Kein Stillstand

https://pixabay.com/de/lost-places-alt-verlassen-verfall-3364202/

pixabay.com

Das Gebot
ohne Not
gib Brot
für alle
keine Falle
Wut erschalle

Reinheit
Ewigkeit
nie soweit
Gedanken
offene Schranken
Menschen sich zanken

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Terror breitet sich ungebremst aus

https://pixabay.com/de/protest-charlie-dam-lichter-licht-1273818/

pixabay.com

Aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert

 „Na, na, na, nur keene Fisimatenten, Ludger, mach mal halb lang, wir wolllen doch nüscht verharmlosen, nicht wahr? Da steckt System dahinter, dette kann ick dir sagen. Oder meenst du, das jeschieht hier alles zufällig? Dat globst du doch selber nich. Der Terroranschlag in Paris war garantiert och so nen False-Flag, wie im Übrigen nich nur die Spatzen von den Dächern pfeifen, mein Lieber. Da brauchste du nich so tief durchzuschnaufen, is so!“

Bolle war ganz in seinem Element, mit einer großen Portion Aufregung in der Stimme, die beinahe zu kippen schien. Vielleicht erinnern Sie sich ja noch ans jüngste Telephon-Gespräch, wo er sich über sexuelle Gelüste ausgelassen hatte, gemeinsamer Reibungspunkt: die Tatenlosigkeit in der Politik. Menschenfreund Bolle setzte sich in seinem Sessel zurecht und fuhr fort.

„Aber Ludger, die Politik soll sich bemühen? Das kann doch nicht dein Ernst sein! Meinst du tatsächlich, die interessiert das Wohl der Bürger? Nach außen hin machen die einen auf Trauer, wie wir alle ja in der Glotze sehen konnten in der französischen Hauptstadt, dabei diese dusseligen Schilder im Hintergrund mit „Je suis Charlie“. Und wat is mit den Opfern in Nigeria, wo diese Boko-Haram-Terrorgruppe seit Jahren schon wütet?

In jüngster Zeit nahmen die Anschläge erst recht heftigst zu, ohne daß dabei die Weltöffentlichkeit großartig in Trauer fiel. Komische Doppelmoral, sind ja nur Schwarze in Afrika, könnte man jetzt anmerken, oder? Nene, laß man, dat is ne totale Schieflage. Man könnte meinen, die da oben wollen den Terror, begünstigen ihn, ja, erschaffen ihn sogar. Wie ick da draufkomme, Ludger? Warte mal, een Moment.“

Der 48-Jährige stand kurz auf, holte sich eine Apfelschorle aus der Küche, zog im Zimmer die Vorhänge zu, weil die Sonne sehr grell schien, machte es sich gemütlich im Sessel und griff wieder zum Hörer.

„Kiek dir mal die Lage in Afghanistan an. Dat waren doch die Amis, die al-Qaida erschaffen haben, um damals die Russen ordentlich einzuheizen. Erst pushen sie solche Terroristen, wie jetzt och den IS, um danach erst recht Gründe zu haben, ihre Kriegsspiele ernsthaft um- und einzusetzen. Nö, dat meen ick ernst mit diesem Wort „Kriegsspiel“, es ist ein mörderisches Spiel, der jesamte Westen nutzt es gar per Computer-Games, in Wirklichkeit geht es stets um sehr viel Kohle!

Die Liste der Terroranschläge wird erheblich größer, jetzt is halt Europa dran. Da können sie nich mehr im jemachten Nest sitzen, vor ihren Bildschirmen das Weltjeschehen begaffen, sie kommen zu ihnen in die Stube, live und wahrhaftig mit lautem Jetöse, Ludger. Ick bin keineswegs ein Miesepeter, will nur nich mich einfach so überraschen lassen. Ob man da vorbeugen kann? Na, wie denn? Immer zu Hause bleiben, geht och nüscht. Schließlich mußte mal einkoofen, wir ham ja keene Dienstboten, so wie diese Lackaffen, die dann halt mal so ihr Personal opfern. Okay, du hast Recht, ist schon wieder spät, ick muß dann och mal wieder weitermachen. Bis demnächst mal wieder, mach es jut, bis denne. Na Sdarówje!“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Will bewahren

https://pixabay.com/de/liebe-herz-zeit-schenken-geben-3365339/

pixabay.com

Hadere Zeit,
für mich,
damit ich Gelegenheit
zum Abschied
mir nehme.

Schwer genug,
für mich,
die stillen Gedanken,
die in meinem Herz
hin- und herwanken.

Will bewahren,
für mich,
was reute,
für die Ewigkeit,
für heute.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Feinstaub: Kachelmanns Donnerwetter ein Schuss in den Ofen

https://pixabay.com/de/brennenden-holzscheits-flamme-feuer-2088631/

pixabay.com

Müllverbrennung nein danke – richtige Holzverfeuerung ja bitte

Wir kennen alle die Redensart, Schuster bleib bei deinen Leisten. Dies sollte auch Jörg Kachelmetter, der Wettermann, der bei T-Online mit seiner Kolumne Thematik über Feinstaub aus Holzöfen Aufmerksamkeit erhaschen will, verinnerlichen. Selbstverständlich mögen alte Öfen ohne entsprechende Vorkehrungen für eine Feinstaubbelastung sorgen, wie er sie anmahnt, außer Frage.

Dennoch fehlt die allzu wichtige Erwähnung in seiner Kolumne, daß es schon seit Jahrzehnten eine ausgefeilte Technik gibt, um einen Abbrand zu gewährleisten, der den Emissionswerten von Erdgasheizungen entspricht, sogar bessere Werte erzielt, sodaß von einer Luftbelastung nicht mehr ernsthaft die Rede sein kann.

Die Firma Brunner in Südbayern – ein Ofenbauer

Die Ulrich Brunner GmbH im bayrischen Eggenfelden hat sich auf Ofen- und Heiztechnik spezialisiert. Vor über zwanzig Jahren konnte man statt mit einer aufwendig teuren Heizkessel-Zentralheizung bei entsprechender Haussituation per Warmluftheizung sich behelfen. Dabei bot die Firma Brunner neben dem Abbrandofen noch eine anzuschließende Abgasverbrennungskammer mit an, d.h. die Holzabgase wurden ein zweites Mal vergast.

Dies führte zum Ergebnis, daß die Emissionswerte genauso wie bei einer Gasverfeuerung lagen. Manch Schornsteinfegermeister war daher irritiert, daß nach dem Winter so wenig Ruß anfiel. Vorrausetzung dafür natürlich, sehr trockenes Holz, kein Müll oder andere Brennstoffe.

Kachelmanns Kolumne direkt nach Merkels Fahrverbotsintervenierung

Das sollte schon zu denken geben. Hat hierbei ein Herr Kachelmann gewisse Absichten? Schlimm genug, daß die Bundesregierung sich bei dem Abgasskandal davonschleichen will, allzu offensichtlich die Autolobby hofiert. Was reitet hierbei den Wettermann? Zufällige Besserwisserei oder gezielte Kritik, die obendrein schnell entschärft werden kann. Holzverbrennung muß keineswegs derart schädlich sein, wie er nonchalant behauptet.

Die Argumentationskette über falsch aufgestellte Meßstationen entbehrt jedweder Grundlage, zumal die Grenzwerte bei der Stickoxidbelastung sowieso viel zu leichtsinnig zu Lasten der Gesundheit in Städten festgelegt wurden. Aber das kennt man ja allgemein, weil dies ohnehin überall dort derart gehandhabt wird, wenn es darum geht, eine „bedauernswerte Industrie“ zu schützen, Mensch hat sich dem zu beugen, freundlichst gedeckelt von einer Politik, die ihren Auftrag schlicht und ergreifend mißachtet. Von wegen zum Wohl des Volkes.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

Veröffentlicht unter Medienschelte | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Lisa

https://pixabay.com/de/m%C3%A4dchen-sommer-sun-spaziergang-380621/

pixabay.com

Lisa
möchte weg nach Pisa
oder sonst wohin,
weg von ihrem Bruder Florin,
nicht nur zur Wochenendsause,
ganz weg von diesem Zuhause.

Gutes Zureden, Zimmerarrest,
alles Beweise, hier wohnt die Pest,
nachts aus der Hintertüre ins Freie,
tags aus dem Fenster mit Wäscheleine,
nichts konnte sie bremsen, sie halten,
sie wollte alleine schalten und walten.

Die Eltern verzweifelt, der Bruder betrübt,
ins Unglück rennt sie, ehe sie Leben geübt.
Vor ihrem Fenster siedelten Spinnen,
von dort gab es jetzt kein Entrinnen,
Frösche an der Hintertüre Quartier bezogen,
die Welt hat sich gegen sie verschworen.

War es Zufall oder jemandes Absicht,
mit Urängsten spielt man nicht.
Das Haus heimlich zu verlassen,
blieb verwehrt, sie konnte es nicht fassen.
Heute erzählt Lisa, Ängste zu überwinden,
war die spannendste Reise, zur Welt zu finden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Im Namen des Vaters, des Sohnes und – wohin des Weges?

https://pixabay.com/de/religion-glaube-kreuz-licht-hand-3717899/

pixabay.com

Unsicherheit zwischen Spaltung und Zusammenhalt

Um dem Kreuzzeichen (lat. signum crucis) zu folgen, spricht man jenen bekannten Satz zum Ritus, „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“, ganz besonders bei den Katholiken, findet es unbedingt Anwendung bei den meisten Konfessionen. Die Nähe zu Gott, zu Jesus Christus, der all das Leid auf sich genommen für die Menschheit.

Doch was unternimmt jene seit den folgenden zweitausend Jahren? Den Inbegriff brutalster Ausbeutung, in der eben keine Nächstenliebe praktiziert wird, sich alles nach dem Mammon richtet, von der Korruption über Verbrechen bis hin zu ständigen Kriegen. Kein Wunder, daß die Empörung zur Weltpolitik Überhand nimmt.

Wo verläuft die Trennlinie außerhalb von Fakenews und wahrscheinlicher Realität?

Auf den Punkt gebracht, es gibt sie schlicht und ergreifend nicht, es wird ihr vielmehr ständig nachgeeifert ohne nennenswerte Ergebnisse, es sei denn, Mensch schafft es endlich, beherzt ganz gezielte gewisse Systeme grundlegend zu ändern, bzw. abzuschaffen. Das folgenschwerste, jener Raubtierkapitalismus, diese Selbstverständlichkeit von Überreichtum, an dem sich alles orientiert, in der Politik bis zur Wirtschaft, bei der Bildung bis zum Glauben.

Ausgerechnet ein Donald Trump ruft zum Zusammenhalt auf, was natürlich seinem Amt entspricht in der Stunde der Not, der Bedrohung durch Terror, dennoch an Widersprüchlichkeit kaum noch zu toppen ist, wenn man bedenkt, daß er sich mit allen gleichzeitig anlegt, Europa, dem Iran, China und Russland, um nur die wichtigsten Staaten aufzuzählen, im selben Atemzug auf America First zu bestehen, ohne mögliche Konsequenzen zu überdenken.

Er erklärt den Medien den Krieg, spricht von Fakenews, benutzt sie trotzdem für seine Zwecke, reagiert zu Recht empört über die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi, bezweifelt die Stellungnahme, wenn der Kronprinz Mohammed bin Salman von „Hintermännern“ redet. Darf und sollte er auch. Doch wer hat denn all die Jahre Saudi-Arabien vor allem militärisch unterstützt? Die USA und ihre Verbündeten, so auch Deutschland!

Die Welt ist längst eine völlig andere im Verhältnis zu gestern

Das wichtigste Indiz, ihre Schnellebigkeit. In rasender Geschwindigkeit entstehen neue Erfindungen, technische Errungenschaften, viele Menschen können ihnen kaum noch folgen, immer mehr Spezialisten braucht es, die gleichzeitig von Künstlicher Intelligenz abgelöst oder ersetzt werden, Finanzströme delegieren ganze Industrien, politische Schwerpunkte, Elend und Kriege als Folge setzen Grenzen bei gleichzeitig neuen Perspektiven veränderter Machtverhältnisse und den Kreisläufen des Wiederaufbaus, Mutter Courage funktioniert genauso, wie Brecht es darstellte!

Eine ins Chaos versinkende Menschheit voller Zweifel, Krankheiten, Mutter Erde von einigen wenigen, profitgeilen Unwesen hilflos ausgesetzt, während die Umwelt dahinsiecht, Naturkreisläufe orientierungslos zusammenbrechen. Am Ende steht ein zurückgekehrter Jesus doch noch wieder auf und fragt sich: Cui bono? Mit einem fadenscheinigen Lächeln im Gesicht mag ein verbleibend ehrlicher Christ antworten, daß der Herr ausgezogen sei, um die Hirten einzusammeln, die sowieso nie vorhatten, göttlich zu handeln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fabian

https://pixabay.com/de/comics-gebraucht-gebrauchte-waren-3355815/

pixabay.com

Fabian,
ein Schlendrian?
Ach, i wo!
Sitzt zwar Stunden auf dem Klo,
liest Comics, Comics, Comics,
zigmal dasselbe, da kennt er nix,
still ist es dann im ganzen Haus,
unheimlich, wirklich, dann kommt er raus,
hält die ganze Familie auf Trab,
diese Energie, eher macht die Sonne schlapp,
Stimmen und Musik auf volle Lautstärke,
Freunde sind am Kühlschrank zu Werke,
seine Bude ist eine Menagerie
für Menschen mit Geist, Phantasie,
sie stellen alles auf den Kopf,
Moral, Ideal, sinnlos wie ein Kropf,
unser Weltbild war total bieder,
jetzt fliegen unsere Zellen wieder,
ohne Fitnesstudio oder Drogen
bleiben wir auch geistig agil, ungelogen,
das verdanken wir unserem Sohn Fabian,
er ist eine Herausforderung, kein Schlendrian.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar