EU sei Dank, Von der Leyen hat’s geschafft – wie krank

Welcher Posten auf wessen Kosten?

„Darf’s noch a wenig oder doch lieber mehr sein, gnädige Frau?“, fragte der Aufmerksame hintersinnig, gar schlau die Ursula von der Leyen, – es ischt zum Schreien! Die Albrechttochter geht unerschrocken ihren kruden Weg, diesen zu übersehen, wäre ziemlich schräg. Oh, Schreck, kein Datenleck, stillgestanden, rührt euch nicht vom Fleck.

Der Herr Juncker fiel bereits unglücklich auf, mit der Von der Leyen setzt die EU noch einen drauf. Kompetent und klug soll sie sein, meinte jüngst der Schily an die sich verweigernden Sozen, dennoch manch Reumütiger tat sich in sicherere Fahrwasser lotsen, man möchte ja nicht die heilige große Koalition in Berlin verscherzen, wünscht sich mehr Stimmen sehr zu Herzen.

Politik bleibt insofern ein schmutziges Geschäft, bekanntlich jeder Hund in jeder Gasse kläfft. Doch was nutzt es die hehre Sache, daß ick nüscht lache, die neue Rechte zahlt keene Zeche, im Gegenteil, sie weiß ohnehin alldieweil, wie mit der blöden Masse umzugehen, da hülft kein Flehen, man möge doch den Vorteil der EU sehen. Nationalstaaterei will niemand, der ernsthaft politisch interessiert. Jetzt erst recht, weiß das Großkapital völlig ungeniert.

Kein Wunder, daß augenblicklich Posten verteilt, weil es ach so eilt. AKK erhält die Verteidigung, sei’s drum, von der CDU-Chefin zum Gewehr, ob christlich, zum Lachen oder nicht, so ungefähr. Egal ob man das Amt füllen mag, das sahen wir doch zuvor bei Frau Von der Leyen Tag für Tag. Gut weggesteckt die Plagiatsaffäre, da jib et nichts zu kläre – gedacht, gesagt, vertagt. Als ob dabei jemand am geistigen Hungertuch nagt? Mitnichten, schnell mal andere Meldungen weg- oder hinzudichten. Mensch kann man simpelst ablenken, man hat ohnehin nichts zu verschenken, weder Knete noch Herz, das ist kein Scherz!

Manch einer möchte sich ungläubig die Augen reiben, was dermaßen schnell Politik tut so treiben. Zeit ein unerschrockener Gradmesser, wer weiß es schon wirklich besser? Alles ein abgekartetes Spiel? Ach, i wo, da tut sich nichts viel. Ischt halt so. Macht kennt gar keine Grenzen, es geht nicht ohne Turbolenzen. Das Dramatische daran, man umgarnt erst den kleinen Mann, um ihn dann fallenzulassen. Hinterher beginnt das Hassen, oder man versucht ihn simpelst zu bespaßen. In den USA geht die Rechnung auf, jener blonde Dolle haut auf alles drauf, was ihm nicht recht. Die EU ebenso ein selbstgefälliger Knecht?

Bei dieser Frau Von der Leyen gibt es nichts zu verzeihen, selbst wenn das Parlament noch meckern darf, am Ende herrscht Politik bekanntlich ziemlich scharf. Und bei Bedarf werden halt Posten neu verteilt, seht her, es eilt, lauschet mancher Mär. Weil Blender dürfen schalten und walten, das wußten nicht nur die Alten, es sollte kritisch hinterfragt werden, bevor alles liegt in Scherben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Tik tak

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Ich bin tot,
noch nicht aber bald,
bin eine tickende Zeitbombe.
Nur das ich nicht weiss, wann ich hochgehe
und dann …
Dann bin ich tot,
nicht mein Körper, der bleibt wie er ist.
Aber ich sterbe …
ich selbst.
Wie ich danach bin, weiss ich nicht …
Anders.
Aber wie anders weiss ich nicht.
Vielleicht fast so wie jetzt.
Aber ich bin tot.
Warte auf mein Ende …
Und es kommt,
das weiss ich …
Ich habe Fehler gemacht
und deswegen sterbe ich,
deshalb bin ich tot.
Menschen definieren sich durch ihre Vergangenheit.
Doch ich habe viel zu viel von meiner weggedrückt.
Lange …
Viel zu lange.
Und irgendwann …
Irgendwann …
dann kann ich nicht mehr,
und dann
BUMM …
Bin ich tot.
Denn dann werde ich alles aufarbeiten müssen,
und dann habe ich eine andere Vergangenheit,
und Menschen definieren sich durch ihre Vergangenheit,
also werde ich sterben,
also bin ich tot.
Wie lange ich noch habe,
weiss ich nicht.
Wer ich danach bin,
weiss ich nicht.
Aber eins weiss ich,
ich will das nicht,
will nicht sterben,
will nicht anders sein,
habe Angst vor dem Neuen, der danach kommt,
und ich bin tot.
Kann nichts daran ändern,
habe die Vergangenheit zu lange versiegelt,
habe zu früh angefangen
und jetzt keine Wahl mehr.
TIK TAK

Caedmon Kamm

Kategorie: Poetry Slam

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Spüre nur ich sie nicht?

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Heute bin ich hier, hallo.
Doch morgen bin ich wieder woanders.
Ich bin woanders.
Umzug – neuer Ort, neue Menschen, neue Klasse.
Und wieder weg.
Alles kommt stetig neu und verschwindet wieder.
Viele Menschen würden sagen, Veränderung gehört dazu … Das ist klar … Aber …
Ich kenne es nicht anders, ich lebe so.
Heute hier, morgen da.
Ich habe mir das nicht so ausgesucht, nein.
Es war einfach so … schon immer.
Ich weiss nicht einmal, ob ich es wirklich anders wollen würde … innere Ruhe.
Mit der Zeit wirkt alles unwirklich … aber was ist das überhaupt?
Wirklichkeit

Spüre nur ich sie nicht?

Caedmon Kamm

Kategorie: Poetry-Slam

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Hochmut nagt, wird nicht angeklagt

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Heute red ich mir die Welt ganz bunt,
denn sie ist im All so rund.
Was für’n Schund,
du dummer Hund,
entrinnt es kritisch einem Mund.
Es öffnet sich ein mächt’ger Schlund,
gänzlich keineswegs ohne Grund.
Ich frag mich von welchem Bund,
jene hoch gefährliche Kund’?

Die Welt wird daher farblos fahl,
der Geschmack auf der Zunge schal.
Bei manch einem der Kopf ganz kahl,
eisige Stimmung auf einmal.
Wer befreit uns aus finsterem Tal?
Da hilft kein Treffen, kein Saal,
kein Spiel wie Fußball.
Hört Ihr nicht den lauten Knall,
der bringt Mensch zu Fall?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gestorben wird weiterhin – Carola Rackete fühlt sich nicht als Heldin

Seehofer äfft Salvini nach

Humanismus gerät ständig in Verruf, obwohl das Selbstverständlichste auf der Welt. Tatsächlich? Hinsichtlich Krieg und Elend kann davon gar keine Rede sein. Wenigstens in Friedenszeiten oder an Orten, wo keine Bomben fallen, Zivilisten sterben, könnte Nächstenliebe greifen. Das geschieht aber nicht, Carola Rackete, die nur helfen wollte, ist inzwischen frei.

Einerseits findet ein enormer Medienhype statt, andererseits fühlen sich all jene Nazis und Hate-Speech-Befürworter erst recht berufen, zu hetzen und zu drohen, in der Annahme, mehr Stimmen zu ergattern, auch hinsichtlich baldiger Landtagswahlen im Osten Deutschlands. Dabei badet sich Carola Rackete keineswegs gern in der Öffentlichkeit, kritisiert völlig berechtigt die Bundesregierung sowie Rom, wie sie im ersten Interview nach ihrer Freilassung äußert.

Nach Sea-Watch-Odyssee noch weitere folgen

Zumal Libyen alles dran setzt, es Migranten besonders lebensgefährlich zu machen in den Lagern, ein Donald Trump obendrein applaudiert. Das paßt zu dessen rassistisch menschenverachtender Haltung hinsichtlich des Desasters in Lagern entlang der mexikanisch-amerikanischen Grenze. Da schickt er schon mal gern seine bösartigen Twitter-Kommentare in den Äther.

Man muß diesen Kontext zitieren, weil er sich einfügt in die lange Kette einer Verachtung flüchtenden Menschen gegenüber, die bis tief hinein in der Europäischen Union sichtbar wirkt. Das ohnehin fragwürdige Dubliner Abkommen sorgte schon zu genüge für etliche Probleme, die neuen schärferen Asylgesetze tun ihr übriges. Ganz besonders steht Ignoranz auf der Agenda, mit direkter Hilfe hat das nichts mehr zu tun!

Braucht es ein Sea-Watch-for-future?

FFF wirkt ziemlich tiefgreifend, weltweit. Warum nicht mit derselben Dringlichkeit den Fokus aufs Mittelmeer schwenken? Schließlich bewegt Jugend ganz offensichtlich einiges, mal davon abgesehen, ob tatsächlich Taten folgen. Es kann nicht angehen, daß sich die Politik davonschleicht, sich hinter Gesetzen und Bestimmungen verschanzt, während Menschen weiterhin im Mittelmeer ertrinken, ein Herr Salvini eine erhebliche Mitschuld trägt, Italien keinerlei Konsequenzen zu befürchten hat, gedeckelt und gesponsert by EU.

Carola Rackete verweist mit Nachdruck auf ihren Tatendrang, über die bekannten Mißstände wurde zuviel lamentiert, ohne durchgreifene, pragmatische Lösungen, die das Elend wenigstens erheblich mildern. Es braucht mehr von solchen Menschen wie sie, ohne daraus eine Heldenstory zu stricken. Es geht nicht um Glamour, es geht ums Überleben!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Düstere Prognosen oder ein heller Streifen am Horizont?

Wer schweigt, macht sich mitschuldig

Bestandsaufnahme niemals im Einklang mit einer hoffnunsfrohen Aussicht, dennoch keineswegs resignierend, weil nicht zuletzt die Hoffnung stirbt, sondern eben Mensch noch so manch guten Kern in sich trägt trotz einer lamentierend bösartigen Neuen Rechten, die keine Gelegenheit ausläßt, ihr Weltbild jedem verpassen zu wollen, der es wagt, ihr zu trotzen.

Sie brüllen lauthals, sie seien das Volk, obwohl #wirmehrsind. Masse disqualifiziert leider nicht eine solch haßerfüllte Klasse, diese wird im Stillen von entsprechend agierenden Großkapitalisten gesponsert mit dem Hintergedanken, in totalitären Systemen erst recht ihr Herrschaftsprinzip unters Volk zu streuen. So viele Nachtigallen gibt es gar nicht, die man trapsen hören sollte!

Schweigen somit keineswegs eine Option darstellt, Widerstand vorprogrammiert, bevor sie uns die Felle über die Ohren ziehen! Mit Blick gen Mittelmeer zeigt sich weiterhin, inwieweit eine EU sich vorschreiben läßt, still zu halten, selbst wenn Menschen ertrinken, gar Kapitänin Carola Rackete, die humanitär unterwegs, kurzerhand angeklagt wird. Verkehrte Welt, Rettung als Straftat gebrandmarkt, Hatespeech kommt davon, mit dieser all jene geistigen Brandstifter, die auch eine hohe Mitschuld an der Ermordung von Walter Lübcke tragen.

Verwunderlich? Mitnichten. Man rufe sich kurz ins Gedächtnis, daß hierzulande eben weder die Nazi-Zeit wirkungsvoll und gerecht aufgearbeitet wurde noch die Stasi-Zeit. Vertuschen, Decken und unter den Teppich kehren, um jenen Verbrechern manchmal sogar bestimmte Pöstchen zu gönnen. Rechter Terror wird geflissentlich halbherzig beäugt. Vergleiche mit linkem Terror halten realen Mißständen nicht stand, zumal auf das Konto der Rechtsradikalen die Todeszahl enorm hoch. Eine Medienlandschaft, die obendrein sich angesichts jener Fakten eher zurückhält, tut ihr übriges. Wer mißachtet schon die Hand, die einen füttert, oder?

Umso wichtiger, daß freier Journalismus es wagt, dagegenzuhalten. Noch darf er auch hierzulande. Noch. Trotz etlicher düsterer Prognosen, denken wir an den Klimawandel, an einen unberechenbaren Donald Trump, an weltweite Aufrüstung, ans Ende des Kapitalismus, wenn Mensch bemerkt, daß der Betrug darin liegt, den größten Ellenbogen gewähren zu lassen, Humanismus keine Anwendung findet beim Verteilungskampf, ein Lichtstreifen am Horizont, ein Hoffnungsschimmer?

Aber sicher doch. Das Leid muß weiterhin Wege finden, sich zu artikulieren, dahingehend überzeugen, daß jedwedes Elend menschengemacht, Naturkatastrophen hierbei mal ausgeklammert.

„Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen wähnen, wenn jemand eine Meinung ausspricht.“ (Christian Morgenstern)

Ganz besonders in Zeiten, wo erneut ein Mob zu toben beginnt, der ohnehin lieber aus Bequemlichkeit bösartigen Demagogen hinterherhechelt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Ohne Demut unterwegs

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Mensch bezeichnet sich als zivilisiert,
welch Hohn, welch Geist,
weil er völlig ungeniert
auf Menschlichkeit scheißt, wie dreist.

Mensch eigentlich Frieden will,
Kriege bestimmen den Geschichtsverlauf,
jene Erkenntnis äußerst schrill,
setzt er doch stets einen obendrauf.

Mensch vom Paradies auf Erden schwafelt,
während Zerstörung ungebremst anhält,
obwohl er zu Verhandlungen fürstlich tafelt,
zählt am Ende Macht mit entsprechend viel Geld.

Mensch nur eine Spezies in den Weiten des Alls,
da draußen wartet auf ihn kein Gott,
es nutzt kein Hüter des Heiligen Grals,
wenn verendet die Schöpfung auf dem Schafott.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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