Ihr seht

https://pixabay.com/photos/audience-crowd-people-persons-828584/

pixabay.com

Nicht einen Film im Kino
Wertevernichter inkognito
Nicht den neuesten Actionthriller
Demokratiekiller
Paramilitär in Kostüm und Anzug
Geschichtsbetrug
Keine Spaziergänger zum Park
Menschenrechte versenkt im Sarg
Verführer Ansprüche anmelden
Feiglinge als Superhelden
Toleranzverächter
Sprachschlächter
Zu später Stunde
Haß näht keine Wunde
Der Trailer ist kein Werbespot
Realität auf dem Weg zum Schafott
Menschen an der Vorstellung leiden
Dem Treiben tatenlos
zu

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Deutschland gewährt Rechtsextremismus zu viel Freiraum

Wenn AKK zögert und Lanz lamentiert

Was schon direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ohne weiteres nicht im geringsten zu übersehen war, wer denn genauer hinschaute, setzte sich in den folgenden Jahrzehnten unbeschadet fort, konnte wie ein Krebsgeschwür fleißig wuchern. Altnazis durften ihr Gedankengut ungebremst ausleben bis hinein in Amt und Würden. Beide deutschen Staaten waren von Beginn an auf dem rechten Auge äußerst blind, man ließ sie einfach gewähren.

Während der Fall Möritz über Sachsen-Anhalt hinaus die Republik erschüttert, warnt Annegret Kramp-Karrenbauer Robert Möritz, hält Konsequenzen für möglich, sollte Vertrauen mißbraucht worden sein. Welch zaghaftes Vorgehen, wo doch bereits genügend Fakten auf dem Tisch liegen, die jenen Kommunalpolitiker als das entlarven, was er ist: ein Nazi. Punkt. Selbst der sonst so gern ins Wort fahrende, manchmal schlagfertige Talkmaster Markus Lanz versagt plötzlich neben Hans-Georg Maaßen, der sich in jüngster Vergangenheit als Pöstchenreiter par Excellence entpuppt hatte.

Grönemeyers Appell längst aufgeweicht?

„Keinen Millimeter nach rechts“ hatte der Bochumer Sänger berechtigterweise gefordert. Die Union läßt dennoch die Zügel erstaunlich locker, deren Glaubwürdigkeit befindet sich längst an einem Scheideweg, der viel Raum für Spekulationen bietet. In der Tat steht die Kenia-Koalition in Magdeburg auf sehr dünnem Eis, wie der politische Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, jüngst bemerkte.

Eine Einladung für jene AfD, landespolitisch bald in Regierungsverantwortung gelangen zu können? Der Schritt liegt nahe. Die Vorahnung bestätigt sich zunehmend, daß sich Rechtsextremismus immer mehr entfalten darf. Erschreckend, obwohl genügend Widerstand im Lande vorhanden.

Maaßen als Trittbrettfahrer eines Thilo Sarrazins?

Wer AfD-Sprech aufgreift, wie Markus Lanz in der Talkshow dem Ex-Chef des Verfassungsschutzes vorwarf, weil dieser geäußert hatte, irgendwann kommen 1,8 Millionen Araber ins Land, darf sich nicht wundern, wenn Vergleiche gezogen werden zu jenem SPD-Abtrünnigen Thilo Sarrazin. Millionenfach steht dessen Buch „Deutschland schafft sich ab“ sehr zur Freude sämtlicher Rechtsextremisten in manch Bücherregal landauf, landab.

Lanz‘ Schlußbemerkung, die Bürger der Mitte hätten sich inzwischen radikalisiert wie Maaßen selbst, trifft leider zu. Das scheint dieser nur mit verächtlichem Schnaufen zu kommentieren, was man durchaus als Bestätigung werten darf. Wieviel Freiräume wollen sämtliche demokratischen Kräfte in diesem Land denn noch jenen Rechtsradikalen gewähren?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wer ist der patriotischste Konservative im Land?

https://pixabay.com/photos/germany-flag-bundestagswahl-3115774/

pixabay.com

Medien, Medien, landauf, landab,
wer ist der Heimat Verliebtester
mit der größten Klapp‘?

Mit sprachlichen Attacken auf allen Kanälen,
egal ob unverschämt oder verschämt
flimmern ihre Konterfeis, um sie zu wählen!

Outings, bei Stimmenfang klaut man gerne,
ich bin Nazi, alles Fremde ich ablehne,
Studiogäste plärren auch aus der sonnigen Ferne.

Medien, Medien, landauf, landab,
wer ist der Heimat Verliebtester
mit der größten Klapp‘?

Konservatismus im modernen Gewande
auflebt mit gefakten Namen, gekauften Likes,
Spendenflut strömt nicht nur aus eigenem Lande.

Erlaubt wieder Nationalismus als Verführerin,
geschützte Verantwortungslosigkeit des Einzelnen,
wenn im Loyalitätsmieder ich geschnürt bin.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der einsame Wolf und das Mädchen Lia

https://pixabay.com/photos/animal-wolf-nature-wild-carnivore-3950960/

pixabay.com

In der Ruhe liegt die Kraft

Mitten im Sommer, wenn das Grün der Bäume bereits uns dunkler erscheint, die Hundstage ihrem Ende zusteuern und mit ihnen die heißen Tage, morgendliche Herbstdüfte die Nasenflügel umwehen, eine gewisse Wehmut verbreiten, weil noch vieles erlebt werden wollte, genau dann erschien Lia mit einem Mal ihr ein gänzlich unbekanntes Wesen: ein einsamer Wolf.

Dieser trat nicht mit stolz geschwollener Brust vor sie hin, als sie Rotkäppchen gleich des Weges ging, vielmehr entdeckte Lia ihn weit entfernt zwischen zwei mächtigen Rotbuchen ruhend, sie beobachtend. Das neunjährige Mädchen war just im Begriff, sich ihre Laufschuhe zu binden, beim Joggen hatte sich ein Schnürsenkel geöffnet, und sah unvermittelt das grau-braune Tier. Instinktiv schaute der Wolf ebenso auf, ihre Blicke trafen sich.

Eine Welle der Entspannung durchfuhr Lia, sie vermochte sich kaum zu bewegen, nicht etwa aus Angst, sondern eher aus Ehrfurcht und der Entdeckung, daß er zu ihr sprach. Jedoch nicht wortwörtlich, eine angenehme Stimme erklang in ihrem Kopf.

‚In diesem Wald hab ich mich hier kurz zur Ruhe gelegt, bin schon viele Kilometer lang unterwegs, ohne zu wissen, wohin es mich treibt. Hab keine Furcht, Lia, wundere dich nicht, woher ich deinen Namen weiß, meine Kontakte erlauben mir, vieles bereits zu kennen. Nenn mich einfach Stolja, wenn du magst ‚, vernahm das Mädchen.

Lia schaute sich unsicher um, konnte ihn nicht mehr sehen und erschrak fast zu Tode, weil er einfach plötzlich neben ihr stand. Seine Größe irritierte sie, er war höher wie jeder Schäferhund, auch länger und hatte wunderschöne, hoch aufgestellte Ohren und einen buschigen Schwanz.

„Wieso hast du kein Ziel, Stolja?“, fragte sie ihn, „und überhaupt, wo befindet sich deine Familie, dein Rudel? Ihr Wölfe lebt doch meist nicht allein.“ Ziemlich aufgeregt schaute sie ihn an, wagte sogar, ihn vorsichtig zu streicheln.

Der einsame Wolf gab ihr zu verstehen, daß er seine Nächsten verlassen mußte, das gesamte Rudel sich auf der Flucht befand, weil die Menschen wieder einmal meinten, Wölfe seien gefährlich, würden nur andere Tiere reißen und wildern. Einige mußten bereits ihr Leben lassen, wurden kaltblütig erschossen. Lia wußte aus Büchern und Erzählungen ihrer Oma, wie die Mär vom bösen Wolf entstanden, obwohl gerade Wolf und Mensch durchaus eine gemeinsame Entwicklung vollzogen hatten, es gar innige Freundschaften gab.

Dies alles erzählte sie Stolja, bat ihm zutiefst um Verzeihung, was ihre Spezies seinem Rudel angetan. Der einsame Wolf bedankte sich herzlichst, wünschte ihr alles erdenklich Gute, betonte, sie möge sich nicht weiter sorgen, er wisse jetzt, was seine Aufgabe. Ein fragender Blick ihrerseits entlockte ihm die Antwort: zurück gen Osten, das Rudel finden und den Weg der Distanz zum Menschen wieder einschlagen, weil dieser noch längst nicht so weit sei, in friedlicher Koexistenz mit ihm zu leben. Ausnahmen wie sie würden die Regel bestätigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

Erschienen im Buch Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)
Veröffentlicht unter Kurzgeschichten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wirklich nicht bekannt

https://pixabay.com/photos/card-trump-magician-magic-flourish-3528638/

pixabay.com

Er kann sagen, was er will,
stets sind alle still,
flüsternd oder drohend,
sie ihn mit Applaus belohnend.
Rücksichtslosigkeit ist sein Begehr,
genau dies lieben sie sehr.

Er kann sagen, was er will,
stets sind alle still,
sein Erfolgsrezept ist einfach,
nur er weiß was Sach‘.
Er stellt sich als gottähnlich hin,
handele in dessen Sinn.

Er kann sagen, was er will,
stets sind alle still,
er weist hin auf das Böse,
auf Verachtung fürs Religiöse.
Voll Zorn darf er hetzen, fluchen,
deshalb sie bei ihm Zuflucht suchen.

Er kann sagen, was er will,
stets sind alle still,
jahrhundertelang auf diese Weise
Menschen geschickt auf die Reise,
zu Terror, Krieg, Verdammnis.
Das ist nun wirklich kein Geheimnis.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weihnachten ohne Schnee und Glamour

https://pixabay.com/photos/beach-landscape-travel-ocean-2371674/

pixabay.com

Eindrücke eines scheinbar gesättigten Lebenswandels

Das Wetter spielt erneut nicht mit, so wie letztes Jahr schon geschehen. Hermann sagt, der Klimawandel habe längst auch Deutschland erreicht, obwohl Erna ständig zetert, daß dies Unsinn sei, es gebe immer mal milde Winter, wo sogar Krokusse plötzlich blühen, von weißer Pracht keine Spur. Was Erna aber zu übersehen scheint: Die Wetterextreme haben dennoch zugenommen, insgesamt ist eine konstante Erwärmung festzustellen.

Einige Tage vor Heiligabend will sowieso kaum andächtige Stimmung aufkommen, die Sorgen drücken allenthalben mit Blick auf den Weltfrieden. Die Amis möchten unbedingt einen großen Krieg mit Russland provozieren, während an vielen Orten in der Welt ohnehin die Waffen sprechen, sehr viele Flüchtlinge das Weite suchen, oftmals gen europäische Festung, die alles versucht, um dem Ansturm Herr zu werden, mit vielen bedauernswerten Toten, meist im Mittelmeer.

Davon sind etliche keineswegs betroffen, es feiert sich so schön gelassen, am besten gar weit weg an exotischen Orten, manchmal im hellen Sonnenschein, wohltemperierten 25 bis 30 Grad, wobei es an nichts fehlen darf im luxusverwöhnten Tagesverlauf. Das hat man sich schließlich verdient. Hat man das? Die meisten doch nur, weil sie sich auf der Gewinnerseite befinden, Gehälter einkassieren, die ein vielfaches eines einfachen Angestellten oder Arbeiters bedeuten. Überreichtum hat sich schon immer abheben müssen von gaffenden, keineswegs bemitleidenswerten Untergebenen, dem einfachen Volk. Apropos Armut und Verzweiflung.

Irgendwo an einem Ort, in einer hellerleuchteten, lauten Stadt, voller Autos, Einkaufszentren, Rotlichtmilieus, gestreßten Menschen, die beruflich oder zum Einkaufen unterwegs, so kurz vor Weihnachten, dort befinden sich abseits und doch unübersehbar Obdachlose, Verlierer, Verlassene und Einsame, um sich ein Stück Leben zu ergattern, teilweise gar glücklich mal nicht klirrender Kälte ausgesetzt zu sein, im ständigen Überlebenskampf der stillen Süchte, meist Alkohol, in Konkurrenz zu anderen Betroffenen, vereint, entzweit, verächtlich geschlagen, bespuckt oder ignoriert. Sehr selten ehrliche Anteilnahme ihnen widerfährt, weil jeder sich selbst der Nächste in einer Welt der Superlative, eines gesättigten Lebenswandels.

Da sitzen andere in Talkshow-Runden, labern über mögliche Szenarien, giften sich an, wer denn die besseren Argumente, während da draußen Zerstörung tobt, weil Waffen nicht nur gekauft, sondern auch eingesetzt werden, schließlich funktioniert nur so dieser Kapitalismus, dem wir alle frönen. Ohne Wachstum, folgt die Rezession, wird uns eingetrichtert, dabei müßte nicht ein Menschenwesen hungern, aber das will niemand, da die Verantwortung stets verschoben wird in Ausflüchte wie die UNO, eine angeblich funktionierende Demokratie, Rechtssysteme, die das regulieren sollen. Der Zerbombte, der Hungernde und Wohnungslose am Rande der Gesellschaften, im Überlebenskampf, den interessieren jene einfachen, bequemen Lebensmodelle keineswegs, er hat nichts mehr zu verlieren, außer sein Leben.

Der moralisch-ethische Zeigefinger erhebt sich sich zaghaft, besonders zu Weihnachten, wenn plötzlich die Nächstenliebe wiederentdeckt, Spendenaufrufe folgen, in Kerzenlichtstimmung wehmutsvoll der Geburt Christi gedacht. Jedoch die globale Verrohung, die latente Armut bleibt, während manche Zeitgenossen gewissenlos Sekt- und Champagnerkorkern knallen lassen, Kavier in sich hineinschaufeln, per Weiber, Wein und Gesang die wohlgefertigten Lebenslügen auf Kosten anderer in vollen Zügen genießen. Nein, kein Neid kommt auf, sondern ein mitleidiges Lächeln ob derartiger Dekadenz, die wohl nie vergeht, solange Menschen sich dermaßen leichtfertig unterjochen lassen.

Halleluja – Weihnachten ist bald da.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Abgang

https://pixabay.com/photos/auditorium-stage-seating-empty-3524620/

pixabay.com

Es war mir eine Ehre,
nicht daß ich mich beschwere,
vergangen die Zeit,
nun bin ich es leid,
euch weiter zu beehren,
ich ziehe meine Lehren
aus unserer Gemeinsamkeit,
der steten Bitterkeit,
die sich daraus ergab,
weil jeder jeden umwarb,
bloß nicht auf die Füße treten,
lieber scheinheilig beten,
möge es dir gutgehen
und bereits beim Umdrehen,
dem gönn‘ ich, so wird gedacht,
Schlaflosigkeit jede Nacht,
jahrelang ich weiß dies,
Zusammenleben kein Paradies,
als Kind schon war mir bewußt,
Erwachsene lieben Dauerfrust,
um sich daran zu ergötzen,
wer ist Meister im Messer wetzen,
Wut war nie mein Begleiter,
mein Wesen ist dafür zu heiter,
der Vorhang senkt sich nun hernieder,
zur Feier im Foyer sehen wir uns wieder.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar