Wilder Liebreiz

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Wild gewachsen ohne Schnitt,
frei konnte sie sich entfalten,
viele Freunde durften das nicht,
sie hatten den Schnabel zu halten,
nicht nur die Rede wurde verwehrt,
ihr Verhalten in ein Korsett gesperrt,
Freiheit galt abartig und verkehrt,
sie hatten nie etwas anders gehört.

Wild gewachsen ohne Schnitt,
frei konnte sie sich entfalten,
ihre Gitter ignorierte sie schlicht,
eure müßt ihr selber aushalten,
ihr Leben war mit Sprache bewehrt,
Freiheit kein Käfig wegsperrt,
aus eigener Verantwortung bekehrt,
sie war frei, das hatten sie nie gehört.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Welttage: Gedenktage ohne echte politische Konsequenzen

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Alibifunktion als Gewissensberuhigung

Da gibt es inzwischen ziemlich viele Anlässe, um bestimmte Welttage ganz gezielt zu ernennen, so wie das längst mit der Ausrufung des ersten Welttages seitens der UN am 31. Oktober 1947 geschehen.

Sicherlich dürfen wir auch von Erfolgen sprechen, aber es verbleibt der fade Beigeschmack einer Alibifunktion als Gewissensberuhigung. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter gutgemeinten Aktionen, deren ins Leben gerufenen Gedenktage, die ohne echte politische Konsequenzen sind, wer denn genauer hinschaut?

Vom Welt-Lepra-Tag bis zum Welt-Anti-Korruptions-Tag

Dazwischen solche Tage wie der „Internationale Frauentag“ oder einer speziell in Deutschland, somit kein Welttag, dem „Tag der gesunden Ernährung“. Man mag staunen, welche Ideenvielfalt bisherig in den über 66 Jahren sich entwickelte, um solche Welttage zu würdigen, die allesamt dem gegebenen Anlaß gerecht werden wollen. Eine sicherlich ideelle Vorstellung, eine Wiedergutmachung von Versäumnissen, aber gleichzeitig dennoch eine schallende Ohrfeige an Politiker.

Daß die Frauenrechte nach wie vor am politisch kulturellen Willen scheitern, sollte sich längst herumgesprochen haben, insofern mag auch dieser 08. März keine echte Wirkung zeigen, oder? Wo doch selbst Alice Schwarzer vor acht Jahren vorschlug, ihn einfach abzuschaffen, stattdessen ganzjährig die Tage für alle Menschen zu machen, gleich welchen Geschlechts.

Blendwerk oder moralische Instanz?

Ob mit einem Welttag sich real etwas bessert, bleibt dahingestellt. Andererseits schaffen solche Tage es ebenso, die Menschen auf die Probleme hinzuweisen, sie ins Gedächtnis zu rufen, erst recht, wenn dann gezielte Aufklärungsaktionen folgen mittels Broschüren, den Medien, die hierbei eine besondere Rolle spielen mögen.

Nun, man darf nicht gleich alles negieren, die Hoffnung bleibt bestehen, und vielleicht haben solche Welttage dennoch ein Gutes für sich: Sie mahnen an, sie sollen uns daran erinnern, was ansonsten erst recht im Alltag verblaßt. Solange sie nicht verzettelnd überhand nehmen, kann man sie doch akzeptieren. Dabei gibt es durchaus ganz lustige unter ihnen, so wie der Weltlachtag, der seit 1998 jeweils am ersten Sonntag im Mai stattfindet, denn lachen ist nun mal gesund.

„Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Ohne Beschluss

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Im Reiz des Unmöglichen
vertiefte Gespräche
zu Lösungen führen,
wenn so gewollt
von gewissen Kräften,
die zusammenkommen,
ohne Umschweife
oder Erklärungsnot.
Welch tolles Gebot,
ein Beispiel gezielter Hilfe,
bedingungslos pragmatisch,
Realpolitik vor Ort,
weil keine Hürden vorhanden,
Mensch im Mittelpunkt steht,
so wie es sein sollte,
dies tatsächlich real auch geht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Für die „Welt“ bricht SPD in die Vergangenheit auf

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Von Spaltung kann aber keine Rede sein

Sondern viel eher von einem Kurswechsel, nur daß dies genau den wenigsten wohl schmeckt. Mit Blick in die Medienlandschaft überstürzen sich nahezu alle, sagen den Sozialdemokraten gar den den Untergang voraus, sollte die älteste Partei Deutschlands die GroKo aufkündigen. AKK meint obendrein, sie müsse die SPD erpressen, die Grundrente würde bei Absage dran glauben.

So weit heruntergekommen offenbart sich bereits Parteipolitik. Die neuen SPD-Chefs leben im vorigen Jahrhundert, schreibt Thorsten Jungholt für die „Welt“, was diese auf dem Parteitag angeboten hätten, käme aus der Mottenkiste abgelegter Ideen.

Die neue Zeit der SPD sieht verdammt alt aus

Endet als erstes Fazit Jungholts Artikel. Dabei stört ihn eine „Rolle Rückwärts“ der Sozialdemokraten, sie würden Hartz IV nicht weiterentwickeln, sondern überwinden wollen, mehr Umverteilung sei ihr zentrales Ziel. Richtig so, endlich besinnt sich der kleinere Koalitionspartner darauf, was verkehrt gelaufen seit Altkanzler Schröder.

Norbert Walter-Borjans Ablehnung einer „Militarisierung der Außenpolitik“ mag man als Rüge an beschlossenen Konsens der GroKo bezeichnen, doch führt kein Weg dran vorbei, noch rechtzeitig einer derartigen Entwicklung Einhalt zu gebieten, weil auch AKKs Vorstöße im Ergebnis eben keine Entspannung bedeuten, sondern eher ein Zuspitzung globaler Krisen bis hin zu Kriegseinsätzen. Insofern die richtige Botschaft auch an Die Linke: weg von mehr Rüstungsausgaben.

Ende der GroKo am Horizont?

Angesichts inhaltlicher Kursänderung mit der neuen Doppelspitze kann man dies nicht unbedingt ausschließen, täte dem Land letztendlich gut, allerdings auch nur, wenn in Folge kein Rechtsruck entsteht, der sich regierungspolitisch durchsetzt. Einen solchen Weg muß man schon befürchten mit Blick gen AfD, die gern mit der Union liebäugelt.

Ein bevorstehendes Schwarz-grünes Regierungsbündnis möchte man sich bundespolitisch lieber nicht vorstellen. Was in Baden-Württemberg offensichtlich im Kabinett Kretschmann II fruchtet, gilt eben mitnichten auf Bundesebene. Jamaika funktioniert noch nicht, mag man kritisch einwenden, selbst wenn ein Christian Lindner mit den Grünen nicht will. Machtpolitisch kann das in naher Zukunft sich durchaus wandeln, aber auch nur, wenn die Sozialdemokraten noch mehr in der Wählergunst fallen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Zwischen den Orten

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Unzählige Male
stand ich an deinem Grab,
nie warst du da.

Blumen, manchmal Steine
für dich dagelassen,
kein Danke, schon klar.

Wir kannten uns nicht,
das zählte nie für mich,
Hauptsache du warst da.

Dein Kreuz war Wegweiser
und Ruheplatz für Wanderer,
ich einer von vielen, schon klar.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wird endlich eingeleitet

US-Präsident habe gegen die Verfassung verstoßen

Was bereits die Spatzen von den Dächern pfiffen, wird längst zur Gewißheit, die Demokraten bereiten Impeachment-Anklage gegen Trump vor, wie Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, schließlich verkündet hat. Dennoch wird die eigentliche Entscheidung seitens des US-Senats gefällt, insofern verbleibt Donald Trump noch mindestens ein Hintertürchen, da dort die Republikaner die Mehrheit stellen.

Eine Demokratie könne zu keinem anderen Ergebnis kommen, in den USA stehe niemand über dem Gesetz, so auch nicht der Präsident, wie Nancy Pelosi betonte. Somit wäre der 45. US-Präsident der dritte Kandidat für ein Amtsenthebungsverfahren, Vertrauensverluste wären ohnehin vorhanden, so weit das Auge reicht, wie wir bereits vor über zwei Jahren bemerkten.

„Hexenjagd“-Vorwürfe könnten sich schnell als Eigentor entlarven

Angesichts der gebündelten Indizienlage sollte sich The Donald viel eher zurückhalten mit seinen weiterhin entgleisenden Äußerungen. Aber solche Ratschläge schließt jener Choleriker gern aus, dann lieber per Twittergewitter fleißig hetzen und toben, was das Zeug hält. Etwas anderes kann man nach allem auch kaum erwarten, entspricht folgerichtiger Einschätzung.

Beim jüngsten Nato-Treffen offenbarte sich mal wieder, inwieweit Trumps Kollegen diesen beäugen, beim Tratschen über ihn sorgt ein Video für Gelächter. Falls Donald Trump gemeint hatte, er könne sich für eine Weile vor dem Impeachmentverfahren drücken mit seiner Anwesenheit beim Nato-Treffen, so ging der Schuß wohl eher nach hinten los. Verwunderlich? Keineswegs, es gibt etliche „Entgleisungen“ seiner selbst bei Treffen auf weltpolitischem Parkett.

Versagt am Ende der Vorstoß der Demokraten?

Das wäre in der Tat der Worst Case und somit ein Bärendienst für diesen 45. US-Präsident, der schon bald wieder auf Wahl-Tour unterwegs sein wird, sich seinen ergatterten Sessel nicht nehmen lassen wird.

Immerhin muß die Verfassungsrechtlerin Pamela Karla nach einer Attacke auf Trumps jüngsten Sohn sich entschuldigen. Dumm gelaufen, könnte man schlichtweg bemerken, selbst wenn ihre „Entgleisung“ inhaltlich sehr nah die Realität widerspiegelt. Aber eine Mutter, auch somit Melania Trump, läßt einen solchen Vorwurf nicht auf sich sitzen. Das hätte Pamela Karla eigentlich wissen müssen.

Man darf ruhig Bedenken äußern, ob die Vorwürfe gegen Trump ausreichen, die Voraussetzungen für ein Amtsenthebungsverfahren erfüllt seien, wie der Rechtswissenschaftler und Republikaner Jonathan Turley bemerkte, der immerhin Bill Clinton und Barack Obama gewählt hatte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Groß, größer, am größten

© Andrea Dejon

Gebäude und Türme werden immer höher. Einzelne Geldberge, wenngleich nur virtuell, wachsen ebenfalls ins Unermessliche, als wollten sie sich mit der Macht einer Sonne messen. Auch einige Menschen versuchen, einem Stern an Glanz und Größe immer ähnlicher zu werden, mit möglichst viel Glorie leuchten diese Stars auf Bildern von Hochglanzmagazinen und Bildschirmen.

Der Möchte-Gern-Turmbau zu Babylon scheint noch immer tief in unserem Inneren verankert zu sein. Es gilt weiterhin der Wunsch: Alles muss groß sein und noch größer werden, geradezu den Himmel einnehmen. Denn nur dann scheint unser Ego zu glauben, auf ewig in den Annalen weiter leben zu können – Gott gleich.

Doch auch, wenn es gut ist, dass die Vernetzungen sich immer weiter auf unserem Planeten ausdehnen und Individuen zu einem großen Ganzen verbinden, so kann das nicht für materielle Dinge gelten. Das Geld, das ursprünglich den Handel vereinfachen sollte, wurde im Laufe der Zeit zu einem unersättlichen Moloch. Einem Riesen, der stetig weiterwachsen möchte und inzwischen sogar regelrecht die Macht an sich gerissen hat. Alles scheint sich nur noch um dieses virtuelle Etwas zu drehen, das früher noch einen realen Wert hatte, aber inzwischen mehr und mehr zu etwas Irrealem geworden ist.

Ist schon merkwürdig, dass etwas an Macht gewinnt, das immer mehr an greifbarer Substanz verliert. Oder liegt das an dem Glauben an einen unsichtbaren Gott, der tief in unserer Seele verankert ist? Muss etwas, was nicht mehr greifbar ist, geradezu etwas sehr machtvolles sein? Und die moderne Technik hat durchaus jene Attribute, die man uns als Gottes Fähigkeiten schon seit alters her präsentiert hat. Sie sieht, hört und weiß sogar beinah alles!

Folgen wir Menschen da einem Urglauben, der irgendwann in eine falsche Richtung gelenkt worden ist? – Kein Wunder, wenn die Warnung in der Bibel ausgesprochen wurde: Du kannst nur einem dienen: Gott oder dem Mammon; sowie dem Gebot: Du sollst keine falschen Götter neben mir haben. Geld ist zu einem machtvollen Gott geworden. Einem Gott, der wegen seiner Zerstörungskraft im Grunde teuflisch zu nennen ist. In unseren Köpfen versucht er, sich sogar über den wahren Schöpfergott zu stellen. Aber dieser Geldgott lebt nur von unserem Glauben. Er ist vollkommen von uns Menschen abhängig! Daran ist zu erkennen, wer er wirklich ist. Eine Erfindung von uns Menschen! Dank unserer Hilfe hat er sich einen sichtbaren Körper erschaffen, der in jedem Haushalt zigfach vorhanden ist, mit einem unsichtbaren Netz, das alles versucht zu lenken – und wir bemerken es nicht einmal. Wir glauben gar, die Technik würde unser Leben erleichtern, und wir müssten noch strebsamer werden, diese Technik weiter auszubauen!

Doch, was nach Vereinfachung aussieht, dient im Grunde nur dazu, in unserem Gehirn bestimmte Denk- und Informationsareale auszuschalten. Wir überlassen das Denken der Technik und vertrauen einem Etwas, das schon so oft bewiesen hat, wie zerstörerisch es sich auswirkt. Und das nur, weil wir es uns lieber einfacher und gemütlicher machen wollen. Die Faulheit wird geweckt und die Verbindung zur Natur, zu unserem eigentlichen Wesen und zum Schöpfergott geht dabei verloren. Nur, weil wir uns vom Glanz des Goldenen Kalbes blenden lassen, das in der heutigen Zeit zudem ein regelrechter Gigant geworden ist. Denn groß, größer am größten ist das einzige, das heute anscheinend wirklich zählt.

Aber die Größe sagt nicht wirklich etwas über die Wichtigkeit aus. Meist sind es die kleinen, teils so unscheinbaren Dinge. Und so sind nicht große Imperien diejenigen, die die Weltmaschine am Leben halten, es sind die kleinen Menschen. Jeder einzelne von ihnen, der hart und oftmals unter widrigen Umständen arbeiten muss, um dem System dienlich zu sein. Doch ist die Bezahlung meist dermaßen schlecht, dass diesen Arbeitern gar keine Kraft und Zeit mehr bleibt, um über ihre Ursprungsprogrammierung nachdenken zu können. Und die anderen, die glauben, die Mächtigen zu sein, sind auch nur Sklaven und Marionetten von diesem größenwahnsinnigen Geldgott, der ihnen vorgaukelt, sie könnten die größten Lebewesen aller Zeiten werden – zu den Dinosauriern des 21. Jahrhunderts.

Soll das alles dann genauso mit einem großen Knall enden? Und werden dann auch die Winzlinge, wie damals vor 65 Millionen Jahren, überleben und einen Neustart initiieren können?

Andrea Dejon

Kategorie: Meinung

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