Wenn die schweigende Mehrheit in Schockstarre verharrt

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Dabei manch Blauner sich um sie schart, darf alle Welt erneut gen Deutschland blicken, die Uhren wieder rückwärts ticken gen eigentlich überwundene Nazi-Zeit, sie sind nunmehr soweit. Zu was, zu welch erfundenem Spaß? Heimattreue vermischt sich mit Nationalismus, welch Stuß! Dat globt nich mal der wache Russ’, außer die kritiklosen Putin-Treuen, die keene Mühe scheuen, um ständig von Fakenews zu quasseln.

Lagerfeuer prasseln, Lieder erklingen, wenn sie rechtsextreme Texte singen, Hauptsache man fühlt sich in der Gruppe stark, egal ob real oder Quark, eigene Medien und Seiten im Netz leiten die gezielte Hetz. Der enttäuschte Wutbürger gesellt sich simpelst dazu, dann sorgt man im Land der Germanen für die nötige Ruh. Wer teutsch gesinnt, dat weeß anjeblich ein jedes Kind, den läßt man natürlich gewähren. Wie kommen diese zu solch Ehren?

In Wirklichkeit läuft alles wieder aufs selbe hinaus. Da stehen an der Spitze jene heißspornigen Phrasendrescher, die nichts anderes im Sinn, – das tun sie wahrlich ungebremst immer frecher, nu, wo kommen wir och woanders hin -, um ihren Haß unters Volk zu streuen, diesem einzubläuen, es sei ein Wir. Doch mit der Wirklichkeit hat dies nichts zu tun, viel eher das Volk ist der Stier, welches entsetzt glotzt wie ein abgestochenes Huhn, wenn jene Neue Rechte es erneut verrät. Wer wohl hierbei sich täuschen lassen tät?

Aber Hauptsache, alles was nicht rechts ist, sei links angehaucht. Welch simpelst verdrehte Tatsache! Die Welt war und ist niemals Schwarz-Weiß, so nen Scheiß, sie bleibt unbedingt bunt, dat tut sie fortwährend kund. Da draußen einerseits Landschaften und Völker ihre Vielfalt präsentieren, im neu sich formierenden Dunkelland sich jener Mob zusammen mit schweigender Mitte Menschlichkeit verlieren, Hauptsache per bösartigem Wir parieren!

Mit Wählen allein ist es niemals getan, sucht sich perfider Neoliberalismus seine geeignete Bahn, um den Fokus auf Profit zu lenken, er hat nichts zu verschenken, außer seinen Reichtum stets zu vermehren. Nichts gelernt aus angeblich überwundenen Lehren? Was zählt schon Geschichte, wenn sie permanent geklittert wird? Es ist die grausame Dichte, mit der am Stammtisch, bei manch Wirt man Vorurteile ausleben läßt. Und jetzt? Ham wir den Salat, stehen erneut gewaltbereite Massen parat, um viel gewonnene Erkenntnisse über Bord zu schmeißen, sich darum zu reißen, möglichst eigene Verfehlungen zu kaschieren, unterm neu herbeigesehnten Führer hat man sowieso nichts zu verlieren.

Die auferstandene Saat geht mal wieder auf? Ein Sieg für Haudrauf? Gewalt und Zerstörung bereit für jenen rechtsextremen Weg? Mal janz keck, dat weeß och jeder klardenkende Jeck, meinen die tatsächlich, das Ausland wird seelenruhig einem erneuten Nazi-Deutschland zustimmen? Im Mittelmeer Menschen um ihr armseliges Leben schwimmen, Europa seine Festung ausbaut, hierzulande selbst die Polizei und Justiz sich wieder traut, gar bei ausgestreckten Armen wegzuschauen, Ordnungshüter bei angeblich Linken ungeniert zuhauen, während die rechte Klientel und mitmarschierende Wutbürger sie in Ruhe lassen. Hat die schweigende Mehrheit noch im Schrank alle Tassen? Aufgewacht, die Neue Rechte hat längst ihren Bürgerkrieg entfacht, bevor es zu spät ist, ne andere Flagge man wieder hißt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Wieder und wieder

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Sie läuten,
die Glocken,
für Ehr und Treu,
ehe sie eingeschmolzen
zu eisernen Kissen.

Sie singen,
die Lieder,
über Feind und Heimat,
ehe sie verstummen
in steinener Stätte.

Sie graben,
die Menschen,
in Schutt und Asche,
ehe sie ernten
eine schwelende Zukunft.

Sie brauchen,
die Blender,
die Zweifel und Ängste,
ehe sie betonieren,
was Liebe geschrieben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Zu viel Unfrieden am Weltfriedenstag

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Die Spitze des Eisbergs ragt nicht nur in Chemnitz hervor

Gedenken wir der vielen Millionen Opfer durch Kriege und Terror, beides beschäftigt die Menschheit weiterhin, solange ganz besonders soziale Ungerechtigkeit herrscht, Armut und Elend billigend in Kauf genommen werden, damit Überreichtum sich tummeln darf. Raubtierkapitalismus setzt seinen eingeschlagenen neoliberalen Weg fort, ohne Rücksicht auf Verluste.

In Gedenken an dem Überfall auf Polen durch die deutsche Naziherrschaft am 01. September 1939 griff im Westen Deutschlands der DGB diesen Tag unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zwölf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg auf, um ihn neun Jahre später als Antikriegstag in der BRD zu würdigen, während die DDR zu Beginn der 1950er Jahre diesen Tag als „Tag des Friedens“ bezeichnete. Die Katholische Kirche gedenkt dem Weltfriedenstag seit dem 01. Januar 1968, die UNO seit dem 21. September 1981 mit dem „Internationalen Tag des Friedens“.

Innerer und äußerer Frieden tagtäglich gefährdet

In Partnerschaften, in Familien, in Schulen, in Arbeitsbetrieben, in der Gesellschaft, in Ländern, weltweit. Woran liegt das? Diese Aussichtslosigkeit hat verschiedene Aspekte, die eben nicht einfach in wenigen Sätzen beschrieben werden können. Vom Streit zum Krieg, ein Weg, der unweigerlich oftmals den grauen Alltag mit bestimmt?

Gerade jene Versuche, in friedlicher Koexistenz zusammenzuleben, verdeutlichen eigentlich die tief verwurzelte Nächstenliebe, die schon mit der Mutterliebe den Beginn unseres Lebens einläutet. Sobald wir im Kindergarten beginnen, uns zu reflektieren, zu vergleichen, parallel das Elternhaus indoktriniert, entstehen erste Spannungen, Neidfaktoren mischen sich mit Macht, daraus folgendem Mobbing von Klein auf, Opfer, gedemütigt eigene Strategien der Gegenwehr bilden. Die erste Saat zu Zwist und Streit, Gewaltformen suchen sich Wege ihrer Entfaltung bis hin zu Krieg und Terror.

Sprache als letztes Mittel der Gewaltverhinderung?

Die politische Königsdisziplin beinhaltet das Wesen der Diplomatie. Nicht die ungehobelte verlogene Haltung eines Donald Trump oder die aalglatte eines Wladimir Putin, viel eher die Verdienste eines Willy Brandt, eines Kofi Annan, eines Anwar as-Sadat oder eines Olaf Palme, um nur ein paar Wenige zu benennen. Dazwischen versucht Weltpolitik zu intervenieren, oft kläglich versagend mit Blick zur UNO, leider zunehmend zur Friedensbewegung, die kaum noch die Menschen erreicht.

Sprache mag nach wie vor das wichtigste und moderateste Mittel menschlicher Auseinandersetzung sein, im Streit, im Frieden ohnehin, bevor Gewalt sich entfaltet. Jüngstes Beispiel einer fatalen Entwicklung: die Vorkommnisse in Chemnitz. Deutschland hat seine Vergangenheit mitnichten aufgearbeitet, besonders die „Altlast der DDR“ beschäftigt die Menschen, zusammen mit sozialer Not, einer Bundespolitik, die meist den Weg der Hochfinanz und Konzerne folgt, nicht gerade für inneren Frieden sorgt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie Gesellschaft

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Tassenspiegel

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Morgens den Beweis,
der Gesundheitszustand
ist tadellos,
in der Kaffeetasse gefunden.

Als skeptisches Geschöpf,
glaube niemals
alles, was du siehst,
in die zweite Tasse geschaut.

Leicht gebräunt, blinzelnd,
mein Angesicht vertraut,
Urlaubsfeeling, Tatendrang,
keep cool, flipp nicht aus.

Noch ein Blick gewagt,
die dritte Tasse spiegelt,
null problemo, alles startklar,
Dankbarkeit für den Tag.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Pilotversuch: Tanken bei Aldi

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Was interessieren Tankstellenpächter oder die Gesundheit?

Normalerweise greift die Tatsache, Schuster, bleib bei deinem Leisten, doch im Kapitalismus zählt stets der Erfolg, setzen sich diejenigen durch, die rüde andere vom Markt drängen, egal mit welchen Bandagen, denken wir nur an Pretty Woman oder mafiöse Strukturen. Je größer das Geschäft, insofern Konzerne und Finanzriesen in Frage kommen, desto heftiger das Machtgerangel. Filmisch auch anschaulich in der US-Fernsehserie Dallas dargestellt.

Albrecht Diskont, jedem unter Aldi Nord und Aldi Süd viel eher bekannt, darf sich weltweit als einer der erfolgreichsten Discounter-Konzerne bezeichnen mit einem Jahresumsatz von knapp 53 Milliarden Euro (im Jahr 2010), weltweit rund 124.000 Mitarbeitern. Doch wer an der Lunte des Pofits gerochen, kann den Hals nicht voll genug bekommen. Jetzt sollen Aldi-Spritparkplätze für noch mehr Kundenkomfort sorgen, ein Pilotversuch, während besorgte Tankstellenbetreiber vor Jobverlusten warnen. Von einer Win-win-Situation kann keinesfalls die Rede sein, ganz im Gegenteil.

Tante-Emma-Laden verliert den Kampf gegen den American Way of Life

Früher war alles anders. Ein abgedroschen klingender Satz mit einem Geruch zurück zu wehmütigen alten Zeiten? Nicht unbedingt, manches hatte durchaus seine tiefverwurzelte Berechtigung, zumal das gesellschaftliche Zusammenleben herzlicher, kommunikativer stattfand. Im Tante-Emma-Laden traf man sich, ein Schwätzchen, manch Austausch, das Dorfleben oder in Stadtteilen verlief inniger.

Abgelöst haben sie die Discounter auf der grünen Wiese, man fährt gar mit dem Auto an den Rand kleiner Gemeinden oder von Großstädten, oftmals in Industrie- oder Einkaufszentren. Das Nachäffen des American Way of Life nahm auch hierzulande, europaweit überhand. Hauptsache an der Spitze der Kette, die Konkurrrenz tagtäglich ausstechend, der Verbraucher nimmt es dankend hin, während der Lohn sinkt, Arbeitslosigkeit vielfach winkt, abgefedert, scheinbar gelöst mittels Niedriglohn, welch Hohn!

Plastikprodukte neben Spritgerüchen – nahe Tankstellen ziehen den Kürzeren

Wen interessiert schon die sehr gezielte Frage, ob denn alles gesund sein mag, mit was wir uns im Alltag aussetzen? Natürlich sind am ehesten die Mitarbeiter vor Ort betroffen, die an der Kasse sitzen, die Regale einsortieren. Schiebetüren öffnen sich, der frischgetankte Wagen auf nahem Parkplatz. Sicherlich, in Tankstellen, oftmals auch mit allerlei Waren bestückt, um ein vielfaches die Menschen jenen Giftcocktailen ausgesetzt sind.

Die Masse der Produkte, teilweise denkwürdig eingeschweißt in Plastik, macht’s am Ende, selbst wenn Aldi inzwischen das Ende der Plastik- und Einwegtüten einleitet. Während der Aldi-Kunde stolz sein Schnäppchen macht beim Kauf von Billig-Sprit, manch Warteschlange zwar die Umgebung verpestet, zieht die nahegelegene Tankstelle den Kürzeren, wird Umsatzeinbußen hinnehmen müssen oder gar aufgeben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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Sorgende Verwirrung

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Gespräche, Texte,
öffentlich oder nicht,
mit mahnenden Fragen,
ohne Lösungszulassung.

So beginnt der Tollhaustanz,
aufgestampft, vorgetreten,
die Hand zur Faust,
Kopf wegducken.

Lunten legen,
Feuerwerk dröhnt,
Hintergrundlärm,
unbändige Kraft bündelt.

Kunst irritiert,
Politik pariert,
Wirtschaft floriert,
kapiert, verliert, votiert.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Silvio scheitert an Gipsy

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Stimmen im Hintergrund, eher flüsternd, nahezu ziellos miteinander tuschelten, während ich langsam zu mir kam aus einer schier endlos langen Nacht voller Unruhe. Ein heftiger Schlag gegen die Wand erschütterte sämtliche Gegenstände wie Tassen, Gläser, selbst das Besteck in der Schublande klapperte, eine Billiardkugel fiel auf den Parkettboden, rollte holpernd, ein wenig knirschend gen Glasvitrine. Ich erinnerte mich, daß Gipsy, so heißt mein Mitbewohner, ein graugetigerter stattlicher Kater, gestern abend noch seine fünf Minuten ausgelebt hatte, dabei die offene Cornflakes-Tüte umstieß, diese über den Boden verstreut ich hatte liegen lassen. Mein eigener Kater von der langen Feier ließ mich lieber ins Bett fallen.

Plötzlich ein lauter, verzweifelter Schrei, ich bemerkte endlich, wie die Gegenwart mich einholte vom Grübeln gestriger Ereignisse, hatte allerdings keine Gelegenheit mehr, mich aufzurichten. Zwei überaus starke Hände drückten mich nach unten auf die Matratze, zwei Federkerne ließen keine Zweifel daran, daß ich diese längst hätte mal erneuern müssen, deren Spitzen bohrten sich unterhalb der Nierengegend in meinen Rücken. Mit einem heftigen Ruck bei gleichzeitiger Drehbewegung Richtung Bettkante nutzte ich die Schrecksekunde, um im nächsten Moment meinem Angreifer mein linkes Knie in dessen Bauch zu rammen, sprang auf und rannte ins Wohnzimmer, ergriff den nächstbesten Stuhl. Kaum geschehen, stürzte der Hüne sich auf mich, aber der Stuhl hielt ihn fern, zerlegte sich in seine Einzelteile. Mit kurzem Aufstöhnen sackte er zu Boden und blieb die Augen verdrehend liegen.

Inzwischen wurde mir klar, welche Stimmen mich geweckt hatten. Im Hausflur hatten die Nachbarn das Eindringen jenes Mittvierzigers bemerkt, sich beraten, was zu tun sei, dennoch niemand es wagte, ihm zu folgen, wenigstens die Polizei angerufen hatten, die dann nach meiner erfolgreichen Gegenwehr auch eintrafen. Das übliche Prozedere ließ mich zunächst nicht zur Ruhe kommen. Fragen beantworten, der Angreifer wurde per Bahre abtransportiert, zwei Nachbarinnen meldeten sich als Zeugen, um bei der Gelegenheit neugierig meine Wohnung näher zu betrachten. Typisch, stets freundlichst grinsend bei Begegnungen im Hausflur, die Brünette aus der Parterre hatte mich mehrfach erfolglos angebaggert, Frau Reuter ein Stockwerk über mir war zwar geschickter, konnte aber gleichwohl nicht bei mir landen.

Nachdem der nächtliche Spuk vorbei war, suchte ich erst mal Gipsy, den ich schließlich kauernd unter der Vitrine fand. Sein Schnurren beruhigte uns beide, wobei er zugleich zum Freßnapf schlich, mich auffordernd anschaute, ich diesen natürlich gern füllte, das Trinkwasser erneuerte. Die Kirchturmuhr schlug zur vollen Stunde, es war fünfe, meine Müdigkeit verflogen, hellwach setzte ich Kaffee auf, als das Telephon klingelte. Quatsch, Klingeln war gestern, ACDCs Hells Bells rockte durch die große Küche.

„Hi, mein Bester“, begrüßte mich Manne, „was machst du denn für Sachen? Der Ronny hat mich angerufen, du seist überfallen worden?“

„Jou, ich konnte den langen Lulatsch aber abwehren, weiß der Teufel, was der von mir wollte“, erwiderte ich ein wenig genervt. Im nächsten Moment wußte ich urplötzlich warum.

„Sag mal, Manne, du kannst was für mich recherchieren“, bat ich ihn, „mit deinen Kontakten zur Polizei sollte das möglich sein. Der Hüne erinnert mich an vergangene Zeiten. Erinnerst du dich noch an Silvio Presco? Den Italiener, der eigentlich aus Bulgarien stammt?“

„Aber klar doch, logo! Dat war doch der Mafiosi, den sie letztes Jahr endlich festnahmen!“

„Genau den meine ich.“

„Kein Thema, mach ich gern, das sollte schnell erledigt sein. Das volle Programm, also alles über dessen Kontakte etc.?“, fragte Manne. Ich bejahte und drückte das Gespräch ab.

Silvio Presco hatte ich sieben Jahre lang immer wieder beobachtet, schließlich gehört das zum Geschäft eines Privatdetektivs, Mannes Kontakte als Chefredakteur war in jener Zeit des öfteren äußerst hilfreich, weil er auch seine Beziehungen zum Polizeipräsidium nutzen konnte, dort sah man mich eher ungern als vermeintliche Konkurrenz. Muß man nicht verstehen, weil ich dieselben Interessen verfolge, solchen Verbrechern das Handwerk zu legen. Drei Tage später erhielt ich die nötigen, erwünschten Infos. Meine Ahnung bestätigte sich, Silvio hatte aus dem Knast heraus diesen Hünen beauftragt, mich umzubringen. Gipsys fünf Minuten und die umgefallene Cornflakes-Tüte hatte mich mit aufwecken lassen und im letzten Moment bei rechtzeitiger Gegenwehr mein Leben gerettet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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