Advent – so wie jedes Jahr?

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Advent, Advent, ein Wohnheim brennt –
Wer hat diese Nazi-Schergen gesehen?
Oder auch wieder hierbei sie niemand kennt?
Nichts entschuldigt dieses böse Geschehen!

Advent, Advent, erneut ein Kind wurd’ geschänd’t.
Klar doch, in der Familie einer war’s gewesen,
auch wenn niemand sich traut, ihn benennt!
Dem Opfer helfen keine Reden, keine Thesen.

Advent, Advent, ein Obdachloser auf der Straße pennt.
Die kalte Zeit nimmt ihren erbarmungslosen Lauf,
ein Taschendieb wird verfolgt, dieser ganz schnell rennt.
Der Berber sich umdreht und denkt: Was für ein Hauf!

Advent, Advent, viel zu hoch sind Gefängniswänd’,
wenn unschuldig man verhaftet wurde und flucht:
„Ach, hätt’ ich doch mein Glück nicht verpfänd’t,
jetzt lieg’ ich hier und ärger mich im Zellengeruch.“

Advent, Advent, das Geheimnis bleibt latent,
kaum jemand vermag im Stillen beten.
Oh, welch Tragik hier manches trennt,
die Menge schreit, sie scheut nicht, nach ihm zu treten.

Advent, Advent, wir haben unsere Gedanken ausgeblend’t.
Im Kaufrausch begeben sich alle, völlig bedenkenlos,
obwohl jeder die Ursache der Ausbeutung kennt,
wird immer noch er hofiert, bedient und ihm gehorcht – dem Boß.

Advent, Advent, ein Kind im Kerzenschein flennt.
Es hat nicht gehorcht, die Eltern nur die Bestrafung sehen,
während die Kinderseele längst aufgeschreckt wegrennt. –
Laßt Weihnachten in Frieden und Freundschaft geschehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kid Rock verunglimpft Showgröße Oprah Winfrey

Der Musiker zog rassistisch über sie her

Der neue Zeitgeist zeigt mal wieder ziemlich deutlich, wohin dessen Reise geht, sich gar fortsetzen wird, wenn wir nicht alle wesentlich beherzter an einem Strang ziehen, um diesen effektiver zu stoppen. Das vergiftete Klima rechtsradikaler Entgleisungen kann man ohne weiteres allerorten beobachten, bis hinein in den Deutschen Bundestag, europaweit oder in den USA selbst.

Kid Rock wurde nunmehr wegen rassistischer Tiraden von Bühne geworfen, zuvor hatte der Sänger mit derben Worten gegen Showgröße Oprah Winfrey geschossen, wie T-Online der Nachrichtenagentur spot on news entnommen hatte. Da bestätigt sich mal wieder, inwieweit die Gesellschaft selbst verroht, jede Möglichkeit verbaler Äußerung genutzt wird.

Woodstock III-Musiker sinkt dermaßen tief?

Dabei sollte man nicht außer acht lassen, daß Kid Rock 1999 beim Musikfestival Woodstock III zusammen mit Größen wie Arlo Guthrie, Sheryl Crow, Jewel oder James Brown dort wirkte, die garantiert keineswegs seine jetzigen Verunglimpfungen mittragen würden.

Andererseits bestätigt sein letztjähriger Werdegang gleichwohl ein derartiges Verhalten, schließlich unterstützte er Donald Trump bereits während dessen Wahlkampf vor drei Jahren, setzte somit wie zuvor auf den Kurs der Republikanischen Partei beim Wahlkampf gegen Barack Obama als Fan von Mitt Romney. Dessen verletzte Eitelkeit rächt sich daher auch gern an Oprah Winfrey, die ohnehin ziemlich selbstbewußt und erfolgreich ihre Karriere mit ihrer bekannten Talkshow beging.

Entsprechender Gegenwind folgt auf dem Fuße

Wie man unschwer mit jenem berechtigt erfolgten Bühnenrausschmiß ersehen durfte. Gut so, daß die Veranstalter der Honky Tonk Bar in Nashville (Tennessee) sich nicht beirren ließen. Das läßt tatsächlich hoffen, solchen Rassisten es eben nicht zu leicht zu machen, ihnen Paroli zu bieten, wo immer möglich.

Das gilt genauso für hiesige Auftritte sämtlicher rechtsradikalen Erscheinungen. Die wichtige Bemerkung seitens Herbert Grönemeyer, „kein Millimeter nach rechts“, deutet unmißverständlich darauf hin. Gleichzeitig liegt es eben auch an den Fans selbst, ob sie weiterhin einen Kid Rock unterstützen wollen. Wer es dennoch tut, darf sich nicht wundern, als Sympathisant rassistischer Einstellung bezeichnet zu werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Brennender Staub

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Flirrender Mondschein taucht
den See in glänzende Steinchen,
sanft murmeln Wellen
an der alten Ufermauer
über märchenhafte Wesen,
berauschende Melodien
über wandelnde Sphären,
bis die Sonne alles Ungefähre
füllt mit brennendem Staub.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Neue Chefs in der EU übernehmen

Von der Leyen und Michel beginnen ihre Ämter

Jetzt am 1. Advent erfolgt der Wechsel für die zwei wichtigsten Ämter in der Europäischen Union. Zum einen wird Ursula von der Leyen als EU-Kommissionschefin Jean-Claude Junckers Posten übernehmen, zum anderen der noch junge Charles Michel Nachfolger von Donald Tusk als EU-Ratschef. Der Wachwechsel in Brüssel scheint die scheidenden Amtsinhaber zu erleichtern.

Wen wundert’s nach zurückliegenden Krisen wie Euro-, Migrations- und Terrorkrise und der längst nicht überstandenen Brexit-Saga, mit der sich die neuen Chefs gleich zu Beginn im nächsten Jahr herumschlagen müssen. Ein Boris Johnson, der höchstwahrscheinlich erneut die Geschicke des Vereinigten Königreichs lenken darf, dürfte es ihnen nicht leicht machen.

EU-Kommission kann ihre Arbeit pünktlich aufnehmen

Die Kommissionschefin erreichte dafür ihr Ziel, obwohl 157 Abgeordnete dem Kollegium widersprachen, immerhin 461 zustimmten, sich 89 enthielten. Frans Timmermann übernimmt als geschäftsführender Vizepräsident und Kommissar für Klimaschutz den Europäischen Green Deal, Margrethe Vestagner als zweite geschäftsführende Vizepräsidentin das Ressort „Europa fit für das digitale Zeitalter“ und schließlich Valdis Dombrovskis als dritter das Ressort „Wirtschaft für Menschen“.

Noch fünf weitere Vizepräsidenten wurden ernannt. Es wird sich noch zeigen, ob die 15. EU-Kommission unter einer Ursula von der Leyen ihrer Verantwortung gerecht werden kann, leise Zweifel sind durchaus angebracht.

Ehemaliger belgische Premierminister neuer EU-Ratschef

Auch ein Charles Michel mußte ähnlich wie in Italien oder Österreich die Erfahrung machen, was es bedeutet, mit einer rechtsradikalen Partei, wie in seinem Fall der nationalistischen Regionalpartei N-VA, zusammenzuarbeiten. Diese sorgte nämlich am Ende dafür, daß er seinen Hut nehmen durfte, sprich als belgischer Regierungschef seinen Rücktritt ankündigte, das bevorstehende Mißtrauensvotum somit umging.

Nunmehr wird der ehemalige Rechtsanwalt, Vorsitzender der Mouvement Réformateur (MR) und belgischer Premierminister das Amt des EU-Ratschefs ausüben. Man darf auch hierbei gespannt sein, ob er diesen Aufgaben gewachsen sein wird. Donald Tusk wechselte ja bekanntlich zum Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei (EVP), dessen Amt er schon am 20. November übernahm.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Für meine Enkel*innen

Cool,
ich geh heut nicht zur Schul,
kann die fünf Stunden schwänzen,
es gibt da so Tendenzen,
Klima, Wetter könnt sich verändern,
Chance über die Einkaufsstraße zu schlendern,
brauch noch was für Weihnachten,
Schwarzer Freitag, da wimmelt‘s von Rabatten.

Hättste gern, daß ich so denk,
nur für Klamotten meinen Hals verrenk,
Schulstoff verpasse,
Geld für Schnickschnack verprasse,
nicht kapier, was auf dem Globus passiert,
nicht nur wegen der Erderwärmung es pressiert,
es wird Zeit, ihr versteht,
wir sind nicht nur „Kapital“, das euch untersteht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Klima – Reizwort für manch finstere Gestalten

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Alles belassen, bloß nichts ändern

Typisch konservatives Verhalten, am besten nichts verändern, es könnte ja zu anderen Erkenntnissen führen, die völlig ungewollt den eigenen langweiligen Alltag durcheinanderwirbeln. Kommt Ihnen etwa bekannt vor? Das Wesen solch Verunsicherter beruht nur darauf, möglichst im gleichen Trott das eigene Dasein zu gestalten, letztlich jeder Veränderung skeptisch entgegenzutreten.

Wetter gab es schon immer für all jene, die den Blick nach draußen werfen oder gar sich in die Landschaft wagen, um sich dem meteorologischen Geschehen auszusetzen. Schon wird etwas entscheidendes nicht verstanden, der Unterschied zwischen Wetter und Klima. Wer sich verweigert, weil so herrlich simpel, trotzt genauso idiotisch wie Humpty-Trumpty mit den bekannten Folgen, eben einfach dem Pariser Abkommen den Rücken zu kehren.

Oder man macht sich regelrecht lächerlich mit dem kläglichen Versuch, gescheit rüber zu kommen wie Olaf Gersemann, mit dem „Klimanotstand“ wird Panik zum Politik-Prinzip Als ob jene Panik an den Haaren herbeigezogen sei. Das Gegenteil trifft wohl eher zu, aber es ist herrlich schick, auf der Welle der Entrüstung zu reiten, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Denkste, Olaf, es ist tatsächlich so, den Klimawandel kannst auch du nicht wegschreiben!

Die Klimakrise bleibt bestehen

Auf der Insel bemüht sich ein Gleichgesinnter von jenem Dieter Nuhr, der Ex-„Top Gear“-Moderator Jeremy Clarkson, zumindest ein TV-Hase, der gleichwohl meint, er müsse Greta an den Karren pinkeln, sie habe die Autoshow getötet. Hat sie tatsächlich? Mitnichten. Aber das interessiert kaum, Hauptsache herumnölen.

Klimakrise in der Tat ein Reizwort. Warum nur? Ganz einfach, weil Mensch sich eingestehen muß, wie hochgradig bedenkenlos er Mutter Erde nonchalant behandelt, nötigt, zerstört, viel Leid in Kauf nimmt, alles nur, um sich selbst zu bereichern. Ewiglichen Profit ihn dazu bewegt, die Augen vor jener Zerstörungsgewalt zu verschließen. Wider jeglicher Vernunft.

Da interessieren all die vielen mahnenden Stimmen der Wissenschaft nicht, dann lieber diffamieren, ignorieren, ins Lächerliche ziehen, Haß säen oder gar behaupten, Klimastreikende wie FFF seien blauäugig, naiv und dumm. Nur weil Politik viel zu träge bis gar nicht effektiv auf dringend notwendige Veränderungen reagiert, heißt es noch längst nicht, es sei mit jenen kleinen Klimaschutzmaßnahmen getan. Das ist eher kontraproduktiv und zeigt mal wieder, wie arrogant politisch Verantwortliche ihren Job mißachten.

Man kann sie nicht einfach wegdenken, die Klimakrise, sie bleibt bestehen, belastet uns erheblich, bis hin zu ihren gefährlichen Folgen, die dann kaum noch bis gar nicht abwendbar sein werden. Eine Politik, die das heute verdrängt, muß sich morgen fragen lassen, ob sie nicht gänzlich versagt hat.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Nicht eurer Brosamen wegen

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Die kalten Strahlen der Sonne verdunkeln mein Gesicht,
Menschen strömen in taktlosen Schritten an mir vorbei,
manchmal kann ich die wuselnden Füße nicht mehr ertragen,
über den Häuserfronten ruht ein Streifen Weltenstimmung,
oft teilen wir zusammen dieselben Gemütsregungen,
lächeln, weinen, versprühen unsere Seelenfarben großzügig,
mehr Verwandtschaft kann ich vom Leben nicht erwarten,
blinzle dem tristen verwässerten Himmelstreifen zu,
neige mein Haupt, es ist nicht eurer Brosamen wegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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