Weißt du noch

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Der Himmel hatte sich mit glitzerndem Pulver bestreut,
großzügig verteilt mit den Farben des Regenbogens
tauchte er die Landschaft in mattes perliertes Licht,
diffus wirkten der Sonne Strahlen, wie im Morgengrauen.

In ihren Gesichtern spiegelte sich der rot-bläuliche Puder,
wie die Abziehbildchen in ihrer Jugend glänzte die Haut,
in Kaugummipackungen als Beigaben wurden sie verkauft,
Spucke reichte, um sie für jeden sichtbar zur Schau zu tragen.

Weißt du noch, lächelten sie in den leuchtenden Abendhimmel,
und er wußte, Mutter gab ihm die Schokolade, Bonbons, Kekse,
nicht weil sie ihn so viel mehr liebte als die anderen Geschwister,
sie zollte ihm Tribut, damit er an Vaters statt für Ordnung sorgte.

Weißt du noch, lächelten sie in den leuchtenden Abendhimmel,
und sie wußte, Vater prügelte mit den Fäusten nicht auf sie ein,
weil er sie nicht liebte, er verzieh sich selber nicht seine Ängste,
an denen er litt, seit er aus dem Krieg heimgekehrt, als Invalide.

Ein leichter Händedruck, zärtliche Berührung, Vertrautheit,
in ihren Schritten die Vergangenheit mittragend, ohne Last,
sie hatten keine Eile, warm malte der Horizont Lichtgebilde,
auf ihren Rücken funkelnde Sandbilder, Atemhauch aus Zeit.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Leidvolles Herumgeeiere zur deutschen K-Frage

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Von AKK bis Merz reicht nur der Verstand in der Union, ohne Scherz?

Die Bundesbürger scheinen ein ziemlich dickes Fell zu haben, schließlich ertrugen sie 16 Jahre lang den Helmut Kohl, um schließlich nach kurzer Schröder-Zeit 14 Jahre lang die Angela Merkel in den Kanzlersessel zu hieven. Soweit die geduldige Wählerschaft, selbst wenn alle anderen dies schwerlich verdauten, sie hielten im wesentlichen still.

Was bedeuten dabei jene ominösen Umfragen, besonders gern, wenn unsichere Zeiten vorherrschen, gerade jetzt, wo doch die Angie kürzertreten möchte, am Ende nicht mehr als Bundeskanzlerin antreten will? Unkenrufe erschallen mal wieder, die AKK hatte noch den Friedrich Merz verbannen dürfen, eben nicht den CDU-Vorsitz zu erhalten. Manch Zeitgenosse beobachtete jenes Szenarium mit entsprechendem Unwohlsein, lautstarkem Seufzen, als sie sich durchsetzte, er ihr unterlag. Eine Farce par excellence!

In Wirklichkeit schlummerte Sympathie im Stillen, BlackRock sei Dank schob man dessen Einwirken nicht auf die lange Bank. Die K-Frage der Union in jüngster Umfrage ein Offenbarungseid, Deutsche wollen Kramp-Karrenbauer nicht als Kanzlerin. 13 Prozent sollen sich den Merz als Kanzler-Nachfolger wünschen, alle folgenden Plätze reihen sich schwach dahinter ein, so daß der Eindruck entstehe, er möge es in Zukunft richten. Ohje, da hülft nur noch entrüstetes Dichten.

Das alles in rechtsradikalen Zeiten, die Teutschland bevorstehen, man möcht‘ am Liebsten von dannen gehen, ohne sich im geringsten vorzubereiten. Bloß weg vor lauter Schreck! Welch dramatischer Gag. Was schon in Amiland mit dem blonden Dollen für genügend Probleme sorgt, läßt Sekt und Selters fließen, zu viele Flaschen entkorkt, vor lauter Verdrießen. Muß es denn ausgerechnet jener BlackRock-Merz sein? Oh, nein!

Die Befürchtung schwingt keineswegs ohne Grund, tut sich doch auf ein gähnend-dramatischer Schlund. Das Kapital bläst zur alles entscheidenden Schlacht, man hat längst entsprechendes Feuer entfacht. Es lodern bereits im Stillen so manch Flammen, Konzerne und Finanziers wollen jedwede Widersacher wegrammen, Hauptsache möglichst große Profite winken, selbst wenn etliche Schiffe längst sinken. Das kennt man doch aus Titanic-Zeiten, nix mit vorbereiten. Einfach stilles Erdulden, beim Merz gibt’s keene Schulden. Er weiß es zu richten, so wie mit allen anderen Bösewichten.

Und wenn im nächsten Jahr Neuwahlen ausgerufen werden, loofen sie hinter ihm her ins Verderben, Hauptsache ein Kanzler ward gefunden, erschallt es in aller Union-Munden. Der Rest der Republik fügt sich wie eh und je, welch schräges Klischee. So wie der Herr so’s Gescherr. Das wundert letztlich keenen mehr.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Daumen hoch

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Sie lachte,
das Auto hält,
Teergeruch,
die Straße,
zuhause.

Sie lachte,
das Gespräch,
unterhaltsam,
der Typ,
abgefahren.

Sie lachte,
hofft,
der Nächste,
nicht angehalten,
zufrieden allein.

Sie lachte,
spürt Asphalt,
aufrecht,
ihr Weg,
entspannt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Unbesiegbar in die Apokalypse

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Größenwahn bestimmt den politischen Kurs

Seit Menschengedenken. Da hilft kein Ablenken, schon gleich nicht dem Gegner irgendetwas zu schenken. Kein Zollbreit wird nachgegeben, Mensch daher stets Krieg muß erleben. Soviel zum Reim, das sollte es bisher auch sein. Das Thema umsorgt uns viel zu sehr, weil Frieden letztlich eine Illusion? Mit Blick gen Europa, Jugoslawien mal ausgeklammert, seit über 74 Jahren durchaus möglich.

Woanders keineswegs gewollt, schließlich haben sämtliche Mächte ihren Anspruch, sich zu beweisen, bzw. der Welt, wer denn alleiniger Herrscher. Die alte Idee weltweiter Unterjochung, die tatsächlich noch nie funktionierte. Früher, weil Mensch nicht überall gleichzeitig sein konnte, bis heute, weil „lästige“ Bündnisse ihn daran hindern. Es sei denn, Feindbilder rechtfertigen sämtliche Strategien kriegerischer Szenarien. Der bis zum Mauerfall allseits bekannte Ost-West-Konflikt zwischen den beiden Großmächten, den USA und der UdSSR, war seine bis dahin größte Bedrohung.

Kein Ende in Sicht

Seitdem die Idee des realen Sozialismus zumindest in der UdSSR scheiterte, die historische Chance eines echten Abrüstungsabkommens verpaßt wurde. Mit Trump und Putin wird das erst recht nichts. Kann man von einem Narzißten und Oligarchen kaum erwarten. Der Hegemon wird seiner Rolle gerecht, dümpelt vor sich hin zwischen weltpolizeilichem Gehabe und Antiamerikanismus, während per Putins „absoluter Waffe“ Russland „Avangard“ in Betrieb nimmt.

Zurück zur Sprache des Militärs, assoziert doch so mancher mit Avangarte „künstlerische Bewegungen“, obwohl es im französischen Militärjargon zuvor die Vorhut bei Truppenbewegungen bedeutete, nämlich diejenigen, die als erstes vorrücken. Den Russen fällt somit nichts besseres ein, ihre Hyperschall-Rakete mit jenem Namen zu bezeichnen, schließlich kann man dann ja in 75 Minuten einmal um die Welt am Äquator fliegen – welch schnelle Superwaffe, um den Feind zu überraschen.

Niemand hat Schuld, es sind immer die anderen

Putintreue machen auf jene Nato aufmerksam, die zweifellos nichts gutes im Schilde führt, erinnert sei an Defender 2020 – Übung für den Ernstfall, oder vielmehr eine Generalprobe, wobei es keine Premiere gibt, sondern im Anschluß direkt den Krieg gegen Russland?

Andererseits folgt mit Avangard die Antwort auf dem Fuße, obendrein schmiedet Russland etliche Bündnisse zwischen der VR China, dem Iran und Syrien, selbst die Türkei dient als möglicher Partner. Insofern mögen noch ganz andere unheilvolle Allianzen den Weltfrieden bedrohen, erst recht mit Blick gen Mittleren und Nahen Osten. Mittendrin, längst als schwache Allianz degradiert, Europa, welches militärisch angeblich kaum etwas entgegensetzen vermag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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In den Bäumen

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Lilien wachsen nicht auf Bäumen,
Grabsteine sie zuweilen säumen,

als Kind Himmel und Hölle gespielt,
in der Schule in Nachbars Heft geschielt,

mit Headbanging Frust ausgeschüttelt,
jung war ich da, an alten Werten gerüttelt,

Kinder stoben die Jahreszeiten hinfort,
wurde Heimat, für sie ein Zufluchtsort,

in den Bäumen zanken lautstark Krähen,
vielleicht deshalb keine Lilien zu erspähen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wahlprognosen hierzulande alles andere als gut

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Neoliberale und Rechtsradikale profitieren

Heiligabend, wenn’s Christkind durchs Fenster aus manch Stube entschwindt‘, hat’s nicht unbedingt gutes unterm Tannenbaum hinterlassen, was man dort sehen kann, ist kaum zu fassen, das ärgert Frau und Mann, falls noch in der Weihnachtszeit man einen Blick riskiert. Heute nach dem Fest mag der Meinungstrend der INSA-Consulere GmbH uns manch dramatisches verkünden.

Demnach haben Neoliberale und Rechtsradikale eher zugelegt, während die linken Kräfte Federn lassen. Als noch im November die Grünen sich zur Bundestagswahl positionierten, schaute es insgesamt vielversprechend aus. So schnell kann es gehen, wenn die Wählerschaft sich blenden läßt.

Rechts-konservatives Lager hätte 53 Prozent

Seit der Wahl in Thüringen sind Szenarien einer Zusammenarbeit mit jener AfD nicht auszuschließen, insofern der Gedankengang eines „rechts-konservativen Lagers“ von Union, FDP und AfD ein mögliches Bündnis. Laut INSA führen die rechnerischen 28% der Union, 15% der AfD und 10% der FDP zur Mehrheit im Deutschen Bundestag von 53 Prozent.

Doch es kann nicht sein, was nicht sein darf, oder? Schließlich beteuern FDP und Union im Bundestag, nicht mit den Rechtsradikalen koalieren zu wollen. Allerdings sollte uns dennoch zu denken geben, daß die andere Seite eines eventuellen Linksbündnisses nur 42 Prozent erreichen, jene 21% der Grünen, 13% der SPD und 8% der Linken.

Soweit die grob zu trennenden sogenannten Lager. Doch politisch verhält es sich dennoch anders, weil die Grünen längst keine Zusammenarbeit mit der Union ausschließen. Unterschiedliche Koalitionen lassen vieles offen, zumal die neue Doppelspitze der SPD bereits jetzt schon für Diskussionen sorgt.

Ende der Großen Koalition in Sichtweite?

Somit auch der Weg zu Neuwahlen im neuen Jahr 2020? Angesichts etlicher Reibungspunkte zwischen Union und neuer SPD-Doppelspitze wäre dies durchaus denkbar. Selbst wenn die Sozialdemokraten noch mehr Wählerstimmen verlieren würden, ihre Glaubwürdigkeit als linke Partei sei dann aber wieder hergestellt. Somit ein Gewinn, um das desaströse Erbe von Gerhard Schröder endlich loszuwerden.

Aber was erwartet dann die Republik? Etwa doch eine Jamaika-Koalition? Schwarz-grün-gelb nach der Reihenfolge erreichter Wählerstimmen hinsichtlich des aktuellen INSA-Ergebnisses? Was noch im letzten Jahr scheiterte, soll auf einmal fruchten?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Ich bin es müde

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Ich bin es
müde

mag nicht mehr
üben

das Gefühl
trüben

um geliebt
zu werden

im Himmel
auf Erden

Ich bin es
müde

mich in den Schlaf
zu flennen

mein Herz
verbrennen

um geliebt
zu sein

ich bin es
mein Augenschein

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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