Endlich wieder Nazis mitten in Europa

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Hauptsache der Herr setzt sich durch

„Vor drei Jahren wurden wir noch belächelt, seien eine Ausnahmeerscheinung, könnten ohnehin niemals nicht den Bundeskanzler stellen, nur Versprengte würden uns wählen, eine Demokratie sei gefährdet. Das sollte sie auch, wer braucht schon jene links-grün-versifften Gestalten, wir wollen uns durchsetzen, das werden wir jetzt auch!

Bei INSA wurden uns schließlich letzten Montag 32 Prozent prognostiziert, die Union käme demnach gerade mal auf 21 Prozent, während die Sozen sich mit 12 Prozent begnügen müssen. Diese Grünen erhielten 8 Prozent, die Liberalen schaffen es mit 4 Prozent nicht mehr in den Reichs- äh… Bundestag, von den Linken ohnehin schon länger niemand, diesmal gerade mal 1,5 Prozent. Na, drei Mal dürft Ihr raten, wer hier denn das Sagen hat?!

Günstig, daß Italien, Spanien und Frankreich unter rechter Flagge ihre Länder regieren, nix mehr mit lästigen Flüchtlingen aus Afrika, Asien oder sonst woher, gleichwohl keine Lesben oder Schwule sich herumtreiben dürfen. Geht ja gar nicht. Hierzulande wird es keine Pizzen, Döner oder Fish & Chips mehr geben, die Kartoffel hat’s uns angetan. Wie bitte, die kommt aus Südamerika? Quatsch, die gab’s schon immer in Germania!

Wirr dulden keine Prressse, keine anderre Meinung. Meinungsfreiheit war früher, in Pegida-Zeiten nur Mittel zum Zweck! Ja, die Merkel und der Scholz müssen weg, heil Höcke heißt es nun. Der richtet es wie damals der Adi vor hundert Jahren, wird aber auch mal Zeit! Diese langhaarige Brut hat nur jene links-grünen Hirngespinste hervorgebracht. Nix mehr mit Klimaschutz, Asylrecht oder Bildungsfreiheit. Hier herrscht wieder der Herr, arrbeiten bis zum Umfallen, keine Almosen mehrr!

Endlich wieder Nazis mitten in Europa, lang genug haben wirr gewarrtet, ausgeharrt, wurrden verlacht, bis es halt jetzt krracht mit allerr Macht! Die deutschen Wähler haben es möglich gemacht. Sicherlich, die Italiener, Spanier und Franzosen haben auf alle Fälle ihren Anteil, beflügelten die deutschen Gleichgesinnten, es ihnen gleichzutun. Jetzt können wir uns wieder völlig national die Köppe einschlagen so wie früher. Krieg bis zum Endsieg, alle Arier unter einem Stern! Ups, da war doch mal was mit denen in Russland? Einerlei, jetzt sind wir dran, mit vereinten Kräften zurück zum Tausendjährigem Reich!…“

„Tino… du bist mal wieder mit verdreckten Schuhen durch den Flur jeschlappt! Zieh die mal augenblicklich aus!“, schrie Martha unmißverständlich. Tiny Tino reagierte stande pedes, zog sie aus, stellte sie ordentlich ins Regal, schließlich hat sie die Hosen an, mitnichten er. Aber, psst, das darf natürlich niemand wissen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Asylrecht in Gefahr – Europas Festung alles andere als human

Union Handlanger rechtsradikalen Gedankenguts

Von wegen die Asylreform sei ein „historisches Ergebnis“, wie die Bundesinnenministerin Nancy Faeser vor laufender Kamera im ZDF kundtat, „Deutschland habe dafür gesorgt, dass Menschenrechtsstandards eingehalten werden.“ Davon kann eben nicht die Rede sein, sondern im Gegenteil haben sich die EU-Staaten auf ein verschärftes Asylverfahren geeinigt.

Vor über zwei Jahren wiesen wir daraufhin, Frontex-Pushbacks alles andere als einmalige Praxis, weil Europas Grenzpolitik sich keinesfalls an Menschenrechte hält. Seitdem haben sich die Zustände eben nicht verbessert, die brutale Praxis lehrt alle aufmerksamen Beobachter eines Besseren!

Im Mittelmeer hält das Ertrinken flüchtender Menschen an

Während Europa und die Welt einfach wegschaut, die brutale Rhetorik rechtsradikaler Kräfte hat ihre Wirkung mitnichten verfehlt. Italien, aber auch Griechenland oder Libyen machen es uns tagtäglich vor. Hatte Rahel Schlumberger noch im zweiten Interview zur Rettungskette für Menschenrechte positiv Stellung bezogen, ihre Hoffnung auf Besserung betont, schaut es seitdem eher dramatischer aus. Beherzte private Rettungsschiffsakteure werden inzwischen selbst als Schleuser kriminalisiert!

Die Jounalistin Luna Mey zeigt im Arte-Filmbeitrag anschaulich, woran es scheitert: Bootsunglück im Mittelmehr tatsächlich ein „Unglück“? Diese Tragödie sei kein Einzelfall, sondern trauriger Alltag! Der interessierte Zuschauer erfährt hautnah, wie dreist verantwortliche Schiffskapitäne die in Not geratenen Flüchtlinge ignorieren, insofern das Leid billigend in Kauf nehmen.

Thorsten Freis jüngster Vorstoß schießt den Vogel ab

Dabei offenbart der CDU-Innenpolitiker dessen Hartherzigkeit, die eben nicht mit dem Christentum vereinbar sein kann. Er sollte vielmehr die Partei wechseln, mit ihm etliche Gleichgesinnte. Mit seinen Ideen zur Reform des Asylrechts mache Thorsten Frei radikale Positionen salonfähig, wie dem Zeit-Artikel entnommen werden kann, der CDU-Vorstoß zum Asylrecht löst parteiübergreifend Empörung aus. Dabei bezeichnet die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger, Freis Vorstoß als „geschichtsvergessen“. Jens Spahn scheint dessen Vorstoß gar als „wichtigen Beitrag“ zu kommentieren.

Inwieweit die Union sich von einer humanen Politik längst entfernt, wird hier nur allzu deutlich. Dabei dürfen politische Beobachter die Nähe zu rechtsradikalen Ansichten kaum mehr verwundern, schließlich haben sich ganz offensichtlich solche Politiker wie Frei positioniert, man denke in diesem Zusammenhang nur an die Reise nach Florida zu Ron DeSantis von Andreas Scheuer, Dorothee Bär und Florian Hahn.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Du bleibst

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Die Zeilen schwinden,
keine Anschläge mehr
auf dem Papier, das
gerade eben eingespannt
wartet auf den ersten
Abdruck eines Buchstabens.

Stille fegt den Atem
durch das Zimmer mit
einer Zärtlichkeit, die
nicht mal Streicheln
ähnelt, weil keine
Berührung spürbar ist.

Ein leeres Blatt auf dem
der Druck der Schreibwalze
die Worte hinterläßt,
die niemals mehr von dir
gehört werden können.
Du bleibst meine Schwester.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ausbeutung um jeden Preis

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Es bieten sich Chancen an,
da wäre schon was dran,
um Konflikte endlich zu lösen.
Wer waren die Bösen,
wer wollte Gutes tun?

Man sollte nicht länger ruh‘n,
bis die Wahrheit ans Licht rückt.
Du fragst dich dabei ganz entzückt,
wie es im Anschluß weitergeht,
ob es vielleicht doch zu spät.

Um des Rätsels Lösung Willen
sei verraten ganz im Stillen,
vergeßt gute Vorsätze allemal,
das Bier im Glas wird schal,
zu spät wohl die Einsicht.

Denn eigentlich wäre es Pflicht,
mit der Wahrheit herauszurücken,
umsonst jedes simple Bücken,
die Obrigkeit denkt nicht im Traum daran,
sich zu ändern, weder heute noch irgendwann!

So schließt sich denn der Kreis,
weil gänzlich so ohne Scheiß,
jede Aufregung war letztlich verfehlt,
jene Klientel hat ihren Kurs gewählt,
der lautet Ausbeutung um jeden Preis!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Haste was, biste was – haste nix, biste nix

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Ein Plädoyer für Gerechtigkeit

Die Spreu trennt sich vom Weizen, obwohl sie das schon immer tat, nur mit dem Unterschied, daß Bildung gewissen Menschen erlaubt, sich gezielter artikulieren zu können als in vergangenen Zeiten, obendrein im Zeitalter des Internets und somit der Social Media effektiver und zielorientierter Kritik bemerkt wird. Parallel nutzen das die ewiggestrigen Nazis gleichwohl für ihre perfiden Zwecke, die Gesellschaft simpelst zu spalten, dem Haß freien Lauf zu lassen, was sich im Ergebnis dahingehend zeigt, daß Gewalt zunimmt und daher Hemmschwellen sinken, zu beobachten bis hinein bei staatlichen Ordnungskräften. Ein Dilemma sondergleichen!

Neiddebatten mögen nicht unbedingt zielführend sein, aber trotzdem muß man ihnen im Kern beipflichten, denn einfach schweigend eine gen Himmel schreiende Ungerechtigkeit zu dulden, das kann es eben nicht sein. Sie ist per se beim Namen zu nennen: die Schere zwischen arm und reich, sie klafft viel zu weit auseinander. Obwohl manch einer historisch betrachtet in Erwägung zieht, es sei früher gar schlechter gewesen. Ein trügerisch bis trübseliges Urteil, was keinesfall bejaht werden kann.

Warum wohl? Schließlich sollten wir doch meinen, die Menschheit sei angekommen im 21. Jahrhundert. Da bedarf es gleichzeitig der berechtigten Forderung, aus vergangenen Fehlern gelernt zu haben. Fehlanzeige! Weiterhin lassen die oberen Zehntausend, die überreichen Eliten es sich vortrefflich im Übermaß gutgehen, während eine nicht unerhebliche Zahl der Bevölkerung leidet per Krankheiten, Obdachlosigkeit, um nur mal diese zwei Mißstände zu zitieren.

Woran das wohl liegen mag, diese Diskrepanz, letztlich ein Verbrechen wider die Menschlichkeit? Bis heute hat jene überreiche Klientel ihren Kurs weder überdacht noch zugegeben, daß dies im Sinne der Gerechtigkeit geändert werden muß. Allerdings gibt es vereinzelte Superreiche, die durchaus mehr Steuern zahlen wollen. Doch man läßt sie nicht. Immerhin hungert jeder zehnte Mensch auf unserer Erde. Warum wohl handelt die Politik nicht entsprechend zielorientierter?

Der Mensch etwa doch träge und verwöhnt, ohne sein Handeln wesentlich kritischer zu betrachten, um solch gravierende Mißstände auszuräumen, wenigstens abzubauen? Es scheint so zu sein. Welch dramatischer Fehler, der daher solchen Auswüchsen wie Despoten den roten Teppich ausrollt. Diese dürfen und können ungestraft ihre Verbrechen ausleben, niemand hält sie auf, weil ein Netz von Korruption den Laden zusammenhält, Hauptsache einige Wenige lassen es sich sehr gutgehen, der große Rest hat schweigend auf bessere Zeiten zu hoffen. Diese bleiben aber aus, weil zuviel ignorante Zerstörungswut Mutter Erde nachhaltig belastet. Ändern wir das, möglichst schnell, bevor es zu spät sein wird!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes 

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Verewigt mit Blut der Opfer

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Donner, Gewitter ohne Regen
birst die Luft,
die Zeit hängt an ihr in Fetzen,
für ihr Stöhnen gibt es kein Morgen.

Taub das Gespür,
kein Dunst steigt auf
von der vibrierenden Erde,
der die Bruchstücke meines Fühlens
und meiner Worte auffängt.

Wie im Traum fließen keine Tränen,
um das Gesicht zu umspülen,
damit es durch die Hände
wiedererkannt wird.

Mit jeder Bombe fällt ein Traum
vom Himmel, verliert das Gewissen
die Sprache des Lebens, tränkt sich
die Macht mit dem Blut der Opfer,
um ihrem Gesicht auf ewig Namen zu geben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Man, oh Mann, was der Sessel so alles kann

Blaue Landräte unerwünscht!

Was bedeutet Widerstand in Zeiten, wo Nazis längst wieder im Deutschen Bundestag Platz nehmen dürfen, obwohl sie demokratiefeindlich sind? Sie wissen keine Antwort, sind unschlüssig oder aber haben sogar eine Ahnung, trauen sich nicht, diese auszusprechen? Na, nur mutig, hier darf noch die Meinung geäußert werden, ohne erschossen, vergiftet oder aus dem Fenster eines Hochhauses gestoßen zu werden wie in Russland. Also, immer raus mit der Sprache!

Da schweigen Sie einfach. Aha. Tummeln sich lieber auf gewissen Social Media Seiten, um mal zu beobachten, was gleichgesinnt Verängstigte von sich geben. Immer schön im Irrglauben, man könne anonym hetzen, was das Zeug hält. Nach oben buckeln und nach unten treten, das tut Ihnen gut, nicht wahr?!

Schon mal darüber nachgedacht, wohin diese Entwicklung uns führt? Nicht? Zum Faschismus, dann heißt es wieder Heil H., nö, nicht Hitler, sondern Höcke, so wie jener Bernd, äh Björn. Sie wissen schon! Bloß nicht wegschauen, jetzt heißt es, Farbe bekennen. Aus blau wird es erneut braun, ekelerregend, ausgerechnet hierzulande, wo doch in dunkler, vergangener Zeit unzählige Opfer mitten in Europa zu beklagen waren, gesponsert von einer Mischpoke selbstgefälliger Kapitalgeber, die unerschrocken morden ließen. Das wiederholt sich jetzt, live und direkt vor unseren Augen. Und niemand hält sie auf. Warum?!

Sie wissen nicht warum? So wenig Denkvermögen oder gar Phantasie? Schauen Sie sich doch mal um, inwieweit Menschen sich weltweit tyrannisieren lassen. Was dort gschieht, läßt sich ganz offensichtlich mit Leichtigkeit auch hier übertragen. Das beste und simpelste Ventil: eine gen Himmel schreiende Ungerechtigkeit. Einerseits eine kleine Elite der Superreichen, die gefälligst sich alles erlauben darf, eine angebliche Mittelschicht, diejenigen, die den Faschismus hofieren, dulden und eine große Masse an ewiglicher Armut. Und das lassen wir einfach zu, ohne es zu überdenken, trotz all der historischen Erfahrung.

Immer noch sicher, sich in Schweigen hüllen zu müssen? Wegducken hilft niemand, außer den Tätern, die nicht eher ruhen werden, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Das Geplärre der Medien hilft ganz offensichtlich genauso wenig wie die gängige Meinung, eine Demokratie muß das aushalten können. Fehlanzeige. Nazis bekämpft man mitnichten, in dem wir sie dulden!

Was direkt nach dem Zweiten Weltkrieg versäumt wurde, sie nie wieder zuzulassen, hat sich somit als fataler Fehler entpuppt. Jahrzehntelang wurden NPD, die Republikaner und andere rechtsradikale Strömungen belächelt. Mit der blauen Nazipartei darf nunmehr gehetzt werden, völlig legal in der Öffentlichkeit greift sie nach der politischen Macht, weil sie erneut gewählt wird, legitimiert, akzeptiert bis hinein in konservative Kreise, die gleichwohl Macht wittern, um am Ende mit ihnen zu koalieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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