Sieben Jahre Makadomo „Querdenkende“ 2015 – 2022

Wir sagen mal bye-bye

Nach dem sogenannten 7 Jahres – Rhythmus verändern sich Menschen und treten in eine neue Lebensphase. Demnach würde jetzt Makadomo seine Milchzähne verlieren und das Bewußtsein der Zeit wahrnehmen.

Nun denn!

Wir haben uns entschieden, bevor wir sprachlich den Biß verstärken über die zum Teil faschistoiden Tendenzen des Weltgeschehens, und damit möglicherweise selbst zu „bissigen Hunden“ werden, andere Mitteilungsarten auszuprobieren, wobei wir aber trotzdem weiterhin in Wort und Schrift unsere Sicht auf Ereignisse kommunizieren.

Schließlich kann uns die Gegenwart keinesfalls gleichgültig sein, trotz erheblicher Mißstände nur noch stillzuhalten. Allerdings entspricht dieses Medium hier nicht mehr unserer ureigenen Grundüberzeugung, möglichst viele Menschen zu erreichen. Das Gegenteil konnten wir besonders in letzter Zeit beobachten. Mit Resignation hat dies mitnichten zu tun, aber mit der Erkenntnis neue Wege einzuschlagen.

Zeit ist relativ wie so viele andere Dinge auch, Glück, Zufriedenheit, Schmerz, Wut… Empfindungen sind individuelle Stärken oder Schwächen, die charakterliche Veränderungen zur Folge haben können. Die Zeit ist davon völlig unbeeindruckt, sie läuft, geht, swingt, rockt, flieht oder steht auch mal still, und wir sind so frei, uns von ihr mehr als bisher inspirieren zu lassen.

In diesem Sinne: Ciao! Seid lieb gegrüßt und tschüß!

Doris und Martin

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Neue Wege am Horizont

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Bild von Jarek auf Pixabay

Einst waren wir
angetreten,
vollkommen ungebeten,
im Jetzt und Hier,
um still zu beobachten,
was die Zeit so verlangt,
an Meldungen so rankt,
schräge News nur so krachten.

Langsam naht der Abschied,
der stets letztlich feststand,
ein stillschweigend leises Band,
vor dem niemand flieht,
kein Blick zurück,
die Zukunft weiß den Weg,
bietet uns den sicheren Steg,
wohlan zum neuen Stück.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Letztes Wort

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du wirst kaum als Sprache
erkennbar sein,
ein Laut werden die Lippen
noch formen,
vielleicht hörbar, möglicherweise
nicht,
wer weiß das schon, außer
der Ewigkeit,
die nie den ersten Laut
verraten,
warum sollte sie Erinnerung
festhalten
für uns, die wir keine Ahnung
von ihrer Zeit,
und nie wirklich Sprache
verstanden haben,
außer unsere eigenen Worte,
die gehört
werden sollten, weil sie richtig
und wichtig,
selbst dann, wenn sie nur
gehaucht,
ein letzter Hauch zum Abschied
aller Tage
dieses Erdenballs wird alle Worte
ersetzen, bis der Staub von ihm
verraucht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Ansehen auf der Bank

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Es gibt sie,
die Menschen,
die alles dürfen.
Regeln, ach was,
Gesetze brechen,
ohne Konsequenz.
Ihr Ansehen,
sorry, das Sehen
ihres gefüllten
Bankkontos
reicht aus,
sie ihrer Würde
nicht zu berauben,
dafür gibt es
Straffreiheit.
Sie legen Feuer,
verpesten die Umwelt
mit ihren Taten,
ihre Namen
sind Gift für die Welt.

Für die letzte Strecke
reichte nicht ihr Geld,
schwarz ist sie gefahren,
zehn Euro fehlten
ihr dafür, damit sie
sich von ihrer Mutter für
immer verabschieden kann.
Zugig war es am Bahnhof,
frostig die Stimmung,
erschlichen die sichere Reise,
kein Ansehen auf der Bank.
Sie sehen ihre Verbrechen,
Raub am Kapitalgewinn,
Betrug an der Gemeinschaft,
wie würdelos doch Menschen
sind, die zu wenig haben.
Kein letztes Tschau am Grab
ihr vergönnt. Keine Werte
bezeugen ihre Taten, keine
Zahlen benennen ihren Namen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Momentan hinfällig

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Einverstanden
bedenkenlos
einmalig
empfinden wir
ohne Gewissensbisse
jederzeit
das reinste Vergnügen
beim Stibitzen
von Ideen

Während
dein Gegenüber
grübelnd
dich beobachtet
ohne Unterbrechung
fast schon offen
dich zu bestehlen
Ablenkung
die Umwelt bietet

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Spürbare Botschaften

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Keine Vorhänge haben sie
vor der Dunkelheit geschützt,
die schweigend jeden Tag
ihrem Leben zusieht.

Im ersten und letzten Licht
fühlen sie sich geborgen
in der Nähe des anderen,
bis die Schwärze lauscht.

Dann tasten sie durch Nichts,
fühlen Atem, Wärme, das mit Tränen
geformte Gesicht, das verschwimmt
im Schatten dieser leeren Zeit.

Die Düsternis in Stille wartet
auf den Erfolg der Einsamkeit,
die sich schleichend nähert,
je länger ihr Dunkel weilt.

An ihren Fenstern flattern
keine Gardinen, um Gespenster
fernzuhalten, in ihren Seelen
flattern Gedanken zum anderen,

überbringen spürbare Botschaften,
die das unbeschriebene Dasein
alleine dadurch verbindet,
nicht sichtbar zu sein.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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EDS-Betroffene tauschen sich aus

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Wikipedia Commons CC BY-SA 3.0

Ein Interview mit Tatjana und Naissa

Vor gut einem Jahr interviewte ich Naissa zu ihrer Diagnose, dem Ehlers-Danlos-Syndrom, über ihren Leidensweg, was sie für Schritte unternommen hatte, um Hilfe zu erhalten, aber auch über ihre Initiative, die Folgen, diese seltene Krankheit zu thematisieren, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, soweit dies sich ergeben sollte.

Insofern bietet sich die Gelegenheit beim ersten Treffen mit Tatjana, sie kennenzulernen, wobei sie sich bereit erklärt, dem Interview beizuwohnen. Nutzen wir die Möglichkeit und beginnen zügig, um den nötigen Raum zu füllen.

Martin: Wie habt ihr Euch kennengelernt, oder welche Umstände führten dazu?

Naissa: Wir haben uns auf einem Flohmarkt zufällig kennengelernt.

Tatjana: Wir haben uns mit Naissa auf einem Flohmarkt getroffen und ausgetauscht über unsere Erfahrungen, über die Erkrankung EDS.

Martin: Gibt es neue Entwicklungen bei dir seit unserem Interview vor einem Jahr?

Naissa: Ja! Eine meiner Töchter hat leider auch EDS. Und so langsam kann ich die Krankheit verstehen. Ich bin mittlerweile auch Frührentnerin, und habe ein GDB (Grad der Behinderung) von 50%, alles Kämpfe, die ich gewonnen habe.

Martin: Siehst du andere Möglichkeiten des Austausches für dich, Tatjana, außer hier mit Naissa? Habt Ihr vor, noch anderen Betroffenen Mut zu machen auf diesem Wege?

Tatjana: Nur in der „EDS Hilfe Gruppe“. Ich hoffe, dass ich bald mir selbst viel mehr helfen kann, mit meiner Zebra-Erkrankung umzugehen, durch das Buch von Katharina Sigl bald rauskommen wird, wo sie Meditieren, Trainieren und Dankbarkeit ausübt und uns Betroffenen dadurch das Leben leichter und erträglicher machen wird.

Naissa: Ich versuche, offen darüber zu reden. Im Internet sowie auch mit vielen Menschen. EDS sieht man nicht.

Martin: Bei meiner Recherche über das EDS stoße ich auf besonders viel Bewegung in letzter Zeit, d.h. nachdem Jahre zuvor eher diese komplexe seltene Krankheit kaum Beachtung gefunden hat, geschweige denn Ärzte sich umfassend informierten. Macht auch Ihr selbst noch die Erfahrung, daß etliche Ärzte unwissend abwinken?

Naissa: Oh ja, leider wissen die wenigsten Ärzte über EDS Bescheid. Aber schlimmer sind die Ärzte, die meinen, das Leiden kann mit EDS nichts zu tun haben. Oder die Ärzte, die beleidigend werden.

Martin: Ein tolles Beispiel für gezielte Initiative ist die Seite von Katharina Sigl aus Österreich. Was haltet Ihr davon?

Tatjana: Für mich war das auch so, dass ich, nachdem die Diagnose feststand, erst mal erleichtert war, aber auch verzweifelt. Ich bin froh, dass sie den Betroffenen durch Hilfestellungen in der EDS-Gruppe weiterhelfen kann, weil sie das gleiche Gefühl und Schmerz selber spürt als betroffene Person. Sie beschreibt auch das Gefühl von Machtlosigkeit, die Ärzte können uns nicht weiterhelfen, es heißt immer, die Erkrankung ist unheilbar, und die Forschung ist noch nicht so weit, uns Betroffenen zu helfen. Leider ist das keine Volkskrankheit wie Covid-19, da wurde zum Vergleich sehr viel dafür getan, um Leuten und Betroffenen zu helfen. Wir müssen uns selber helfen.

Naissa: Es gibt mehrere Betroffene, die sich für die Krankheit einsetzen. Es ist auch ein Kampf. Ich finde es gut, daß mehr über EDS geschrieben wird.

Martin: Möchtet Ihr noch etwas ergänzend loswerden, was Euch wichtig erscheint?

Tatjana: Ich habe andere Betroffene in der „EDS Hilfe Gruppe“ im Internet getroffen und mit denen mich ausgetauscht, und ich finde, der Austausch ist sehr wichtig, auch die Erkrankung als solches publik zu machen, um mehr Verständnis zu bekommen, manchmal sogar von Angehörigen, weil die merken nicht, wie es uns tatsächlich geht.

Naissa: Ich möchte, daß EDS genauso anerkannt wird wie viele andere Krankheiten, und dafür kämpfe ich.

Martin: Vielen lieben Dank für das Interview. Ich hoffe doch sehr, daß möglichst viele es lesen, es dazu beitragen kann, Betroffenen Mut zu machen.

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