Der Balkan neuer Puffer zwischen Ost und West

Macrons Bedenken letztlich folgerichtig?

Die Mauer muß weg, die reale und die in den Köpfen, ersteres geschah tatsächlich vor über 30 Jahren, die beiden deutschen Staaten wurden wiedervereinigt trotz etlicher Spannungen und Probleme. Selbst Gorbatschows Russland hatte seinen großen Anteil daran, Glasnost sei Dank. Die historische Entwicklung hin zum Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus war nicht mehr aufzuhalten.

Europa formierte sich mit dessen EU und hinzukommenden neuen Bündnisstaaten. Nach Macrons Absage an den Westbalkan zittern alle vor dem Einfluß Russlands? Madeleine Janssen erwähnt allerdings die USA mit keiner Silbe? Warum, man sollte stets jene Großmacht mit einbeziehen in sämtliche Erwägungen zur politischen Entwicklung Europas. Wer dies unterläßt, urteilt letztlich einseitig.

Immer noch das Bild vom bösen Russen im Kopf

Wobei jene Metapher teilweise nicht unberechtigt ihren Stellenwert hat. Putins Russland gebärdet sich zunehmend autokratisch, keine gute Voraussetzung für vertrauensbildende Maßnahmen. Dabei sollte man keinesfalls das Gezeter jenes „blonden Dollen“ außer acht lassen. Unberechenbarkeit in der Weltpolitik ist extrem gefährlich, da reicht manch kleiner Zündfunken, um einen Flächenbrand zu entfachen.

Daß der Kreml Europa schon lange im Visier hat, sollte nicht nur durch den Brexit und „Proud Bear“ bekannt sein. Putins lockere Unterstützung der europäischen Rechtsradikalen kommt zweifellos nicht zufällig daher, das ist gezieltes Kalkül ohne wenn und aber! Dennoch müssen wir mehr differenzieren, was da just geschieht, eben den Hegemon nicht aus den Augen verlieren, dessen Interessen kann man leicht bei seiner Haltung zur Nato beobachten.

Ursula von der Leyen spielt das Spiel

Nämlich als biedere Gefälligkeitsgehilfin der USA, wen wundert’s?! Das paßt schon, mag besonders dem Hitzkopf Trump in den Kram passen. Doch schließt sich der Kreis mal wieder, viele Probleme verdeutlichen die Brisanz der Lage, besonders mit einem Erdoğan, der nicht locker lassen wird, seine Einflüsse geltend zu machen, zumal die Türkei weit entfernt ist davon, selbst einen Platz in der EU zu erhalten.

Natürlich investiert auch China nicht zufällig in den Balkan, alles gezielte Absichten, jeder möchte ein Stück vom europäischen Kuchen, während die EU selbst aufpassen muß, nicht den Anschluß zu verlieren als Global Player ohne durchgreifenden Einfluß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Vortrefflich

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Köpfe gereckt,
auf Zehenspitzen
spicken
nach Lücken
im System,
um gerissen
die Demokratie
auszuloten,
um auszubooten
die Freiheit.

Köpfe geknickt,
Rücken gebückt,
durch Gesetze
geschlupft,
Moral gerupft,
nicht um Späße
an Fasching zu treiben,
um Faschismus
vortrefflich
anzupreisen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Klimawandel spitzt sich zu

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UNO und Dieter Nuhr mit entsprechenden Reibungspunkten

Vom 02. bis 13. Dezember findet die Uno-Klimakonferenz in Madrid statt, wobei Greta Thunberg ebenso zugegen sein möchte, wenn sie die Segelfahrt über den Atlantik noch rechtzeitig schaffen sollte. Doch die Kritik am Klimawandel ebbt noch längst nicht ab.

Deutschland hat sich bereits um 1,5 Grad erwärmt, was nicht weiter verwunderlich für all jene, die sich intensiv mit der Thematik befaßt haben. Ignoranten mögen erstaunen oder nach wie vor in ihrer Traumwelt leben, in der alles in Ordnung zu sein scheint, so wie dies auch The Donald gern vollmundig äußert.

Satire darf vieles, nur nicht beleidigen

Was ein Dieter Nuhr wohl eher nicht beherzigt. Immer schön weiter auf der Welle des Unerträglichen reiten, kritische Beobachter rücken ihn zu Recht in die Nähe eines Mario Barth, der gleichwohl lieber mit Banalitäten meist unterhalb der Gürtellinie seine Gags zum Besten gibt.

Der Sender stellt sich hinter den Kabarettist nach Dieter-Nuhr-Kritik an Greta Thunberg. Welch simple Argumentation. Richtig, Satire muß provozieren, mal über die Stränge schlagen. Aber dermaßen beleidigend? Wobei zugleich ausgerechnet der Neuen Rechten ein Bärendienst erwiesen wird. Ob sich dessen der Sender als auch Dieter Nuhr auch bewußt sind? Wohl kaum, sonst würde der Kabarettist nicht einfach seinen festgefahrenen Kurs fortsetzen, oder?

Die UNO warnt erfolglos

Mit Blick gen Politik, die es nicht für notwendig hält, wesentlich forscher die Problematik des Klimawandels anzugehen. Vergessen sei in diesem Kontext nicht, daß ausgerechnet die USA dem Pariser Abkommen den Rücken kehrten, die VR China fleißig weiterhin das Klima schädigt. Zwei wesentliche Nationen, die erheblich an den fatalen Folgen beteiligt sind.

Die Weltöffentlichkeit schaut einfach weg bis auf jene beherzten Demonstranten von FFF. Jetzt am Freitag findet erneut ein Welt-Klimastreik statt, den auch der BUND bewirbt. In Hunderten Städten finden sich sowohl Jugendliche als auch Erwachsene ein, die eben nicht mehr gleichgültig resignieren, bis die Politik sich mal bewegt. Diese hat viel zu lang bereits gezögert, kleingeredet oder schlichtweg ignoriert. Die UNO warnt, sämtliche Klimastreikenden ebenso. Wer kann, sollte mit dabei sein!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Heute, echt jetzt

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Warum gerade jetzt?
Heute!
Nach so vielen Jahren?
Vorsichtig, fast zärtlich
habe ich dich behandelt,
selten in den letzten Monaten
dich in Anspruch genommen,
dich wie einen Schatz gepflegt,
im Wissen,
irgendwann wird es passieren,
aber jetzt, heut‘ ist das Date!

Warum gerade jetzt?
Heute!
An so einem wichtigen Tag?
Wie kann ich mich frei fühlen,
wenn nur Fremdes mich umgibt,
nichts Vertrautes an meiner Haut,
stets und zu allem passend,
wir waren ein gutes Team,
du mir ein zweites ich warst,
zerrissen, dein leichter Blusenstoff,
echt jetzt, ich lauf‘ gleich Amok!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Dieser Deal bringt Johnson viel

Brexit first, whatever?!

Politik hat manchmal völlig simple Antworten parat, besonders erstaunlich dabei, daß sich immer noch genügend Wahlvolk einfindet, welches nonchalant jeden Bären annimmt, dem man ihm aufbindet. Das spielt sich im täglichen Leben genauso ab wie in der Politik, obwohl gerade die stets sehr scharf beobachtet wird, Medien ihr ständig auf den Fersen sind ob irgendwelcher Mißgeschicke oder fataler Fehler.

Der harte Brexit als fantastischer Deal kurz vor den Wahlen in Großbritannien, die am 12. Dezember schon stattfinden sollen? Es schaut sehr danach aus, zumal Boris Johnson alles dran setzen wird, seine Macht wieder auszubauen, mit „Get Brexit done“ und dem Versprechen, niedrigere Einkommensschichten müssen keine Sozialabgaben mehr zahlen, möchte er punkten, obwohl die Labour Party mit Jeremy Corbyn ein wesentlich höheres Ausgabenprogramm für soziale Nöte anbietet. Der Blender Johnson am Ende doch mehr gefragt?

Die soziale Not ist heftig in Great Britain

Vier Millionen von Armut betroffene Kinder in Großbritannien zeugen nicht gerade von einer weitsichtigen Politik, zumal eine derart hohe Zahl auf etliche Versäumnisse in den letzten Jahren hindeutet. Das wischt niemand einfach mal weg, dennoch unternimmt die derzeitige Regierung fast nichts.

Bildung, Job und Wohnung geraten ins Hintertreffen, „Reiches Land – Arme Kinder“, die kurze Dokumentation in Arte verdeutlicht die Problematik. Jene Kinderarmut kann man leider in ganz Europa beobachten, weltweit betrachtet mal ganz abgesehen. Doch was bedeutet jene Entwicklung letztlich? Eine Politik des Wegschauens, eine Gesellschaft, die sich zu wenig kümmert, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn die Kriminalitätsraten stellenweise steigen, Unmut sich breit macht.

Mit dem Brexit folgen eben keine Chancen

Wie soll das Vereinigte Königreich mit jener Bürde zurechtkommen? Abgekoppelt von der EU, keine Arbeitskräfte mehr aus deren Ländern, weniger direkte Investitionen aus dem Ausland, der Handel mit Dienstleistungen wird rückläufig sein, ebenso stagniert der Güterhandel .

Toll für all jene, die generell etwas gegen Einwanderung haben, die könnte man besser begrenzen, Sozialleistungen ließen sich an EU-Einwanderern einsparen, der Weg zu anderen Freihandelsabkommen wäre frei, Trump machte bereits Andeutungen. Welch Trugschlüsse, jene scheinbaren Vorteile. Unterm Strich sinkt der Lebensstandard bei allen Einkommensschichten. Und dann stellt sich jener Boris Johnson hin und tönt herum, er würde es machen. Wer’s glaubt?!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Lügen brauchen keine Beine

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Reizend so manch Mär,
die zum Besten gegeben,
Hauptsache ein entspanntes Leben,
egal ob dabei fair.

Nichtssagend die Kommentare,
die Medien verbreiten,
ob für Dumme oder manch Gescheiten,
jung oder alt an Jahren.

Viel Lärm um nichts,
der Schaden kaum der Rede wert,
was findige Ideen so beschert,
manch Alibi verspricht’s.

Gewissenlos simpelst geprotzt,
die Menge wird’s schon schlucken,
was täte es den oder anderen jucken,
manch einer sich ausgekotzt.

Es lebt die Ente, die stilvolle Lüge,
Herrschaften stets auf sicherer Seite,
drum sucht niemand wirklich das Weite,
egal wie schlimm eine Intrige.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rosa Lebensphilosophie

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Tritt mir nicht in die Ferse,
lauf mir nicht hinterher,
deine süffisanten Verse
will ich nicht hören, also stör‘

mich nicht weiter,
such‘ woanders ein Völkchen,
nimm deine Himmelsleiter,
mal weiße Wölkchen,

bekleb‘ Bäume mit Herzchen,
anstatt mir in die Haxen zu treten,
deine Lyrik ist ein großes Schmerzchen,
geh mit deinen Sprüchen flöten,

deine schnulzigen Gedichte
als Kind ich schon fürchtete,
trampeln alles zunichte,
wovor ich zeitlebens flüchtete,

ewige Liebe, rettender Prinz ein Held,
vorbestimmt, das Gute stets wird siegen,
armes Mädchen um Hand anhält,
Märchenmuster, um Frauen klein zu kriegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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