Geld regiert die Welt

Vorbildlich,
die Amis,
ein Präsident
vor Gericht,
oberste Pflicht
geht nicht,
kein Problem,
zu alledem
darf er gewählt werden,
so sind halt Schergen.

Die Welt
schaut
erstaunt zu.
Welch schräge Ruh‘.
Vor dem Gesetz
sind nich alle gleich,
manch einer ganz reich
fühlt sich wie ein Scheich.
Im Land unbegrenzter Möglichkeiten
Mafiosi sich alles erstreiten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Abschied von einfachen Feindbildern

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Eine neue Weltordnung absurder denn je

In der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts tobten die beiden Weltkriege, warfen die USA zwei Atombomben auf Japan, die Welt hielt den Atem an, fast wäre ein Atomkrieg entbrannt zur Kuba-Krise, der noch verhindert werden konnte. Etliche Kriege folgten weiterhin trotz UNO, Nato und Friedensdemonstrationen, die Menschheit verzettelte sich in ein Wettrüsten, während mit Michail Gorbatschow zumindest die Mauer fiel, der Eiserne Vorhang.

Doch anstatt diese Chance zu nutzen, zogen die beiden Supermächte es vor, weiterzumachen. Wladimir Putin wurde komplett unterschätzt, nachdem er erfolgreich den Westen spaltete, am 24. Februar 2022 die demokratische Ukraine angriff, Russlands Führung jedweden Respekt zur Weltpolitik verliert.

Der erbitterte Kampf um die Vormachtstellung

Keinesfalls verwunderlich, daß China sein wahres Gesicht offenbart. Folgt man den Spuren der Geldflüsse, war dies ohnehin schon lange absehbar. Wirtschaftliche Abhängigkeiten und Verflechtungen offenbaren uns tagtäglich, wie die politische Weltbühne eigentlich tickt. Mit Blick zu Großkonzernen und mafiösen Strukturen, die überall brutal mitmischen, verharrt die Politik nahezu in Tatenlosigkeit, wirken rechtsstaatliche Maßnahmen wie ein Tropfen auf den heißen Stein, sie verdampfen jäh fortlaufend.

Wer gewinnt am Ende das Rennen um die Weltmacht? Die USA haben genug mit sich selbst zu tun neben wachsam beäugten Konflikten wie den Ukraine-Krieg, den Pazifik in Südostasien, die Ressourcen in der Arktis, etlichen anderen weltweiten Kriegskonflikten. China wartet lächelnd ab und plant längst eigene Maßnahmen, während andere Staaten gleichwohl mitkosten wollen an der Vormachtstellung zur Weltherrschaft.

Indien, Iran und Russland bleiben nicht tatenlos

Bündnisse wie die Nato, die G7-Staaten, die UNO oder BRICS zeigen deutlich erkennbar, wohin die Weltpolitik es verschlägt. Sie taxiert Möglichkeiten, Kriege zu vermeiden und neue ins Leben zu rufen, je nach Bedarf. Ein dramatisches Kalkül, wobei stets Zivilgesellschaften zu leiden haben, Flüchtlingsströme eher zunehmen, das Ganze flankiert von einer menschenverursachten Klimakrise, die keinesfalls zielsicher gelöst wird. Zu viele potentielle Gegner dieser Erkenntnis glänzen per Ignoranz, nur die eigenen Vorteile im Visier.

Während das westliche Bündnis bröckelt, fühlen sich die BRICS-Staaten berufen, eigene Wege zu ersinnen, die Weltherrschaft zu übernehmen. Ob das ihnen gelingt, bleibt mal dahingestellt. Allein solche politischen Scharmützel bedeuten noch mehr Leid, neue Kriegsgefahren, einen dritten Weletkrieg mal ausgeklammert, der jederzeit entflammen kann.

Der Abschied von einfachen Feindbildern hat sich längst vollzogen, die rasant technische Entwicklung zusammen mit Machtphantasien besonders von gewissen Despoten ermöglichen unberechenbare Spannungen, die nicht nur in Kriegen ausarten, sondern ganze Völker erpressbar machen, Katastrophen hervorrufen, die ein Vielfaches an Leid bedeuten. Überschaubare Entwicklungen waren gestern. Die Zukunft verheißt nichts Gutes, es sei denn, Mensch besinnt sich noch rechtzeitig, bevor der Zug abgefahren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Politik der lauten Töne

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Marktgeschrei statt konstruktive Lösungen

Mit Blick zur Menschheitsgeschichte hat sich stets auch das politische Geschehen geändert, unabhängig von Eroberungen, Kriegen, Katastrophen und Fehleinschätzungen, die allesamt für sehr viel Leid sorgten. Insofern gab es wohl kaum Gewinner, sondern viel eher Verlierer. Im alten Rom sorgten Brot und Spiele für entsprechende Ablenkung, um das Volk stillzuhalten. Heutzutage erledigt dies sowohl der Fernseher als auch das Internet. Lerneffekt gleich Null?

Was zeichnet wohl den mündigen Bürger aus, der weiterhin sich viel eher rar macht, obwohl Immanuel Kant ihn so gern aktiv miterlebt hätte? Trägheit, Politikverdrossenheit, desillusioniertes Verhalten wider den Verstand? Eine schier ignorierende Geschichte trotz all unseres Wissens, irgendwelchen Verschwörungsmythen hinterherhechelnd? Dramatische Umkehrung logischer Konsequenz, um im Fatalismus zu verharren, unfähig Fakenews von realen Begebenheiten zu unterscheiden? Ein trauriges Fazit, vor allem hoch gefährlich im Sinne unserer Freiheit, die dabei flöten geht!

Hierzulande tönt eine AfD, gestärkt hervorgegangen aus minderbemittelten Parteien und rechtsradikalen Strömungen, die zuvor ein Schattendasein fristeten. Schon plärren gewisse Herren der Union ins selbe Horn, nutzen die gleichen Parolen wie jene Nazischergen, üben sich in platten Phrasen, unverhohlen, weil’s so schrecklich simpel funktioniert, der trägen Masse damit zu imponieren. Gewisse Medien nutzen dies gleichwohl, um selbst Gewinne damit einzufahren. Kurt Tucholsky hätte ohne weiteres sich erneut umgebracht angesichts solcher Entwicklungen mitten in Europa, ausgerechnet in Deutschland.

Da erfreuen sich jene angeblich konservativen Medien, die Ampel madig zu machen, erhoffen sich ein Stück vom faschistischen Kuchen, der überall angepriesen, während Scholz und Co. nahezu stumm verharren. Was sollen sie auch dem entgegensetzen, außer an ihrer Politik festzuhalten? Unkenrufen zum Trotz verbleiben jene Prognosen, was dann passieren würde, sollte sonntags gewählt werden. Eine wiederauferstandene Union und diese Nazis mit großer Mehrheit. Was noch direkt nach dem 2. Weltkrieg nie wieder geschehen sollte, fast achtzig Jahre später möglicher denn je?

Viel Marktgeschrei statt konstruktive Lösungen besonders von einer Opposition, die schon bald hierzulande politisch wieder ran darf. Möge uns das explizit erspart bleiben, 40 Jahre Union war alles andere als gute Politik. Zusammen mit den Nazis bedeutet dies Totalversagen, auch wenn Herr Merz seine Brandmauer beschwört. Sie fällt in sich zusammen, wenn Schwarz-Grün auf Bundesebene eben nicht stattfindet! Auch eine Sahra Wagenknecht kann’s mitnichten richten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Stumm und blind

Für mich kein Wort
mehr übrig,
jeder Hauch, eure
Stimme zu schade
für mich.

Espen flüstern
ihre Lieder,
Weiden schwenken
hängende Zweige im See,
ihre rhythmische Sprache
nicht fremd für mich.

Nur ihr, die ihr mich
kennt seit Kindertagen,
ihr verweigert jeden
noch so leisen Laut,
weil eure Augen mich
nicht spiegeln, seid ihr
stumm und blind für mich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Keine Zeit

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Keine Zeit zum Reden
dafür etliche Fehden
Keine Zeit zum Schlafen
dafür Opfer begaffen
Keine Zeit für Frieden
dafür sich bekriegen
Keine Zeit zu teilen
dafür in Palästen verweilen
Keine Zeit zu lieben
dafür fremd getrieben
Keine Zeit zum Träumen
dafür vor Haß schäumen
Keine Zeit verantwortlich zu sein
dafür Lügen nur so zum Schein
Keine Zeit Kinder zu erziehen
dafür in andere Beziehungen fliehen
Keine Zeit
so gar nicht bereit
alles andere als gescheit

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Lieder gegen Menschenverachtung

Trubartics CD veröffentlicht

Vor fünf Jahren interviewten wir bereits den Liedermacher Trubartic, wobei damals schon der Titel seiner Musik feststand: Lieder gegen Menschenverachtung, er bestätigte, daß eine CD in Planung sei, die nunmehr im September veröffentlicht wurde.

Vierzehn Lieder, allesamt ebenso komponiert, musikalisch begleitet und mit bearbeitet von Jürgen Fastje, ein professioneller, guter Freund Trubartics. Vierzehn Titel, die durchaus als Appell wider menschliche Grausamkeit verstanden werden sollten, ein Aufruf an alle freiheitsliebenden Demokraten.

Unantastbar – in erster Linie die Betonung zum GG, Artikel 1, die Würde des Menschen ist unantastbar. Im Refrain: Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu schützen, unser höchstes Gut, dieses Grundrecht ist durch nichts ersetzbar gegen Herrenmenschenwahn und faschistischer Wut. Jürgen Fastje begleitet mit der E-Gitarre per Solo-Einsätzen.

Kriegskinder – das Gedicht schrieb Barbara Naziri. Im Refrain zu lesen:

Kindermörder, Kriegsverbrecher, so maßlos und so kalt
gnadenlos, machen nicht mal vor Geburtshäusern halt
morden feige aus der Ferne kleine Leben
ihren Schutz, unsre Hoffnung, Ihre Seelen
unsren Schutz, ihre Zukunft, unsre Seelen

Mit unverwechselbarer Stimme singt Trubartic die eindringlichen Strophen ihres Gedichtes, eine treffsichere musikalische Vertonung, auch hier im Video zu verfolgen.

Kleine Seele – ein Antikriegslied, wenn Eltern ihre Kinder in Kriegen verlieren, Fassungslosigkeit einen schier übergroßen Raum einnimmt. Der Schmerz darüber trägt das Lied, ohne dabei pathetisch zu werden, aus tiefstem Herzen wird der Verlust vorgetragen, die Sinnlosigkeit grausamer Kriegsgeschehen.

Ukraine – es zerreißt mein Herz, wie furchtbar ist dein Schmerz, was wird dir angetan, im mörderischen Wahn, so die ersten Zeilen, um im Refrain deutlicher zu werden:

Der Killer kommt direkt aus deiner Nachbarschaft,
Ist skrupellos, dein Bruder war der nie.
Ein Hasardeur versteckt, sein Hass ist seine Macht,
Ein Gernegroß, Autokrat der kalten Despotie.

Expliziter kann man kaum mehr diesen völkerrechtswidrigen Krieg Russlands gegen die Ukraine musikalisch kommentieren.

Zan*Zendegi*Azadi – Frau*Leben*Freiheit: Für Euch – nach einem Gedicht von Barbara Naziri. Trubartic spricht hierbei von der iranischen Schlüsselrevolution, aus seinem YouTube-Video rezitiere ich seine Eingangserklärung: Der Mut der Frauen und der unterstützenden Männer im Iran ist für mich atemberaubend. Unbeschreibliche und mörderische Gewalt, Sittenmiliz, Knüppel, scharfe Munition, Gefangennahme, Folter und Todesstrafen halten sie nicht auf, das verkrustete, korrupte, diktatorische und brutale Mullahfaschismus-Regime abzulösen. Seit September 22, seit der Ermordung der 22-jährigen Masha Jina Amini, demonstrieren tausende Menschen gegen einen durchstrukturierten, staatspatriachatsreligiösen und brutalrepressiven Unter-drückungsapparat, der sich von Gott persönlich eingesetzt sieht und seine Autorität mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt. Insbesondere Frauen werden im Iran bevorzugt nachhaltig benachteiligt. Und insbesondere Frauen stehen für diese Revolution.

Das Fritzchen mit dem Banjo – ein Antikriegslied, Trubartic weist hier im Video zum Lied auch auf den Film Die Brücke hin, den er 1970 in der Schule zum ersten Mal gesehen hatte, wie er selbst und seine Mitschüler*innen bestürzt waren. Ein Credo für Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, gegen Hetze populistischer, politischer und religiöser Art.

Heiliger AfD-Wutbürger in 28 Schritten – trefflich zusammengetragene Sprüche dieser Nazi-Partei, die jeder aufrechte Demokrat nur negieren kann und muß. Umso wichtiger dies auf allen Kanälen zu tun, erst recht unter Kunstschaffenden. Denn es ist schnell die Zeit künstlerischer Freiheit beendet, wenn sie an die Macht kämen!

Höckes Welt – ein Satz von Trubartic sprang mich sofort an in seinem Text zum Video: Wenn ein Berufspolitiker wie Höcke so häufig antisemitische oder rassistische Anspielungen in seinen Reden formuliert, kann niemand mehr von einzelnen Ausrutschern sprechen. So ist es, genau darum geht es, vor den neuen Nazis zu warnen, so wie in diesem Lied, per Banjospiel begleitet.

Die Ballade von kein Spass – vor sechs Jahren bei YouTube erschienen, hat die Essenz des Liedes weiterhin traurige Gewißheit, wie simpel eine AfD hofiert wird, nicht zufällig, sondern mit freundlicher Unterstützung mitten in der Gesellschaft. Die verantwortliche Politik hat ein großes Stückweit mit dazu beigetragen per Kapitalismus, verfehlter Flüchtlingspolitik, sozialen Mißständen.

Vom Menschen – eine Interpretation von Bert Brechts Einheitsfrontlied, dessen Musik der österreichische Komponist Hanns Eisler schrieb, somit von Trubartic umgeschrieben, versteht sich. Ihn beeindruckten auch die Coverversionen von Ton Steine Scherben sowie von Hannes Wader als auch von deutschen Punk-Bands.

Farben – für eine bunte Welt, gegen Rassismus. Im YouTube-Video wird anschaulich von Trubartic geschildert, wie dieses Lied entstand, was ihn dabei bewegte. Bunte Menschen sind mit dabei, so betont im Text, der Haß auf Menschenfarben hat kein Recht, natürlich nicht!

Kein Mensch ist illegal – was für ein toller Beginn mit seiner Mundharmonika, um dann mit Banjo und Gitarrenspiel textlich die absurde Behauptung so unterstreichen, warum denn der Mensch illegal sein soll! Gefangen in der Freiheit einer Welt, in der Unrecht zu Recht wird, musikalisch per Gitarren-Solo begleitet. Ein Lied, was unter die Haut geht.

Ghandikämpfer*in – für Fridays For Future, wie Trubartic unterstreicht im Lied. Sein Herz und seine Hoffnung sind bei ihnen. „Luisas und Gretas Wert ist aber monetär nicht zu messen. Tragischerweise hat das intern. Finanzkapital diese Tatsache noch nicht begriffen“, wie er im Text schildert. Mehr dazu im YouTube-Video-Text.

Fridays For Future, bitte, nehmt mich mit Euch – als Vorlage dient das italienische Partisanenlied Bella Ciao, welches vor über 100 Jahren entstanden. Zu Recht betont Trubartic, wie wichtig diese Bewegung sei, wohl mit die wichtigste Bürger*innenbewegung unserer Zeit. Dem kann ich nur zustimmen.

Trubartics CD Lieder gegen Menschenverachtung, eine gelungene Protestsong-Sammlung, die durchaus jede/n Hörer*in erreichen kann und soll, besonders in diesen Zeiten, wo Autokraten und Nazis sich mal wieder formieren wie vor hundert Jahren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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Bergkarabachkonflikt beschäftigt erneut die UNO

Aserbaidschan beschießt zivile Ziele

Vor über drei Jahren brachen im Juli Kämpfe zwischen armenischen und aserbaidschanischen Streitkräften aus und zwar nördlich von Bergkarabach zwischen Tovuz und Tawusch, wobei schließlich am 09. November   nach der Einnahme von Şuşa ein Waffenstillstand unterzeichnet wurde. Trotzdem kam es immer wieder zu Grenzkonflikten, schließlich begann die aserbaidschanische Regierung im Dezember 2022 mit einer teilweisen Blockade des Latschin-Korridors.

Jetzt greift Aserbaidschan Ziele in Berg-Karabach an – Erste Tote gemeldet. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat von Aserbaidschan ein sofortiges Ende der Militäraktion in Bergkarabach gefordert. „Aserbaidschan muss den Beschuss sofort einstellen und an den Verhandlungstisch zurückkehren“, verlangte die Grünen-Politikerin am Dienstag am Rande der UN-Vollversammlung in New York, während Frankreich eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats fordert.

Türkische Intervention deutlich – Aserbaidschan-Affäre läßt tief blicken

Während die EU und die USA sich auf die Seite Armeniens stellen, beliefert bis heute die Türkei Aserbaidschan mit Waffen und ihrem militärischen Knowhow. Schon klar, schließlich hat Erdoğan es nicht für nötig gesehen, den Völkermord an den Armeniern zu entschuldigen. Insofern paßt da diese freundschaftliche Haltung zu Aserbaidschan.

Hierzulande werden die Verwicklungen einer Reihe von Politikern der deutschen Regierungsparteien CDU und CSU in Geschäfte mit Aserbaidschan und die damit in Zusammenhang stehenden Vorwürfe von Lobbyismus und Korruption bezeichnet, u.a. gegen Eduard Lintner, Karin Strenz sowie Axel Fischer, Mark Hauptmann, Thomas Bareiß und Olav Gutting. Dabei wurde damals auch von ihnen Druck gegen Heiko Maas geltend gemacht, das Auswärtige Amt möge die armenische Position im Bergkarabachkonflikt verurteilen.

Die Rolle Russlands eher unklar

Zwar beteuert die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bei einem Pressebriefing, das Blutvergießen und die Kämpfe müßten beendet und der Konflikt auf diplomatischem Weg gelöst werden. Sie wies zugleich in Armenien erhobene Vorwürfe zurück, daß Russland in die Angriffspläne Aserbaidschans eingeweiht gewesen sei. Die dort stationierten russischen Truppen hätten erst Minuten vor dem Beginn des Militäreinsatzes davon erfahren.

Das Außenministerium von Armenien verlangte letzte Woche, daß Aserbaidschan diese Gebiete räumt. Baku erwiderte, Armenien halte immer noch acht aserbaidschanische Dörfer besetzt. Dabei blockiere Baku seit Monaten die Verbindung der etwa 120.000 Karabach-Armenier nach Armenien, im Gebiet fehle es an Lebensmitteln und Medikamenten. Kann man hierbei Russland doppelzüngiges Verhalten vorwerfen, zumal es sowohl Armenien als auch Aserbaidschan Waffen liefert? Man kann und sollte, erst recht mit Blick gen Ukraine-Krieg.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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