Aberglaube: Glück und Unglück liegen dicht beieinander

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Ankomme Freitag, den 13.

So lautet der bekannte Song vom deutschen Liedermacher Reinhard Mey, der 1969 erschien. Wunderschön in diesem Text dargestellt die vielen Mißgeschicke, die ihm dabei unterlaufen, um den Termin mit Christine wahrnehmen zu können, die sich per Tele-gramm angekündigt hatte für Freitag, den 13. um 14 Uhr.

Am Ende, als er vorläufig zwangsweise auf der Wache sich befindet, stellt sich heraus, daß heute erst Donnerstag, der 12. ist. Was will uns Reinhard Mey mit diesem Lied auf den Weg geben? Eine überzogene Hysterie im Falle dieses Datums? Betrachten wir uns mal den Ursprung.

Hysterie über die 13 in Verbindung von Unglücken

Im Volksglauben gilt Freitag, der 13. als ein Tag, an dem viel Unglück geschieht. Diese Kombination aus diesem Wochentag, dem Todestag Jesu und die 13 als Unglückszahl stammt letztlich aus christlicher Tradition. Als Triskaidekaphobie (aus griech. τρεισκαίδεκα treiskaídeka „dreizehn“ und φόβος phobos „Furcht“) wird die aber-gläubische Angst vor der Zahl 13 bezeichnet. Im medizinischem Sinne spricht man hierbei von einer Phobie, wenn alles unternommen wird, was mit der 13 zu tun hat zu umgehen, zu vermeiden.

Dies kann man bis heute in manchen Hotels beobachten, wo es kein Zimmer 13 gibt oder in Hochhäusern, wo die 13. Etage nicht vorhanden ist. Termine aller Art werden einfach vermieden. Und für Freitag, den 13. gibt es auch einen Fachbegriff: Paraska-vedekatriaphobie („Rüsttag [v.a. vor dem Sabbat]“). Immerhin wurde noch zwischen den Jahren 2006 und 2008 bei einer Auswertung von Krankmeldungen festgestellt, daß an solchen bestimmten Tagen die Krankschreibung der Arbeitnehmer drei- bis fünfmal höher war als im Durchschnitt.

In vielen Völkern war aber die 13 unbedingt eine Glückszahl

Für die Japaner ist die 13 eine Glückszahl. Wir müssen allerdings nicht in die Ferne schweifen, denn auch für die Germanen galt die 13 als Glückszahl. Es sollen 12 weise Männer auf See gefahren sein, um die „Lex Frisionum“ (aus dem lat. das Gesetz der Friesen) zu verfassen. Bei einem aufkommenden Sturm war ein dreizehnter Mann erschienen, der das Steuer übernommen haben soll, das Schiff souverän durch den Sturm steuerte, um danach den 12 Weisen das Gesetz der Friesen zu diktieren. Danach soll er verschwunden sein. In der jüdischen Tradition ist die 13 ein Symbol Gottes, da sie über der 12 steht.

Als Erfinder dieses Datums gilt der US-Amerikaner Thomas W. Lawson, der am Ende des 19. Jahrhunderts infolge einer Börsenspekulation zum Multimillionär wurde. Im Jahre 1907 schrieb er den Roman „Friday the 13th“. Schon neun Jahre später wurde der Roman vom deutschen Regisseur Richard Oswald mit dem Namen „Freitag der 13.“ verfilmt und dem Kinopublikum gezeigt. In der Handlung ging es um eine Familie, deren Mitglieder stets an einem solchen Tag verstarben. 1944 wurde der Aberglaube erneut geschürt, und zwar mit der Komödie „Freitag der 13.“ unter der Regie von Erich Engels.

Übrigens gibt es in manchen Ländern eben nicht diese Kombination, sondern eine andere. In Griechenland, Spanien und Lateinamerika werden Dienstage, die auf den 13. eines Monats fallen (Martes 13) als Unglückstage gesehen. In Italien ist Freitag, der 17. ein Unglücksdatum.

Trugschlüsse zum Aberglaube

Man kann vieles zum Aberglauben berichten, es aber auch lassen, weil Gegenstand dieses Artikels eben Freitag der 13. sein soll. Vergessen wir nicht, daß oftmals ein privater Aberglaube entstehen kann, wenn bestimmte Erfolgs- oder Unglückserlebnisse mitein-ander verknüpft werden und dabei noch zufällige Begleiterscheinungen einhergehen. Wird dann eine kausale Verknüpfung hergestellt, ist die Suggestion eines Aberglaubens perfekt.

Denjenigen, die immer noch Freitag, dem 13. mißtraurisch begegnen, sei mitgeteilt, daß dieses Datum einmal jährlich, allerhöchstens dreimal vorkommt. Zuletzt war das in diesem Jahr am Freitag, den 13. April. Vergessen wir dabei nicht, daß aufgrund von Aberglauben auch vieles förmlich „angezogen“ wird. Genau dies war auch einer der Beweggründe für Reinhard Meys Lied.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

 

 

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Nicht vor sieben

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Der Gockel schrie
nicht um sieben.
Ein Baby lag
neben der Tonne.
Der Professor starb
gestern Mittag.
Sie bewunderte
die Farbenpracht
der neuen Stoffe.
Kirchenglocken
läuten nur sonntags
zur Andacht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Schundliteratur kontroverser Kritik ausgesetzt

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Eine Spaßgesellschaft setzt sich durch?

Den Begriff der Schundliteratur gibt es ganz besonders seit der Weimarer Zeit, als dort das Gesetz mit dem Titel „Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutz-schriften“ im Dezember 1926 beschlossen wurde.

Damit dies auch in der Praxis Anwendung finden konnte, wurde extra zu diesem Zwecke die Leipziger Oberprüfstelle für Schund- und Schmutzschriften ins Leben gerufen, deren Aufgabe darin bestand, als Revisionsinstanz darüber zu entscheiden, welche Verfasser und Verleger einen Antrag auf Nicht-Aufnahme bzw. Streichung stellen konnten. Die National-sozialisten hoben es 1935 kurzerhand auf. Seit 1954 gibt es in der BRD die Bundesprüfstelle für jugendgefährdete Schriften, die im Jahre 2003 mit anderen Gebieten anders geregelt wird im Rahmen des Jugendschutzes.

Wilhelm Hauff parodiert Heinrich Clauren

Die Frage, die sich dem aufmerksamen Leser stellt, ist doch, wer Schundliteratur beurteilt, also daher festlegt, welche Bücher, Hefte und somit Schriften in diese einzuordnen sind. Nun, es sei hier ein Vorfall angeführt, der damals unbedingt einen berechtigten Skandal hervorgerufen hatte. Sie alle werden mit Sicherheit schon mal von dem Schriftsteller Wilhelm Hauff das ein oder andere Märchen gelesen haben, wie z.B. Die Geschichte vom Kalif Storch. Im Jahre 1825/26 wagte der noch sehr junge Wilhelm Hauff den meist-gelesenen deutschen Romancier, Heinrich Clauren, äußerst wirkungsvoll zu parodieren.

Er veröffentlichte unter demselben Pseudonym, H. Clauren, einen Roman namens Der Mann im Mond oder Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme. Aber damit nicht genug. Er setzte noch eins drauf, in dem er 1827 die Kontroverspredigt über H. Clauren und den Mann im Monde veröffentlichte, um dort Clauren lächerlich zu machen, dessen Trivialität der Inhalte und Schreibstil er nicht nur offen legte, sondern explizit polemisch analysierte.

Ein Passus aus der Kontrovers-Predigt:

Ein Lessing, ein Klopstock, ein Schiller und Jean Paul, ein Novalis, ein Herder waren doch wahrhaftig große Dichter, und habt ihr je gesehen, daß sie in diese schmutzigen Winkel der Sinnlichkeit herabsteigen mußten, um sich ein Publikum zu machen? Oder wie? Sollte es wirklich wahr sein, daß jene edleren Geister nur für wenige Menschen ihre hehren Worte aussprachen, daß die große Menge nur immer dem Marktschreier folgt, weil er köstliche Zoten spricht und sein Bajazzo possierliche Sprünge macht?

Trivialliteraten bestätigen den Verfall der Gesellschaft

Nun mag man ja in Zeiten, wo gerade Toleranz und Menschlichkeit mehr eingefordert werden, sich schon wundern, warum Schundliteratur hier in den Fokus rückt. Betrachten Sie mal unsere Kulturlandschaft. Na, fällt Ihnen was auf? Nein?

Einerseits ist es schon erfreulich zu sehen, daß auch weiterhin ziemlich begabter Nach-wuchs sich auf der Bühne der Literatur eingefunden hat. Andererseits sind die nackten, unbestechlichen Verkaufszahlen ganz bestimmter Schriften eine schallende Ohrfeige an all jene, die sich redlich bemühen, stilvoll, mit Geist und Inhalten, beseelte Bücher zu schreiben. So kommt Daniel Brückner in seinem Artikel, Schund: Warum wir manchmal Mist kaufen, zu dem Ergebnis, daß der Erfolg von Schundliteratur ein Hinweis auf Werte ist, die in unserer Gesellschaft existrieren.

Wenn wir uns die gesamte Medienlandschaft vergegenwärtigen, in der ganz besonders im Privatfernsehen Dschungelcamp, Big Brother & Co. sich hoher Einschaltquoten erfreuen, da bleibt dann der fade Beigeschmack auf Sinnesgaumen, ob das Publikum bereits schon beeinflußt ist, sich solch „billigen Ergüssen“ hinzugeben, sich auszuliefern.

Autoren wie Charlotte Roche oder E. L. James (eigentlich Erika Leonard) verdrängen daher andere, ernsthafte Schriftsteller vom Markt? Es wird immer mehr das Einfache, das Triviale in den Fokus gerückt, und so schließt sich der Kreis einer Kritik, die nicht un-bedingt alles Ernsthafte hochhält, sich aber dennoch die berechtigte Frage stellt, ob weiterhin Schundliteratur einen hohen Stellenwert haben sollte, ja, sogar darf.

Es ist auch ein getrübtes Zeichen einer Gesellschaft, die sich lieber dem Trivialen hingibt, statt mal ernsthaft die unmittelbare Umwelt zu betrachten, zu hinterfragen. Eine Spaß-gesellschaft hat sich zu ungunsten seriös Kulturschaffender parallel entwickelt, die obendrein mithilfe einer gleichgültigen Finanzwelt auch noch gefördert wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

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Gelbes Gewissen

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Ich sollte nicht so viel nachdenken oder zumindest weniger. Entschlußfreudiger sein. Den ganzen Mist habe ich mir selbst zuzuschreiben. Zuzuschreiben, zuzusagen wäre besser, schließlich habe ich mir nicht geschrieben, noch etwas darüber aufgeschrieben. Zuzusagen. Sage dir zu. Ja, was denn? Was sagt mir zu? Was soll ich mir sagen? Das ich jetzt bereits eine Stunde zwischen Umkleidekabine und Verkaufsraum pendle und noch keine Entscheidung getroffen habe, was ich kaufen soll, weil ich nicht einig mit mir werde, was mir gefällt? Oder soll ich etwas dazu sagen, daß ich mich irrigerweise für den English-Kurs angemeldet habe, vier Wochen lang, Sprache erlernen im Mutterland, Sprachreise für Anfänger und Fortgeschrittene?

Ich nehm das gelbe Kostüm, wenn ich den BH ein wenig ausstopfe, dann sitzt es perfekt. Ohne Brustvergrößerung. Mit Watte. Wattebällchenbrust. Quatsch. Rollwatte. Weich und zart. Und einen Push-up-BH. In Gelb. Das sage ich mir, jetzt. Nein danke, ich finde mich alleine zurecht. War ja klar, dieses Gelb gibt es als BH-Farbe nicht. Das hier ist möglich, ein bißchen heller ist sicher besser als dunkler im Farbton, allein schon wegen der weißen Watte. Gelbes Höschen gefällig?

Sag schon. Ich sage, nun, warum nicht. Ja, möchte ich hören. Ja, ein gelbes Höschen passend zum BH. Höschen auch ausstopfen? Als Gegengewicht, oben mehr und hinten mehr, Gleichgewichtverlagerung, Wattelager. Doppelte Packung Watte. Dummes Huhn, gelbes Huhn, gelbes Küken. Soll ich mir passende Schuhe besorgen? In Gelb? Gibt es gelbe Schuhe? Eine gelbe Tasche, eine Umhängetasche, die kann man auch ausstopfen. Mehr drin bedeutet mehr Fassungsvermögen. Capice, bella donna. Watteverstand.

„Hallo Simone! Lang nicht mehr gesehen! Du bist beim Shoppen? Ich brauch auch mal wieder neue Klamotten.“ Kaugummikauend und mit einer lauten Stimme, als müßte sie mehrere Viehherden über eine Prärie antreiben, gurgelte Melissa ihre schäumenden Sätze durch die Umkleidekabine, was zur Folge hatte, alle anwesenden Shopperinnen schienen, schlagartig keine Luft mehr zu bekommen, so leise war es plötzlich. Kein leichtes Stöhnen von gymnastischen Versuchen eine Jeans über die Schenkel zu ziehen, kein Rascheln von Stoff, kein Scheppern von Kleiderbügeln.

„Oh, Melissa. Lange nicht gesehen, stimmt.“ Nicht, daß sie mich eingeschüchtert hätte, dennoch war meine Antwortstimme absichtlich auf zart und weich gestellt, wie gedämpft, durch Wattenebel. Das Beste, wenn man Melissa begegnet, ist, so flink wie möglich das Weite zu suchen, nicht weil sie nicht nett wäre, sondern weil sie zu nett ist, aufdringlich zu nett.

„Brauche neue Jeans, die beiden passen hervorragend. Du, ich muß weiter, muß noch zum Discounter. Wir sehen uns, tschau.“ Bevor Melissa zwischen ihren Kaubewegungen Luft schnappen konnte, um mich mit Fragen und Neuigkeiten zu umhüllen, habe ich mich schon umgedreht, nicht ohne ihr vorher ein Winke-winke, lässig, leise zu hinterlassen.

Das mit dem Hosenkauf wäre erledigt, die eine Jeans sagt mir wirklich zu, die andere, werde mich an sie gewöhnen. Zweimal die gleiche Jeans kaufen? Nein. Ausstopfen, ausstopfen. Manchmal ist es ziemlich streßig, mit mir einzukaufen. Obwohl, eigentlich habe ich es recht zügig geschafft, mich zu entscheiden. Dank der guten „Fasse alle negativen Dinge zusammen, dann bleiben zum Schluß die Dinge übrig, die du willst“- Methode. Oder war es eher heute die Melissa-Methode?

T-Shirts wollte ich auch besorgen. Vielleicht haben die im Discounter welche im Angebot. Das kann man so im Vorbeigehen mitnehmen, ohne nachzudenken. Einfach nehmen und in den Wagen legen. Ohne Methode. Warum habe ich eigentlich nicht einen Urlaub am Strand gebucht? Wegen dem Bikini. Wegen dem Bikini, welche Farbe, welcher Schnitt. Badeanzug, vergiß es.

Gelbe Strümpfe. Ich hatte alles beisammen, bis auf die gelben Strümpfe. Gelbe Strümpfe, könnten mir zusagen. Als Gewissensstrümpfe. Die nicht. Passen in jede Tasche. Und wenn doch Melissa die Entscheidung beschleunigt hat? Dann sollte ich vielleicht besser eine gelbe Kaugummipackung kaufen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Dresden

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Denk ich an Dresden Montag Nachts,
so bin ich um den Schlaf gebracht,
kann die Augen nicht mehr schließen.
Und meine heißen Tränen fließen.

Furcht und Scham, sie wächst und wächst.
Pegida hat so bös die Stadt verhext.
Muß denken an die alte Zeit,
als Dresden bekam sein schönstes Kleid.

Aus fernen Ländern Spenden, Künstler kamen.
Das Kleinod wieder zu vollenden.
Zu tilgen altes Unrecht, sollte Frieden stiften.
Nicht gedacht, um eure Herzen zu vergiften.

Längst vergessener Fremdenhass erblüht,
dumpfer Mob geifernd durch die Straßen zieht.
Des anderen Wesen leid, in den Schmutz gezogen,
rufend, ihre Welt die wahre wär, eure sei gelogen.

Den fernen Mensch zum Feind erklären,
würd sich an unserem Reichtum nähren.
Toleranz, wo keine ist.
Sein Flehen ja wäre meist üble List.

Herzenskälte ist hinein gekrochen
in die geplagte schöne Stadt.
Schnell hat die Welt den Stab gebrochen,
der Deutsch’ sei, was er ja immer wart.

Die Angst den wachen Geist vernebelt,
in der der Masse Einfalt wütet.
Das geistige Elend einst im verborgenen,
Deutschland sollt sich wieder sorgen!

winci

Frei nach Heinrich Heine

Kategorie: Gedichte

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Iran: Trumps Griff in die Mottenkiste

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Was von langer Hand geplant, soll endlich stattfinden?

Kaum erwägt Nordkorea, sein Atomprogramm abzubauen, haben zuvor die USA zum zweiten Mal völkerrechtswidrig Syrien bebombt mit freundlicher Unterstützung ihrer Verbündeten, greift dieser cholerische Präsident nicht etwa nach den Sternen, wäre wohl doch eine Nummer zu groß, vielmehr in die Mottenkiste kurz vor dessen Entscheidung zur Verlängerung zur Aussetzung der Sanktionen gegen den Iran. Dem widerspricht Präsident Ruhani, das Atomabkommen sei nicht verhandelbar.

Von Zufall kann keine Rede sein, viel eher von offenbarer Dialektik. Was von langer Hand geplant, soll nun endlich stattfinden, durchfährt es dem aufmerksamen Beobachter? Mohssen Massarrat hatte neulich zurecht darauf hingewiesen, daß der Iran keineswegs eine Alleinherschaft anstrebe, berücksichtigt allerdings mit keiner Silbe in seinen Ausführungen die Rolle Russlands.

Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens gezielte Absicht

Mittendrin stehen sich verfeindete Allianzen schon lange gegenüber. Auf der einen Seite die USA, ihre Nato-Verbündeten nebst Israel und Saudi-Arabien, auf der anderen Seite Syrien, der Iran, Russland und China. Ein Schelm, wer hierbei Böses denkt. Wegschauen nützt aber nichts.

Die Eskalationen nehmen vielmehr zu im Nahen und Mittleren Osten, mit besonders freundlicher Unterstützung dieser USA, was gleichzeitig andere beflügeln mag, sich immer mehr in kriegerische Aktionen verleiten zu lassen. Gestern abend wurden in Syrien Militärstützpunkte der Armee sowie iranischer Milizen per Raketen getroffen, noch sei unklar, wer dies veranlaßte, obwohl am wahrscheinlichsten Israel in Frage kommt, denkt man an dessen Behauptung, der Iran wolle die gesamte Region destabilisieren. Welch perfide Strategie, die jetzt scheinbar aufzugehen scheint!

Der Iran unterschätzt seine Unterdrückung im Innern

Das gilt im übrigen genauso für andere Herrschaftssysteme, denkt man an China oder Russland, während die USA sich damit brüsken, mit ihnen ihre Verbündeten, in einer freien, demokratischen Welt zu leben, ein Garant dafür zu sein. Die Unterschiede könnten kaum scheinbar größer sein. Scheinbar? Per Konsumrausch abgelenkte Volksmassen mögen sich selbst hinterfragen, ob denn alles Gold sei, was da glänze!

Doch zurück zum Iran. Vor einem Vierteljahr belastete Präsident Hassan Rohani noch eine Protestwelle, die zwar inzwischen verstummt, Gegenproteste pro-iranisch mobilisierter Anhänger sowie Drohgebährden, die Todesstrafe sofort umzusetzen, verhinderten eine Ausweitung. Allerdings sollte die Staatsmacht des Iran den Protest der Jugend gegen die geistliche Führung nicht mit einer Einmischung von außen verwechseln, selbst wenn diese USA alles versuchen, den Iran zu zermürben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Verduftet nur

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Keinen Buchenstaben,
nicht mal die Nullen
vom Scheißhäuschen
gönnen sie einem.

Sie haben mit dir
ihre Latrinen gefüllt,
zudeckt mit ihrem
eigenen Mist.

Eure Stummheit
als Sprache stinkt.
Verduftet nur,
ehe ich scheiß
mit dem Wind.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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