Was für eine Schand in Ösiland

Kurz’ ÖVP traut man noch mehr zu

Es kommt, wie es kommen mußte, keineswegs wirklich überraschend. Allerdings ziemlich ernüchternd, wer noch ein Funken Restverstand bei den Wählern in Österreich erhofft hatte, wurde am gestrigen Wahlsonntag eines Besseren belehrt. Die ÖVP kann sogar noch mit einem deutlichen Stimmengewinn punkten.

Vergessen das Schmierentheater zwischen Kurz und Strache bei jener Ibiza-Affäre, die Wähler vertrauen ganz offensichtlich diesem smarten Ex-Kanzler, der erneut ein Regierungsbündnis anstrebt, welches Europa mit Sicherheit das Fürchten lehren wird. Nach kurzer Freude, daß Italiens Salvini politisch nicht mehr mitmischen darf, melden sich Kickl und Hofer zur Stelle. Welch Graus.

Die Grünen genauso wie ihre deutschen Parteikollegen im Aufwind

Ein sicheres Zeichen, daß deren Wähler verstanden haben, was die Stunde geschlagen hat angesichts des weltweiten Klimastreiks, eben ein weiter so keinesfalls stattfinden darf. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß Alexander Van der Bellen es war, der seinen Herausforderer Norbert Hofer in der Stichwahl in dessen Schranken verweisen konnte, am Ende eine schallende Ohrfeige an Europas Rechtspopulisten.

Fast drei Jahre später scheinen die österreichischen Wähler zunächst der konservativen ÖVP zu vertrauen. Dennoch kann niemand abstreiten, daß die Grünen als eindeutige Wahlsieger zu bewerten sind mit einem Stimmenzuwachs von über zehn Prozent.

Läuft es am Ende doch auf eine Minderheitsregierung hinaus?

Die Frage steht am Wahlabend im Raum, da die FPÖ zu viel Stimmen verlor, bereits äußerte, nicht mehr sich aufzudrängen für ein Regierungsbündnis mit Sebastian Kurz. Aber eine Minderheitsregierung auf Zeit bedeutet gleichzeitig auch, sich wechselnde Mehrheiten im Parlament suchen zu müssen, wobei gar die SPÖ mit in Frage käme. Kein leichtes Unterfangen für den jungen Bundeskanzler.

Andererseits wäre der dunkle Fleck jener Rechtspopulisten zumindest erst mal in die Ferne gerückt, selbst wenn die Herren Kickl und Hofer das bestimmt ungern wegstecken mögen. Insofern bleibt es spannend für uns.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Freiwillige Einschränkung

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Welche Freiheit sie lieben?
Greifbar soll Ordnung sein,
handfeste Gesetze
soll sie liefern,
über Jahrhunderte
beständig,
bodenständig,
heimisch.

Welche Freiheit sie kriegen?
Starre Regeln,
null Toleranz,
Kontrolle und Zensur,
Käfige anstatt Sicherheit,
sich fühlen als Kind
an des Vaterlandshand,
auf ewig, für immer.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Radikalisierung des Klimastreiks ziemlich fragwürdig

Wenn Ungeduld im Spiel

Die Gegner von FFF werden sich bereits die Hände reiben, falls gewisse Kräfte innerhalb der Klimastreikenden unterwandert von Hardlinern, die lieber vehement durchgreifen möchten, wobei beklebte Autos und blockierte Straßen lediglich ein Beginn wären, die Frage auftaucht, wie radikal der Klimaprotest somit ist.

Angesichts der dürftigen Reaktion seitens der GroKo, deren Klimaschutzpaket alles andere als wirkungsvoll bezeichnet werden darf, kann man Ungeduld seitens der Klimaprotestierenden ohne weiteres nachvollziehen. Dennoch sollte die noch junge Bewegung tunlichst darauf achten, daß keine Unterwanderung stattfindet, die jüngsten Pariser Ausschreitungen ein Negativbeispiel darstellen. Der Versuch der Gelbwesten, vom Klimastreik zu partizipieren, taugt letztlich nichts!

Kampf fürs Klima eine Gratwanderung

Wann endet eine Diskussion, beginnt Gewalt positive Ansätze zunichte zu machen? Weil verantwortlich Regierende versagen, sie zeigen dies bereits seit Jahrzehnten, wächst der berechtigte Unmut, hat sich durch Greta Thunbergs beherzte Aktionen weltweit vieles bewegt. Natürlich kann es zunächst keine einheitliche Position geben angesichts etlicher, die überall versuchen, mitzumischen.

Dennoch darf Gewalt keine Option sein, weil sie nicht zielführend eine Änderung bedeutet. Andererseits keimt genug Wut auf, daß eben die Gegner von FFF mit drastischer Ignoranz und gar Haßparolen zu kontern versuchen bis hin zu Mordandrohungen gen Greta Thunberg. Keineswegs zufällig nutzt die Neue Rechte den „Greta-Effekt“, um ihre Paraolen unters Volk zu streuen, nutzt verblödete Dekadenz zusammen mit Unwissen, um ihre eigenen Ziele zu erreichen, ein autokratisches System, welches am Ende jede Demokratie zerschlagen will.

Radikale Linke und die Neue Rechte Hand in Hand an einem Strang?

Verwundert könnte man die Augen reiben angesichts einer derartigen Fragestellung. Dennoch nicht unbedingt so abwegig, wer mal einen Blick gen Querfront wirft. Auch dort hatte sich manches ergeben, was man durchaus hinterfragen muß, Extremismus somit Nährboden für weitverbreitete Verunsicherung bedeutet.

Politisches Ausschlachten gehört somit zum tragischen Geschäft, wird obendrein ausgenutzt für jeweilige Interessen. Insofern gilt genaues Hinschauen, eine notwendige Differenzierung, will die Bewegung der Klimastreikenden nicht als radikal gelten. Hart in der Sache diskutieren, anmahnen, wo immer möglich, aber stets mit friedlichen Mitteln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Nichts dazugelernt

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Welch Qual
so kurz vor der Wahl!
Apropos Kurz,
ist der wirklich schnurz?
Na, klar doch,
weil der zuviel Geld roch.

Welch Tränental
so kurz vor der Wahl!
Apropos Populisten,
die gern ihre Fahnen hißten.
Nichts dazugelernt,
Euch vom Verstand entfernt?

Welch Lärm im Saal
so kurz vor der Wahl!
Die Neue Rechte europaweit,
keineswegs gescheit all die Leut’.
Geld obsiegt mal wieder,
oh man, ist das bieder!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gletscherschmelze keine natürliche Klimafolge

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Ergebnis menschlicher Ignoranz

Während Greta Thunberg beim Klimagipfel betonte, die Klimakrise sei nicht lösbar mit „business as usual“, leidet unser Globus an den Folgen menschlicher Mißachtung. Die Gier um möglichst hohe Gewinne hat dies stets verursacht, wobei die Menschheit selbst sich nach allen wirtschaftlichen Entwicklungen richtet, obwohl seit den 1980iger Jahren ein stetig wachsendes Umweltbewußtsein entstand.

So schmelzen auch weltweit die Gletscher gleich zu Beginn der zunehmenden Industrialisierung seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Aber auch der Rückgang des Eises in den Polargebieten sowie des Schelfleises muß festgestellt werden.

Verödung der Landschaft, Trinkwasserknappheit trotz Überschwemmungen

Das Schmelzen der Gletscher bewirkt eine verödete und trockene Landschaft, die zurückbleibt, viele Pflanzen- und Tierarten verschwinden. Gleichzeitig wird die Schneegrenze erheblich steigen, in den nächsten 30 bis 50 Jahren wird sie bis zu 300 Meter höher liegen. Kein Winter wird das Schwinden der Gletscher beeinflussen können. Mit dem Verlust der Gletscher geht auch ein riesiges Trinkwasserreservoir unwiderruflich verloren, was dann zu einer erheblichen Wasserknappheit führt.

Doch auch die großen Flüsse selbst werden in Mitleidenschaft gezogen, sind sie doch abhängig auf das Gletscherwasser in den warmen Jahreszeiten. So werden der Rhein, die Donau, der Ganges, der Indus sowie der Mekong und viele andere Flüsse und Bäche davon betroffen sein. Unter Wasserknappheit haben laut Befürchtung der Vereinten Nationen 5,4 Milliarden Menschen bis zum Jahre 2031 zu leiden, somit weit über die Hälfte der Menschheit selbst.

Wo es dort an Wasser fehlt, steigt z.B. der Wasserspiegel andererseits in den Schmelzwasserseen des Himalayas. Halten die dortigen Dämme dem enormen Druck nicht mehr, brechen sie und mehrere Millionen Kubikmeter Wasser überschwemmen die Täler, Menschen und Tiere werden massiv bedroht, wobei die sich ausbreitenden Flutwellen bis nach Indien, Nepal, Bangladesh und Bhutan vordringen, die Landwirtschaft nachhaltig unter sich begraben und somit die Lebensgrundlage zerstören.

Jedoch belastet uns die Gletscherschmelze auch mit einem anderen Problem. Hatten wir endlich die hochgiftigen Pflanzenschutzmittel DDT sowie die Chlorverbindung PCB der 1970iger erfolgreich fast verbannt, die Produktion wurde erheblich gesenkt, hat dennoch das Gletschereis genau diese toxischen Cocktails aufgenommen und zunächst gefroren konserviert. Nunmehr können sie sich wieder freisetzen und belasten erheblich die Flüsse und Seen, wobei Winde diese Gifte bis zu den Polarregionen befördern.

Erdbebentätigkeit und Klimaveränderung durch Gletscherschmelze

Wissenschaftler um Andrea Hampel aus Bochum, Münster und Durham (UK) berichteten über Erdbeben durch schmelzendes Eis. Beim Abschmelzen des Inlandeises, wie beispielsweise von Grönland, muß daher mit erhöhter Erdbebentätigkeit gerechnet werden.

Ein Gletscher im Mont-Blanc-Massiv droht abzustürzen. Immer wieder kramen besonders Schlaue die Argumentation hervor, Mensch sei völlig unbeteiligt am Klimawandel, wobei gnadenlos stur menschliche Ignoranz einfach mal so ausgeblendet wird. Das Fatale daran: Die Folgen drastisch und vor allem schlagartiger Klimaveränderungen sind in voller Gänze noch gar nicht absehbar. Und schon beginnen manche Zeitgenossen das ewig simple Spiel der Verharmlosung bis hin zur Ignoranz.

Die weltweit zu stark stattfindende Gletscherschmelze ist das Ergebnis einer viel zu rasch fortschreitenden globalen Erwärmung. Die Menschheit täte gut daran, ihren unbedarften Expansionstrieb zu zügeln, schleunigst umzudenken und vor allem Taten folgen zu lassen, bevor es zu spät ist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

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Betthüterin

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Es pfiff, es pfeifte
der Pfarrer zur Beichte.
In nah und fern
vernahm man das gern.
Nur Rosalia nicht,
sie will aus dem Bette nicht.

Bis in die Puppen schlafen,
die Einzige unter seinen Schafen,
die diese Erlaubnis erhielt,
weil Rosalia des Nachts bedient
all die einsamen Seelen,
die leben vom Stehlen,
nicht gottesfürchtig sind,
bei ihr werden sie zum Kind.

Der Herr Pfarrer schätzt das sehr,
oft kommt er zu ihr her,
lobt ihre schwere Arbeit,
erklärt weit und breit,
ihr Kümmern der schwarzen Schafe
verhilft mir zum göttlichen Schlafe.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Neue Rechte suhlt sich im Opfergehabe

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Sie handeln einfach zielstrebig selbstgefällig wie ein Uhrwerk

Geradlinig wollen sie sein, die Macher der alten Schule. Nicht was Sie denken, hat mit Benimmregeln so gar nichts zu tun, sondern eher mit deutlichem Machogehabe, das paßt so ins Profil, zu einer Beschreibung, um was es hier eigentlich geht. Damit auch Sie es ohne weiteres nachvollziehen können. Wäre ja gelacht, schließlich braucht man neben all den Fake-News, den getürkten und gekauften Stimmen in den Weiten des Internets auch noch ein paar wenige echte Stimmen, welche, die der Sache dienen, inzwischen gar per Gerichtsbeschluß diffamieren und beleidigen dürfen, was das Zeug hält.

Beim Heinz-Christian verhält sich das auf alle Fälle so, der Nachnamen sollte unwichtig sein, suchen Sie sich einen aus, oder lassen es bleiben. Hier wird nichts veruntreut, schon gleich gar nicht illegal gehandelt, man hat den Weg eines aufrechten Patrioten loyal zu bestreiten, das verlangt ein gewisser Anstand, der wenigstens nach außen hin bewahrt sein sollte. Was hinter den Kulissen geschieht, das geht niemand was an. Hauptsache keiner bemerkt was.

Gesagt und nicht getan, sondern letztlich verbockt. Kommt Ihnen bekannt vor? Verlierer bewahren dennoch ihr Gesicht, das gehört zu deren Rolle, wer Schwäche zeigt, hat in diesem Business rein gar nichts verloren. Dann lieber noch einen dreist draufsetzen. Nicht kleckern, besser klotzen. Man sieht es doch im kleinen Ösiland, wo jener Kurz erneut zum Kanzler gewählt wird trotz etlicher Ungereimtheiten. Interessiert keinen, schließlich braucht das einfache Volk einen starken Führer wie früher. Heute allerdings ohne Schnauzbart und eher unauffällig größenwahnsinnig. Ansonsten mit derselben Intension.

In Deutschland braucht’s mal wieder länger, die Wessis hatten zu viele Linke in den eigenen Reihen, die nicht einfach so von dannen ziehen. Mit dem nötigen Schmiermittel klappt das schon, selbst wenn die Welt der Titanic gleich dem Untergang geweiht ihrem Ende entgegenblickt. Neoliberalismus kennt keine Gnade, dafür Raubbau und Menschenverachtung am laufenden Band. Da stört solch eine Göre wie die Greta, während ein Trump keinesfalls zufällig schalten und walten darf, die Staaten in den Ruin zu treiben.

Krieg ist die beste Option, ein Garant für flächendeckende Zerstörung, um hinterher wieder alles neu aufzubauen. Wenn schon die Wachstumsspirale verebbt, muß man halt nachhelfen. Das war immer so, warum sollte dies jetzt anders sein. Gleichwohl mit der Opferrolle jener Neuen Rechten. Eine Inszenierung nach dem Drehbuch der Geschichte, die sich wiederholt. Wenn niemand jene Recken stoppt, wagen sie es erneut. Dann verebbt die Freiheit einer Demokratie, obsiegt ein technokratischer Faschismus in trauter Hochzeit mit nie dagewesener Kontrolle, aus der sich die allermeisten nicht mehr entziehen können. Huxleys Schöne neue Welt war gestern, die zukünftige wäre bedeutend zerstörerischer.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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