Liegende Treppen

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Golden glänzte der Weg,
geradeaus führten die Schienen
zu irgendeinem Horizont,
bis ich dort ankomme,
wird die Zeit eine andere sein.

Besteck klapperte an den Tischen,
niemand sah die verrußten Töpfe,
die einst wie das Mondlicht glänzten,
Schweißperlen tropfen auf das Hemd,
Latexgefühl auf der Haut.

Jeder Tritt auf den Schwellen
bringt mich schneller voran,
leichtfüßig springe ich auf
der liegenden Treppe,
mein keuchender Atem treibt mich an.

Züge fahren hier schon lange nicht mehr,
keine winkenden Passagiere an den Fenstern,
um mein Lächeln mit ihnen
auf die Reise zu schicken,
ich bin unterwegs, mein Lächeln wiederzufinden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Letzte Demokratie im Nahen Osten vor dem Zerfall

Netanjahus Justizreform offenbart nichts Gutes

Seit der Parlamentswahl im Dezember des letzten Jahres sind zum ersten Mal rechtsextreme Politiker an der Regierung in Israel beteiligt. Unter dem Kabinett Netanjahu VI, der 37. Regierung, muß der Nahe Osten bangen, daß dessen letzte Demokratie autokratische Züge erhält, ganz ähnlich wie im europäischen Ungarn oder Italien.

Kein gutes Omen oder Zeichen, schließlich haben die ultranationalistischen und ultraorthodoxen Mitglieder der Regierung Netanjahus Dramatisches vor, weil sein Justizminister Jariv Levin per neuer Justizreform die Justiz schwächen, die Kontrolle der Regierung über Gerichte und Beamte verstärken will. Die Demokratie soll somit ausgehebelt werden.

Was für eine brisante Mischung

Mit Blick zum 6. Kabinett Netanjahu wird sehr deutlich, wohin die Reise geht, wer sich die vertretenden Parteien vergegenwärtigt. Allen voran die größte konservative Partei Likud, deren Parteivorsitzender Benjamin Netanjahu selbst, die Schas, eine ultraorthodoxe israelische Partei, unter ihrem Vorsitzenden Arje Deri, die Tkuma, eine orthodox-jüdische, nationalistische Partei mit ihrem Vorsitzenden Bezalel Smotrich, die Otzma Jehudit, eine religiöse und nationalistische israelische Partei, den Vorsitz hat Itamar Ben-Gvir inne, die Partei des Vereinigten Thora-Judentums (VTJ), die Yitzhak Goldknopf als Vorsitzender leitet, somit tatsächlich eine ziemlich problematische Mischung.

Selbstverständlich hat und mußte Joe Biden die geplante Justizreform scharf kritisieren. Doch läßt sich Netanjahus Kabinett dadurch beeindrucken, zumal die rechtsradikalen Hardliner in der Regierung unbedingt gerade unter Ben-Gvirs Führung die öffentliche Sicherheit zu dessen Gunsten straff organisieren will, Kritiker die geplante Nationalgarde als steuerfinanzierte Privatarmee bezeichnet?

Der faschistoide Weg gefährdet letztlich demokratische Freiheiten

Was nicht nur im Nahen Osten spürbar sich offenbart, sondern europa- und weltweit! Konservative und Nazis im Vormarsch, so mein Statement zu Beginn des letzten Monats. Daran hat sich leider nichts geändert, ganz im Gegenteil. Mit Blick zu Wahlprognosen hierzulande oder auch in anderen Ländern muß jedem liberal denkenden Menschen das Grausen erfassen. Nichts aus der Geschichte gelernt? Vor allem, woran liegt’s, daß mündige Wähler sich so simpel von Autokraten gängeln lassen?!

Die neue rechtsextreme Regierung verspricht Eskalation, so die Einschätzung auch der Berliner Zeitung nach der Wahl im 22. Dezember 2022. Inzwischen hat sich die Lage in Israel erheblich verschärft, die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern nehmen wieder zu. Vielleicht sollten die Israelis sich einer eigenen Weisheit erinnern, die besagt: Zögen alle am gleichen Strang, würde die Welt kentern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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ESC alles andere als schee

Wenn die Loreen mit Tatoo am Ende siegt,
die begehrte 67. Trophäe kriegt,
dann zieht Schweden mit Irland gleich,
beide sieben Mal auf einem Streich.

Mit Gesang hat der ESC kaum was zu tun,
scharfe Kritik wird nicht länger ruh’n,
bis driftige Argumente zählen,
selbst beim neuartigen Punktewählen.

Dabei hatte Remo Forrer friedliche Ideen,
auch die von Tvorchi ließen sich sehen,
La Zarras Stimme auf dem Turm imposant,
doch was geschah erneut mit Deutschland?

Lord Of The Lost per Dark Rock auf der Bühn‘,
sie meinten noch, dies sei wirklich kühn,
doch es wurde mit achtzehn Punkten der letzte Platz,
so schnell kann’s gehen, ratz fatz.

Selbst die Gastgeber mit Mae Muller ganz hinten,
was bedeuten wohl beim ESC jene Finten?
Verkommen als gezieltes Musikgeschäft
er letztlich den Run aufs große Geld nachäfft!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Angst und Krieg

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Angst und Angst
und marsch und marsch
Schritt auf Schritt
und Tritt in den Arsch

Befehl und Befehl
und links und rechts
Augen geradeaus
und Willen brechts

Uniform und Uniform
und zack und zack
entmenschlicht zum Wohl
und für Schisser im Frack

Gewalt und Gewalt
und zuhauf und zuhauf
Leichen bedecken die Erd
und Haß liegt obenauf

Trommel und Trommel
und bumm und bumm
Taktgeber für Geschosse
und jenen, die stumm

Krieg und Krieg
und töten und töten
Angst erst schürt
und Liebe geht flöten

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Orwells 1984 in Russland längst gängige Praxis

Schnauze halten, bloß nicht aufmucken

Wann muckt endlich das Volk gegen seinen Despoten auf? Was muß denn noch alles geschehen im größten Land der Erde? Hat nicht Stalin den Russen aufgezeigt, wie simpel dieser das eigene Volk beherrschen darf, nichts aus der Geschichte gelernt, von Moskau bis Wladiwostok? Blicken wir doch mal genauer hin, was Wladimir Putins Staat seinen Mitbewohnern eben nicht gönnt: den freien Willen!

Nicht erst mit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine werden die Menschen in der Russischen Föderation gezielt bewußt verunsichert. Dies wohl reine Absicht, um die eigene Macht ungeschoren auszubauen. Im Prinzip das Rüstzeug aller Despoten. Jeder lebt in seinem Versteck für sich, so der Titel des Artikels der taz von Inna Hartwich über die Willkür in Russland.

Erinnerungen an die Stasi des DDR-Staates keimen auf

Jeder bespitzelt jeden, bloß nicht auffallen und voller Mißtrauen den Alltag bewältigen. Beim Lesen von George Orwells Roman 1984 beschlich bereits den aufmerksam Interessierten ein mulmiges Gefühl über die dortigen Zustände, Assoziationen zur Nachkriegszeit keimten auf, erst recht beim Vergleich mit dem DDR-Regime und dessen Stasi-Methoden.

Wladimir Putin hat dieses Modell nonchalont einfach übernommen, wie die gängige Praxis ganz offensichtlich aufzeigt, folgt man den Zeilen von Inna Hartwich. Was man vielleicht noch als Aprilscherz belächelnd werten mag, entpuppt sich als knallharte Realität. Und das im aufgeklärten 21. Jahrhundert. Geschichtsklitterung sei Dank greift die Propaganda-Maschinerie des Oberoligarchen Putin, der gewissenlos die russische Bevölkerung verunsichert, so die kurze Zusammenfassung dortiger Zustände!

Wann folgt der große Knall, ein Aufbäumen wider das faschistische Russland?

Sie haben richtig gelesen. Ein Despot, der dermaßen unerschrocken das eigene Volk regiert, den muß man einfach als Faschisten bezeichnen. Wenn Medien zensiert, Oppositionelle eingesperrt, umgebracht oder mundtot gemacht, Nachbarstaaten überfallen werden, dann regiert eine Alleinherrschaft, die mit demokratischen Gepflogenheiten nichts mehr gemein hat.

Wieviel Leid muß die russische Bevölkerung noch über sich ergehen lassen, bis sie endlich entprechend reagiert? Formieren sich bereits kleine Terrorzellen, weil kaum ein anderer Ausweg sich bietet? Wie Handeln gegen den Ex-KGB, dem heutigen FSB? Bei soviel Unsicherheit bleibt einer Opposition wohl nichts anderes übrig, als andere Wege zu ersinnen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung 

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Besser hinschauen

Kinderarbeit bei Fastfoodkette
in den USA entlarvt,
was manch Verbraucher schafft,
ob schlanke oder fette,
hat wohl keine Bedeutung,
Hauptsache Profit am Ende,
die Wirtschaft kommt in Schwung,
eingeheimst die ein oder andere Spende.

Verantwortliche bleiben außen vor,
Schmiergelder erfüllen ihren Zweck,
wer dabei wohl Vertrauen verlor,
fragt sich die Journalie ganz keck,
Politik hat offensichtlich versagt,
ihren Job schlecht gemacht,
nicht eindringlich hinterfragt,
hat nun gewisse Wut entfacht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Absurdistan suhlt sich im Wahn

Wenn Weidel und Höcke vereint, der wahre Demokrat weint

Auf auf, Ihr tollen Recken, jetzt lautet’s: nicht mehr verstecken. Was gestern noch in deutschem Lande reichlich verpöhnt, heute erst recht auf jedem Platz unsere Demokratie voller Inbrunst verhöhnt. Ein gefährliches Duo T-Online neulich schreibt, was dabei wohl jene AfD so treibt!

Die Nazis sehen sich längst im „Vorwahlkampf“, welch stoisch gutgemeinter Krampf. Zu dumm, daß tatsächlich immer mehr Menschen hierzulande, sei’s drum, jene Partei wählen, jeden scharfen Verstand damit quälen. Woran das wohl liegen mag, sieht man woanders wie z.B. in den USA ziemlich stark. Dem Humpty-Trumpty loofen sie dort immer noch nach, egal wie groß die eigens verschuldete Schmach!

Aber Hauptsache „Höcke, Höcke, Höcke“ lauthals proleten, dagegen hülft nicht mal mehr beten. Oder gar Hippie-Feten? Schließlich klauen die Nazis wie eh und je manchmal fabrizierte linke oder nicht linke Idee. Sie behaupten, sie seien jetzt eine Friedenspartei. Oh weih! Ausgerechnet der Putin wird hofiert, völlig ungeniert, dieser sei kein Feind, sondern ihr Freund. Ein Despot per Angriffskrieg wird simpelst gelobt. Rums, schnell mal den Verstand ausgeknockt.

Was früher manch Linke auf ihre Fahnen jeschrieben, wird nunmehr von den Nazis fortgetrieben. Die Amis sind an allem schuld, jener simple Kult. Kein Wunder wie solch Ammenmärchen funktioniert, zumal eine Sahra völlig ungeniert faschistoide Phrasen allüberall tönt. Von wegen die DDR sei ein friedliches Land jewesen, für die Stasi gab es laut ihr offensichtlich also keene Spesen? Naja, auf die Wahrheit kommt’s wohl nicht an, so der verwaschene, tröge Bann.

Welch trügerisches Zeichen beim Theaterplatz in Erfurt? Zu wenig treue Gesellen gänzlich ohne Sicherheitsgurt? Nanu nana, wo bleiben die Massen, schreien Hurra? Doch dem Höcke und der Weidel scheint dies egal zu sein, sie schillern dennoch nur mal so zum Schein. Schließlich würden laut Kantar genauso viele Wähler ihr die Stimmen geben wie den Grünen. Also nix mit sühnen. Nazis leben ohnehin gänzlich frei von Schuldgefühlen, tun im zweifelsfall ihren Frust per Humpen herunterspülen. Hinterher greift deren Rache, dann jib et nichts mehr zu lache.

Wer immer noch meint, hierzulande wieder die Sonne scheint, sollte tunlichst wachsam jene Nazibrut beäugen, das nämlich können so manche bestimmt bezeugen, sie formieren sich öffentlich oder versteckt per geheimen Treffen, um jeden anzukläffen, der es wagt, sie zu kritisieren. Danach ham se nüscht mehr zu verlieren! Also, uffjepaßt, bevor sie wieder ungeniert parieren!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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