Dem ewigen Leben entronnen

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Sonnenstrahlen unterwegs,
auf erstarrte Erde treffen,
Pflanzen lechzend frohlocken,
Haut gebräunt Schwätzchen hält.

Trockenheit manch Meldung wert,
Vögel verdurstet vom Himmel fallen,
der Rote Planet Eis enthält,
Wissenschaft Leben vermutet.

Zerstörung nicht zufällig geschieht,
Menschen arglos verweilen,
Mutter Erde vieles einfach wegsteckt,
im All bleiben sie unentdeckt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gestriges Heute

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Tränen im Gesicht
des Abfalls
von gestern.
Erbrochene Wiederkehr
bis an die verfaulten Klippen,
die betend auf das Meer warten,
um die Jahrhundertwende
abgekaut von Armut.
Vertriebene
im Licht des Schattens.
Der Asche letztes Grab.
Ist das nicht ein Spatz?
Ein vom Leben
versteinerter Mensch
verdeckt die Gravierung.
Ist das nicht ein Spaß?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Süditalien: Sklaverei im Reich der Caporale

Matteo Salvini stellt seine Unfähigkeit unter Beweis

Es gibt etliche Schattenseiten zum Thema Flüchtlinge, die uns alle noch ziemlich lange beschäftigen werden, selbst wenn die Neue Rechte noch so viele erfolgreiche Versuche menschenverachtender Intervenierung unternimmt, dessen Ergebnisse sich in Staaten wie Ungarn, Österreich, Polen oder Italien widerspiegeln.

In Süditalien herrscht schon länger moderne Sklaverei, auf Feldern ernten viele Menschen aus Aftika Obst und Gemüse. Trotzdem Caporalato, die illegale Beschäftigung von Landarbeitern für sehr wenig Lohn, somit gesetztlich verboten, findet im Reich der Caporale völlig selbstverständlich statt, hat auch die Mafia ihre Finger im perfiden Spiel. Eine simple Räumung der Ghettos, die Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechten Partei Lega fordert, stellt dessen Unfähigkeit unter Beweis.

Ausbeutung hat stets dieselbe Methode

Ihr Ziel besagt einen größtmöglichen Maximalprofit. Dabei stören sämtliche Belange wie Menschenrechte, daraus folgende Proteste und Widerstände. Hilfreich zur Seite stehen derartigen Vorhaben ganz besonders all jene, die ohnehin ihren „kranken Narzißmus“ ausleben wie die Neue Rechte mit ihren weltweit sich verzweigenden Anhängern. Ob ein Donald Trump im äußersten Westen, etliche europäische Länder oder ein angeblicher Vorzeige-Patriot wie Wladimir Putin. Sie haben allesamt eines gemeinsam: Ihren Reichtum vergrößern, koste es, was es wolle!

Dazu gehören gleichwohl mafiöse Strukturen, wie sie auch der viel zu früh verstorbene Journalist und Schriftsteller Alessandro Leogrande in etlichen Büchern und Artikeln beschrieben hat, sich allerdings auch direkt an aktuelle imaginäre „Flüchtlings-Grenzen“ wie Griechenland, den Balkanstaaten, Libyen begab, die ziemlich real die Menschen beschäftigen.

Tödliche Unfälle münden in berechtigte Wut

Die Polizei hält sich zurück, aus dem größten Ghetto der Gegend von Foggia in Apulien, Borgo Mezzanone, irgendwie eine illigale Stadt. Wut der Erntehelfer entlädt sich, nachdem tödliche Unfälle vor Ort zunahmen. Müssen erst Menschen auf solch tragische Weise sterben, bis andere sich zu Recht Luft machen? Obendrein etliche zuvor ohnehin die Fahrt übers Mittelmeer noch überlebt hatten? Welch dramatische Entwicklung, die gleichzeitig durch Schlepper, den Caporali ihren Lauf nimmt.

Billiges Obst und Gemüse fordern wir ein, in Spanien wird dadurch die Salzwasserlagune Mar Menor verseucht, in Italien Geflüchtete als Erntehelfer mißbraucht. In anderen Worten, auch Verbraucher können durch ihr Verhalten mitbestimmen, was sie zulassen oder eben verweigern. Mit solchem Wissen über die Folgen sollte entsprechend reagiert werden. Gleichzeitig steht die Europa- und Weltpolitik mit am Pranger, eben die Flüchtlingsursachen zu verringern und am Besten somit zu verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Schutz verdunkelt

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Blümchengewandet,
Rücken im Sande,
zwinkerte sie sich
durch den Tag.

Auf Ellbogen gestützt,
überschlagen die Beine,
gesüffelt am Cocktail,
den sie nicht mag.

Abends traurig müde,
zurück im Hotel,
Nichtbeachtung
schmerzt sie arg.

Düster Welt erscheint,
selbst unter der Dusche,
seit der Früh die Sonnenbrille
ihre Augen verbarg.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Die letzten Momente des Kindersoldaten Mokabi

Die Demokratische Republik Kongo kommt nicht zur Ruhe

Langsam kroch Mokabi im Dunkel der Nacht die staubige Straße entlang, obwohl die Venus strahlend hell zwischen den Häuserschluchten hervorlugte, wissend, daß jederzeit ihn jemand sichten könnte, was wiederum sein Leben kosten würde, welches ohnehin am seidenen Faden hing angesichts der etlichen Verwundungen. Eine Blutspur verfolgte seine Kriechspur, aber das spielte jetzt keine Rolle mehr so kurz vor der Ohnmacht, wobei die Schmerzen unerträglich heftig ihn aufstöhnen ließen. Was war nur geschehen, daß Mokabi ausgerechnet in diese simple Falle tappte, obwohl er nur zu genau wußte, worauf zu achten war?

Das Leben raste in sekundenschnelle an dem 15-jährigen Kindersoldaten vorüber, während im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo der Bürgerkrieg seine dramatisch häßliche Seite nach wie vor zeigte. Und nun lag Mokabi verblutend am Straßenrand mitten in der Großstadt Bunia, keine andere Menschenseele schien ihn zu bemerken, obwohl vorhin sogar seine kurzen Schmerzensschreie unüberhörbar durch die Nacht hallten. Dabei hatte Antoine den Kindersoldaten in wenigen Wochen gelehrt, wie mit einer AK-47s umgegangen wird. Soruma, welches sie rauchten, verhalf ihnen, über Trauer, Wut, Angst und Verzweiflung hinwegzukommen, von den Traumata ganz zu schweigen, die sie ohnehin ständig begleiteten in den Minuten, wo sie mal nicht in Anspannung sich befanden vor lauter Drill und Morden.

Der drittgrößte Staat Afrikas hatte wie so viele andere Nationen 1960 seine Unabhängigkeit nach 75 Jahren belgisch grausamer Kolonialherrschaft erlangen können, dem danach zunächst fünf Jahre lang heftige innenpolitische Streitigkeiten folgten, bis schließlich der Diktator Mobutu Seso Seko die Macht an sich riß und 32 Jahre lang regierte. Mit dessen Sturz durch den Rebellenführer Laurent-Désiré Kabila flammte ein Bürgerkrieg auf, der schließlich in den sogenannten Afrikanischen Weltkrieg mündete, da mehrere afrikanische Staaten involviert waren. Das 2002 beschlossene Friedensabkommen erreichte nicht sein Ziel im Osten des Landes.

In diesem Spätsommer des Jahres 2006 war drei Jahre zuvor zwar der Zweite Kongokrieg offiziell beendet worden, aber hier in Bunia herrschte weiterhin Gewalt und Zerstörung zwischen Hemas und Lendu Milizen. Mokabi war nur einer der vielen Tausend Miliz Mitglieder, der für die Sache rekrutiert wurde, manche seiner Kumpels waren gerade mal acht Jahre alt. Der sterbende Jugendliche erinnerte sich zurück, als er als 9-Jähriger zusammen mit einigen gleichaltrigen Freunden bei einem Überfall verschleppt und gezwungen worden war, mit der Waffe in der Hand als Miliz alles zu töten, was sich ihnen in den Weg stellte bei ihren gezielten Streifzügen. Die schrillen Todes- und Angstschreie der Getroffenen hatte er durch nichts vergessen können, selbst im zugekifftesten und besoffensten Zustand verfolgten ihn die Bilder der Massaker.

Und jetzt lag Mokabi selbst verblutend, völlig hilflos am Straßenrand. Ein Basenji, auch Congo Dog genannt, hatte die Blutspur wohl gewittert und schnüffelte hinter Mokabis rechtem Ohr, fuhr einmal mit der Zunge über dessen Gesicht und sprang kurz weg, als dieser aufstöhnte. Die tierische Neugier ließ aber nicht ab von dem fast leblos liegenden Körper, und so inspizierte der rotbraune Rüde seinen Fund. Fünfzehn Jahre sind viel zu kurz, um nunmehr hier am Straßenrand kläglich zu sterben, dachte Mokabi noch, wissend, daß wohl niemand kommen würde, um ihm zu helfen. Ohnehin steckten zu viele Projektile in seinem hageren Körper, in dem ein rasch zunehmendes Taubheitsgefühl sich ausbreitete. Der Jugendliche war nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen, lediglich seine Augenlider verrieten eine noch vorhandene, rege Denkfähigkeit in den letzten Momenten seines Lebens. Einmal noch winselte der Hund auf, ehe er von dannen lief. Am nächsten Morgen entdeckte eine vorbeifahrende Patrouille den toten Kindersoldaten, ließ ihn aber zunächst liegen, orderte per Funk allerdings ein Fahrzeug, welches ihn einsammeln sollte.

Der Bürgerkrieg hat schon viele Todesopfer gefordert ohne Aussicht auf Frieden, viel zu komplex sind die Machtinteressen hier vor Ort. „In Kasai steht die Hölle kurz vor dem Ausbruch“. Die Waffengeschäfte blühen so wie bei jedem Krieg, was bedeuten schon ein paar Millionen Menschen, die im Zweiten Kongokrieg, dem wohl tödlichsten Krieg in der modernen afrikanischen Geschichte, ihr Leben lassen.

„Weisheit ist keine Medizin zum Hinunterschlucken.“ (ein Sprichwort aus dem Kongo)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Der Geist kann tigern

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Er hat ein Buch,
für jeden zu sehen,
es steht im Regal,
so daß jeder
den Buchdeckel
lesen kann.

Um Tiger geht es,
Mannomann,
gefährliche Tiere,
kaum zu bezwingen,
spannender es
nicht sein kann.

Stolz präsentiert
die Wissenswelt,
das erhebt
die Persönlichkeit
zu einem Mann,
der Verstand kann.

Selfie mit Buch,
Reklame für Intellekt,
macht sich gut,
wie ein Tiger im Tank,
Denkersatz im Regal,
Geist weiter tigern kann.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Pegizei hat sich allumfänglich zu verantworten

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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Politik offenbart zögerlichen Handlungsbedarf

Polizisten sind auch nur Menschen, leisten tagtäglich keine einfache Arbeit, müssen sich vielfach als Ordnungshüter beschimpfen lassen, gleichzeitig stehen sie für die Einhaltung der Gesetze ihre Frau und ihren Mann. Doch wie verhält es sich mit der eigenen politischen Gesinnung? Da geht es oftmals eben nicht mit rechten Dingen zu, wie der jüngste Vorfall in Dresden zeigte, die Polizei sich als Handlanger gewaltbereiter Pegida-Demonstranten präsentierte.

Wenn ein Herr Ministerpräsident Michael Kretschmer den inzwischen im Netz routierenden Hashtag #Pegizei als „unverantwortlich“ hält, dann sollte sich der Landesvater Sachsens mal selbstkritisch hinterfragen, warum er das Auftreten der Polizei vorschnell als seriös wertete, obwohl diese eindeutig die Pressefreiheit eine Dreiviertelstunde außer Kraft setzte!

Grauzonen zwischen Rassismus und Hilfestellung Holocaust-Leugnern gegenüber

Im Vorfeld jenes jüngsten Fehlverhaltens seitens der Ordnungsmacht gab es oftmals genügend Anlässe, der Polizei selbst Rassismus zu unterstellen, Anfeindungen gegenüber unbescholtenen Bürgern bis hin zu etlichen Entgleisungen unkontrollierter Gewalt. Die Bilder zu den Schahprotesten vor gut fünfzig Jahren wiederholen sich seitdem in selbstgefälliger Gewohnheit, Knüppel gegen das „linke Pack“, das erschaffene Feindbild einer Antifa rechtfertigt jedwedes hartes Einschreiten, anstatt dem gezielten rechten Terror Einhalt zu gebieten.

Mit diesem arrangiert man sich scheinbar zunehmend, hofiert gar per Polizeieskorte einen Neonazi direkt zum Rednerpult, angeblich sei dieser zur Personalienfeststellung mitgenommen worden. Eine Taxifahrt auf Staatskosten ist das. Punkt. Mit der längst bekannten Aktivistin für Menschenrechte, Irmela Mensah-Schramm, ging man bei der Gegendemo zur AfD-Kundgebung in Berlin eher harsch und nicht zimperlich vor, die sich selbstverständlich gegen die Darstellung der Polizei wehrt.

Daß Bayern zur Demonstration für Holocaust-Leugner in Nürnberg eine maximale Provokation duldet, die Polizei dortigst minimal einschritt, muß niemand wirklich verwundern, wenn schon eine CSU mit Standpunkten einer AfD unerschrocken liebäugelt, das hinterläßt erst recht Spuren bei der Ordnungsmacht. Der Tagesspiegel stellte vor knapp drei Jahren in seinem Artikel die Frage, ob die Polizei Rechtsextreme duldet, es wird angemahnt, man solle interne Rechtsextreme frühzeitig identifizieren.

Offensichtlich ohne wirkliche Wirkung. Racial Profiling und Korpsgeist überschatten den Polizei-Alltag, wer dies dortigst zuläßt, macht sich letztlich mitschuldig an derartigen Entwicklungen. Leichter gesagt als getan, immerhin belastet Mobbing und Ausgrenzung natürlich auch Kollegen innerhalb der Polizei, wird somit unverfroren eine solch rassistische Haltung ausgenutzt.

LKA mit im Boot – Bundespolitik schaltet sich plötzlich ein

Solange der Mann mit Deutschlandhut pöbelnd anonym blieb, nicht zuzuordnen war, außer als „teutscher Recke“ sich wichtig zu tun, war jener Vorgang auf Sachsen und dessen „Sumpf“ beschränkt, brachte ein Cartoonist es dennoch auf den Punkt. Wer das besagte Video sah, hat bestimmt bemerkt, welch „dolles Deutsch“ vor laufender Kamera sich äußerte.

Erst die Bekanntgabe, daß jener Pegida-Demonstrant sich als LKA-Mann entpuppt, ruft nunmehr die Bundespolitik auf den Plan. Bundesjustizministerin Katarina Barley erhöht den Druck gen Sachsens Behörden, fordert rasche Aufklärung. Das muß sie auch, um ihrem Amt Nachdruck zu verleihen. Ob sich dadurch tatsächlich etwas ändert, bleibt mal dahingestellt, darf man anzweifeln, wer den bisherigen Verlauf dieser dramatischen Entwicklung sich vergegenwärtigt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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