Nonsens bricht aus

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Reißleine ziehen,
dabei niederknien.
Nichts verziehen,
Boot ausgeliehen.
Kinder schrien,
wollten fliehen.

Lau im Sommergrün,
welch schöner Termin.
Es riecht ihr Parfüm,
streicheln dabei legitim.
Die Wangen glühen,
beide sich bemühen.

He had a dream,
his thoughts been clean.
You know, what I mean?
Felt like a Queen,
equal whether there’s summer green
or someone will scream.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schützenvereine im Visier der Kritik

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Traditionelles Schießen und Saufgelage in Bierzeltstimmung

Besonders in kleinen Gemeinden und Dörfern bieten neben sämtlichen anderen Heckenfesten und Anläßen wie Kirmes bishin zum Karneval die inzwischen traditionellen Schützenfeste das wohl einzige kulturelle Ereignis in dem ansonsten brachliegenden Alltag.

Daß außer überlauter Musik und Saufgelage in Bierzeltstimmung noch die Paraden der Schützen mit entsprechender Marschmusik in den rausgeputzten, meist mit sommergrünen Ästen, den Schützenfahnen- und Flaggen umrahmt von vielen Dorfbewohnern applaudierend begleitet werden, vermag den Feierlichkeiten noch einen Rest von Tradition vermitteln, welches auch seinen wichtigsten Höhepunkt erlangt mit der Ermittlung des Schützenkönigs beim Königsschießen. Dennoch eilen dem bürgerlich-biederen Ruf der Schützenvereine die dramatischen Fehltritte durch Amokläufer oder Verzweiflungstätern voraus, die selbst Zugang zu den ansonsten registriert und unter Verschluß gehaltenen Waffen erlangen konnten.

Bürgerwehr und Schützenbruderschaft – Selbstverteidigung und Kriegsgetümmel

Die Menschen schützten sich im Mittelalter vor herumziehenden Plünderbanden, in dem sie bürgerwehrähnliche Vereine gründeten. König Heinrich I. verstand es mit seinem im Jahr 924 erlassenem „Gesetz zur Wehrerfassung der Städte“, jene Bürgerwehren offiziell als Teil der Stadtverteidigung zu integrieren. Verständlicherweise mußten dabei auch während der zu haltenden Übungen geeignete Schützen gefunden und gemustert werden.

Übrigens leitete sich das Wort „Schütze“ zunächst von „Schutz“ ab, das „Schießen“ erhielt erst mit zunehmender Gefahr für Leib und Leben seine Bedeutung. Feierlich begleiteten die Obrigkeiten der Städte und Gemeinden mit den Bürgern das Treiben und Suchen der besten Schützen durch Umzüge, aber auch gegenseitige Einladungen befreundeter Gemeinden festigten diese Tradition.

Was im Mittelalter mit den Schützenfesten zu Beginn beim Verteidigungsfall begann, im Kriegsgetümmel an Bedeutung erst recht gewann, entwickelte sich schließlich zu den ersten Schützenvereinen, die in der Zeit der napoleonischen Kriege ganz besonders eine Opposition mit nationaldemokratischen Charakter einzelnen Fürstentümern gegenüber bildeten. Was zunächst dem Hurra-Patriotismus im Kriegsgetümmel den Schützenvereinen selbst zugute kam, ihre Existenz somit unterstrich, wurde nach dem Ersten Weltkrieg durch harsch agierende Wehrverbände abgelöst, wobei sie sich auch mit dem NS-Regime arrangierten, paßte dessen Gesinnung doch nahtlos zur eigenen nationalen Einstellung.

Übrig bleibt das Spiel mit den Seilschaften und eine Kultur des Saufens

Ein jeder weiß sofort, was es mit dem Wort Vereinsmeierei auf sich hat. Das gilt natürlich erst recht für die eingefleischte Tradition der nahezu 15.000 Schützenvereine in unserem Land. Klar doch steht schon während des Königsschießens der neue Schützenkönig längst fest, zumindest in den größeren Schützenvereinen wissen dessen Namen die wichtigsten Amtsträger.

Ein unbedarfter Schütze könnte ansonsten in erhebliche Probleme geraten, weil mit dem Schützenfest verbundene finanzielle Verpflichtungen sind keineswegs billig. All jene, die solchen Schützenfesten- und vereinen fernbleiben, haben es vielfach schwerer in den Gemeinden, werden dabei auch entsprechende Bande und Seilschaften geknüpft, eine Hand wäscht schließlich die andere, und beim gemeinsamen Saufen läßt es sich viel leichter kumpelhaft näherkommen, willkommener Anlaß zu Schlägereien am Rande inbegriffen.

Schützenvereine auch Garant für weniger Waffen?

Schnell wird der Ruf laut, wenn mal wieder ein Amokschütze, ein Familienvater oder sonst wer bewaffnet um sich schießt, Menschen sterben und verletzt werden, Waffengesetze zu verschärfen. Schützenvereine geraten in die Kritik. Doch was wäre denn eigentlich, wenn morgen sie verboten? Der ohnehin schon nicht zu kontrollierende illegale Waffenhandel hätte einen Zulauf ungeahnten Ausmaßes. Schützenvereine daher viel eher ein Garant für weniger Waffen, da offiziell registriert, unter Verschluß gehalten, gesetzlich geregelt und abgesegnet?

Die Thematik einer waffenfreien Welt kann umfangreicher sich kaum gestalten, da in diesem Kontext die gänzliche Seele, das Sein des Menschen einfließen muß, nach wie vor der Gedanke des Habitus an erster Stelle steht, kein vollzogener Bewußtseinswandel festzustellen ist, viel eher sich gegenseitig belauert wird, falsche Verteilung, Überreichtum und Armut hervorbringt.

Einzig und allein die Tradition setzt sich alljährlich fort, üben und beweisen sich auf Schießständen, feiern sie halt ihre Schützenfeste, erfreuen sich des Anlaßes, gewisse Geschäfte leben ebenso davon, während gleichzeitig die in der Nähe lebenden Betroffenen dem Lärm ausgesetzt, Haustiere hierbei mitzuleiden haben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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In der Melodie versank die Stille

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Strahlen rollten den Hügel hinab,
verfehlten Büsche, Steine knapp,
wie Fahnen wehten Vorhänge
an abgebrochenem Gestänge.

Lautlos geschah dies, in Eile,
die Frau sang aus Langeweile,
ihr Lied begleitete die Strahlen,
als galt es, Töne zu bewahren.

In der Melodie versank die Stille,
der Frau war genommen ihr Wille,
schon lange zerbarst ihr Herz,
die Strahlen nahmen ihr den Schmerz.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Der, der uns weismachen will, Medien seien der wahre Feind des Volkes

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Bei den allermeisten fällt sofort der Groschen, in Eurowährung das Fünf-Cent-Stück, wer hierbei wohl gemeint sein könnte. Kein geringerer als der 45. US-Präsident, der „blonde Dolle“, Humpty-Trumpty, The Donald, Namen sind eben nicht Schall und Rauch, sie rufen Assoziationen hervor, die man besser nicht überall feilbieten sollte, es könnte manch verruchte Bemerkung fallen, die obendrein durchaus ihre Berechtigung hat.

So lange gibt es sie noch gar nicht, jene Medien, vergleicht man deren geschichtliche Entwicklung mit der Zeit ohne umfassende Berichterstattung. Es hat schon seine Gründe, warum ein akribisches Auge auf die Pressefreiheit geworfen wird, Reporter ohne Grenzen selbst mahnte bereits vor einem knappen Jahr an, daß Europas Pressefreiheit gefährdet sei.

Das geschieht ohnehin nicht zufällig, jene rechtsradikalen Kräfte legen besonderen Wert darauf, ihre trögen Parolen über die „Lügenpresse“ an den Mann zu bringen, Frauen haben bei denen sowieso nichts zu melden. Je öfter und eindringlicher, besonders in den Social Media dies geschieht, umso mehr bleibt bei all jenen „hängen“, die eben keine Zusammenhänge bemerken, eher unkritisch durchs Leben wandeln, sich lieber an einen „starken Führer“ klammern, beste Voraussetzung einer historischen Wiederholung, die wir ja alle glauben, überwunden zu haben.

Denkste, Pustekuchen. So simpel können jene Rattenfänger erneut agieren. Unfaßbar! Davon profitiert natürlich gleichwohl dieser Donald Trump, Hauptsache da stellt sich einer vor laufende Kameras und pöbelt, zeigt, was für ein toller Kerl er ist. Klappt ganz gut, erst recht, wenn dieser obendrein ständig sich selbst lobt. Mit handfester, guter Politik hat das nichts zu tun, ganz im Gegenteil, der destruktive Weg des Humpty-Trumpty hat längst seine unübersehbaren Spuren hinterlassen, der Scherbenhaufen wird merklich größer. Das internationale Ansehen der USA bröckelt erheblich.

Jetzt könnten ja all jene frohlocken, die ohnehin dem Antiamerikanismus frönen. Funktioniert mitnichten. Warum denn das? Weil eben die Welt sich nicht auseinanderdividieren läßt, die Zeit des Nationalismus muß ein Ende haben, mit dem Multikulturalismus bieten sich Chancen, wenn man ihn einbindet per Integration, Toleranz und wechselseitigem Respekt auf allen Ebenen. Das wiederum bedingt gleichwohl ein Ende des Überreichtums, damit soziale Ungerechtigkeit nicht mehr stattfindet, kein Anlaß mehr, Kriege anzuzetteln.

Wer jene Zusammenhänge verinnerlicht, weiß, wieso genau dann ein Trump, Putin, rechtsradikale Kräfte alles daran setzen, Nationalismus wieder hochleben zu lassen, die Garantie einer kriegerischen Fortsetzung zu Lasten von zig Millionen Opfern. Medien sind eben nicht der Feind des Volkes, sie sind Wächter, um nonstop alle Machenschaften aufzudecken, auch das mafiöse Gehabe eines Donald Trump!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung  

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Unter der Decke

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Sie vertrieb den Kummer
unter der Decke
im seichten Schlummer,
mal versank sie im Morast,
nirgends ein helfender Ast,
mal stolzierte sie auf Kieseln,
auf dem Rücken ein Rieseln.

Ein Hort des Schutzes
unter der Decke,
was nutzt es,
zu sterben, zu leben,
tief zu sinken, Höhe erstreben?
Wer sich im inneren Licht kann versenken,
kann das äußere Licht getrost verschenken.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Klimastreiks nehmen an Bedeutung zu

Politisch Verantwortliche reagieren mit erhobenem Zeigefinger

Allen voran Greta Thunberg das beherzte Engagement hiesiger Schüler lobte, die es sich nicht nehmen ließen, bei den Demos #FridaysForFuture am gestrigen meteorologischen Frühlingsangang teilzunehmen, zumal die schwedische Umweltaktivistin extra nach Hamburg anreiste.

Dabei ruft sie natürlich zu weiteren Protesten auf, betont, „wir werden sie nicht davonkommen lassen.“ Gemeint sind all jene Politiker, die ständig mit Ausreden glänzen, anstatt die eindeutigen Gefahren des Klimawandels zu beherzigen.

Thunbergs Ferien erlauben ihr Auslandsreisen

Die hochmotivierte Umweltaktivistin läßt es sich nicht nehmen, ihren einmal eingeschlagenen Weg zu beenden. Ganz im Gegenteil, solange die Untätigkeit seitens verantwortlicher Politik anhält, fühlt sie sich beflügelt, in ihren Ferien europaweit Gleichgesinnte zu ermutigen.

Das hat nicht nur Stil, sondern entwickelt sich längst zu einer unverkennbaren Größe, weltweit für entsprechendes Aufsehen sorgte. Was vor über einem halben Jahr in Stockholm begonnen hatte, wurde inzwischen medial umfangreich begleitet.

Wegducken gilt nicht – billige Polemik ändert nichts an der Ignoranz

Bekanntlich hat sich besonders die Neue Rechte ihren trögen Haß auf die Fahnen geschrieben, um Greta Thunberg umfangreich in den Social Media explizit zu verunglimpfen. Insofern kommen ihnen gerade Politiker wie Donald Trump, Jair Bolsonaro zu Hilfe, die sich gänzlich von den Folgen des Klimawandels verabschieden.

Der dramatische Appell des UN-Generalsekretärs António Guterres zur Eröffnungsrede in Polens Kattowitz, der Klimawandel sei „eine Frage von Leben und Tod“, kommt reichlich spät. Ob zu spät, wird sich noch zeigen müssen.

Wer allerdings bei den beherzten Schülerstreiks mit der Bedeutung der Schulpflicht um die Ecke kommt, wie dies die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sowie Hamburgs Schulsenator Ties Rabe neulich anmahnten, hat den Ernst der Lage nicht verstanden. Das Gegenteil dessen ist der Fall. Eben weil Schüler dies tun, besteht die Chance, daß immer mehr Menschen endlich aufwachen und reagieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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In der Mitte grau

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Genau in der Mitte
klebte sie,
die graue Welt
der Farblosen,
keiner war
Eisenbahnschaffner,
sie alle schacherten
Waren
in weiß-schwarzen
Beuteln,
die sie ums
Handgelenk
gebunden hatten,
jede Bewegung
ein Grausen
in Grautönigkeit.

Genau in der Mitte
klebte sie,
die graue Welt
der Farblosen,
keiner war Schuster,
sie alle hausten
alleine
in weiß-schwarzen
Behausungen,
die an Felswänden
hingen,
manchmal baumelten
Beine aus den Käfigen,
jedes Schaukeln
ein Grauen
in der Grautönigkeit.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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