle verstummt, niemand wagte zu klagen.

Neulich als ich von der Schaukel fiel,
weil ich Freihandschaukeln übte, das Brett den Nacken traf,
surrte durch die Zeit ein Wind, trieb mich kurz in Schlaf,
träumte das Wesen der Welt, schmerzlich das Spiel.

Am Horizont begegnen sich zwei Fähren,
Meersburg, Konstanz ihr Ziel, scheint, sie verfehlen es,
stoßen zusammen, werden zu einer Fähre, Opfer des Sees,
in Sicht der Säntis, zwei Fähren, lasse meine Gedanken gewähren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die Würde des Menschen wird doch angetastet

© Doris Mock-Kamm

Beim Habitus hört’s auf

Die Zeichen stehen auf Unversöhnlichkeit, Gesellschaft ist alles andere als bereit, dem Nächsten zu helfen, ihn zu beschützen in nahezu allen Situationen bis hin zur Not. Gewagte Behauptung? Natürlich, zumal es nicht die gesamte Bevölkerung betrifft. Dennoch scheinen etliche Menschen einfach wegzuschauen, zu ignorieren, wo sofortige Hilfe greifen müßte. Woran liegen solche Mißstände, die zweifellos vorhanden?

Schock in Aldi-Fiale: Frau bricht vor Kasse zusammen – Kunden sorgen für Entsetzen. Man darf nicht nur, man sollte verwundert die Augen reiben, was Jennifer Lanzinger für Merkur in ihrem Artikel beschreibt. Einerseits beherzte Hilfe seitens eines zufällig anwesenden Feuerwehrmannes und des Aldi-Personals, andererseits völlig derbe, menschenverachtende Rempelei seitens einiger Kunden, die den Ernst der Lage nicht nur verkennen, sondern darüber hinaus auch noch die Helfer beleidigen!

Ducken oder Mucken – unterlassene Hilfeleistung

Das Video unter dem Artikel von Pro7 offenbart eine unglaublich desinteressierte Haltung mancher Zeitgenossen, die tatsächlich einfach weitergehen, als sei nichts geschehen. Der Mann im Film-Test bricht zusammen, kaum bis keine Reaktion, geschweige denn Hilfsbereitschaft.

Dabei spielt ganz besonders die Kleidung eine Rolle. Kleider machen etwa doch Leute? „Dem Penner oder Obdachlosen“ wird widerwillig geholfen oder auch gar nicht im Filmexperiment. Dem gleichen Schauspieler, gut rasiert mit Anzug und Krawatte, erfolgt zugleich sorgenvolles Interesse.

Ein Widerspruch im GG Artikel 1

Abgeleitet vom Adjektiv „wert“, mittelhochdeutsch wert, althochdeutsch werd, ursprüngliche Bedeutung, gegen etwas gewendet. Später in die Bedeutung übergegangen, einen Gegenwert habend.

Anders ausgedrückt, wer keinen Gegenstand hat (Besitz), ist nicht nur deshalb würdelos, sondern dem Mensch (Wesen) wird auch abgesprochen, sich gegen etwas wenden zu können. (Schätzungsweise ist „gegen etwas gewendet“ ein Hinweis auf die Möglichkeit des sich „Freikaufens“)

Direkter formuliert: Haste nix, biste nix.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Meine Würde ist antastbar, denn würde dem nicht so sein, würde ich auch Würde besitzen, ohne Gegenstand.

Da aber weder der Verstand würdig genug ist, noch einfach die Tatsache ein Wesen (wesen, sich aufhalten, verweilen) zu sein, ist es da wirklich verwunderlich, wenn Besitz achtens- und schützenswerter ist?

Dies ist die Formulierung, die für alle zukünftige Zeit gelten sollte, denn nicht die Würde gilt es zu achten und zu schützen, sondern Wesen und Natur:

Jedes Wesen und die Natur sind unantastbar. Sie zu achten und zu schützen, ist die Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Doris Mock-Kamm)

Verrohung der Gesellschaft doch vorprogrammiert?

Man sollte stets vorsichtig sein mit gewissen Urteilen, selbst wenn gerade der unübersehbare Rechtsextremismus bis hinein in den Deutschen Bundestag alles andere als guttut, nahezu anstachelt, Haß und Vorurteile auszuleben. Es verbleibt dennoch die Zivilcourage des Einzelnen, obwohl gerade eine gewisse Gruppendynamik im Negativen für Bedenken sorgen muß angesichts einer Gesellschaft, wo jeder sich selbst der Nächste ist.

In Zeiten einer Bereitschaft zu mehr Rüstung, siehe Nahostkonflikt und das Treiben eines Herrn Trump im Kontext zu Europa und Nato, schwingt eine Verrohung der Gesellschaft mit, die sich auch beim täglichen Miteinander widerspiegelt. Sorgen wir alle dafür, daß dies nicht unseren Alltag beherrscht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Entbunden des Garten Eden Schoß

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Rache ist mein,
ich versorg euch mit Pein,
ein jeder soll leiden,
kein Stein auf dem anderen bleiben,
feg euch vor mir her,
stets zu Diensten ein williges Heer,
mein Frust ist groß,
seit ich verließ Mutters Schoß,
der Wärme entbunden,
sich für die Welt geschunden,
mach sie untertan,
der Tenor der Ahn‘,
Dreck an den Händen,
Druck auf den Lenden,
ihr Wille mein Ziel,
kein Kampf zu viel,
nur so kann man erhalten,
verdienten Lohn verwalten,
die Nachfahren beerben,
auch wenn einige darüber sterben,
entfacht neuen Antrieb,
niemals vergib,
Erde schon immer mit Blut gedüngt,
Rache das mit sich bringt.

Und so fegten sie übers Land,
die Helden als Denkmäler bekannt,
Gottes Verbot der Erkenntnis
bis heute ein Hemmnis,
ein Freibrief zum Haß.
Erkannt? Menschenopfer zum Fraß?
Verkannt des Verbotes Sinn,
eigenes Denken der Menschen Beginn.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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When Trump rings twice

The Donald erneut unterwegs auf Glatteis

Bad boys gib et überall, dat weeß man nüscht nur so Knall auf Fall, sondern hat sich längst herumgesprochen, Humpty-Trumpty blamiert sich nonstop bis auf die Knochen. Wäre ja keinesfalls so schlimm, passiert och mal einem Tim, nur in diesem Fall im allerhöchsten Amt der USA diesmal wieder geschah. Hat schon der Dussel Reagan kein glückliches Händchen bewiesen, obliegt es jetzt diesem narzißtischen Fiesen.

Statt mal aus Fehlern zu lernen, möchte er lieber seine restlichen Hirnzellen entkernen. Erneut auf Wahlkampfveranstaltungen soll Queens song „We Will Rock You“ die Leut anheizen, obwohl Brian und Roger kaum mit entsprechenden Protesten geizen, ein Anwalt kümmert sich um dessen Verbot in allerhöchster Not. Davon läßt jener Trump sich kaum beirren, soll’s halt im Gericht klirren, er ist doch der Präsident, vor dem alle Welt erschrocken andächtig flennt, weil er so ein friedlicher Mann, der fast alles kann.

Aber so kennt man ihn doch, er stets wie ne Kröte aus jedem Loch hervorkroch. Erst gute Absicht beteuern, um am Ende Militärs anzuheuern, sie mögen es endlich richten, er liebt schließlich Heldengeschichten. Was der blonde Dolle sich jüngst im Nahen Osten geleistet hat, das macht selbst Hartgesottene platt. Das Attentat, die Tötung von Kassem Soleimani, ist eine Kriegserklärung gegen den Iran. Weil The Donald echt nicht anders kann? Oh man, oh man. Und die Reaktion aus Berlin, die offenbart schlechthin jenen merkwürdigen Spleen.

Deutsche Unterwürfigkeit bis in alle Ewigkeit, der Ami als Freund und Helfer darf sich alles leisten, selbst sich erdreisten, Menschenrechte permanent mit Füßen treten, Widerspruch ist keinesfalls erbeten. Mit Blick gen Nordkorea wird’s überdeutlich klar. Die sogenannte Freundschaft mit Kim ist hin, der hat schon wieder Raketenzündeln im Sinn, am liebsten mit Atomsprengköpfen gen USA, soweit die Botschaft aus Pjöngjang, welch herrischer Klang. Das gefällt dem Choleriker Trump, egal was der Kim hat im Sinn mit manch neuer Ramp‘. Sollen dabei es etwa och Drohnen aus Ramstein richten? Dat wär zu viel beim ahnungslosen Dichten.

Der dritte Weltkrieg nimmt seinen dramatischen Lauf, die Anzahl beteiligter Länder wächst zuhauf, selbst wenn im goldenen Westen noch nicht viel davon zu spüren ist, am Ende obsiegt jene dreckige List, bei der stets das Kapital gewinnt, während in der Gosse weint das verlorene, verletzte Kind. Vater und Mutter kehren nicht wieder heim, es bleibt gänzlich allein, verlassen mit Zerstörung und allgegenwärtigen Haß, Hauptsache am Ende stimmt die Kass‘. Vor allem die vom Trump, der auf seinem goldenen Scheißhaus hockt janz plump, sein Glas erhebt, selbst wenn der Nahe Osten bebt, er doch weiterhin im Weißen Haus geschützt fürstlich lebt. Für Mutter Erde ist’s eh zu spät, wenn man die Klimakrise mit einbezieht. Doch och das The Donald nicht sieht. So’n shit! What an idiot!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Gönn dir was

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Ein Weilchen,
ein kurzes Weilchen,
ein Langeweilchen,
ein Träumchen,
wenn schon,
denn schon,
ein Ton,
kein Telefon,
ein Wind, ein lauer,
von kurzer Dauer,
ein Rülpser, Ton rauher,
ein Regenschauer.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Österreichs schwarz-grüne Regierung steht

Exemplarisch für europäische Nachbarn?

Sollte man jenen Richtungswechsel in Österreich gutheißen, zumal vor Kurzem noch ein rechtsradikales Bündnis für genügend Bauchschmerzen sorgte? Etwa ein einsichtiger Sebastian Kurz, der diesmal bemerkte, wie fatal das Vertrauen mißbraucht worden war mittels Straches FPÖ? Gar soviel Blauäugigkeit sollte man nicht zulassen, eben weil gewisse Machtverhältnisse ein reibungsloseres Regieren ermöglichen.

Konnte man direkt nach der letzten Nationalratswahl noch von eine Schande sprechen, schließlich gewann die ÖVP obendrein mehr Stimmen trotz des Schmierentheaters zwischen Kurz und Strache, haben sich drei Monate später die ÖVP und Grüne auf eine Koalition geeinigt. Ein gutes Omen?

Alles besser als ein rechtsradikaler Anstrich

Ganz grob betrachtet, muß man dem zunächst zustimmen. Wir erleben doch die Folgen einer rechtsextremen Politik mit Blick gen Ungarn oder Tschechien, vor kurzem noch Italien. Eine europafeindliche Gesinnung schadet uns allen, läßt gerade die USA und Russland frohlocken.

Trotzdem verbleiben etliche ungelöste Probleme auf dem Tisch, die auch Sebastian Kurz und Grünenchef Werner Kogler nicht einfach mir nicht dir nichts lösen können. Die Differenzen zwischen beiden Parteien sind ziemlich offensichtlich, selbst wenn zunächst eine Einigung zum Regieren vereinbart wurde. Eine Opposition der Sozialdemokraten und Rechtsextremen werden es ihr nicht gerade leicht machen, insofern sind harte Auseinandersetzungen vorprogrammiert.

Ein sicheres Zeichen für Schwarz-grün hierzulande?

Um sattelfest regieren zu können, läuft es bei Neuwahlen in Deutschland erneut auf eine Jamaika-Koalition hinaus. Die scheiterte bekanntlich am Unwillen der Liberalen. Wieso sollte ein Christian Lindner plötzlich einknicken und mit Annalena Baerbock regieren wollen? Alles unmöglich oder etwa mit einzukalkulieren? Wie schnell fragwürdige Bündnisse dann doch Zustande kommen können, läßt sich bei der Haltung der Grünen-Chefin ablesen, sie hat kein Problem damit, Russland unter Nord Stream 2 unter Druck zu setzen, um somit die Luftangriffe auf die Rebellengebiete in Idlib zu stoppen.

Das wird allerdings weder Putin noch Baschar al-Assad beeindrucken, genauso wenig wie die USA es nicht sein lassen konnten, jenen Syrienkrieg mit zu verantworten. So what?! Dieser Krieg ist heillos festgefahren, zumal obendrein noch die Türkei fleißig mitmischt, Pulverfaß Naher und Mittlerer Osten kurz vorm Explodieren ist, wenn man den Konflikt zwischen dem Iran und den USA im Irak mit einbezieht. Da helfen dermaßen unüberlegte Druckmittel seitens einer Frau Baerbock nichts, offenbaren gar den selben Fehler wie damals ihr Parteikollege Joschka Fischer beim Jugoslawien-Krieg.

Schwarz-grün dennoch oder vielleicht jetzt erst recht noch wahrscheinlicher hierzulande, zumal eine Frau AKK sich auch mehr Auslandseinsätze der Bundeswehr wünscht neben dem Zwei-Prozent-Ziel des Herrn Trump?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Zenit überschritten

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Der Horizont zerfurcht, zerkratzt,
kalte Sonne verbrennt das Licht,
es existiert kein Wort für Frieden,
Geröll durch Landschaft fließt.

Brackwasser spiegelt Zäune,
Willkommen nicht erwünscht,
Dünkel überzieht die Schatten,
im Theater der Vorhang fällt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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