Nicht nur ein Plädoyer für die Sommerzeit

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Wenn der Biorhythmus durcheinandergerät

Es gibt einen feinen, aber gewaltigen Unterschied zwischen Fachidioten und Menschen mit überschaubaren Abstand, um ein gesundes Mittelmaß zu entwickeln, fern einer festgefahrenen These, die simple Abhängigkeiten schlichtweg übersieht. Wer dies unberücksichtigt läßt, darf sich nicht wundern, wenn entsprechender Gegenwind aufkommt.

Prinzipiell gilt somit stets eine kritische Hinterfragung, inwieweit Bestimmungen, Verordnungen und Gesetze tatsächlich Sinn ergeben, eventuell vielleicht irgendwelchen Nutzen inne haben oder doch einfach nur eigentliche Mißstände kaschieren. Ein solcher Fall dürfte die sogenannte Sommerzeit betreffen.

Zeitumstellungen wider die Natur

Argumente für jenes lästige Einstellen zwischen Winter- und Sommerzeit werden manchmal auch angeführt, wenn sogenannte Jetlags Weltreisende per Flugzeug wesentlich mehr belasten. Das stimmt selbstverständlich, kann aber mitnichten das Problem der Zeitumstellungen von etlichen Betroffenen mindern, die alljährlich bisher ihnen ausgesetzt waren. Schön, daß EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Zeitumstellung in der EU kippen will.

Die Natur kennt keine Einteilung in Zeit, richtet sich viel eher an den Lauf der Sonne, die dabei nicht einfach mal von heute auf morgen eine Stunde später aufgeht oder früher. Das wäre dann allerdings ziemlich fatal, wer sich das detailorientiert ausmalt. Mensch leistet sich derartige Experimente, führt bereits andere ins Feld, um erneut zu verunsichern. Welch Denkfehler!

Wissenschaft schafft nicht unbedingt Wissen

Vermag sogar gezielt ignorieren, wenn Forscher vor fatalen Folgen durch ewige Sommerzeit warnen. Besser wäre es, das Pferd nicht ständig verkehrt herum aufzuzäumen! Wann begreift der mündige Bürger endlich, daß er sich eben nicht in ein System pressen lassen sollte, sondern wesentlich mehr Rücksicht auf seine Bedürfnisse genommen wird? Beobachten Sie mal in Ruhe des morgens, wie verschlafen und kaum wirklich anwesend etliche Schüler oder Berufstätige sich so früh aufrappeln, um in die Gänge zu kommen.

Weder eine Sommer- noch Winterzeit sind dabei ursächlich anzuführen. In Wirklichkeit die Unflexibilität eines festgefahrenen Systems, an dem sich die Allgemeinheit qualvoll abarbeitet. Ein kläglicher Rest aus Zeiten, wo nach Gutsherrenart über Menschen bestimmt wurde. Während eine reiche Klientel bis in die Puppen schläft, sich ausruhen durfte, hat das einfache Volk ständig dienend präsent zu sein. Dem ordnen sich bis heute Schulen und die Arbeitswelt unter. Stop. Es gibt wenigstens eine Gleitende Arbeitszeit. Na, bitte, geht doch. Warum nicht generell? Vergessen Sie die Ausführungen jener Forscher zur Sommerzeit, man kann dies durchaus als Augenauswischerei verbuchen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Perspektivlosigkeit können nur Widerstände folgen

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Mutlos weder zurück noch nach vorne blicken?

Mechanisches gar stundenlanges Vollrichten bestimmter Bewegungsabläufe erfordert auf gewisse Weise eine Konzentration, selbst wenn man dabei tatsächlich abschaltet, zumindest in Phasen. Hinterher verbleiben da Momente, in denen die Frage im Raum steht: Worüber habe ich nur gegrübelt? Meistens entrinnen diese Gedankengänge, um irgendwo in den Tiefen der Erinnerung zu verweilen, vielleicht irgendwann dann doch noch zurückzukehren.

Darf man hierbei von einer Form der Meditation sprechen, einer Trance im Tun während gleichbleibend sich wiederholender Arbeitsgänge? Auf alle Fälle, wer es schon durchlebte, weiß dies nachzuempfinden. Du hast eine zeitlang in deinem Leben solche Jobs vollrichtet, dich stets bemüht, dich weiterzubilden, nicht nur weil die Gesellschaft das gern sah, sondern erst recht, um dir selbst zu beweisen, daß du gern mit offenen Augen lernend durchs Leben gehst.

Erfahrungswerte kann uns niemand nehmen

Auf diese Weise gingen sie dahin, die Jahrzehnte eines arbeitsintensiven Lebens, in dem Langeweile niemals aufkam und das nicht nur, weil du eine Familie gegründet, sorgenvoll die eigenen Kinder hast aufwachsen sehen, sondern weil du in deiner Wißbegier dir immer wieder die Frage stelltest, was du noch nicht erreichtest, woran es lag oder was du alles unternehmen mußt, um selbst diese Hürden zu meistern. Oder aber läßt es dich kalt, wissend nach einem erfülltem Leben, daß Grenzen dir aufzeigen, dir überhaupt kaum Chancen verbleiben, etwas ändern zu können.

Gewährt gerade eine Gesellschaft des sozialrassistischen Abbaus mit der daraus resultierenden zwischenmenschlichen Kälte noch Freiräume, dem anderen seinen jahrzehntelangen Stolz noch zu gönnen, wie man unschwer allein schon an den bösartigen Stellschrauben eines deutschen Hartz-IV-Systems im Alltag längst beobachten kann?

Angefangen von den menschenverachtenden Sanktionen bis hin zu Familienzwistigkeiten, in denen sich gegenseitig belauert wird, wer denn der bessere Mensch sei, nur weil die eigenen Kinder kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt oder umgekehrt, sie den Eltern vorschreiben, wie diese zu leben haben? Sind wir schon so weit gekommen, daß die Gesellschaft sich mißtrauisch beäugt, mit Schuldzuweisungen aufeinander eindrischt, während die eigentlichen Urheber sich ins Fäustchen lachend abwenden? Wir sind es, die genauer hinschauen müssen!

In Würde den Widerständen trotzen

Durchaus möglich, solange du noch nicht gänzlich gebrochen bist, obwohl viele Steine dir in den Weg gelegt werden. Wer in jungen Jahren die Kraft hat, sein Leben sorgenfrei zu meistern, möge es in vollen Zügen genießen. Denn niemand kann vorhersagen, welch Schicksal einem im Alter begegnet, ob Krankheit durch Verschleiß, der Verlust guter Freunde oder Familienangehörige, Langzeitarbeitslosigkeit, eine hoffnungslose Überschuldung. Irgendwelche Schuldzuweisungen solch Betroffenen gegenüber sind völlig fehl am Platz, erst recht, wenn sie alles unternehmen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Hierbei hilft vielmehr der umsichtige Respekt, das Akzeptieren der jeweilig anderen Lebensweise, gerade in einem neoliberalen Klima eine schwierige Aufgabe, eine besonnene Fairniß walten zu lassen, insbesondere wenn am Ende lediglich vieles sich am Geld orientiert, wobei genau deshalb die ganze Tragweite zwischenmenschlicher Kälte zum Ausdruck kommt. Dürfen wir allen Ernstes das weiterhin zulassen? Oder aber sollten wir uns aufgefordert fühlen, wesentlich offener und genauer hinzuschauen, bevor wir uns immer weiter instrumentalisieren lassen in einem Sog, wo angebliche Gewinner mit dem Finger auf die Verlierer zeigen?

Derjenige, der noch aufrecht im Leben steht, sich eben nicht vorschreiben läßt, wie er seinen Alltag bewältigen soll, den kann man nur beglückwünschen, sich eben nicht dem Diktat einer kaltherzigen Welt des Sozialrassismus untergeordnet zu haben, ob nun seitens Behörden oder gar in Familienkonstellationen.

„Man sollte nie so viel zu tun haben, daß man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Genau dies verhindert die Arbeitswelt nach wie vor. Mit ein Grund, das BGE anzuwenden. Andererseits sollen Menschen wohl nicht nachdenken und Zusammenhänge verstehen, vielmehr einfach für Bestimmte funktionieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Sitte, ich auch, bitte

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Sie liebte Schnitte,
Pulloverausschnitte,
für andere war es Unsitte,
für sie der Begriff Sitte.
Brauch entsteht durch Zeit,
dazu erklärte sie sich bereit,
in der stets dasselbe verweilt,
auch in Kürze, wenn man eilt.
Die Schnitte gingen schnell,
ritsch hier, am Rücken hell.
Ratsch, egal ob es keinem gefällt,
am Busen, da wo es auffällt.
Mal ein Dreieck, ein Quadrat,
was im Sinne gerade parat.
Hauptsache keine Naht.
Schere der Haut nicht naht.
Kein Geschäft mehr sicher,
Tradition wurde gefährlicher.
Ansichten formierten Gewitter,
Diskussionen für manchen bitter.
Ihre Geschicklichkeit gelobt,
seitens Moralisten getobt.
Einige wollten des Ritus Verbot,
andere ihn als Retter in der Not.
Sie fand Gefallen am Scherenschliff,
die Schärfe der Schere ist der Kniff,
um schneller zu schneiden den Stoff,
Schnitte ohne Schärfe sind doof.
Ihre Anhänger vieles zerschneiden,
Jacken, Hosen, alles zum Bekleiden.
Gewohnheiten sollten nicht verleiten,
für jeden zu werden Gepflogenheiten

Nafia

Kategorie: Gedichte

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9/11: Türöffner für noch mehr Krieg und Terror?

Verschwörungstheorien versickern im Sand der Ungewißheit

Steht die Welt tatsächlich Kopf seit dem bisher größten Terroranschlag, der heute vor 17 Jahren stattfand? Vor 9/11 war alles anders? Zumindest hatte es da noch keine weitreichende Folgen für die Völker unseres Planeten. Gedenken wir der vielen unschuldigen Toten, die ihr Leben verloren haben, ob nun durch die CIA, die Terroristen oder andere verschwörerische Thesen, sie bleiben weiterhin tot, und nichts verbessert sich im Sinne der Angehörigen bei der Wahrheitsfindung, die so unendlich komplex kompliziert sich gestaltet.

Manche meinen, es sei eigentlich ganz einfach, es werden eifrig Thesen entwickelt, die lesen sich auch ganz nett, und doch entstehen automatisch Widersprüchlichkeiten schon bei genauerer Betrachtung.

Michael Moores Fahrenheit 9/11 genauso unhaltbar wie offizielle Stellungnahmen?

Die persönliche Fehde zwischen dem Autoren Ray Bradbury und seinem dystopischen Roman Fahrenheit 451 und Michael Moore, weil dieser gegen den Willen des Science-Fiction-Autors den Namen „Fahrenheit 9/11“ kreiert hatte, bildet wohl den Auftakt anderer, kritischer Punkte. Vergessen sei nicht, daß Moores Film knapp drei Jahre nach den Terroranschlägen erschienen war, also die Öffentlichkeit noch durchaus paralysiert den Film wie einen trockenen Schwamm aufnahm, auch weil sich inzwischen erste Verschwörungstheorien gebildet hatten.

Zunächst schien somit endlich der eigentliche Bösewicht gefunden zu sein: G.W. Bush und die USA selbst haben den Anschlag inszeniert. Daß mit wenig einfachen Tricks Dokumentarfilme auch manipuliert werden können, daran wollte zunächst kaum jemand glauben. Der Film war erst mal ein Senkrechtstarter, wurde entsprechend gelobt. Schon drei Jahre später folgte die entsprechende Gegendarstellung im kanadischen Dokumentarfilm Manufacturing Dissent, der die Methodik und Entstehung Michael Moores Film hinterfragte.

Aber auch die Macher dieser Gegendokumentation, Debbie Melnyk und Rick Caine, haben sich dem Urteil des Lexikons des Internationalen Films zu stellen, welches ihnen im Gegenzug auch fragwürdige Recherchearbeit zum Vorwurf machte. Somit verbleibt dem kritischen Zuschauer lediglich nur noch, sich seines gesunden Menschenverstandes zu bedienen, der da lautet: Vorsicht ist geboten.

Im September 2005 folgte nach dreijähriger Untersuchung, wobei über 300 Wissenschaftler und Experten daran beteiligt waren, die ausführliche Studie über alle relevanten Aspekte der Einstürze von WTC 1-6 durch das National Institute of Standards and Technology (NIST).

Die Wahrheit wird nicht ans Licht kommen, es verbleiben die Theorien

Da selbst offizielle Stellungnahmen zusammen mit dem Final Report vom 21. August 2008 immer noch jede Menge unbeantwortete Fragen offen lassen, verbleiben ebenso die Optionen des 9-11-Truth-Movements. Und je größer Bewegungen anwachsen, umso mehr mischen sich auch all diejenigen darunter, die ihre eigentlichen Ziele gern durchsetzen möchten.

So hat sich z.B. bei Andreas von Bülows Buchvorstellung „Die CIA und der 11. September“ der Neonazi Horst Mahler ins Publikum gesetzt, was wiederum die Öffentlichkeit registrierte. Erst bei der Sendung Maischberger konnte Bülow gerade noch rechtzeitig bekunden, daß er Mahler überhaupt nicht kenne. In Flugzeuge im Kopf hat sich übrigens der ehemalige Bundesminister für Forschung und Technologie (1980-1982) beim Spiegel geäußert.

Die Folgen des Terrors haben die Welt bis heute nachhaltig verändert

Erinnern wir uns an den Satz, der um die Welt ging aus dem Munde des damaligen US-Außenministers Colin Powell, der da sagte: „Die Welt wird nicht mehr so sein, wie sie vorher war!“ Ziemlich schnell entstand die Idee zum War on Terror, die Fahrkarte für die USA und ihre Verbündeten, die „Bösen“ ausfindig zu machen und per Kriegseinsätze zu bekämpfen.

Staatlicher Terror, der ohnehin bereits stattfand, konnte jetzt hochoffiziell eingesetzt werden im Gefangenenlager Guantanamo, wo Terrorverdächtige ihr Dasein unter Folter und anderen demütigenden Verhältnissen fristen mußten. Weltweite Überwachung begann sich nach und nach durchzusetzen, auch das Internet ist betroffen, die Sicherheitsdebatten folgen, die ohnehin schon installierten Videokameras werden auf- und nachgerüstet. Ob der Fingerabdruck im Reisepaß, höhere Kompetenzen bei den Geheimdiensten, verschärften Sicherheitskontrollen an den Grenzen, den dadurch bedingten Vernetzungen von Polizeiapparaten und Datenbanken, der Ausweitung von Lauschangriff und Rasterfahndung bis hin zum EU-weitem Haftbefehl, die Realität der Einschränkung der Bürgerrechte zugunsten der Terrorbekämpfung hat uns längst eingeholt. Die Rechtsordnung erhält eine neue Dimension, der vollständige Überwachungsstaat ist längst keine utopische Anwandlung mehr, wie dies George Orwell noch beschrieben hatte, durch diesen Terroranschlag ist er zur Gewißheit geworden.

Somit dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Menschen weiterhin kritisch diesem Geschehen gegenüberstehen, wenn wir die Folgen genauer betrachten. Hätte ohne 9/11 diese Kette der Überwachung erfolgreich eingesetzt werden können? Wohl eher nicht.

Gedenken wir also nicht nur der vielen Toten, auch derjenigen, die bis heute aufgrund unnötiger Kriegseinsätze ums Leben kommen, an die Demokratien, die zu Grabe getragen werden in einer Welt des Mißtrauens, der Möglichkeiten, manipulativ zu agieren, um Menschen mal wieder zu unterjochen. Wir müssen wachsam stets alles abwägen, so weit wir dies vermögen, um uns dann ein Bild zu machen, was der Wirklichkeit am nächsten kommt.

„Wer die Wahrheit hören will, den sollte man vorher fragen, ob er sie ertragen kann.“
(Ernst R. Hauschka)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Terror

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Gefühle am Meer

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Zunge gebrochen,
Bitterkeit gerochen,
sie stehen am Pier,
können nichts dafür.
Herz zersägt,
Seele geprägt,
sie atmen leise,
Möwen fliegen im Kreise.
Ohren verbeult,
Wind heult,
sie erstarren zu Steinen,
keiner sieht ihr Weinen.
Wasser reibt,
Sand bleibt,
sie verteilen sich am Strand,
du bist mit ihnen verwandt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Europäischer Rechtsruck ignoriert vergangenes Leid

Humanismus vs. Rassismus – Haß stets ein Indiz für Zerstörung und Unterdrückung

Inzwischen versterben selbst all jene, die noch Kinder waren im Zweiten Weltkrieg, sicher doch, manch sehr Alte durchlebten ihn noch als Erwachsene, wichtige Zeitzeugen, die über grausige Erinnerungen zu berichten wissen, dabei unbedingt jene ausgeklammert, die weiterhin meinen, unter Adi sei alles nicht so schlimm gewesen, gar diejenigen, die den Holocaust verleugnen. Geschichtsklitterung hält ohnehin längst wieder Einzug.

Anstatt aus der durchlittenen Historie zu lernen, solche Erfahrungen mitzunehmen, sie einfließen zu lassen im Leben, in den politischen Alltag, scheinen etliche simpelst zu verdrängen, was auch hierzulande geschah, gar ziemlich schnell nach 1945. Die besonders von den USA hochstilisierte Gefahr vom schlimmen Kommunismus sorgte ein Stückweit mit, nicht nur den Eisernen Vorhang zu errichten, sodaß eine Mauer die beiden deutschen Staaten trennte.

Die KPD wurde in der BRD verboten, eine NPD durfte sich ganz selbstverständlich entfalten. In den Köpfen etlicher spukten noch die Versäumnisse aus dem Dritten Reich, von einer wirklichen Aufarbeitung der Nazi-Ära kann kaum die Rede sein, erst recht nicht in damaliger DDR, wo simpelst eine SED für eine totalitäre Überwachung sorgte, für Ängste und unterdrückten Rassismus, der sich inzwischen gern im Osten Deutschlands Wege seiner Entfaltung sucht, wer in die Gesichter jener Wutbürger in Chemnitz schaut.

Schweden bald elftes Land, wo Rechtspopulisten an der Regierung beteiligt?

Wer einen Blick auf die Grafik wirft, sieht etliche blau ausgemalte Länder Europas. Hellblau all jene, bei denen in den Parlamenten rechtspopulistische Parteien vertreten sind, in Belgien, Bosnien und Herzegowina, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Litauen, Niederlande, Russland, (Schweden, alles offen), Tschechische Republik und in der Ukraine. Ein etwas dunkleres Blau die Nationen, wo Rechtspopulisten inzwischen an der Regierung beteiligt sind, in Bulgarien, Finnland, Griechenland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Norwegen, Österreich, Schweiz, (Schweden dirchaus möglich) und in Slowenien. In Polen und Ungarn stellen Rechtspopulisten den Regierungschef (dunkelblau).

Nach gestrigem Politthriller in Schweden vermag sich die politische Landschaft ändern, zwar liegen die Sozialdemokraten dort noch weiterhin vorn, dennoch sind die Rechtspopulisten die Gewinner der Wahl, verbesserten sich um rund fünf Prozent als drittstärkste Partei. Insofern Schweden bald elftes Land, wo Rechtspopulisten an der Regierung beteilgt sein werden? Da bedarf es viel Eigeninitiative der anderen Parteien, ein Stühlerücken in der Einigkeit, genau dies zu verhindern!

Was treibt Menschen in derart blinden Gehorsam?

Vergessen all die Errungenschaften einer freizügigen Gesellschaft, in der das Thema der Emanzipation weitestgehend überwunden, Frau mitbestimmt, kulturelles sich austoben durfte mit Blick gen sämtliche Künste, neben den rechten Parteien eine grüne und eine linke sich etablierte? Es waren die drei Volksparteien, CDU/CSU und SPD, auch eine FDP, die hierzulande dafür sorgten, dem Neoliberalismus zu folgen, vom Sozialstaat sich zu verabschieden.

Gleichzeitig wurde der Imperialismus nie gestoppt, entfaltete sich unverblümt mit Blick gen etliche Kriegskonflikte, die bis heute anhalten, neue schnell entstehen können. Eine friedliche Welt eher eine Illusion, bei der auch im Innern europäischer Staaten gezielte Strömungen den Kurs diktieren. Mal wieder Despotismus im Aufschwung, rechts überholen und links stehenlassen! Wollen wir uns das allen Ernstes erneut zumuten, wissend, wohin solche Entwicklungen führen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Keine Wahl

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Der Anruf kam um fünf,
ich krieg bestimmt Schimpf,
weinte ein Kind in den Hörer,
ein Albtraum wär schöner,
was will das Kind von mir,
und was kann ich dafür,
du hast dich verwählt,
nein, bis drei gezählt,
tief durchgeatmet,
getippt und gewartet,
die Milch ist fast leer,
liegt im Magen schwer,
Mama, Papa werden wüten,
Kaffee ohne Filtertüten,
für sie nicht tragisch,
ohne Milch geht gar nicht,
deshalb rufst du mich an,
ich kenne dich nicht, man,
das ist doch kein Problem,
verrühre Quark, Wasser zu Creme,
und noch was merke dir,
rufe nie wieder an bei mir.

Der Anruf kam um drei,
was soll diese Tyrannei,
Lisa hier, du bist Spitze,
mich durchzog eine Hitze,
sie flüsterte unaufhörlich weiter,
so ´ne Idee hat nur ein Gescheiter,
die Milch war falsch gelagert, sauer,
wir kaufen Milchsahne auf Dauer,
sie haben mich nicht in Verdacht,
ich kann Milch trinken jede Nacht,
ich fasse kaum mein Glück,
mein Kind heißt später auch Patrick,
der wird wie du ein Genie,
die Leute fallen vor ihm auf die Knie,
du und deine Idee –
neidisch kann sein jede Fee –
ich werde von ihr abgeleckt,
die Kuh hat Liebe zu mir entdeckt,
in weiter Ferne –
Polizeisirene –
Minka hast du mich eben gebissen,
Telefon tutet neben dem Kopfkissen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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