Sagt nein, nicht nur zum Schein

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Was ist bloß los in aller Welt?
Es regiert weiterhin das Geld.
Egal wer wie wo wählt,
die Demokratie am Ende fehlt.

Wollen wir das echt zulassen,
ständig furchtlos andere hassen,
per Übermaß im Wohlstand prassen,
der Mob bereits lauert in Straßen?

Faschismus längst auf Wegen,
kaum Widerstand will sich regen,
es hilft kein christlicher Segen,
wenn Mafiosi Politiker hinwegfegen.

Nichts gelernt aus der Geschichte,
wer anmahnt, ob direkt oder per Gedichte,
stets Gewalt übernimmt im faden Lichte,
ihre Losung lautet: Freiheit vernichte!

Drum sagt nicht nur zum Schein nein,
sondern laßt endlich in eure Köpfe rein:
Diese Entwicklung darf nimmer sein,
weder geheim noch allgemein!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Julian Assange endlich frei

Bild von Caitlin Johnstone auf Pixabay

Doch die Pressefreiheit steht auf dem Spiel

Dürfen wir tatsächlich auftatmen, ein jahrelanges Martyrium neigt sich schließlich zu einem guten Ende, weil Julian Assange freikommt? Letztendlich dürfen wir, nur der Preis selbst ist äußerst fragwürdig, weil der Wikileaks-Gründer viel zu lang hat leiden müssen. Das scheinen die USA nicht nur hauptsächlich zu verantworten, sie nötigen diesen auch zu diesem fragwürdigen Deal.

Nach zwölfjährigen Haftbedingungen, sieben in in der ecuadorianischen Botschaft in London sowie fünf Jahre im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, hat zum großen Teil auch dessen tragischer Gesundheitszustand mit dazu beigetragen, daß er jetzt endlich zu seiner Familie in Australien zurückkehren darf.

Krieg gegen Journalismus dürfen wir dabei nicht außer acht lassen

Die Essenz dieses dramatischen Falls beinhaltet äußerst haarscharf den Angriff staatlicher Macht gegen die Pressefreiheit, was im Besonderen ausgerechnet die USA als Sinnbild demokratischer Freiheit nicht nur in Frage stellen, sondern darüber hinaus einen Präsidenzfall schaffen wollte während der jahrelangen Drohkulisse wider Julian Assange.

Insofern muß das Auslieferungsverfahren gegen Julian Assange alles andere als fair bezeichnet werden, letztendlich sind gar die USA die eigentlichen Sieger in jenem fragwürdigen Rechtsstreit mit dem nunmehr ausgehandelten Deal. Der Wikileaks-Gründer bekennt sich schuldig, kommt frei, alle zukünftgen Whistleblower müssen damit rechnen, mit derselben Konsequenz geahndet, verfolgt und bestraft zu werden! In einem Krieg gibt es sowieso stets Verlierer, hierbei trifft es halt explizit den Journalismus, die Bedenken von Reporter ohne Grenzen waren insofern völlig berechtigt.

Exemplarisch für politische Gefangene

Nämlich der Preis, den auch Julian Assange zahlen mußte, sein Leben selbst in Gefahr war, auch wenn es sogar Kommentatoren gibt, die behaupten, dieses Schicksal gar vom eigenen Starrsinn und der Weigerung zu tun habe, sich einem rechtsstaatlichen Verfahren zu stellen, unfaßbar! Das wundert aber mitnichten bei jener Zeitung.

Beurteilen wir lieber umfassender die Fakten, Julian Assange hat jetzt zumindest die Gelegenheit, sich von seinem zweifelsfreien Martyrium zu erholen. Möge er mit seiner Familie im trauten Kreise neue Kräfte schöpfen, möglichst beratend Nachfolgern zur Seite stehen können, damit diese nicht in eine solche Falle tappen. Ausschließen läßt sich das nie gänzlich, solange gewisse Mächte ihre Finger im Spiel haben, erst recht nicht, falls der Blonde Dolle im Weißen Haus zurückkehren sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Fußballfieber

Bild von Joshua Choate auf Pixabay

Er langsam rollt,
der wichtige Ball,
das Publikum grollt,
Spieler kommt zu Fall.

Die Fußball-EM im Fokus,
andere News im Hintergrund
neben allzuviel Stuß,
manche nennen es Schund.

Medien überbieten sich allemal,
eine allgegenwärtige Stimmung,
manch Spiel wird doch zur Qual,
es fehlt die nötige Eingebung.

Zweiundzwanzig Mann auf dem Platz,
Fußball hat seine eigene Tradition,
belohnt wird meist viel Einsatz,
entsprechend beherzt oder mit rauhem Ton.

Teamgeist blitzt hie und da auf,
während andere sichtbar versagen,
so verhält es sich im Spielverlauf,
am Ende verbleiben halt Fragen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Politik vor Ort oftmals effektiver

Unser Bildungssystem auf dem Prüfstand

Nicht immer nur meckern, schlecht reden, destruktiv sein, sondern viel eher mal die Selbstinitiative ergreifen, das macht nicht nur Sinn, sondern beflügelt all jene, die tatenlos vor sich hinschmollen, statt positiv zu handeln. Gedacht, gesagt, getan, Schüler entwickeln Konzepte für Schultoiletten, „Da muss ich ganz neidlos sagen, Chapeau!“, wie Lucas Maier für T-Online zum Besten gibt.

Abgesehen davon, nicht nur um Deutschlands Toiletten steht es schlecht, nebenbei erwähnt, der sogenannte Toiletten-Gipfel, der in Berlin ausgerufen wurde, verdeutlicht einmal mehr, daß nicht immer die Politik wagemutig handelt, sondern vor Ort auch mal Schüler in Zusammenarbeit mit Eltern die Initiative ergreifen können.

Bildungslobbyismus steht sich selbst im Weg

Darauf verwies bereits vor knapp dreieinhalb Jahren dieser Gesellschaftsartikel, eben weil Bildungssysteme im Widerspruch stehen, was sich insofern ebenso auf Schultoiletten bemerkbar macht. Weg von der Angstgesellschaft, hin zu mehr Courage der Betroffenen. Kreativen Gedanken entsprechend mehr Freiräume gewähren, genau das macht es aus.

Alte Systeme haben sich doch ziemlich offensichtlich nicht bewährt, mal ganz abgesehen, daß auch bei anderen öffentlichen Toiletten deren Zustände gen Himmel stinken, bzw. die Räumlichkeiten den Ekelfaktor erheblich potenzieren. Unabhängig davon, sich darüber zu wundern, daß Menschen dies überhaupt so handhaben!

Bleibt es bei Lippenbekenntnissen oder folgen endlich daraus gezielte Taten?

Diese Fragen sind durchaus berechtigt, eben weil Politik oftmals vollmundig lobt, am Ende aber wenig sich ändert an solchen Mißständen. Die Kultusministerkonferenz wäre somit sehr gut beraten, effektiver solchen Initiativen nicht nur beizupflichten, sondern vielmehr sie selbst zu beherzigen und umzusetzen. Das gilt natürlich gleichwohl nicht nur für Schultoiletten, auch das Bildungssystem selbst muß sich wesentlich selbstkritischer hinterfragen lassen.

Eigentlich eine logische Schlußfolgerung, gestalten wir unser Bildungssystem gerechter, menschlicher, auf Augenhöhe genau denjenigen gegenüber, die ohnehin schon mit wenig Geld überleben müssen, nehmen den Bildungsauftrag endlich mal selbstkritisch ernst. Zuviel verlangt? Keineswegs, gerade weil auch hierzulande, abgesehen von jener ominösen Pisa-Studie, viel auf dem Spiel steht. Zufriedenere Schüler gleich bessere Ausbildungschancen bishin zu mehr Weiterbildung in Fachschulen und Unis, wenn diese ebenso politisch konsequent mitgestalten, ohne Maulkorb, Korruption und Ungleichheit! Daher mal kein Gemecker, vielmehr ein Dankeschön an solch einer Inititiative wie jüngst in der Berliner Hellweg-Realschule.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Welch Qual jene Europawahl

Europa hat nunmehr gewählt,
die Union stärkste Kraft hierzulande,
der Blick daher ziemlich gequält,
die Nazis mit Stimmengewinn, oh Schande.

Die Grünen am meisten Federn ließen,
die Sozen ihr höchstes Tief,
zum Haare raufen und Verdrießen,
was lief hier wohl deutlich schief?

Einer Sahra Wagenknecht sie vertrauen,
die von Frieden faselnd lamentiert,
über Putins Verbrechen hinwegzuschauen,
dekadent und völlig ungeniert.

Die Linke gänzlich einbricht,
die Liberalen sich dennoch feiern,
das Ganze schräg besticht,
Ursula möchte wohl erneut leyern.

Europa hat es schwer in diesen Zeiten,
zumal Despoten bösartig einfach warten,
ihre Herrschaft gezielt vorbereiten,
Mutter Erde verkommt als fauliger Garten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Krisen soweit das Auge reicht

Bild von MV-Fotos auf Pixabay

Vom Regen in die Traufe, man sieht vor lauter Bomben den Frieden nicht

Die Füße ins laue Naß strecken, einfach mal die empfindliche Seele baumeln lassen, Sorgen wegspülen, statt ewiglich friedlichen Zeiten nachzutrauern, die besonders europaweit jahrzehntelang uns beglückten, die wir im friedlichsten Kontinent uns tummeln dürfen. Ausgerechnet in Europa, wo die Menschen sich jahrhundertelang die Köpfe einschlugen, Völker sich kriegerisch belauerten, Friedenszeiten gab es insofern mitnichten dortigst. Während etliche sich aufmachten, in die Welt zu ziehen, exportierten sie auch ihre vererbte Aggression, ließen dieser freien Lauf, wie wir jüngst in Amiland erleben dürfen, wenn tröge Trumpanhänger ihrem Heiland hinterherhecheln und notfalls per Waffengewalt dessen angebliche geklaute Wahl sich einverleiben wollen. Welch Dramatik in der ältesten Demokratie der westlichen Welt!

Dabei hat Mensch kaum noch Zeit, seine eigene Existenz einigermaßen geordnet zu retten angesichts der Folgen des selbstverschuldeten Klimawandels, wobei besonders konserverative Kräfte selbstzerstörerisch an ihren alten Rezepten sich klammern, die auch hierzulande zerstörerisch den Klimawandel vorantrieben aufgrund eigener stoischer Ignoranz wider etlicher Stimmen, explizit aus den politischen Reihen der Grünen. Diese betrachten sie lieber als Spielverderber und Biofuzzis, anstatt mal die klaren Fakten der Wissenschaft wenigstens zu verinnerlichen, wie z.B. ein Harald Lesch und etliche andere ihnen allzu deutlich entgegenschmettern!

Mit Blick gen Osten, erhält man sofort in aller Deutlichkeit, was es bedeutet, wenn zu lange eine friedliche Zeit zelebriert wurde. Herr Putin überfällt kurzerhand imperialistisch die Ukraine, orientiert sich an Despoten wie Xi Jingpin oder gar Kim Jong-un, um sein eigenes befremdlich erfundendes Weltbild zu rechtfertigen von einem verlorenen russischen Reich, welches sich gefälligt bis gen Lissabon ausbreiten sollte. Dekadenz in Reinform, Cäsar hätte seine helle Freude daran, was jener russische Herrscher sich zu eigen machen will. Doch bedenken wir, Haß und Krieg bedeutet stets kein Sieg, sondern  unendliches Elend für alle, da helfen weder eigene Bunker noch kugelsichere Westen, nicht nur das eigene Volk wird verraten, sondern die Menschlichkeit, die solche Despoten schlichtweg nicht leben, da hülft auch nicht das Gesülze vom „lupenreinen Demokraten“!

Die Stimmung kann kaum noch Licht am Horizont liefern, Imagination einer trüben Aussicht macht sich breit angesichts solcher Zukunftsaussichten, zumal europa- und weltweit der Faschismus seine Fühler ausstreckt, Rechtsradikale schnuppern Aufwind in solch stürmisch krisenhaften Zeiten und Aussichten. Hat die historische, jahrezehntelange Aufarbeitung genug getan, um solchen Zuständen entgegenzuwirken? Wider aller Vernunft finden sich genug ein, die selbstvergessen wegschauen? Das wäre nicht nur fatal, sondern weit mehr als tragisch. Bedenken wir ein Zitat von Heinrich Böll:  Freiheit wird nie geschenkt, immer nur gewonnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Europawahl 2024 wichtiger denn je

Demokratie vs. Autokratie die Agenda

Zwischen dem 06. und 09. Juni findet die Europa-Wahl 2024 statt, die zehnte Direktwahl zum Europäischen Parlament, 720 Abgeordnete für die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. In vier Mitgliedsstaaten, nämlich in Belgien, Deutschland, Malta und Österreich dürfen bereits 16-Jährige wählen, in Griechenland 17-Jährige. Dabei gilt in fünf Ländern Wahlpflicht, in Belgien, Bulgarien, Griechenland, Luxemburg und Zypern.

Neben den vielen bekannten Parteien traut sich auch die Partei BSW, mitzumischen, Sahra Wagenknecht stellt Programm für Europawahl in Mannheim vor. Hierbei rücken besonders die unkontrollierte Migration sowie mehr Diplomatie in der Außen- und Sicherheitspolitik in ihren Fokus. Fragwürdig, wenn wir bedenken, was der Despot Putin seit über zwei Jahren in dessen völkerrechtswidrigen Krieg in der Ukraine anrichten läßt!

Ex-SPD-Chef Müntefering entsetzt

Neulich äußerte er sich im „Spiegel“-Spitzengespräch über ein Wahlplakat mit der Aufschrift „Krieg oder Frieden? Sie haben jetzt die Wahl!“, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Völlig zurecht!

In der Kolumne über das Kalkül der Wagenknecht-Partei von Uwe Vorkötter mit dem sinnigen Titel Die smarteste Versuchung, seit es Populismus gibt, lesen wir anschaulich, welche merkwürdigen Argumente sie aufführt, zumal sie meist laut Vorkötter in ihrer Biografie auf der falschen Seite der Geschichte stand. Wohl erst recht in der Gegenwart. Wie kann Frau nur so Putin-affin handeln und jenen Autokraten dermaßen verharmlosen, um somit ihren ost-deutschen Antiamerikanismus, flankiert von Ehemann Oskar Lafontaine mit dessen west-deutschen Antiamerikanismus zu rechtfertigen und auszuleben?! Sicherlich, die Amis haben vieles falsch gemacht, aber mit Sicherheit noch keine autokratischen politischen Ambitionen gefordert. Das mag sich mit jenem Trump schlagartig ändern!

Macrons Kritik läßt tief blicken

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für mehr Optimismus und Tatendrang in Europa geworben, geht mit der EU hart ins Gericht: „Zu zerstritten, zu langsam und zu schüchtern“. Recht hat er. Da muß sich ganz schnell einiges ändern, Russland, China und andere Staaten mit Weltherrschaftsphantasien werden keine Sekunde zögern, um ihre Vorteile nicht auszunutzen.

Dabei sollte auch Deutschland sich seiner Rolle wesentlich selbstbewußter gewiß sein, bevor ein Despot Putin uns zuvorkommt. Mit Lippenbekenntnissen zur selbstformulierten Zeitenwende wird es mitnichten getan sein, es muß vor allem verteidigungspolitisch mehr geleistet werden. Das hat nichts mit Kriegslüsternheit etwas zu tun, sondern mit einer Agenda für Demokratien, damit wir morgen nicht in einem autokratischen Staat bzw. Europa darben müssen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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