Was wäre wenn

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Einmal durch die Welt reisen
ohne irgendwelche Bedenken,
Geschichten dabei anpreisen,
sich gedanklich verrenken,
das wäre schon ein hehres Ziel.

Einmal stundenlang in der Badewanne liegen
ohne schlechtes Gewissen,
in seinen Träumen mal davonfliegen,
sich verstricken in durchdachten Prämissen,
das wäre ganz sicher ein schönes Gefühl.

Einmal sich einfach so gehen lassen
ohne anmahnendes Verantwortungsbewußtsein,
wie ein Kind sich bloß nicht anpassen,
schon gleich gar nicht nur so zum Schein,
das wäre doch mal ein interessanter Deal.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rheinwasser alles andere als sauber

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Noch viel Handlungsbedarf vonnöten

Als in den Morgenstunden des 13. Januars 2011 der mit 2.378 Tonnen Schwefelsäure beladene Frachter „Waldhof“ in Höhe von Sankt Goar kenterte, galt selbstverständlich die erste Sorge den Menschen. Zwei der vier Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, die anderen hatten ihr Leben lassen müssen. Das Unvermeidbare geschah, und die Ladung gelangte zum größten Teil in den Rhein.

Obwohl Schwefelsäure zu den aggressivsten Säuren zählt, war sie laut einer BASF-Sprecherin als schwach wassergefährdend einzustufen. Selbstverständlich ist äußerste Wachsamkeit und Skepsis angebracht, wenn Chemiekonzerne mit solchen Äußerungen nach Unglücken aufwarten. In diesem Fall hat allerdings selbst der BUND bestätigt, daß aufgrund der schnellen Verdünnung lediglich nur die unmittelbar in der Nähe sich befindenden Fische gefährdet seien und auch teilweise dadurch verenden.

Bessere Wasserqualität ziemlich fraglich

Dabei rückt auch erneut die berechtigte Frage in den Vordergrund, ob die so oftmals verkündete gute Wasserqualität des Rheins denn auch gegeben sei. Die Antwort kann und sollte man keineswegs bejahen.

Nach dem Brand einer Chemiefabrik von Sandoz in Schweizerhalle bei Basel (01.11.1986) war das Ökosystem des Rheins erheblich gestört, und zwar als Folge der „chemischen Reinigung“ vom Löschwasser. Damals reagierte die Bevölkerung durch die Traumatisierung der Tschernobyl-Katastrophe desselben Jahres natürlich mit verschiedenen Protestaktionen, wie z.B. dem „Rheintribunal“. So haben insbesondere Umweltverbände, allen voran der BUND erheblich dazu beigetragen, durch den Sandoz-Unfall die Lehren zu ziehen, so daß die Wasserqualität streckenweise tatsächlich verbessert wurde. Im Jahre 2005 wurde erstmals wieder Lachslaich in der Kinzig gefunden, einem Nebenfluß des Rheins, der bei Kehl in ihn mündet.

Extreme Unfälle der chemischen Industrie mitverantwortlich

Zu schön wäre es gewesen, wenn anschließend nachhaltige Verbesserungen innerhalb der chemischen Industrie, aber auch der Atomkraftwerksindustrie vorgenommen worden wären. Dem geschah bis heute nicht zugenüge. Insbesondere veraltete Chemieanlagen wie die des Konzerns Rhodia führten zu extremen Unfällen, wie im Jahreswechsel 2002/2003, als im chemischen Werk von Rhodia in Chalampé, welches gegenüber von Neuenburg liegt, unbemerkt die Riesenmenge von 1.200 Tonnen Cyclohexan austrat und sogar teilweise ins Grundwasser gelangte.

Neben den chemischen, oftmals eher sichtbaren Unfällen sind da aber noch die „sauberen“ AKWs am Vater Rhein, sowie an seinen Zuflüssen, die eben nicht die physikalischen Gesetze austricksen können, sondern daher eine große Gefahr aufgrund von Materialverschleiß, Versprödung der Reaktordruckgefäße darstellen. Auch das geplante Atommüll-Endlager in Benken in der Nähe von Schaffhausen ist kein Garant für Sicherheit, sondern eine zusätzliche, zukünftige Gefahr. Daß alle Atomkraftwerke schon bei Normalbetrieb den Rhein mit dem radioaktiven Tritium belasten, sei an dieser Stelle ebenso mal betont.

Zunahme hormonähnlicher Substanzen im Rheinwasser

Damit noch nicht genug. Jährlich fließen im Rheinwassercocktail Tonnen von Antibiotika, Anti-Epileptika und Schmerzmitteln, Abbaustoffe von Plastik oder Pflanzenschutzmitteln sind dort zu finden. Einerseits sind die Betreiber von Klärwerken weiterhin zufrieden mit der Qualität des Rheinwassers, andererseits stellte der Chemiker Reiner Plasa von der Umwelt-Organisation BUND völlig zu Recht fest, daß ihn die Zunahme der Konzentrationen von hormonähnlichen Substanzen im Rohwasser beunruhige.

Es bedarf nicht unbedingt eines erschöpfenden Chemiestudiums, um sich zu vergegenwärtigen, daß mit dem Wissen um die Ignoranz der Gefahren und daher die anhaltend bedenkenlose Handhabung durch die chemische Industrie sowie der Atomkraftwerke das Rheinwasser keineswegs als sauber oder gar badefreundlich zu bezeichnen ist. Der blauäugigen Mär vom genußvollen Baden kann daher eher abgeraten werden, wem seine Gesundheit noch etwas wert ist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Er übers Wasser kam

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Die Welt,
der Wahn,
er übers Wasser kam,
triefend naß
war er nicht,
verschwitzt
a little bit,
gerötet die Haut,
schließlich war Sommer,
kein Nebeltag,
die Stimmung nicht düster,
erhitzt
eher die Gemüter,
seine Motoryacht,
mindestens fünf Meter,
das Hafenbecken
fast zu klein,
rückwärts fuhr
er deshalb rein.

Die Welt,
der Wahn,
er übers Wasser kam,
lud Leut´
ein zum Mitfahren,
viele ließen sich das
nicht zweimal sagen,
bei so heißem Wetter,
nothing is better,
than a Fahrt
über den See,
des hebt
die Stimmung,
vergessen
die Verspätung,
der Mann
gleicht einem Gott,
des isch so schee,
mit ihm uff´m Boot.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Jahrespressekonferenz im Kreml: Putins Worte in Gottes Ohr

Was der US-Westen keineswegs ignorieren sollte

Weltpolitik untersteht einer ganz eigenen Dynamik, wobei kein Staat wirklich behaupten kann, er würde das globale Geschehen kontrollieren oder gar beherrschen, selbst wenn jene USA sich gern in dieser Rolle wähnen. Unter Donald Trump dürfte dies noch unwahrscheinlicher sein, weil er bereits genug Schaden anrichtete, die Supermacht politisch zu isolieren, gleichzeitig die VR China und vor allem die Russische Föderation längst mitmischen.

Bei der gestrigen Jahrespressekonferenz im Kreml warnt Wladimir Putin vor wachsender Gefahr eines Atomkriegs. Aus dem Munde des russischen Präsidenten sollte dies uns Sorgen bereiten, gerade weil jahrzehntelang während des Kalten Krieges ein derartiges Szenarium uns alle nonstop bedrohte. Besonders der SPD unter Willy Brandt haben wir es zu verdanken, daß nicht dramatischeres geschah, Kohls Selbstbeweihräucherung zur Wiedervereinigung Deutschlands war peinlich genug, weil in erster Linie Solidarność und Michail Gorbartschow zu ihr beitrugen.

Einen Krieg Nato-Partner gegen Nato-Partner verhindern?

Wenn türkische Soldaten auf US-amerikanische oder umgekehrt in Syrien sich beschießen, dann kämpft ein Nato-Partner gegen einen anderen. Ein politisches NoGo, erst recht ein militärisches. Um dies zu verhindern, soll Donald Trump vor Erdogan kuschen, wie die Welt behauptet. Ist das wirklich so? Seit wann lassen sich die USA von der kleinen Türkei beeindrucken?

Taktische Spielchen kann man natürlich vermuten, denkt man an Trumps innenpolitische Haltung, besonders was seine eigenen Verfehlungen hinsichtlich des Wahlkampfes, der Medienbeschimpfungen anbelangt, andererseits haben natürlich andere Kräfte ein großes Interesse an Syrien, denkt man an den Iran und Russland.

Russlandsanktionen ein Klotz am Bein – Atomwaffenverbot keine Option mehr

Der Ukraine-Krieg fordert natürlich seinen Tribut, erst recht seit den jüngsten Ereignissen im Asowschen Meer und der Meerenge von Kertsch, Poroschenko erhofft sich die Unterstützung des US-Westens, während Putin immer wieder betonte, daß mit dem Regime in Kiew kein Frieden möglich sei.

Obendrein will er Russland zur Top-Wirtschaftsnation machen, die Konjunktur käme nicht in Schwung, was vor allem mit den Sanktionen der USA und Europas zusammenhänge. Doch dieser Kontext steht in Widerspruch zur atomaren Bedrohung, da ohnehin ein UN-Atomwaffenverbot ad absurdum zu führen ist. Die USA und Russland haben längst einen erneuten kalten Krieg zugelassen, insbesondere mit der Ankündigung Trumps, den INF-Vertrag zur Begrenzung von Kurz- und Mittelstreckenraketen zu kündigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Hals- und Beinbruch

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Über den Zaun gelinst,
kein Hirngespinst,
Schule geschwänzt,
auf Stirn Schweiß glänzt,
im Ort gastiert ein Zirkus,
kein Halten mehr für Markus,
um Artisten zu sehen,
wird er jede Strafe durchstehen,
und tatsächlich,
seine Freude unaussprechlich,
die Trapezkünstler üben,
in Schüben
wird ihm heiß und kalt,
fast verliert er den Halt,
eine Frau, schön wie eine Fee,
schaukelt in unvorstellbarer Höh`,
läßt sich rückwärts gleiten,
ihre gekrümmten Knie, Sturz vermeiden,
pendelt kopfüber hin und zurück,
streckt die Beine, zum Glück
wird sie aufgefangen,
alles gutgegangen
bei den Artisten,
die täglich die Schwerkraft überlisten,
für den Markus allerdings gibt´s
die nächsten Wochen einen Gips
für seinen linken Arm,
die Erdanziehung hatte für ihn kein Erbarm`,
sie ließ ihn fallen, als er applaudiert,
Lernen als Strafe, er ohne Murren akzeptiert.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Jugend einem Albtraum einfallsloser Gleichgültigkeit ausgesetzt

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Ohne Perspektiven verschwinden klare Ziele

Im Grunde genommen beginnt die Zukunft im nächsten Moment, in wenigen Stunden und gar morgen. Im Hier und Jetzt vermögen wir lediglich gestalten, alles andere entspricht Visionen, Endlosdiskussionen über irgendwelche Vorhaben, die sicherlich schon wichtig sein können, aber eben nur ein Stückweit. Warum? Weil uns die Zeit davonläuft.

Wie kann das sein, wo doch Gott genug erschaffen hat von ihr, was bereits Heinrich Böll in seinem Irischen Tagebuch betonte? Aber weil Mensch dermaßen träge verharrend sein Leben unorganisiert im Rahmen seines begrenzten Horizonts zu meistern vermag, bedarf es all jener, die vielleicht entsprechenden Überblick erbringen. Falls nicht, kann Jugend in der Zukunft einem Albtraum einfallsloser Gleichgültigkei ausgesetzt sein, da ohne Perspektiven klare Ziele verschwinden.

Zwischen Perspektivlosigkeit und Hoffnung – eine Welt zu hoher Erwartungen?

Leistung bringen, eine Forderung, die tagtäglich die allermeisten Menschen versuchen zu verwirklichen, viele dennoch am fortlaufenden Druck scheitern, dem sie nicht gewachsen. Dem Hamsterrad einer Gesellschaft entfleuchen, die unreflektiert mit sich machen läßt, was Wirtschaftsmächte ihr im Berufsalltag diktieren? Und dabei soll Jugend sich bewähren, zwischen Persepktivlosigkeit und Hoffnung, in einer Welt zu hoher Erwartungen?

Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Tod von Robert Enke, der als Hoffnungsträger im Nationalteam sich bereits befand, gar etliche Male Deutschland im Tor vertrat, und doch nahm er sich das Leben infolge von Depressionen, die ihn schwer belasteten. Am Ende ein Krankheitsbild der heutigen schnellebigen Gesellschaft, in der Leistung zuviel von uns abverlangt? Wir müssen davon ausgehen.

Auch der Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Michael Schulte-Markwort, gelangt im kurzen Interview zum Schluß, daß ein erhöhter Leistungsdruck nicht ohne Folgen bleibt. Was schon im Buddhismus mit dem Gleichnis: „So wie oben, so auch unten“ versucht zwischen Mikro- und Makrokosmos zu unterscheiden, bzw. den gemeinsamen Nenner doch zu erkennen, gilt natürlich ebenso für unser kleines Leben in Familien wie im Großen. Weltweite Depression ein Spiegel dessen, was Mensch grundsätzlich belastet?

Back to the roots – zu weit entfernt oder in etwa eine Chance der Rückbesinnung?

Gerade die Jugend offenbart uns Erwachsenen doch, was die gegenwärtige Gesellschaft versäumt hat, welche Herausforderungen ihr begegnen, dies zu ändern oder zu verbessern. Daher muß sie stets ihre Grenzen ausloten, rebellisch gar überschreiten. Verpaßt sie es, entwickelt sich Jugend ohnehin sowieso in ihren eigenen Bahnen, wobei oftmals nach Jahren des Widerstands die Anpaßung erfolgt, junge Menschen auch nur sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen, Wege der Selbstfindung zu erlangen.

Zurück zur Leistung, die allgegenwärtig uns beschäftigt, viele Krankheiten zur Folge hat. Ein wenig weitergedacht, stellt sich schon die berechtigte Frage, für wessen Ziele all der Kampf überhaupt stattfindet. Ein Leben für „immer höher, besser, schneller oder gar reicher“ als andere, im Konkurrenzkampf behaftet, um am Ende an den überschrittenen Leistungsgrenzen zu versagen, weil Körper und Geist kapitulieren? Ist es das wirklich wert, was uns da seit Jahrzehnten eingeredet? Um es noch deutlicher zu benennen: weltweiter Raubbau, einhergehend mit maßlosen Überreichtum, dem Makrokosmos entsprechend, den Einzelnen beim Raubbau eigener Substanz (Mikrokosmos) ereilt, er zusammenbricht, während der Blaue Planet selbst kollabiert? Sehen Sie die Parallele?

Back to the roots, die geflügelte Formulierung, die nachdenkenswert daran erinnert, was Leben, Natur, Resepkt vor Mutter Erde bedeutet, uns warnen möge, daß wir jederzeit die Chance zur Rückbesinnung haben, obwohl schon so viel zerstört. Auch das müssen wir unserer Jugend vermitteln, mitgeben auf der Reise in der Gegenwart, weil Zukunft stets einer Vision gleicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Eingefrorene Wärme

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Was blieb,
war Eigenheit,
wenn einstige Nähe
tief eingeschneit?
Schnoddrige Herzlichkeit,
liebevolle Strenge,
Momente des Verstandenseins
eingefroren im
See der Vergangenheit.
Kufenspuren zeugen
von lebhaften Tänzen,
gemalte Kreise,
eingefurchte Striche,
glatte Oberflächen
durch ständiges Streicheln,
um durch das Eis
in das längst Gewesene
zu greifen.
In Kälte erstarrt,
nur die Nase wagt
sich gegen die Verkrustung
zu wehren und tropft
sich frei vom Frost,
da beginnen auch
die Augen zu tränen,
tätscheln mit Wärme
die Haut, die erinnert,
spürt den Hauch
der einstigen
Verbundenheit,
die untrennbar
mit dem Geruch
der Mutter war.
Was blieb,
war Eigenheit,
was bleibt?
Der nährende Duft
deiner wärmenden Liebe,
die mein Herz aufweicht,
wie ein Sonnenstrahl
den Schnee vertreibt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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