
https://www.flickr.com/photos/meine-erde/162487599/sizes/z/ (CC BY-NC-SA 2.0)
Das muß und sollte man sich trauen,
gezielt ganz genau hinzuschauen,
keinesfalls wie Trumps ICE es vollbringt,
in Trance per Gewalt freudig swingt,
so handeln halt Faschisten seit eh und je,
loben Despoten weltweit übern Klee.
Doch die Welt schaut gebannt ins Weite Land,
in dem schon allzu oft die Erde hat gebrannt,
dem Fußball könne es wohl nicht schaden,
auf dem Spielfeld trifft es ohnehin stets die Waden,
insofern einfach Politik und Spiel mal trennen,
sich besser nicht in laute Kritik verrennen.
Die Fifa wird neben dem Orangeman erneut gelobt,
Hauptsache das Publikum im TV lauthals tobt,
wen interessieren Verbrechen wider die Menschlichkeit,
nach dieser Demokratie ist es auch wieder soweit,
im Kontext bestimmter Geldflüsse besser die Füße stillhalten,
nicht auf dem Rasen, aber in den Medien auf Ignoranz schalten.
Wer jetzt noch Politik und Sport angeblich auseinanderhält,
sich in dieser gezielten Rolle moralisch selbst gefällt,
der hat den Schuß der Ungerechtigkeit schlichtweg verpaßt,
wird völlig zurecht von all jenen verachtet, gar gehaßt,
die eben nicht des Geldes wegen stoisch wegschauen,
sondern sich per Hinterfragen gezielt trauen:
Diesmal keine Fußball-WM voller Grauen!
Lotar Martin Kamm
Vielen Dank für Ihren engagierten und nachdenklich stimmenden Beitrag. Auch wenn die zugespitzte Sprache und manche Vergleiche sicherlich kontrovers diskutiert werden können, sprechen Sie einen wichtigen Punkt an: Sport findet nie völlig losgelöst von politischen und gesellschaftlichen Realitäten statt. Ihr Gedicht regt dazu an, nicht vorschnell wegzuschauen, sondern kritisch über Verantwortung, Menschenrechte und die Rolle großer Organisationen nachzudenken. Gerade diese Debatte bleibt wichtig, auch wenn man nicht jeder Ihrer Schlussfolgerungen zustimmt.
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