WortBruch

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Was mußt’ ich wieder lesen,
freiwillig war’s gewesen.
Wörter sind zu finden,
neu kreierte, ich am Grinsen,
um bessere Ausdrücke zu formen,
weg von den alten Normen,
die Namen, die vergeben sind,
wie angelaufene Gläser, blind,
stand da geschrieben,
ein wenig übertrieben,
ich liebe dich,
klingt altmodisch,
unmodern,
lebensfern.

Heute liebt man nicht,
du bist mir verinnerlicht,
empfinde ich dich,
oder so ähnlich
drückt man sich aus,
Flöhe jagen jetzt die Maus.
Zur besonderen Betonung
gibt’s als Reizbelohnung
einen Großbuchstaben
mitten im Wort, zum Laben
am exotischen BlickGenuß,
Bello nicht pinkeln, BeiFuß,
wächst auf dieser Wiese,
ich erleb’ eine VerstehKrise.

Die Gries ist rot und saftig,
der Wurm drin, weiß, gesättigt.
Poliert außen, spiegelnd blank,
WurmFraß Kirschgriese krank.
Mansche Pansche, juchheißa,
Don Quijote und Sancho Panza
üben sich als WindmühlenBekämpfer,
Worte sahnen ab BedeutungsDämpfer
durch WortErsinnerungsSucher,
die Begriffvielfalt betrachten als Wucher.
Eine Narretei greift um sich, die Wortkopulation,
vergleichbar mit Genmanipulation,
ein Wettstreit über bessere Ausdruckweisen,
das Ziel dadurch ihr verpaßt, mit dem Wort zu reisen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trügerische Landidylle ohne jede Vorwarnung Kriegsschauplatz

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Plötzlich brach für Gwen eine Welt zusammen

Ein laues Lüftchen wehte an jenem Nachmittag im Frühsommer, eine Schar Enten flog schnatternd vorbei, in der Ferne konnte Gwen das Bellen zweier Hunde vernehmen, wobei der eine ein großer sein müßte, der andere eher klein, weil dessen Kläffen in der Nähe bestimmt in den Ohren weh tun würde, grübelte die Zwölfjährige, strich sich dabei gedankenverloren durch ihre langen roten Haare.

Kaum hatte Gwen sich zurechtgesetzt, bemerkte sie drei schwarze Punkte am blauen Himmel, die merkwürdig schnell dahinflogen. Im selben Moment wurde ihr klar, daß es sich dabei nur um Militärmaschinen handeln konnte, viel zu laut durchbrachen jene die Schallmauer. Schon schwirrten sie ziemlich tief über sie hinweg, geschlossen, sehr nah beisammen. Instinktiv sprang das Mädchen auf, rannte so schnell es vermochte in Richtung Haus.

In letzter Sekunde erreichte sie es, riß die Haustür auf und eilte in den Keller. Das war wohl ihre Rettung, weil draußen heftige Explosionen das Erdreich, den Garten zerpflügten, Bäume wie Strohhalme entwurzelt, zerfetzt durch die Luft wirbelten, direkt neben dem Haus ein Geschoß das Küchenfenster traf, Glas splitterte. Gwen verkroch sich verstört hinter ein Regal, überlegte es sich anders und suchte Schutz unter einem Beistelltisch, lag dort zusammengekauert, ihre Knie an den Bauch gezogen und weinte laut.

Sie ärgerte sich, daß ihre Eltern unterwegs waren, ihr nicht beistehen konnten, machte sich zugleich große Sorgen, wie es ihnen wohl ergehen mochte. Irgendwie verstand sie nicht im geringsten, woher diese Flugzeuge überhaupt herkamen und vor allem, warum diese so brutal die Landidylle in einen Kriegsschauplatz verwandelten? Was war geschehen, hatte sie etwas verpaßt? Warum vermieden es die Erwachsenen, solche Entwicklungen nicht weiterzugeben? Immerhin war sie kein kleines Kind mehr. Selbst die Lehrer schwiegen dazu. Wieso nur?

Gwen war auf einmal mächtig sauer über soviel Desinformation, auch über sich selbst. Schließlich hatte sie sträflich vernachlässigt, ein gewisses politisches Bewußtsein zu entwickeln. Neulich erst meinte sie, ihre beste Freundin Nelli auslachen zu müssen, weil jene in einer Diskussion auf dem Nachhauseweg von der Schule sich Sorgen machte, erwähnte, daß der Westen unbedingt Russland als neuen, alten Feind empfand, alles tat, um das Riesenreich zu provozieren. Das könne nicht gutgehen, hatte Nelli Gwen gegenüber warnend betont.

Doch Gwen zog es vor, über ihre Facebookfreunde zu lästern, widmete sich eher Belanglosem, anstatt mal genauer zuzuhören. Das wurde ihr jetzt erst klar, hier unten im Keller. Anfangs heulte noch die Dorfsirene auf, als bereits längst etliche Häuser dem Bombenhagel ausgesetzt waren, vermutete die Jugendliche. Das mußte wohl ein extrem schlagartiger Überraschungsangriff gewesen sein, dachte sie. Oder aber die Deutschen vertrauten einfach der Bundeswehr. Irgendwie schien deren Technik ein wenig zu veraltet.

Gleichzeitig grübelte Gwen, wieso denn die Russen jene Angriffe flogen. Ihr fiel ein, daß bisher es stets lautete, der Westen würde irgendwann mal losschlagen. Oder war Stunden zuvor genau das geschehen und dies hier die entsprechende Antwort? Dennoch hätte ausreichend Zeit sein müssen, um Schutzvorkehrungen zu treffen, die offensichtlich gänzlich ausblieben. Ein leises Wimmern unterbrach ihre Überlegungen, holte sie zurück in die unmittelbare Wirklichkeit. Ganz langsam kroch sie unterm Tisch hervor, bemerkte erst jetzt den Ruß auf ihren Armen und Beinen, schnappte nach Luft, die nicht nur ziemlich heiß war, sondern obendrein sehr stickig. Als sie die Kellertreppe hinaufschlich, stoppte kurz das Geschluchze, ließ sie ebenso innehalten.

Neugierig ging sie trotzdem sehr vorsichtig weiter, wußte oben angekommen, wo sie nachschauen mußte. Vor Schreck schrie Gwen kurz auf, weil neben der Kommode im Flur zur Haustür Nelli lag, ihr rechtes Bein merkwürdig verdreht, ein großer Blutfleck warnte sie sofortigst, möglichst schnell zu handeln. Kurzentschlossen zog sie ihr gelbes Kleid aus, entdeckte eine große Glasscherbe, die als Messer diente, um den Stoff am Saumende einzuschneiden. Im Nu diente ein langer Streifen als notdürftiger Verband, etwas oberhalb von Nellis Knie befand sich ein handbreit langer Schnitt.

Erleichtert wischte sich Gwen den Schweiß von der Stirn, streichelte ihre Freundin über den Kopf. Langsam beruhigte sich Nelli, rappelte sich vorsichtig auf, wobei Gwen sie stützte. Das Donnern der Militärmaschinen war verebbt, überall stiegen Rauchsäulen auf, die beiden Teenager blickten einer ungewissen Zukunft entgegen. Was war bloß geschehen, sollte das die Fortsetzung des längst begonnenen dritten Weltkriegs sein, den warnende Stimmen des öfteren verkündet hatten, allerdings die meisten Menschen als Hirngespinste abtaten?

Lotar Martin Kamm

Erschienen im Buch Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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Ohne Titel

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Ohne Titel bist du nichts.
Ohne Namen ein Nichts.
Ohne Beruf ein Taugenichts.
Ohne Nation ein X.

Ohne wer wertlos.
Ohne woher wehrlos.
Ohne woran harmlos.
Ohne wohin sinnlos.

Nichts ist mit X.
Wertlos ist sinnlos.

Der Frosch quakt die Giraffe an.
Die rennt die Mauerntüren ein.
Dahinter ein Horn mit Ein.
Seither der Esel jodeln kann.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Weltuntergang: Henkersmahlzeit oder rechtzeitige Rückbesinnung?

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Ignoranz findet stets Wege voller Ausreden

Jedwedes Leben kaum entstanden oder geboren, blickt am Ende dem Tod entgegen, ganz so wie die Schöpfung es vorgesehen, ob nun nüchtern betrachtet oder durch religiöse Glaubensbekenntnisse. Kein Wunder, daß der Mensch von Beginn an, gerade mal zu Verstand gekommen, die Geheimnisse des Lebens zu ergründen, versuchte, in dem er auch nach den ersten „Gehversuchen“ überhaupt die Welt zu verstehen, schon daran zweifelte, sie würde ewiglich existieren: der Gedanke zum Szenarium eines Weltuntergangs ward gefunden.

Der Ursprung dieser Erkenntnis liegt folglich schon sehr lang zurück, während nunmehr der Mensch an der Schwelle steht, seine Henkersmahlzeit einnehmen zu müssen, da viele Anzeichen eines bevorstehenden Weltuntergangs sich offenbaren. Kann und wird er eine rechtzeitige Rückbesinnung einleiten, um noch zu retten, was zu retten ist?

Horrorszenarien zwischen alten Mythen, Religionen und Science Fiction

Sowohl in der Antike, und dort von Philosophen, als auch in der indogermanischen Zeit gab es bereits erste Weltuntergangsszenarien, denen sich die Denker widmeten, während die Völker selbst mit dem Überleben beschäftigt waren, sei es durch kriegerische Völkerwanderungen, Epidemien oder Naturkatastrophen. Der Gedanke der Endlichkeit mit dem Weltuntergang pflanzte sich fort, ob nun im Jüngsten Gericht des Judentums, Christentums oder des Islams. In der Ragnarök , dem „Schicksal der Götter“, der nordischen Mythologie, was hierzulande mit der „Götterdämmerung“ übersetzt wurde, wird ebenso der Weltuntergang prophezeit.

Und das ganze Ausmaß menschlicher Phantasien können wir inzwischen längst in Büchern lesen oder in Filmen sehen, denken wir nur an die Science-Fiction-Szenarien, seien es Außerirdische, die nach den Vorstellungen menschlichen Daseins ebenso zerstörerisch-aggressiv auftreten, den unbedachten selbst herbeigeführten nuklearen Kriegen, bis hin zu Naturkatastrophen unbekannt zerstörerischer Größenordnung. Die Vernichtung allen Seins vor Augen, ob nun erdacht oder durch Mythen und Religionen prophezeit, lebt Mensch vor sich hin, weder ein Club of Rome noch ein WWF bringen ihn aus der Ruhe. Die Frage muß gerade deshalb kritisch lauten: Warum wird nur halbherzig gehandelt trotz des Wissens, mit der Ignoranz sämtlicher Erkenntnisse?

Die Maya, die Hopi, die Propheten und nüchterne Naturwissenschaft

Den Satz der Cree vor Augen, egal wessen Ursprungs, allein die Aussage soll ausschlaggebend sein, wissen wir Menschen nur zu genau, wohin grenzenloser Raubbau auf Erden führt, wenn wir dem nicht Einhalt gebieten. Lange vor den Maya wiesen die Hopi darauf hin, was uns allen bevorsteht, unabhängig davon, daß inzwischen Forscher den ältesten Maya-Kalender entdeckten, so daß der für den Dezember 2012 vorhergesagte Weltuntergang ausblieb. Aber auch Weissager wie der „schlafende Prophet“, Edgar Cayce, oder der viel bekanntere Nostradamus legten sich genau so wenig auf ein Datum oder Zeitraum zum Weltuntergang fest. In dieser Hinsicht verhielten sie sich eigentlich genau so nüchtern wie die Naturwissenschaft selbst.

Diese jedoch bestreitet keineswegs die möglichen Gefahren, die Mutter Erde bevorstehen könnten, wenn sie denn eintreten. In ganz ferner Zukunft soll sich bekanntlich die Sonne zum roten Riesen entwickeln, die übergroße Hitze sämtliches Leben auf Erden dann vernichten. Ob Supernova, Gammablitz oder andere Heimsuchungen aus dem Kosmos, die Möglichkeiten einer Zerstörung, die zum Weltuntergang führt, sind allemal gegeben. Sollte der Yellowstone-Vulkan tatsächlich in absehbarer Zeit seine Verschnaufpause von etwa 600.000 bis 700.000 Jahren nunmehr erreicht haben, dürfte ein erheblicher Teil des Lebens auf Erden infolge des Ascheregens, des Rauches und der Abkühlung sein dramatisch schnelles Ende finden.

Hoffnung trotz wahrscheinlicher Apokalypse?

Dennoch die größte Gefahr des Weltuntergangs liefert Mensch selbst. Das Ganze sehr schnell vonstatten geht oder aber langsam erbärmlich schleichend, den Endzeitszenarien sind mittels menschlicher Bösartigkeit nahezu keine Grenzen gesetzt. Daher taucht als Lichtblick am Horizont die verzweifelte Frage der Rückbesinnung auf. Helfen hierbei tatsächlich Anmahnungen, düstere Visionen, schnell als machbar entlarvt, hektisch herbeigerufene, weltweit organisierte Treffen?

Jeder Strohhalm sollte ergriffen werden, auch wenn es noch so aussichtslos ausschaut, trotz Hinauszögern das düstere Bild einer Apokalypse sich bewahrheiten wird. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, doch allein damit ist es eben nicht getan. Wir sollten uns aufgerufen fühlen, im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten nicht tatenlos zuzuschauen, wie der Blaue Planet zerstört wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Nicht eingeschüchtert

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Gefallen
In der Not
Ohne Hinterfragung
Gesprächen gelauscht
Alles zu aufgebauscht

Entstanden
Aus Verlegenheit
Mit voller Absicht
Das Glas zerbrochen
Unterm Stein verkrochen

Zu Ende gedacht
In dringender Notwendigkeit
Ganz besonders zielstrebig
Veränderung verlangt
Seither man bangt

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Julia Klöckners Kurs auf selbstverpflichtete Freiwilligkeit

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Keine gesetzliche Maßnahmen für die Lebensmittelindustrie

Das Zynische dabei, Marius Müller-Westernhagens Song Dicke muß man als aktueller denn je betrachten, wer das dramatisch lasche Verhalten der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, beobachtet, die vor kurzem im Bundeskabinett die „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten“ beschloß. Ihre Reduktionsstrategie: „Bitte bitte weniger Zucker, wie Foodwatch anmahnt.

Natürlich kann es damit keineswegs getan sein, seit wann läßt sich diese Lebensmittelindustrie mit all ihrer Kaltschnäuzigkeit durch halbherzige Appelle real beeindrucken? Erst Frau Klöckners neuliche Ankündigung, eben keinen Haltungskompaß für Frischfleischprodukte gesetzlich zu fordern, schlägt jetzt beim Thema schädliche Auswirkungen durch Zucker und Fette in dieselbe Kerbe. Was interessieren schon betroffene Menschen, Hauptsache die Lebensmittelindustrie bleibt verschont.

Mediziner werden einfach ignoriert

Allerdings schon ziemlich lange, weil das Wissen um die Schädlichkeit von Zucker und Fett sowie Übersalzung ist nichts neues, was bereits früher bekannt, wurde obendrein wissenschaftlich erst recht bestätigt, während die Lebensmittelindustrie nonchalant Verbraucher gern täuscht, denken wir z.B. an die Pseudo-Ampel.

Mit einer halbherzigen Reduzierung von Zucker in Produkten wie Frühstücksflocken oder Limos kann es keineswegs getan sein, weil immer noch viel zu viel Zucker enthalten bleibt, die Gesundheit der Verbraucher gefährdet. Ganz besonders eine geschickt verharmlosende Werbeindustrie tut ihr übriges, um z.B. Kunden mit Lightprodukten zu täuschen.

Was die Politik versäumt, soll der Verbraucher selbst hinkriegen?

Wenn das mal so einfach wäre. Selbstverständlich kann man die Mündigkeit von Verbrauchern kritisch betrachten, in Frage stellen, wieso trotz anhaltender Aufklärung weiterhin blauäugig nahezu blindlings der Lebensmittelindustrie mit all ihren werbewirksamen Verheißungen vertraut wird.

Andererseits hat gefälligst eine Frau Julia Klöckner ihren Job wesentlich ernster zu nehmen. Mit ihrer Politik der Freiwilligkeit wird sie nicht weit kommen, die Lebensmittellobby verhöhnt eher ihre Kunden, wertet den Kurs der Bundesministerin als nettes Geschenk, als Aufforderung, auf dem richtigen Weg zu sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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Volle Koffer

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Wo sind sie, die Träume der Kindheit,
die Wünsche die unerfüllten,
für die man Berge erklimmen wollte,
Feuer entzünden,
das weit übers Land strahlen sollte,
damit jeder sich daran wärmte,
ein Licht, das Finden nicht erschwerte,
das dem Leben nahm die Härte?

Liegen sie in Koffern, Kisten, Schuppen, Villen
die einstigen Vorstellungen,
vermodernd unter dem erwachsenden Willen,
der die Phantasie als Humbug deklariert,
als kindliche Marotte die Utopien bewässert,
der Unsinn, der sich verweigert, nicht pariert,
Ballast, der erschwert die Realität,
Frau, Mann nicht mehr Karussell fährt?

Eben noch waren die Seifenblasen hier,
die spiegelnden, gläsernen Wunderwelten,
das Alter reflektiert die Zeit minimiert.
Mit ein wenig Kinderzauber, gepreßt zur Seife,
nicht um Hände in Unschuld zu waschen,
lassen sich alte Träume im Koffer haschen.
Dürften Märchendrachen, Feen ständig fliegen,
die Lebensschwere wäre ferngeblieben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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