Gestundet

https://pixabay.com/photos/poland-malopolska-shadows-bell-393957/

pixabay.com

Ein Malheur passiert,
wenn´s pressiert,
Zeit gekappt,
Falle zugeschnappt,
Maschenlauf,
keine Zeit zum Einkauf,
rasiert nicht die Beine,
wen wundert´s, ich weine,
die Glocken schon schellen,
ich krieg die Pimpernellen,
acht, neun, wo bleibt die zehn,
ich bleib entgeistert steh´n,
Uhren zurückgestellt,
gute Stunde, gerettet meine Welt,
Malheur,
Bonheur,
ich schwör,
Sprache, ich lieb` dich sehr.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Xantus-Drinkcheck Schutz vor K.-o.-Tropfen

https://pixabay.com/photos/dancing-clubbing-dancers-nightclub-206740/

pixabay.com

Studentin erfindet Armband mit Schnelltest

Eines der schrecklichsten Vorstellungen sind Situtationen, in denen man keinerlei Gegenwehr leisten kann, lediglich bei halben Bewußtsein die Wirklichkeit gerade mal registriert oder sogar überhaupt nicht. Wenn das Ganze noch mit sexuellem Mißbrauch einhergeht, sitzt der Schock wesentlich tiefer, bedeutet für Opfer ein Martyrium. Die Dunkelziffer von Menschen, die mittels K.-o.-Tropfen demaßen hinterlistig willenlos gefügig gemacht werden, dürfte ziemlich hoch sein.

Exemplarisch in diesem Zusammenhang spielt die Scham ein große Rolle, erst recht in einer Gesellschaft, in der sexueller Mißbrauch als Bagatelle hingestellt wird. Der Xantus-Drinkcheck, welchen inzwischen dm als Armband anbietet, soll per Schnelltest vor den gängigen K.-o.-Tropfen γ-Butyrolacton (GHB) tatsächlich einen gewissen Schutz bieten können.

Verabreichung bereits gefährliche Körperverletzung – sexuelle Opfer stigmatisiert

Die Rechtslage in Deutschland ist da ziemlich eindeutig. Wer generell heimlich Gifte oder andere gesundheitsschädliche Stoffe verabreicht, macht sich im Sinne gefährlicher Körperverletzung strafbar, was per Paragraphen 223 und 224 im StGB geahndet wird. Werden K.-o.-Tropfen gegen den Willen verabreicht, um Opfer sexuell zu nötigen oder zu vergewaltigen, greifen die Paragraphen 177 mit entsprechenden Absätzen des Strafgesetzbuches.

Dennoch herrscht tief verwurzelt in unserer Gesellschaft die Bagatellisierung von sexuellen Straftatbeständen besonders Frauen gegenüber vor, was sich sowohl in den Strafmaßen widerspiegelt als auch bei den dringend notwendig sorgfältigen therapeutischen Möglichkeiten, die eben oftmals viel zu verharmlosend behandelt werden, bis hin zu äußerst fragwürdigen Gutachten über Opfer sexueller Mißhandlungen. In einigen Fällen flackern Verdachtsmomente auf, die Opfer hätten es darauf ankommen lassen, potentielle Täter nahezu „aufzufordern“. Das erinnert fatal an eine widerliche Stigmatisierung, letztlich eine zweifache Folter für Betroffene.

Gibt es mehr Sicherheit mit diesem Armband?

Kim Eisenmann, die das Armband entwickelt hat, beteuert, die Technologie sei wissenschaftlich per Studie geprüft worden, wenigstens vor GHB-Tropfen bietet es einen umfassenden Schutz, vor anderen Drogen allerdings nicht.

Obendrein schrecke das Tragen des auffälligen Bandes potentielle Täter ab, ein Tropfen der Flüssigkeit aus seinem Trinkglas auf eines der beiden Testfelder des Armbandes geträufelt, ergibt mit diesem Schnelltest Gewißheit, ob mit oder ohne K.-o.-Tropfen. Bei Blaufärbung handelt es sich um letztere.

Eine tolle Erfindung. Dennoch unverständlich, daß man hierzulande völlig problemlos die Vorläufersubstanz GBL (Gamma-Butyrolacton) im Internet sich besorgen darf, weil sie schlicht nicht unter das Betäubungsmittelschutzgesetz fällt. Da hat dann wohl der Gesetzgeber, folglich die Politik komplett versagt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Vive Notre Dame

https://pixabay.com/photos/tea-lights-candles-light-prayer-2223898/

pixabay.com

J’ai le cœur gros,
bin gar ein Stückweit entrückt,
dann ist das halt so,
Notre Dame abgebrannt,
merde, verdammt!

Während viele berechtigt trauern,
gänzlich ohne miese Gedanken,
andere mit Bösartigem lauern.
Die Kathedrale im Herzen von Paris
manch Halt dem ein oder anderen hinterließ.

J’ai le cœur gros,
mit mir viele Menschen.
Häme hierbei ein absolutes NoGo.
Selbst wenn Kirche noch so frevelhaft,
dadurch erneuter Unfrieden klafft.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Notre Dame de Paris schutzlos einem Flammenmeer ausgeliefert

https://pixabay.com/photos/paris-france-notre-dame-de-paris-1175023/

pixabay.com

Manch kulturelle und spirituelle Schätze blieben verschont

Gestern kurz vor 19 Uhr MEZ wurde der Feueralarm während einer stattfindenden Messe ausgelöst, der Dachstuhl brannte für all jene sichtbar, die gen Cathétrale Notre-Dame de Paris blickten, manche nahmen instinktiv das entsetzliche Geschehen per Smartphone-Kamera auf. Rasend schnell verbreitete sich die Meldung weltweit über das Unglück, dessen Ursache mit der stattfindenden Großrestauration zusammenhängen kann, die just im April begonnen hat.

Mitten im historischen Zentrum von Paris, auf der Seine-Insel Île de la Cité gelegen, stürzt der hölzern gebaute 95 m hohe Vierungsturm schon zu Beginn des langen Brandes ein, schließlich überstehen entgegen mancher Spekulationen wenigstens die beiden Haupttürme nebst Fassade das Flammenmeer.

Häme und besserwisserische Kommentare kursieren

Wie bei allen weltweit tragischen Ereignissen nutzen etliche Kräfte die Situation für eigene Belange aus. Zunächst fiel dem narzißtischen US-Präsidenten nichts besseres ein, als per Twitter sich erneut wichtigtuerisch zu äußern, gab Parisern Lösch-Tips, man könne doch Löschflugzeuge einsetzen, es müsse rasch gehandelt werden.

Und dies einer sehr gut aufgestellten Pariser Feuerwehr, die obendrein inzwischen vorbildhafte Arbeit leistete. Humpty-Trumpty hat wohl so gar keine Ahnung von Statik und gefährlich schweren Wassermassen, die erst recht einen größeren Schaden verursacht hätten.

In den Social Media wie im Facebook konnte man schon am Abend Wortmeldungen von Anhängern der Gelbwesten lesen, die Emmanuel Macrons berechtigte Trauer anzweifelten, ihn hämisch kommentierten. Rechte Hetzgruppen ließen sich zu „Watch Partys“ hinreißen, verzettelten sich in Terrorphantasien, radikale Islamisten würden einen europaweiten Bürgerkrieg in Gang setzen.

Gottesmutter Maria geweihte Kathedrale – Zeugnis französischer Geschichte

Man sollte sich unbedingt erinnern, daß zuvor die Kathedrale Saint-Etienne, die Basilika St. Stephan im 4. bis 6. Jahrhundert an der Stelle des Vorhofs der heutigen Notre Dame de Paris erbaut worden war, allerdings im Jahr 1160 Bischof Maurice de Sully entschied, den noch gut erhaltenen Stephansdom zu zerstören, drei Jahre später mit dem Bau von Notre Dame begonnen, letztendlich in vier Bauphasen von 1163 bis 1345, also in nahezu 200 Jahren, die Kathedrale fertiggestellt wurde.

Laut Welt soll die französische Milliardärsfamilie Pinault bereits versprochen haben, 100 Millionen Euro für den Wiederaufbau zu zahlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Unglücke

Veröffentlicht unter Unglücke | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Anhänger

https://pixabay.com/photos/sheep-farmer-shepherd-agriculture-690198/

pixabay.com

Er hat ´nen Anhänger,
mit dem transportiert Chris
nicht irgendwas oder irgendwer,
er dient ausschließlich
seinen Spaßzwecken,
um Aufmerksamkeit zu erwecken
bei der Damenschaft,
Handwerker mit Muskelkraft.
Aber er hat noch ´nen Anhänger,
nicht irgendeinen, irgendwelchen,
einen ganz speziellen aus Silber,
drauf ein Surfer in den Wellen,
schließlich trägt man heutzutage
keine Dauerwellen mehr,
aber Wellen jeder Art
schätzen Frauen sehr.
Doch für Chris nicht genug,
zwei Anhänger sind für einen Tunichtgut,
nicht für irgendwen oder irgendwer,
schließlich ist er Teilzeitschäfer nebenher,
ein treuer Hund begleitet ihn,
egal auf welcher Tour, er stets neben ihm.
Damit alle ihn erkennen,
Anhänger überall er angebracht,
an den Hänger,
an die Halskette,
am Hundegeschirr,
an seinen Klamotten,
um viel Anhänger anzulocken,
ob mit oder ohne Locken,
und schon rast eine große Anhängerwelle,
Anhängerschaft vergrößert sich schnelle.
Chris weiß,
es reicht,
einen Aufhänger zu haben,
und schon braucht man sich über
tausende Fans, Anhänger nicht zu beklagen,
schon ist man wer,
nicht irgendwer,
sondern Chris mit den Anhängern,
der absolute Hammer unter Fanfängern.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kollaps einer Gesellschaft letztlich vorprogrammiert?

https://pixabay.com/photos/society-tv-animals-lazy-3659252/

pixabay.com

Viel zu hohe Erwartungen im Alltag

Papier kann äußerst geduldig die komplexesten Abläufe schildern, sie akkurat logisch uns Nahe bringen, in der Praxis versagen all diese schnörkellosen Theorien. Dabei sollten wir nicht vergessen, wie rasend schnell das Wissen uns überrennt, der Mensch selbst gar nicht mithalten kann bei diesem Tempo, dieses alltagstauglich auch noch zu verarbeiten.

Sicherlich gibt es im Vergleich zum letzten Jahrhundert eine wesentlich höhere Bildungschance für alle Menschen hierzulande, blenden wir dabei mal die Pisa-Studien aus, die ohnehin keine wirklich nutzbringende Aussagen haben, gleichzeitig stellt sich aber die Frage, was tun mit all dem Wissen? Hilft uns dies tatsächlich als Vorbereitung fürs Leben oder Berufsleben?

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr

Wenn Redensarten und Sprichwörter Vorurteile bedienen, sollte der aufgeklärte Mensch stets aufhorchen und diesen sehr skeptisch gegenübertreten. Eine nicht unerhebliche Zahl von Kindern durften die Ermahnung ihrer Eltern über sich ergehen lassen, wie wichtig doch die Schule sei, wer jetzt versagen würde, weil der Lernwillen nicht stattfinde, würde nach der Schule gar als Hilfsarbeiter enden.

Über die Intelligenz und die Bereitschaft diese auch zu seinem Vorteil anzuwenden, mögen sich die Geister scheiden. Berühmtes Beispiel eines nicht gerade guten Schülers: Albert Einstein. Was bedeutet diese Herleitung? Etliche Menschen haben es trotz schulischer Schwächen im nachhinein geschafft, über den zweiten Bildungsweg, das verpaßte Abitur nachzuholen oder zusammen mit abgeschlossener Berufsausbildung noch mal auf einer Hochschule einen akademischen Abschluß zu erlangen. Was dabei oftmals nicht so wahrgenommen wird, gerade in einer geregelten, normbehafteten Gesellschaft, ist das Individuum selbst.

Für viele junge Menschen ist die Selbstfindung genau der Stolperstein, das Damokles-Schwert einer hektisch geforderten Berufsorientierung. Manchen gelingt es auf Anhieb, sie entdecken ihre berufliche Erfüllung und andere halt nur über Umwege. Na und? Sollten wir nach dieser nicht zu übersehenden, praktischen Erfahrung nicht die Konsequenzen ziehen, anstatt dieses System über alle junge Menschen zu stülpen? Faktor Zeit als Druckmittel ein Hemmnis zur persönlichen Entfaltung? Wenn wir uns die vielen gescheiterten Existenzen, ganz besonders im Berufsleben betrachten, dann darf dies ruhig behauptet werden.

Wir haben stets zu funktionieren – wenn nicht, was dann?

Wirklich glückliche Menschen haben kaum Sorgen, weil sie in sich ruhend genug Abstand haben, ihr Leben zu reflektieren. Dabei spielt die materielle Absicherung erst recht eine Rolle, aber keine übergeordnete. Schauen Sie sich um in Ihrer Umgebung. Sind die meisten tatsächlich glücklich? Wohl eher nicht. Klar doch, in einer Welt der wohl eher zunehmenden Bedrohung – war dies eigentlich jemals anders? – insbesondere was das Überleben anbelangt, denken wir nur an die real existierende Arbeitslosigkeit, Statistiken entbehren ohnehin jedweder Realität, lebt es sich nicht unbedingt unbefangen, um ein wenig Glück genießen zu können.

Morgen schon können wir selbst vielfach betroffen sein. Was läuft da eigentlich schief mit dem Homo sapiens, der meint, er sei das höchste Wesen auf Erden? Mit solch erhabenem Anspruch müßte doch längst das Schlaraffenland Wirklichkeit sein, oder? Eines wird dabei ersichtlich: Die Menschen, die krank sind, nicht funktionieren im Sinne einer „starken“ Gesellschaft, haben sich unterzuordnen oder haben das Nachsehen. Kein Platz für Schwächen? Doch den gibt es, vielfach, in Flüchtlingslagern, in Kriegsgebieten, in Slums, auch in Problemvierteln, in den Fluren und Räumen der Jobcenter, in Gefängnissen.

Entwickeln wir uns so schnell, daß Verlierer auf der Strecke bleiben?

Was bedeutet eigentlich diese Entwicklung für uns alle? Ganz einfach, wir haben mit ihr zu leben, da wir ein Teil ihrer selbst sind. Gleichzeitig muß die Frage erlaubt sein, ob wir diese überhaupt erkennen. In einer Zeit der Nachrichten- und Medienreizüberflutung hat der Mensch meist kaum die Muße, diese zu verarbeiten, ist er doch im Alltag mit dem Überleben beschäftigt. Wir sind aber keine Maschinen oder Roboter, die einfach gefüttert werden mit Wissen und Aufgaben, sondern haben dabei noch mit unseren Gefühlswelten zu tun. Und genau deshalb entstehen viele Mißverständnisse, werden Probleme einfach mal zwischengeparkt ohne Aussicht auf Verarbeitung. Ganz im Gegenteil, sie stauen sich und können dann zum falschen Zeitpunkt sich unkontrolliert Luft machen in Aggressionsausbrüchen. Jedes Gewaltszenario hat eine Ursache nach einer längeren Kette der Verdrängung.

Anstatt wir wirklich trotz aller entwicklungsbedingten Vorteile, die unser Leben angenehmer gestalten sollten, diese umsetzen und es uns gutgehen lassen, dürfen wir von einem viel größeren Leid ausgehen, wie es sich heute auch offenbart. Daher gilt es, zu hinterfragen, alle Aspekte des Zusammenlebens zu betrachten, soziale Ungerechtigkeiten abzubauen, generell weltweite Schieflagen langfristig zu beseitigen. Verlierer gibt es nur, wenn wir sie dulden, um den Gewinnern einen immer größeren Raum zu bieten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Zwei Böcke auf Abstand

 

https://pixabay.com/photos/man-woodworker-wood-work-workshop-1615411/

pixabay.com

Zwei Böcke
standen an der Gartenhecke
sich gegenüber,
keiner der beiden ein Führer,
Nachbarn schielten,
zu wem sie wohl hielten,
als die Platte aufgelegt,
keiner sich bewegt.
Hannes hat halt Augenmaß,
bei ihm jeder Griff saß,
summend schliff er die Platte,
noch viel vor er hatte,
die Böcke absolut stabil,
ihr Abstand kein Zentimeter zu viel.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar