Flaute im Schlafzimmer

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Rosalie,
verliebt wie zuvor niemals nie,
hat die Frage aller Fragen vernommen,
den Diamantring angesteckt bekommen.

Heiße Liebesnächte nach der Hochzeit,
aufgewühlte Betten zu fast jeder Tageszeit,
Körper stürmisch, wogend beben, erhitzt,
wie wenn man in der Sauna schwitzt.

Robert genoß Rosalies kalte Füße und Knie,
diese Abkühlung beflügelte seine Phantasie.
Sie schlummern ein stets selig, glücklich,
engumschlungen träumte es sich erquicklich.

Die Beiden, Rosalie, Robert liebten sich sehr,
beschenkten sich gegenseitig, hin und her,
kuscheln, sich necken, Küsse ohne Ende,
eines Tages kam die unerwartete Wende.

Um seiner Liebsten das Beste zu gönnen,
besorgte er einen Fußsack, sie zu verwöhnen.
Umarmungen blieben aus, vielleicht für immer,
jedenfalls war erstmals Flaute im Schlafzimmer.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Dem Geheimnis des Weihnachtsmannes auf der Spur

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Irgendwo, ganz weit entfernt, kaum hörbar, erst recht nicht mit dem bloßen Auge mehr zu sehen, befand sich die Wirkungsstätte des Mannes, den Kinder sich stets am gleichen Tag im Dezember herbeisehnen, er möge ihnen all die Wünsche erfüllen, die im Laufe des Jahres in deren Köpfen entstanden, dem Weihnachtsmann. Manche meinten, er käme im Rentierschlitten durch eisige Lüfte daher, andere hielten dies für Hirngespinste oder schlichtweg phantasievolle Märchen ohne Hand und Fuß.

Wieder andere waren der Überzeugung, man müsse nur fest an ihn glauben, schon würde dieser sich erkenntlich zeigen. In Wirklichkeit beschenkten aber Menschen sich gegenseitig zur Weihnachtszeit, welch merkwürdiger Brauch, an jenem Tag, wo Jesus Christus geboren ward. Oder etwa ein wenig mehr? Könnte vielleicht ein bestimmtes Geheimnis zur Gewißheit werden, wenn man nur mit wesentlich höherer Aufmerksamkeit genauestens beobachtete, jedes kleine Detail eben nicht außer acht ließ?

Auf alle Fälle. Julius ließ sich kaum beirren, wollte es einfach wissen, verschlang jedwede Literatur, der er habhaft werden vermochte, ging jeder Spur nach, selbst wenn sie noch so unbedeutend oder arglos schien, schließlich könnte sie ja sich als zielführend heraus-stellen. Erst letzte Woche bemerkte er beim Spazierengehen, daß ihn jemand verfolgte. Jedesmal, wenn der hochgewachsene Jugendliche, Julius war immerhin sechzehn Jahre jung, sich atemberaubend schnell umdrehte, verschwand genau in jenem Moment eine Ahnung von einem Schatten, deren Bewegung und Hauch er gerade noch registrieren konnte.

Allerdings sonst nichts, er nicht ahnte, wer oder was ihm da nachstellte. Lediglich eines wußte er gleich zu Beginn, es mußte mit seiner neuen Herausforderung zusammenhängen, den Weihnachtsmann aufzuspüren. Seinen besten Freund, den Bert, den weihte er ein, aber nur unter der Bedingung, dieser möge Stillschweigen üben, er dürfe keiner anderen Menschenseele darüber erzählen. Klar doch, willigte Bert freudestrahlend ein, schließlich war dies Ehrensache, dem Julius beizupflichten.

„Sag mal, weiter war nix, außer dieser undefinierbare Schatten, Julius?“, fragte Bert.

„Ja, sicher doch. Aber vorgestern war etwas anders. So eine Art Rauschen, wie wenn Stahlräder über einen Betonboden fahren“, erwiderte Julius, um im selben Moment aufzuspringen, „du, laß uns mal dorthin gehen, vielleicht finden wir was, vier Augen sehen mehr.“

Das ließ sich Bert nicht zweimal sagen, schon waren beide Freunde unterwegs. Als sie den Platz betraten, roch es ziemlich heftig nach Tannennadeln und Benzin.

„Komisch, als ich letztens hier war, roch es nicht derart streng, laß uns mal genauer suchen“, bemerkte Julius ganz aufgeregt, während Bert bereits gebückt und entsprechend langsam den Boden absuchte. Zunächst fanden die beiden nichts, wollten schon wieder los, als Bert im letzten Augenblick Julius an der rechten Schulter hielt.

„Schau mal, dort liegen ein paar Tannennadeln, zwischen ihnen ein kleiner goldener Stern“, rief Bert seinem Freund zu. Als Julius nach dem Stern greifen wollte, flog dieser plötzlich schnell nach oben, obwohl weder Flügel oder etwas anderes mechanisch auffälliges zu sehen waren. Die beiden Jugendlichen starrten völlig irritiert nach oben.

„Damit habt ihr nicht gerechnet“, vernahmen sie eine tiefe Stimme, die aus dem still in der Luft stehenden goldenen Stern drang, „ihr braucht gar nicht so verduzt dreinschauen, äußerst selten spreche ich zu euch Menschenwesen, in der Regel bemerkt mich sowieso niemand, und falls doch, dann fliege ich einfach auf und davon. Doch manchen verrate ich trotzdem unser Geheimnis. Ausnahmsweise.“

Julius und Bert schauten sich kurz an.

„Und hast du was mit dem Weihnachtsmann zu tun?“, fand Julius als erster wieder seine Sprache.

„Ihr seid ja drollig. Ich bin der Weihnachtsmann, nur eben nicht in der Gestalt wie ihr euch in Märchen oder anderen Geschichten ausgedacht habt. Es gibt halt keine Wirklichkeit im herkömmlichen Sinne, sondern eine sehr ausdehnbare, die wir selbst bestimmen“, begann der Stern zu erzählen, „unsere Aufgabe besteht darin, eure Wünsche nicht einfach zu erfüllen, euch viel eher zu beschützen, manchen von euch Wege aufzuzeigen, was sie in ihrem Leben ändern sollten, Tips geben mit unterschiedlichen Mitteln. Alles so, daß ihr eben nicht drauf kommt, wer dahintersteckt.“

Erstaunt starrten die beiden Freunde zum goldenen Stern, der daraufhin einfach mit rasender Geschwindigkeit senkrecht nach oben empor im Dunkel des Himmels verschwand. Schweigsam liefen sie noch kreisförmig nach oben blickend herum, ein wenig verunsichert und dennoch sich darüber im Klaren, was soeben geschehen war. Sie gehörten zu den ganz Wenigen, die das Geheimnis über den wahren Weihnachtsmann erfahren durften und schworen sich gegenseitig, es niemand zu erzählen. Seitdem ranken weiterhin alle möglichen Geschichten über den Weihnachtsmann im roten Gewand, im Schlitten, in Lüften unterwegs. Nur Julius und Bert sowie andere grinsten vor sich hin und betrachteten Weihnachten mit völlig anderen Augen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Regierungsbildung weiterhin auf dünnem Eis

Gerhard Schröders Hektik mehr als unangebracht

Manchmal wünschten sich einige stabile politische Zeiten zurück, wo zumindest noch tatkräftige politische Entscheidungen getroffen wurden, eine Koalition wenigstens halbwegs einig an einem Strang zog. Wer tatsächlich meinte, der Aufguß der alten Großen Koalition wäre eine solche Ära gewesen, wurde eines Besseren belehrt. Genau deshalb ließ besonders die SPD Federn, verlor gleichwohl die Union an Zustimmung, konnte eine rechtsradikale Partei unter anderem punkten.

Als ob dies noch nicht genug sei, meinte nunmehr der letzte Kanzler vor Merkel, Hektik kurz vor Weihnachten verbreiten zu müssen, man solle in die Pötte kommen, und zwar möglichst schnell. Sicherlich warten genügend Herausforderungen im In- und Ausland auf die deutsche Politik, mit einer geschäftsführenden Regierung ist viel eher Stillstand angesagt. Jetzt aber aufs Gaspedal zu treten, wäre ebenso verkehrt.

Gut Ding will Weile haben

Erst recht, wenn man Regierungsverantwortung aufnehmen will. Schließlich hatte gerade die SPD direkt nach der Bundestagswahl darauf bestanden, die größte Oppositionspartei im Deutschen Bundestag zu vertreten, der AfD somit zu trotzen. Nach gescheiterter Jamaika-Sondierung sollten die Sozialdemokraten es tunlichst vermeiden, daraus Kapital schlagen zu wollen. Das kann nicht gutgehen. Erst recht nicht, wenn ein Gerhard Schröder Herrn Christian Lindner in Schutz nimmt, nur weil dieser erneut über Jamaika-Verhandlungen sinniert.

Es schaut aber eher nicht nach einer Großen Koalition aus. Selbst eine KoKo (Kooperationskoalition) wäre fatal. Viel mehr läuft es auf eine Minderheitsregierung hinaus, dann wären aber Neuwahlen dennoch die bessere Alternative, was angeblich ebenso der letzte Bundestagspräsident, Norbert Lammert, geäußert haben soll, obwohl dieser das bisher nicht bestätigte.

Politikverdrossenheit nimmt nunmehr noch mehr zu

Davon muß man nicht nur, sondern sollte man ausgehen. Das würde sich höchst-wahrscheinlich auch bei Neuwahlen zeigen. Gleichzeitig profitieren am Ende die Rechtsradikalen mehr davon, die Linke stagniert bei 10 Prozent, die Grünen können wohl am ehesten neue Wähler gewinnen, nachdem die FDP Jamaika platzen ließ.

Sollte wider Erwarten dennoch eine Große Koalition zustande kommen, dann nur, wenn die SPD erneut kleinlaut beigibt, weil gerade die neu erstarkte CSU den Ton angeben wird, sich zu keinen Zugeständnissen herabläßt. Mit einem uncharismatischen Martin Schulz an der SPD-Spitze, einem unkenden Gerhard Schröder im Hintergrund bleibt die SPD farblos und unglaubwürdig, zumal das „sozial“ im Parteinamen keineswegs angewandt wird, die Kluft zwischen arm und reich stetig weiterwächst.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Dem Verfolger auf der Spur

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Der Gedanke, dieser Gedanke verfolgte Axel Hausmann, er war der Grund, weshalb er jetzt öfters bei jedem Wetter, selbst an „heute schickt man keinen Hund vor die Türe, und ich geh freiwillig Tagen“ schlenderte er bisweilen arglos das schlechte Wetter genießend oder stapfend, was den Effekt hatte, daß er am nächsten Tag unter Hüftschmerzen litt, durch die Straßen seiner Wohngegend, bisweilen vernahmen die ihm begegnenden Menschen leise ausgesprochene Wortfetzen oder wunderten sich, wenn er einer seine Hände vor den Mund hielt, das alles hinderte ihn nicht daran, alles zu unternehmen, diesen Gedanken loszuwerden.

Den genauen Zeitpunkt, an dem ihm die Verfolgung auffiel, ist in seiner Erinnerung nicht mehr zu datieren, stundenweise grübelte er diesem Anfang nach, in der Vermutung, dadurch den Grund zu finden, warum er, mögen es Monate, sind es Jahre, dieser Observation unterliegt. Eins schien bei diesen Gedankengängen für ihn festzustehen, jemand, anders kann es nicht sein, hat ihm unbemerkt diesen Gedanken in den Kopf geschickt.

Verdächtige fielen ihm zuhauf ein, dabei gewissenhaft nicht auslassend, dieser Gedanke kann ebenfalls von Tieren und Pflanzen zu ihm gesendet worden sein, dies war nach reiflicher Überlegung der Anlaß, nicht ständig bei Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern sich aufzuhalten, in der Erwartung der Verfolger würde sich in einem unbedachten Moment zu erkennen geben, sich ebenfalls unter den Tieren umzusehen, selbst bei den kleinsten, die verstehen es bestens, unsichtbar in meine Nähe zu schleichen, in unlauterer Absicht deren Vertrauen zu gewinnen, wie Du-mir-so-ich-dir-Manier, die zwar seinem Wesen widersprach, doch in diesem Fall kann nur eine Maskerade dazu führen, den Gedankeneinflüsterer zu finden.

Natürlich ist ihm aufgefallen, seine Besuche waren mit der Zeit nicht mehr geduldet, die freundlichen Hallos wurden zu „der schon wieder“, das war auch für ihn nicht zu übersehen und zu überhören, wobei er, als ihm dies auffiel, glaubte, am Ende seiner Suche angelangt zu sein, kein Verfolger hat es gern, wenn man ihm auf die Füße tritt, ihm am Fersen klebt, da aber auch bei Felicitas, Erika, Georg, Familie Schuster, bei den Kindlers, beim alten Schuhmann, die Thea vom Café Bertram, Frau Seemann, Herbert Emmerich dieselben etwas ablehnenden Verhaltensmuster an den Tag legten, ach, das ist gerade sehr ungünstig, muß gleich noch mal weg, warum hast du vorher nicht angerufen, wir haben Karten fürs Kino, hör mal, die Simone ist krank, Grippe, ja Fieber, sehr ungünstig heute, da wußte er, seine Freude über den Erfolg endlich den Übeltäter gestellt zu haben, nämlich Julian, der Julian, mit dem er seit er denken kann, befreundet ist, war völlig verfrüht.

Ihm blieb nicht anders übrig, als seine Taktik zu ändern, dachte er, anstatt stets den zuvorkommend freundlichen Axel zu markieren, der mit jedem Tier auf Augenhöhe sich verständigen kann, sogar Stechmücken verständnisvoll anspricht, er könne jetzt beim besten Willen nicht schon wieder Blut spenden, da er bereits den vorigen Abend beim nächtlichen Spaziergang, es war ja schon dunkel, ihre Kameraden, Kumpels nicht überzeugen konnte, von ihm abzulassen, selbst als er sie darauf hinwies, zu so später Stunde den Wams vollzufressen sei ungesund, verfolgte er eine Weile den Weg des Eingeschnappten, Mißverstandenen und zu guter Letzt den auf Krawallgebürsteten.

Selbstverständlich mit der gleichen Intensität wie zuvor seine Nettigkeitsphase, man darf nichts unversucht lassen, nur Akribie, Ausdauer und eine gewisse Portion Rücksichtslosigkeit führt zum Erfolg. So jedenfalls erlas er es aus einer Titelüberschrift eines Artikels über Erfolgsaussichten, um eine Karriereleiter hinaufzusteigen, wenn ihm dies auch anfangs widerstrebte. Je länger er diesen Weg befolgte wie seine auferlegten Spaziergänge, Besuche, das Liebkosen sämtlicher Tiere, die ihm über den Weg liefen, das Beriechen von Pflanzen, das Notieren, nichts auslassen, jedes kleinste Detail könnte den Verfolger überführen, etliche farbige Bücher mit seinen Aufzeichnungen bewahrte er unter seinem Bett in verschiedenen Truhen auf, desto eindeutiger, klarer, unzweifelhafter begriff er, der Gedanke kann nur über die Schriftzeichen, Symbole in ihn übertragen worden sein.

Wie Schuppen fiel dieser Gedanke von seinen Augen, er hatte den Verfolger gefunden, jedenfalls den Platz, an dem er sich versteckt hält. Die Absicht, die der Gedanke verfolgte, ob möglicherweise Auftraggeber im Hintergrund agierten, sein Aussehen, möglicherweise ist er getarnt, besitzt ein Pseudonym, ist nicht alleine tätig, sondern hinter dem Gedanken steckt in Wirklichkeit ein Team, eine ganze Kompanie, das würde zumindest erklären, warum der Gedanke bis jetzt nicht gefunden werden konnte. Axel war nur kurz, sehr kurz glücklich über seinen Erfolg, denn die eigentliche Arbeit, schoß es ihm durch den Kopf, beginnt erst jetzt. Auf keinen Fall darf der Gedanke erfahren, daß er, Axel, ihn entdeckt hat und deshalb war oberste Vorsicht geboten. Der Gedanke soll sich weiterhin in Sicherheit wiegen, bis er von Axel zur Rede gestellt werden kann, wenn nötig unter Zuhilfenahme von Spezialisten der Kriminalpolizei, aber wie Beweise sammeln, ohne sein Wissen zu verraten?

Axel wäre nicht Axel Hausmann, wenn ihm hierfür nicht spontan die Lösung eingefallen wäre, er muß wie der Gedanke eine zweite, möglicherweise eine dritte Identität annehmen, ohne dabei den Eindruck zu vermitteln, er wäre irr, nicht bei Sinnen, könnten einige meinen, andere würden ihn ansonsten als eigenartig, verschroben titulieren, deshalb ist das Naheliegenste, das Unauffälligste, einfach Axel Hausmann zu sein, diesen Gedanken, einfach den Spieß umdrehen, folgte er, indem er nach außen hin weiterhin seine Freunde, Bekannten, Familienmitglieder beobachtete, Tiere, auch die kleinsten, von ihm gestreichelt, geschützt wurden, du kannst doch keine Mücke töten, du Sadist, ich überlege mir, ob ich dich noch mal besuchen komme, seine Wohnung mit Pflanzen vollstellte, immer darauf bedacht, Schriftzeichen, Symbole feinsäuberlich, in seine bunten Bücher zu zeichnen, zu malen, zu schreiben, er war jetzt ganz sicher, den Gedanken, diesen Gedanken in absehbarer Zeit auf dem weißen Papier zu erkennen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Chemiegiganten dürfen weiterhin Menschenleben gefährden

Lauren Wassers Leidensweg mit Toxischem Schocksyndrom

Der chemischen Verbindungen, die Mensch sich erdacht und eigener Spezies tagtäglich zumutet, gibt es stets neue, wobei in erster Linie der Profit im Visier einer chemischen Industrie. Genau deshalb wird dermaßen rücksichtslos gehandelt, ganze Rechts-abteilungen jedwede Schadensklagen abschmettern, selbst die Gesetzgebung etliche Lücken aufweist, die sich jene windige Praxis zu Nutzen macht.

Lauren Wassers Leidensweg mit dem Toxischen Schocksyndrom (TSS), ein Tampon kostete sie fast das Leben, betrifft zwar statistisch einen Menschen auf 100.000, aber selbst dies darf niemals ein Argument sein, jenes Martyrium seitens der Chemiegiganten in Kauf zu nehmen.

Vom erfolgreichen Model zum Opfer der Binde Kotex von Kimberly-Clark

Ein simples Tampon verantwortlich für die Folgekrankheiten, die das erfolgreiche Model Lauren Wasser erlitt? Man mag es kaum glauben, aber die Firma Kimberly-Clark scheint kein Interesse daran zu haben, einsichtig das Tampon vom Markt zu nehmen.

Nachdem die damals 24-Jährige gerade so dem Tod von der Schippe springen konnte, vor der festgestellten Diagnose des Toxischen Schocksyndroms erlitt sie nach hohem Fieber schließlich einen Herzinfarkt, eine Lungenentzündung bishin zu Nierenversagen. Danach erfolgte der erschreckende Befund, sie wurde in ein medizinisch induziertes Koma versetzt, es wurden mehrere Bluttransfusionen durchgeführt, am Ende mußten die Ärzte ihr das rechte Bein ambutieren sowie drei Zehen an ihrem linken Fuß.

Inzwischen steht die Ambutation ihres zweiten Beines bevor, läßt sich der Eingriff nicht vermeiden, um ihr Leben zu retten. Es versteht sich von selbst, daß die Betroffene sich an die Öffentlichkeit wendet, vor allem andere Frauen eindringlich warnt,  gefahrlose Tampons fordert.

Wer stoppt eine derartig verantwortungslose chemische Industrie?

Im Grunde genommen haben wir alle selbst dies in der Hand, indem wir die gewählte Politik auffordern, mit entsprechenden Gesetzen sie letztlich zu zwingen. Bekanntlich beißt man nicht die Hand, die einen füttert. Der Einfluß und somit das Diktat der Chemiegiganten spielt wohl doch eine größere Rolle als ein betroffenes Menschenleben. Wir erleben es doch auch bei den Tricksereien der Zutatenlisten in Lebensmitteln.

Das scheint die Lebensmittelindustrie kaum zu berühren, geschweige denn ernsthaft betroffene Verbraucher schützen zu wollen. Nur mit entsprechendem gesetzlichen Druck funktioniert es eher. Welch dramatisch traurige Erkenntnis. Man könnte auch schlichtweg behaupten, daß eine gewisse kriminelle Einstellung mitschwingt.

Mutter Erde hat genügend Antworten parat, inwieweit natürliche Kreisläufe ein sinnvolles Miteinander rechtfertigen. Nur der Mensch scheint sich seiner Rolle nicht mehr bewußt zu sein, deshalb zerstört er sie bedenkenlos, um dies auch noch als Fortschritt zu bezeichnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Lebensasche

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Zeit festigt sich in mir
wie klebrige Asche,
ein öliges Geschmier,
ähnlich wie Pappmasché.

Erinnerungen wirken schärfer,
bisweilen zerfurcht, zerfleddert,
dennoch kantiger, ausgeprägter,
irgendwie auch zeitverheddert.

Vergeudet wäre Lebenszeit, ohne anzuheizen,
ohne die Seele mit Wärme zu beleben,
ohne mit Feuer im Herzen zu geizen,
dafür laß ich die Asche an mir kleben.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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EU-Strafverfahren gegen Polen etwa wirkungslos?

Höhnische Reaktion seitens Morawiecki

Unser östlicher Nachbar scheint sich innerhalb der EU isolieren zu wollen. Arroganz hat aber auf politischem Parkett seine unabsehbaren Folgen, wenn man real abhängig ist, ganz besonders in wirtschaftlicher Hinsicht. Immerhin hängen jede Menge Arbeitsplätze am Tropf Europas, speziell Deutschlands.

Das scheint dem polnischen Ministerpräsidenten, erst seit dem 11. Dezember im Amt, irgendwie egal zu sein. Sicherlich hängt dies auch mit seiner Parteizugehörigkeit zur PiS zusammen, schließlich „reitet man voller Inbrunst“ den nationalistischen Weg, geistig seinen Amtsbrüdern in Ungarn oder Österreich hold. Insofern paßt diese höhnische Reaktion zum EU-Strafverfahren mit dessen Ankündigung weiterer Gesetze.

Mit fehlenden Geldern könnte es eng werden

Oder aber der junge Ministerpräsident hat die Folgen eines EU-Strafverfahrens schlichtweg einkalkuliert, der Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet, sei es damit verbunden, neue Partner zu suchen und zu gewinnen bishin zu kriegerischen Optionen. Denn Nationalismus führt am Ende unweigerlich in derartige Szenarien. Ob das einem Herrn Putin gar recht sein könnte, obwohl noch im letzten Jahr erneut das Nato-Militärmanöver „Anakonda“ ihm auf die Pelle rückte? Mit einer Abkehr Polens zur EU ein neuer Schulterschluß zu Russland?

Man wird sehen. Zunächst fehlen dem Land sehr schnell notwendige Gelder bei zu erwartenden Sanktionen der Europäischen Union. Daß die es ernst meint, sollte Polen klar sein, selbst wenn Viktor Orbán bereits sein Veto ankündigte.

Polen hält nichts vom Naturschutz – auch glänzt das Land eher im braunen Gewand

Frapante Parallelen zu anderen Nationen, die sich im Wind der Neuen Rechten drehen. Keine gute Aussichten für all diejenigen, die dachten, die Menschheit hätte jenen Teil der Geschichte endlich überwunden, um dies nie wieder zuzulassen! Schlimm genug, daß Trump sich vom Pariser Klimaabkommen abkehrte, so gefährdet Polens Um-weltminister Jan Szyszko den Bialowieza-Urwald. Welch Ignoranz wider der Natur!

Nur welches Pferd reitet da jener Mateusz Morawiecki? Es will nicht so recht zu ihm passen, verstrickt er sich doch jetzt schon in Widersprüche. Als ehemaliger Superminister Polens kennt er sich obendrein ziemlich gut aus in den Gepflogenheiten des Brüsseler Parketts, immerhin wirkte er selbst aktiv an den Verhandlungen zum Beitritt Polens zur EU bei. Jetzt der Schwenk zum Nationalismus? Er trat offiziell erst 2016 der PiS bei, was jene neue Haltung bei ihm eher erklärt. Dennoch beißt die Katze sich in den Schwanz, das braune Gewand jener rechtsradikalen Politik mag nach außen hin glänzen, nur kann daraus ein hoher Schaden für Polen entstehen. Genau so gewollt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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