„Gefährliche Orte“ im Fokus spezieller Video-Überwachung

Verbrechensvorbeugung möglich?

Wer zieht die Reißleine, wo doch tagtäglich uns Meldungen über unfaßbare Verbrechen erreichen, die Menschen sich antun, weltweit ohnehin, aber auch hierzulande? Ein Tête-à-Tête mit unglaublichen Konsequenzen zwischen Sicherheit und flächendeckender Überwachung? Eben keine klare Trennung zwischen Privatsphäre und möglicher Verhinderung von Verbrechen mehr möglich?

Dietmar Seher stellt bei T-Online fest, wo die Polizei genau hinschaut, Deutschlands gefährlichste Orte. Dabei folgt zu Recht der Diskurs, daß Datenschützer gewisse Zonen kritisch betrachten. Sicherheit kontra Datenschutz, weil entsprechende Transparenz fehlt?

Widerspiegel einer sich selbstzerstörenden Gesellschaft

Nichts geschieht rein zufällig, besonders dort wo Menschen zusammenleben. Tun sie das wirklich? Oder muß man vielfach von einem Auseinanderdriften menschlicher Nähe berichten, weil die Bodenhaftung fehlt aufgrund sozialer Spannungen, die größtenteils mit Ungerechtigkeit und Notlagen einhergehen? Gewaltzunahme in der Gesellschaft keineswegs ein Novum?

Mit Blick in Länder, wo Gewalt wesentlich höher an der Tagesordnung stattfindet, kann man solche Zusammenhänge durchaus bestätigen. Der zitierte Werteverfall sollte wesentlich mehr beachtet werden, will die Gesellschaft hierzulande ebenso ähnlichen Brennpunkten dauerhaft nicht entgegenblicken.

Brennpunkte nehmen deutlich zu

Weil Statistiken ohnehin hinterherhinken, manchmal auch einfach verkehrt ansetzen, gar unterschlagen. Video-Überwachungen mögen moderate Mittel sein, schneller Täter entlarven, um sie verhaften zu können. Aber die Gewalttaten nehmen deshalb noch längst nicht ab, zeigen oftmals kaum einschüchternde Wirkung. Wer sich Luft machen möchte, der ignoriert die Außenwelt, hat eben keine Selbstzweifel, sondern reagiert simpelst nach eigener Fasson.

Deshalb schließt auch Sehers Artikel mit den Worten, eingreifen gehe nicht sofort trotz Video-Überwachung. Was heißt das im Umkehrschluß? Die Gesellschaft muß sich selbstkritisch hinterfragen, ob sie denn genügend unternimmt, eine solche Entwicklung möglichst einzudämmen oder gar zu verhindern. Es hat eben doch mit Chancenungleichheit, Bildungsnotstand, Verelendung, Arbeits- und Perspektivlosigkeit zu tun. Duckt sich eine überreiche Klientel einfach weg, um weiterhin ihren alles zerstörenden Neoliberalismus auszuleben, setzt sich jene Entwicklung der Gewaltzunahme überproportional fort.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Der Misthaufen

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Immer an Mutters Hand
zum Einkaufen, kein Einwand,
bis zu Krügers Misthaufen
bin ich artig mitgelaufen.

Beeindruckend empfand ich ihn,
schon von weitem roch es nach Urin,
kleine Dunstwölkchen stiegen auf,
oft auf dem Gehweg lag Mist drauf.

Geradezu magisch fühlte es sich an,
wenn an den Schuhen Mist klebte dran,
wer immer die Schritte genau bemaß,
so daß ich keine andere Wahl besaß,

als mitten auf die Kuhscheiße zu treten,
für den könnt‘ ich heut‘ noch beten.
Mutters Zorn in ihrem Gesicht
galt nie mir, nur dem dampfenden Mist.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nobelpreiskomitee nicht erst mit Peter Handke in der Kritik

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Versteckte Verbrechen und Menschenrechtsverletzungen Hand in Hand?

Was reitet die Jury in Schweden so lässig und geschwind? Manch falsche Entscheidung für viel fragende Kind‘! Angesichts etlicher Fehlentscheidungen darf man sich schon wundern, was da wohl in den Köpfen des Nobelpreiskomitees herumspuken mag mit der ein oder anderen Ernennung.

Sorgte bereits 2009 die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama für weltweites Aufsehen, scheint auch die Bekanntgabe des diesjährigen Literaturnobelpreises an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke für viel Unmut zu sorgen, ausgerechnet Erdogan attackiert Peter Handke als „Rassist und Mörder“.

Der türkische Pascha mahnt an?

Man sollte dabei nicht verkennen, daß Erdoğans angezettelter Krieg gegen Kurden untragbar ist, selbst wenn viel zu leise Töne diesem entgegenwehten, ein Macron sich wenigstens traute, im Gegensatz zur Bundeskanzlerin, ihm Paroli zu bieten.

Selbst wenn Erdoğans Intervention ziemlich zutreffend sich verhält, sollte gerade er selbst mal lieber die Füße stillhalten, bis heute wurde auch der Genozid gegen die Armenier seitens der Türkei nicht zugegeben. Ausgerechnet einem Peter Handke überreicht das Nobelpreiskomitee den Literaturnobelpreis, der doch das Regime Milosevic verharmlost, kleinredet. Der Tagesspiegel betitelt zu Recht ein Symptom politischer Verirrungen, diese Prämierung legitimiert Handkes Äußerungen zu Jugoslawien.

Frieden und Literatur oftmals ein Dorn im Auge

Wer entscheidet da wohl zu welchen Kriterien? Kein Wunder, daß sich etliche Zeitzeugen schon fragen, wieso und warum der/die ein oder andere jenen Preis erhalten hat. Dabei spielt eine gewisse Lobbyarbeit ziemlich offensichtlich eine Rolle hinsichtlich häufiger Ernennungen von Leistungsträgern aus den USA.

Aber Barack Obama, der weder zu Beginn seines Präsidentenamtes noch in den Folgejahren zu wesentlichen Friedensbemühungen sorgte, viel eher per Drohnen Menschen ermorden ließ? Welch Widerspruch, der berechtigt für Empörung sorgte.

So interessant und vielsagend Peter Handkes Schaffen für die Theaterwelt, so fragwürdig dessen Verharmlosung serbischer Kriegsverbrechen. Hat am Ende Salma Rushdie doch Recht mit seiner Bemerkung, die er bereits vor zwanzig Jahren im Guardian kommentierte, Handke sei als Preisträger für den International moron of the year prädestiniert? Hat er auf alle Fälle. Und das Nobelpreiskomitee sich als unfähig geoutet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Nicht ohne ihre Doktrin

Ja, wo laufen sie denn,
wo laufen sie denn hin?
Du stellst vielleicht Fragen,
hinter denen, die Fahnen tragen,
ihr Geist ist so einsam,
sie jedes Fähnchen vereinnahm‘,
mit sich selbst können sie nicht kommunizieren,
deshalb sie hinter einer Fahne hermarschieren.

Ja, wieso denn,
wieso denn nur?
Hab‘ ich doch eben erst gesagt,
keiner von denen wagt,
ohne einen Wegweiser, eine Doktrin,
zu eigenen Gedanken zu stehen, schlechthin,
sie meinen das Labyrinth des Lebens
könnte man damit umgehen, vergebens.

Ja, warum denn,
warum denn vergeblich?
Ganz einfach, sie laufen ständig im Kreis der Idiotie,
sozusagen gefangen im Käfig einer Ideologie,
die gibt jegliches Denken vor, heuchelt Loyalität,
die Folge, Unfähigkeit zur Liebe bis hin zu Brutalität,
je mehr die Einsamkeit des Geistes wird konsumiert,
Sinne verkümmern, man sich im Doktrinwahn verliert.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Greta mahnt an auf UN-Klimakonferenz in Madrid

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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Verhandlungen äußerst mühsam

Entgegen manch bösartiger Unkenrufe gab es doch tatsächlich welche, die meinten, sie würde die Überfahrt gen Europa nicht schaffen, wurde der jugendlichen Greta Thunberg beherzt geholfen, gelangte sie somit rechtzeitig zur UN-Klimakonferenz in Madrid.

Wir bezahlen für etwas, was wir nicht verursacht haben“, junge Aktivisten berichten dabei über Dürre und Krankheiten in ihrer Heimat. Obwohl die ganze Misere bereits seit über vierzig Jahren in den Köpfen geistig wacher Menschen sehr wohl bewußt, zog es die verantwortliche Politik all die Jahre vor, fast gar nicht entsprechend zu handeln.

„Unsere Leben sind nicht verhandelbar“

Kommentierte eine Aktivistin aus Chile. Greta Thunberg hatte nur kurz ein wichtiges Statement abgegeben, wollte möglichst damit anderen den Vortritt lassen, sich zu äußern. Richtig so, denn da draußen in der Welt herrscht Besorgnis, Panik und völlig berechtigte Empörung.

Von Fortschritten seit dem Beginn von FFF kann gar keine Rede sein, auch das bundesdeutsche Klimapaket ist kleiner als ein Päckchen, beweist erneut die komplette Ignoranz einer Politik, die bisher noch nicht die Tragweite der Klimakrise verstanden hat!

Vom Reizwort bis hin zu einem weiter so

Als sei nichts geschehen. Zum Großteil sind Figuren wie Trump, Bolsonaro, Orbán und etliche andere daran Schuld, in dem sie einfach den menschengemachten Klimawandel als nicht gegeben erklären, wider wissenschaftlicher Beweise. Kein Wunder, daß manch finstere Gestalten sich hinzugesellen, um alles zu belassen und bloß nichts zu ändern.

Davon läßt sich die physikalische Gesetzmäßigkeit nicht im geringsten beeindrucken, schon sehr bald bekommen unzählige Millionen von Menschen in den bekannten, prognostizierten Brennpunkten die ersten fatalen, lebensbedrohlichen Konsequenzen zu spüren. Wir müssen nicht weit hinaus in die Welt blicken, Deutschland ist mit am stärksten von Klimaschäden betroffen.

Natürlich leider auch genau diejenigen, die am wenigsten etwas entgegenhalten können: die Entwicklungsländer, deren Risiken vielfach größer sind. Das interessiert jene neoliberale Politik einen Dreck, sie setzt ihren Kurs ewiglicher Profitmaximierung einfach fort, koste es, was es wolle.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Träumst du mit diese Lügen

Geschwängert
mit Unglaublichkeiten
ziehen sie lärmend
durch die Straßen,
abzustrafen
die Ungläubigen,
jede, die sich weigern
ihren Unsinn
weiter zu verbreiten.

Gebrüllt wird
auf der Marktplatzmitte,
Demokratie
sei des Teufels Stimme,
verderbe die Moral,
radikale Veränderungen
unerläßlich,
um das Volk vorm Aussterben
zu bewahren.

Hämische Arroganz
spiegelt ihre Mienen,
wenn süffisant
für Diktatur geworben,
strenge Regeln, Gesetze
nur Identität
kann formen,
Persönlichkeit hat sich
dem Staat unterzuordnen.

Das Getöse des Bösen
schwappt in die Häuser,
wie Zuckerwatte soll es verführen,
von den Ungeheuerlichkeiten
nicht genug zu kriegen,
dem Verbrechen der Humanität,
dem Wahnsinn von Frieden.
Wehrst du dich schon
oder träumst du mit diese Lügen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Protest-Tanz „Las Tesis“ in Istanbul per Polizei brutal gestoppt

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Frauenrechte unerwünscht im Sultanat Erdoğan

Im Zentrum von Santiago de Chile tut sich was am 25. November 2019, Frauen wehren sich vor Ort per Protest-Tanz „Las Tesis“, sind nicht mehr bereit, jene alltägliche Gewalt gegen sie selbst einfach so hinzunehmen. Dieser Zündfunken initiiert weltweit Leidensgenossinnen, völlig zu Recht, schafft ein großes Maß an Solidarität.

Insofern nachvollziehbar, wenn in Istanbul Aktivistinnen ebenso in Erscheinung treten und mit diesem Protest-Tanz sich Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen. Allerdings geht die Istanbuler Polizei hart gegen Demonstranten vor. Das mußte man in jener despotisch geführten Türkei letztendlich leider erwarten.

Fidan Ataselim wurde ebenso festgenommen

Die Vorsitzende der Organisation „Wir werden Frauenmorde stoppen!“, Fidan Ataselim, wurde bei dieser Gelegenheit mit anderen verhaftet. Obwohl die Menschen im Land weitreichend sich mit ihr solidarisieren, hält ganz besonders das Sultanat Erdoğan an dessen Männerdominanz fest. Wenn Frauenrechte weltweit am politisch-kulturellen Willen scheitern, sowohl erst recht in der Türkei.

Man darf explizit hoffen, daß die Vorsitzende Fidan Ataselim nur kurzfristig festgehalten wird, um möglichst schnell wieder in Freiheit entlassen zu werden. Die Weltgemeinschaft sei aufgefordert, sehr genau hinzuschauen, was in Istanbul, in der Türkei geschieht.

Per Wahlbetrug zur Alleinherrschaft – Zensur soweit das Auge reicht

Genau das geschah im Juni 2018, Erdoğans Sultanat nahm konkrete Formen an, die Welt und auch Deutschland waren Zaungäste, ließen ihn gewähren. Hatten schon Monate zuvor die Presse, die Medien sich seiner Alleinherrschaft zu beugen, paßt die weitere Entwicklung ins Muster jener despotischen Politik. Nur vier Monate später zensiert Erdoğans Einfluss Kunst in Deutschland.

Daß in einem solchen Staat Frauenrechte sowieso mit Füßen getreten werden, muß man leider zähneknirschend feststellen. Andererseits können solche Proteste dennoch Frauen bewegen, mutiger sich zu artikulieren. Global betrachtet, mögen solche Initialzündungen wie jener Protest-Tanz „Las Tesis“ exakt die richtige Antwort sein auf die weiterhin bestehende Ignoranz diesem wichtigen Anliegen gegenüber.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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