Halt die Klappe, Ludger

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Halt die Klappe, Ludger. Vera wieder auf dem Weg bestimmend, das Richtige zu tun. Naja, das Richtige, was bedeutet das jetzt, zu tun, das sie gerne über alle Bedenken hinweg vorhat zu tun. Ludger muß die Klappe halten, egal ob sein Einwand gerechtfertigt war, oder nicht. Ludger hielt die Klappe, immer. Nie nachtragend, enttäuscht. Vera und Ludger kennen sich bereits aus Kindertagen. Irgendwo trafen sie sich, irgendwann fand Vera, Ludger sei ihr Pendant, quasi der Schlüssel für das Schloß, oder wie es Großmutter formuliert hätte, der Deckel für den Topf.

Vera war dies bei ihren ersten Treffen nicht bewußt, sie fand einfach, es sei praktisch, jemanden bei sich zu haben, der sie ermunterte, im Wald laut zu schreien, gegenüber den Eltern mit Vehemenz zu widersprechen, Tina doch wieder als Freundin anzusehen und sich sogar bei ihr zu entschuldigen, die kleine Packung Bonbons an der Kassentheke in ihre Rocktasche zu stecken ohne Bezahlung, sie erlaubte ihm ohne weiteres, das letzte Wort zu haben und quittierte ihm dafür, die Klappe zu halten. Ludger war und ist vergleichbar mit einem Schlußpunkt oder mit der Linie unter einem Begriff, der seine Wichtigkeit unterstreicht.

Vera steht, trotzdem sie Ludger gebeten hatte, die Klappe zu halten, vor ihrem Spiegelbild, amüsiert darüber, daß er als Bestätigung für ihre Auswahl pfiff. Ein bißchen zu sexy, zu gewagt, sei der Rückenausschnitt, aber geil. Und der V-Schnitt, nur gehalten von einer kleinen Tüllrosette, einfach umwerfend. Was macht es da schon, wenn ihre wunderbaren Beine nicht zu sehen waren. Sie könnte immerhin ganz keck und gedankenverloren das Brautkleid anheben. Machen das nicht alle Prinzessinnen? Warum es ausgerechnet Ludger war, der sich in alle Bereiche ihres Lebens einmischen durfte, keine Ahnung, Vera zog ihre Schultern hoch, in dem Moment konnte Belinda sich ein „Wahnsinn“ nicht verkneifen. Es gab eine Zeit, da forschte Vera regelrecht danach, warum ausgerechnet Ludger ständig seine Kommentare abgab, beziehungsweise, sie danach lechzte, auf seine Kommentare hin, halt die Klappe, Ludger, sagen zu können.

Weder ihre Eltern noch Oma, die ihr seit frühster Kindheit aus Büchern vorgelesen hatten und zumindest sämtliche Personen kennen mußten, mit denen sie in dem Alter in Kontakt kam, sollten doch wissen, sich erinnern, ob ein Ludger jemals erwähnt, anwesend, wenn auch in Büchern, worden war. Nein, blieb die kategorische Antwort. Egal, wer gefragt wurde, niemand kannte Ludger, weder als Person noch aus einer Erzählung. Ludger war demnach kein Held, nicht mal eine Nebenfigur, Statist aus einem Buch oder Film. Sie fragte sogar in ihrem alten Kindergarten und Mitschülern der ersten und zweiten Klasse nach, unverfänglich natürlich, auch aus diesen Gesprächen erfuhr sie nichts über oder von Ludger. Er blieb ihr Hirngespinst. Die Bedeutung ließ sie sich von ihrem ehemaligen Deutschlehrer erklären, Volk und Speer, na, wie toll ist das denn, dachte sie, und auf solch einen Einfall kann möglicherweise nur ich kommen oder Ludger, halt die Klappe.

Während sie ihre Reifephase durchlebte, bei Vera fand keine Pubertät statt, das verbot sie sich, sie sei im Reifeprozeß, in der Verpuppung, meinetwegen, Ludger, halt die Klappe, war sie manchmal kurz davor, Ludger in eine Sie zu verwandeln. Ludgera, geht gar nicht, halt die Klappe, Bonny, Sira, Rosalie, Walburga und noch viele andere verschwanden genauso schnell, wie sie gedacht wurden. Ihr aufkeimendes feministisches Bewußtsein verschlug ihr dann den Atem, wenn sie keine Argumente mehr fand, die Bestand haben sollten, ihre Kommunikation mit einem weiblichen Pendant fortzuführen oder sogar völlig darauf zu verzichten, Ludger ständig das letzte Wort zu überlassen. Sie einigte sich, Ludger, sei still, darauf, gegensätzliche Ansichten würden ihr Leben ausgiebiger bereichern und ihr die Chance bieten, dadurch weniger Zweifel über ihr Handeln aufkommen zu lassen, da zweifach abgecheckt.

Belinda fuhr sich mit beiden Händen durch ihre kurz geschnittenen Haare und ließ ihrem „Wahnsinn“ eine ganze Reihe von Sätzen folgen, die schließlich endeten: Wie für dich geschneidert. „Wer immer dieses Brautkleid entworfen hat, derjenige muß dich bildlich vor Augen gesehen haben.“

Vera verdrehte die Augen: „Etwa so?“

„Laß den Quatsch! Du erscheinst mir, wie mit diesem Kleid verwachsen. Einfach eins. Ein Traum von Vera!“, schwärmte Belinda.

„Ist es nicht zu sexy? Du weißt schon, wirkt es nicht ein wenig zu offenherzig, ordinär vielleicht?“, Vera klimperte jetzt eher mit den Augen, obwohl sie sie eigentlich noch mal verdrehen wollte, um ihre Zweifel zu unterstreichen. Bevor Belinda zu einem neuen Redeschwall ansetzen konnte, sie schien vor Begeisterung nicht mehr in den richtigen Atemtakt kommen zu wollen, war Ludger zur Stelle, halt die Klappe, Vera. Was sollte sie danach für Bedenken haben. Das Brautkleid war somit gekauft, und sie würde darin erotisch und attraktiv, betörend und sinnlich aussehen.

Kurz vor Weihnachten letzten Jahres, vollbepackt mit Geschenken, wartete sie auf Belinda und Felix, sie hatten sich während der Einkaufstour getrennt und sich hier in diesem, diesem, keine Ahnung was es darstellen sollte, Restaurant, Café, Kneipe, Bar, Fastfoodverschnitt, halt die Klappe, Ludger, verabredet, um anschließend gemeinsam zu Vera zu fahren. Vera schöpfte die Sahne von ihrem Kaffee Pharisäer zum Tassenrand, weil sie diesen Kaffee am liebsten löffelweise genoß. Bevor sie mit dem ersten Löffel ihren Mund erreichte, hörte sie neben sich: „Wohl bekomm´s, Ludger.“

Sie verschluckte sich an der eigenen Spucke, der Löffel samt Rumkaffee fiel ihr beim Herumdrehen aus der Hand, bespritzte den grinsenden Mann neben ihr, der geistesgegenwärtig ihr auf den Rücken klopfte, weil ihr Gesicht puterrot anlief. Ludger kam öfters in diese Spelunke, wirklich wahr, Vera, er verlängerte seinen Nachhauseweg von der Arbeitsstelle, abschalten, reflektieren, sacken lassen, könne er hier besser als zuhause. Zuhause hätte seine Arbeit nichts verloren, da wollte er bereits alles von sich abgeschüttelt haben. Jedenfalls, das behauptete er immer wieder, sei dies der Grund gewesen, daß er sie unbefangen angesprochen hatte, die Spelunke war für ihn heimisch, und sie war fremd, und er wollte nett sein und sie keineswegs anbaggern.

Ludger war überhaupt nicht erstaunt über, halt die Klappe, Ludger, er meinte halt die Klappe, Ludger, sei die beste Vorbereitung für ihre Freundschaft, schließlich würde sie ihn seit Kindertagen kennen. Und Vera hat, ganz feministisch eingestellt, ein knappes Vierteljahr später um seine Hand angehalten, wie hätte es anders sein können, bevor er antwortete, sagte sie; „Halt die Klappe, Ludger!“

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Statt Hut Beförderung, alles gut oder maaßlos übertrieben?

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Ene, mene, muh und raus bist du

Raus bist du noch lange nicht, bewahre doch einfach dein Gesicht. Dazu verhilft dir in letzter Not ein Seehofer, dat tut got, weeß letztlich jeder Doofer. Wir befinden uns aber keineswegs in nem lustigen Film, vielmehr entrückt von des Volkes Willen. Nanu, apropos Volk, wer hockt denn hier auf welcher Wolk?

Einerseits läßt man Horden von „Wir sind das Volk“ durch die Straßen ziehen, lassen die per Hetzjagd Migranten und angeblich Linke in Chemnitz von dannen fliehen, beschönigt Sachsens Landesvater dies als nicht stattgefunden. Wer leckt hierbei wohl wessen Wunden? Ne rechte Mischpoke darf sich im Herzen Europas mal wieder tummeln, da hülft och keen maaßloses Schummeln!

Jene große Koalition im vierten Merkel-Kabinett hat ausgedient, nur fraglich wer da was bedient. Pöstchenreiterei erscheint noch einerlei, doch wer entscheidet dabei noch tatsächlich frei? Schon wird jene folgenreiche Entscheidung als Realsatire abgetan. Was fürn komischer politischer Clan. Eine SPD wäre sehr gut beraten, endlich mal nicht ständig ihre Mitglieder und Wähler zu verraten, sondern das Erbe ehemaliger Mitstreiter fortzusetzen, statt eigentliche Standpunkte weiterhin zu verletzen.

Darauf können wir noch lange warten, die da oben verhalten sich wie im Kindergarten. Wer hat mein Schäufelchen geklaut, das ist aber gar nicht erlaubt. Mit Verantwortung und politischer Konsequenz hat das wenig bis gar nichts zu tun, auf wessen Lorbeeren wollen sie sich denn noch ausruhen? Vor allem, wieso darf ein solcher Innenminister weiterhin frohlocken? Was muß er noch alles verbocken, bis man ihn endlich rausschmeißt, bis der Geduldsfaden reißt?

Stell dir mal vor, du wirst befördert als Tor, weil du zwar Mist gebaut, man dir dennoch nur gutes zutraut. In der Berufswelt ein absolutes NoGo, heutzutage politisch gehört’s wohl zur Show. Man braucht nicht lang zu suchen, da hilft keen Fluchen, denken wir an Erdogan, Trump und Co., es ist halt so. Je unverhohlen rotzfrech mächtiger, umso prächtiger. Wie im Großen so im Kleinen, Hauptsache wichtig erscheinen. So darf ein Herr Maaßen sich gar besser bezahlt bespaßen, obendrein den neuen Verfassungschef als dessen Vorgesetzter bevormunden, um das janze Desaster noch abzurunden.

Welche Seilschaften wirken hierbei verborgen im Hintergrund? Welches Wissen tut er somit dann doch nicht kund? Kriminell gesehen ein Tatbestand der Erpressung vorliegt, er deshalb sein neues Pöstchen kriegt. Während überall alle entsetzt tönen, darf er sich in Unschuld frönen. In ein paar Tagen mag Gras drüber gewachsen sein, Hauptsache man bewahrt den Schein. Politikverdrossenheit wächst weiter wie ein gefährliches Krebsgeschwür, öffnet ein großes Stückweit die rassistisch-faschistische Tür. Hinterher lautet’s erneut: Das wußten wir nicht, Ihr Leut’!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Wiedersehen

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Neulich bin ich mir unerwartet
nach langer Zeit begegnet.
Ich stand vor mir und wußte nicht,
was sag ich mir.
Hallo, ewig nicht gesehen!
Du bist erwachsen geworden!
Na, sowas, du bist immer noch die Alte!
Oder lieber ohne Ausrufezeichen.
Hey, wie geht es dir?
Wohnst du wieder hier in der Gegend?
So ein Zufall, du bist doch ich, oder?
Nicht so passend, gleich Fragen zu stellen.
Schön dich mal wieder zu treffen.
Vor kurzem habe ich an dich gedacht.
So trifft man sich.
Ich habe genauso verdutzt geguckt wie ich.
Beruhigend war das.
Bekannt.
Nicht fremd.
Als hätte ich mich erst gestern getroffen.
Ich beließ es, die
unverfänglichen Grußformeln zu vertiefen,
die mir auf der Zunge lagen.
Ich ging einfach an mir vorbei.
Mir ist eingefallen, ich kenne mich.
Was könnte ich mir Neues mitteilen?
Möglicherweise, vielleicht, eventuell,
immerhin habe ich mich erkannt.
Schätzungsweise frage ich mich,
ob dies auch in ein paar Jahren
so sein wird.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Wo gehobelt wird, da gibt es Spahn

Der Kohl-Linie gerecht werden

Manch Omen verheißt nichts gutes, schon gleich gar nicht, wenn Dietmar Bartsch als Laudator zur Buchvorstellung des Jens Spahn auftritt. Dieser meint, „er sei jetzt bekannt, müsse noch beliebt werden.“ Skepsis hat dabei durchaus Berechtigung, kaum im Amt und Würden als Gesundheitsminister im Merkel-IV-Kabinett, schon erscheint dessen Biographie. Der als Merkel-Rivale Titulierte wird laut Michael Bröcker als Kanzler Angela Merkel ablösen, was sonst.

Dabei durfte bereits „Kohls Mädchen“ sich versuchen, nachdem sie die kurze siebenjährige Jahre sozialdemokratische Regierung ablöste, um als erste Kanzlerin den Stuhl zu erklimmen. Mit Jens Spahn entspräche dies durchaus einer Kohl-Linie, wird ihr gerecht. Alle drei haben eines gemeinsam: eine tiefverwurzelte Unerschrockenheit, wenn es darum geht, den Sozialstaat zu schmälern.

Noch längst kein Kandidat, schon tritt er nonstop in gewisse Fettnäpfchen

Vielleicht zeichnet genau dies jenen Jens Spahn als Kanzlerkandidaten aus. Es gehört eben keine Sozialkompetenz dazu, selbst wenn er sich selbst als Gesundheitsminister brüstet. Wer dermaßen vorschnell sich über die an den gesellschaftlichen Rand gedrängten Hartz-IV-Empfänger nahezu lustig macht, darf sich nicht wundern, in die Reihen der Promis eingeordnet zu werden, die keine Ahnung vom wirklichen Leben haben. Erst recht nicht als Politiker!

Die Kungelei zu Horst Seehofer läßt gleichwohl tief blicken, was da sich nach vorne traut, zumal bereits ein Sebastian Kurz ihm Vorschußlorbeeren bescheinigte, eine Zusammenarbeit sich mit Jens Spahn vorstellen könne. Werden da etwa schon erste Seilschaften geknüpft? Erstaunen kann nicht aufkommen, das gehört einfach zum politischen Geschäft, genauso wie die Mitgliedschaft in der Atlantik-Brücke. In diesem Kontext erstaunt Spahns Reaktion zum G20-Gipfel weniger, daß die Randalierer „Linksfaschisten“ gewesen sein mögen, Teile der SPD und Grünen, die gesamte Linke „auf dem linken Auge blind sein sollen“. Genau, dann kungelt man lieber mit einer CSU und bald schon mit einer AfD?

Eine Koalition der Union mit der AfD unter Spahn als Kanzler möglich?

Spekulationen dürfen schon mal in den Raum gestellt werden, wenn eine entsprechend politische Notwendigkeit dies gebietet. Mit jenem zu beobachtenden europäischen Rechtsruck mehr denn je! Spätestens zur 20. Bundestagswahl im Herbst 2021, wenn Bundeskanzlerin Merkel nicht mehr antreten wird, hat sich Europa jenem Novum zu stellen, daß auch Deutschland sich einreiht in Regierungsformen mit Rechtspopulisten.

Kann verhindert werden, wenn die anderen Parteien sich einigen, genau das nicht zuzulassen. Dazu bedarf es etlicher Kraftakte, eben keine gespaltene Linke, eine in der Versenkung verschwindende SPD und eine grüne Partei, die sich deutlich von der Union abgrenzt, anstatt auf Länderebene mit dieser zu regieren. Der FDP kann man weiterhin nicht trauen, wie uns die bundesdeutsche Geschichte lehren sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Meine Klassenzimmerfenster

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Alle Fenster der Klassenzimmer
waren stets, ich bin sicher, sauber.
Wie hätte ich sonst Wissen
lernen können, ich bin sicher,
deshalb waren sie stets sauber.
Der Blick in die große weite Welt
wurde mir nicht verwehrt,
ich bin sicher, deshalb waren sie sauber.
Denn ohne diese klare Sicht
auf all die Dinge hätte mein Verstand
nicht geschult werden können, daher
bin ich mir sicher, sie waren immer sauber.
Das ist so klar, wie ich Vergangenes schaue,
denn die Wandtafeln waren im Gegensatz
zu den Fenstern stets verschmiert,
außer es war der letzte Schultag
oder der erste nach den Ferien,
da glänzte die Tafel
im einfallenden Licht
der geputzten Fenster.
Aber wer achtete an diesen Tagen
überhaupt auf Tafeln,
unsere Herzen waren
nicht mehr im Klassenzimmer,
sie fühlten bereits die freien Stunden
oder hielten die erlebte Freizeit fest,
um sie nie mehr
aus dem Gedächtnis zu verlieren.
Und wenn ich es mir so recht überlege,
durch die gereinigten Fenster
des Klassenzimmers bin ich bis heute
geläutert, daß Wissen
an eine Tafel geschrieben sein kann,
die wichtigsten Dinge aber,
glasklar sehe ich das,
hinter dem Horizont
erst ihren Zenit erreichen.
Dank euch sauber gewischte Fenster
habe ich frühzeitig
meinen Kopf
zwischen Himmel und Erde gelegt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Sexuelle Gelüste offenbaren des Menschen Abgründe

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Aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert

„Ne, ne, Ludger, wat hab ick mir jestern wieder mal ufjeregt, ja, wirklich! Da schreiben doch diese finsteren Gestalten der Systemmedien, dieser sonnenstudiogebräunte SPD-Fatzke würde mit einem Lächeln in der Visage den Jerichtsaal verlassen, grinse ins Blitzlichtjewitter. Oh, man. Hat denn keener och nur einen Gedanken an all die Kinder jehabt, die da pornographisch abjelichtet wurden? Du könntest gleich in die Tüte reihern? Wart mal, ick hol mal besser nen Eimer“, vermeldete Bolle seinem Kumpel und legte den Telephonhörer daneben.

„Ne, keene Sorge, war een Scherz, ick brauch mal nen Kaffe heute morgen, Momentchen“, ergänzte er und begab sich in die Küche. Ludger ließ es sich nicht nehmen und nutzte die Gelegenheit, um sich ebenso etwas zu trinken zu besorgen.

„Hier bin ick wieder, meen Freund. Sach mal, Ludger, wat hälst du denn davon? Wir hatten doch jüngst über dat Merkel jelabert, erinnerst du dich, Waschmaschine und so, oder? Was die große Politik nüscht hinbekommt, das machen die kleenen Unbedeutenden in der dritten Reihe erst recht zunichte, und wenn sie ihren abartigen sexuellen Jelüsten nachgehen. Kinder sind einfach tabu, wann begreifen das solche Pappnasen jemals? Wohl gar nich, erst recht nich, wenn och noch Politiker Kinderpornos uff dem Rechner sich hochladen dürfen und mit ner lächerlichen Jeldstrafe davonkommen.

Genau, Ludger, sie mögen sich unseretwegen fesseln, auspeitschen, mit irgendwelchen Hilfsmitteln in sämtliche Körperöffnungen sich etwas stecken und das als geil empfinden, alles ihre Sache, aber Kinder? Nö, ein NoGo, um das mal uff Englisch zu betonen. Erwachsene haben, wenn freiwillig untereinander ausgetragen, ihren eigenen Spaß dabei, ihre Sache, aber Kinder sollten sie da rauslassen, vor allem unsere Jesellschaft. Aber mal im Ernst, wurde solchen ekelhaften Taten schon jemals wirklich richtig nachjegangen? Bei kleenen Unbekannten vielleicht. Aber solche Promis oder angeblich Nützliche, die läßt man jewähren.

Da werden die Augen verschlossen, einfach wechjeschaut, hält gar der ein oder andere die Hand auf, mit Jeld kannst du viele Türen öffnen oder Straftaten vertuschen. Ja, ick weeß, nüscht neues. Allein schon, daß es Kinderpornos jibt, ist unerträglich, durch gar nichts zu entschuldigen! Wo sind dabei die Behörden, die Polizei? Warum wird dem nicht wesentlich effektiver nachjegangen, Ludger? Ick sag es dir: Weil noch viel zu viele dieses scheiß Bedürfnis haben. Pädophilie wird somit per klingelnde Kassen ein großes Stückweit zujelassen.

Oh, man, wie widerlich. Richtig Ludger, laß uns uff andere Jedanken wiederkommen, in diesem Sinne erhebe ich meene Kaffeetasse und verkünde grad zum Trotz: Na Sdarówje!“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Wunder der gewaltigen Sehnsüchte

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Sehnsüchte,
die gestern geschahen,
sind die Absätze der Schuhe,
die abgelaufen.

Gewalt,
die der Liebe entkommt,
sind die Haare im Aschenbecher,
die ausgefallenen.

Wunder,
die vermißt werden,
sind die Kaugummis im Mund,
die unter der Schulbank kleben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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