Rechter Terror auf dem Vormarsch – das Maß ist voll

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Geistige Brandstifter sind unbedingt zur Rechen-schaft zu ziehen

Die Politik hat ihren Zenit längst überschritten, besonders was deren Glaubwürdigkeit anbelangt, zumal immer mehr Menschen politikverdrossen entweder nicht mehr wählen oder aber sich extremistischen Strömungen anschließen, gleichwohl auch religiösen. Die Ergebnisse jener Entwicklung beschäftigen uns zunehmend, Gewalt und Terror nehmen erheblich zu, der rechte Nebel verdichtet sich.

Natürlich kann und darf man demokratischen Systemen trauen, den Bürgern des Landes Sicherheit zu gewähren, gerade hierzulande blicken wir auf eine über 72-jährig währende Friedenszeit, selbst wenn weltweit etliche Kriege, so auch stellvertretend stattfanden, bis heute andauern, deutsche Rüstungsfirmen keineswegs unbeteiligt sind. Jedoch eine wesentlich, keineswegs unbekannte politische Variante fühlt sich ganz offensichtlich berufen, ihre bösartig-häßliche Doktrin erneut unters Volk mischen zu wollen: der Rechtsextremismus.

Im Deutschen Bundestag sitzt nunmehr eine Partei, die exakt jenes Gedankengut vehement verteidigt und dafür antritt, es mit allen Mitteln umzusetzen. Natürlich völlig demokratisch legitimiert. Parallel dazu muß man feststellen, daß Rechter Terror auf dem Vormarsch ist. Nicht erst mit dem jüngsten Anschlag auf den Bürgermeister des Städtchens Altena, wobei Andreas Hollstein noch Glück hatte durch das beherzte Eingreifen des Dönerbuden-Besitzers und dessen Sohnes, sondern weit im Vorfeld.

Im Grunde genommen wurde die Nazi-Vergangenheit nie richtig aufgearbeitet, anders kann man das erneute, kaltschnäuzige Auftreten selbsternannter Neonazis, sei es auch im Gewande eines Patriotismus, den Identitären, die gesamte Neue Rechte bishin zu politischen Parteien wie die NPD und nunmehr die AfD nicht deuten. Genau deren geistigen Brandstifter sind mitverantwortlich für derartige Attentatsversuche, denken wir auch an den Kampfmesserangriff gegen die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker vor gut zwei Jahren zurück.

Wer einerseits lauthals brüllend eine Lügenpresse beschimpft, um gleichzeitig selbst im Internet fleißig zu streuen, hat einen nicht unwesentlichen Anteil an aufkommenden Haß-Ausbrüchen. Ob Jürgen Elsässers „Compact – Magazin für Souveränität“, Manfred Petritschs „Schall und Rauch“, Joachim Sonderns „Invictus Veritas Media” (vorher “Buergerstimme“), Jochen Kopps „Kopp Verlag“ oder Andreas Keltschas (alias Eric Keller) „Contra Magazin“, um nur einige aufzuzählen. Sie alle haben eines gemeinsam: ihre rechtsexremistische Hetze vehement zu verkünden. Sie sind insofern mitverantwortlich, können sich nicht einfach wegducken.

Was verbleibt beherzten Beobachtern, wenn sie solche Mißstände entlarven? Farbe bekennen, wie dies kürzlich das Zentrum für Politische Schönheit mutig tat, selbst wenn deren Mitglieder inzwischen von der Rechten Szene bedroht werden, obendrein die Staatsanwaltschaft Klage erhebt. Die Blindheit des Staates auf dem rechten Auge ist hinlänglich bekannt, nicht erst mit dem NSU-Prozeß!

Dem Ruf nach Vergeltung und Rache folgt meist eiliger Gehorsam voraus, gewisse Vorurteile für sich bestätigt zu interpretieren. Eine widerliche Haltung, die mehr denn je aufzeigt, wie menschenverachtend manche Zeitgenossen auftreten, um sich obendrein finanziell zu bereichern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Die neuen Anderen

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Die neuen Anderen leben vor, wie man es anstellt,
wenn man aus dem Dünkel wieder strebt nach Macht,
nach einem Leben geprägt durch Gehorsam,
Kameradschaft ablöst Freundschaft.

Der Wandel beginnt mit dem Mißbrauch der Sprache,
abgelöst werden die Spottsprüche durch Phrasen,
die prägen sich leichter ein, sind zu allem abrufbar,
tönen dann aus vieler Mund, wird Meinungsfreiheit.

Bedeutet aber nicht, jeder darf sagen, was er will,
was Wahrheit, was Lüge, nur ein kleiner Teil bestimmt.
Keine Staatsform ist so einfach wie die einer Angstgemeinschaft,
wie die…, endlich einer, der uns die Augen öffnet.

Genau in diesem Moment, wenn´s vom Podium schallt,
wir haben euch die Moral, die Treue, die Ordnung, das Land
wiederbeschafft, Solidarität bedeutet Herrschaftsmacht,
seid ihr eure Meinungsfreiheit, eure Individualität los.

Wer die Sprache erniedrigt, um sich zu positionieren,
sie als Spötterin verkleidet, um Polemik zu betreiben,
Haßtiraden als Kontroverse stilisiert, der ist kein Held,
der vergewaltigt das Wort, um Hörigkeit zu erschaffen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Shells Investion in E-Ladestationen eine Signalwirkung

Wird die Öllobby weiterhin ihre Arroganz aufrecht erhalten?

Lediglich Ablenkung, die einem Fake gleichkommt? Garantiert nicht, Konzerne können sich so einiges leisten, mitnichten leicht durchschaubare Spielchen. Insofern hat Shells Handlungsweise einen tiefgründigeren Sinn, dem andererseits gewisse Kon-kurrenten mit einem müden Lächeln begegnen, Hardliner der ewig gestrigen Befürworter des Benzin- oder Dieselmotors obendrein brüsk beschimpfen.

Wer behauptet, Elektroautos gehört die Zukunft, wird scharf beäugt oder abfällig kommentiert, zumal gerade Klimaleugner sich berufen fühlen, überall bösartige Verschwörungen zu initiieren. Welch simple, leicht durchschaubare Taktik, die dennoch nicht die Problematik belastender Faktoren verschwinden läßt, wer hierbei mal einen Blick hineinwagt. Klar doch, mittels Ignoranz lassen sich gesundheitliche Folgen eben nicht wegdenken.

Welche Fahrzeugantriebe setzen sich durch?

Der technische Wettlauf darüber hat längst begonnen, nicht nur wegen anstehender Klimaziele, sondern auch weil Krankheitsfolgen immer naheliegender entlarvt, am Ende gar die fossilen Brennstoffe erschöpft sein werden.

Sie winden sich gern, wiegen sich in Sicherheit ob ihrer Argumente, um z.B. das Elektroauto schlecht zu reden, Akkus seien zu teuer, zu umweltbelastend in der Herstellung. Verbleibt die Antwort, welche Fahrzeuge es denn nun sein werden. Vielfalt ohnehin, vom Wasserstoff-Fahrzeug bishin zum Elektroauto.

Deutschland bald nicht mehr abhängig von Benzin und Diesel

Natürlich gibt es keine Gewähr ob bestimmter Ressourcen, die ewiglich vorhanden, die benötigt werden für die Mobilität von Elektrofahrzeugen, schließlich bedarf es bestimmter Metalle wie Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan. So könnte infolge ein Mangel den Vormarsch der Elektroautos etwa bremsen? Eher kaum, auch im Hinblick von Shells vorpreschen.

Das Manager-Magazin geht ziemlich ausführlich thematisiert der Frage nach, inwiefern Deutschland ohne Benzin und Diesel funktionieren könne. Selbstverständlich kann es und der Rest der Welt erst recht. Es scheitert lediglich die rasche Umsetzung am Festhalten ewiglichen Profits, an der Uneinsichtigkeit extrem belastender Folgen für die Umwelt. Stets wird jedwede Gewissenhaftigkeit ignoriert, man redet sich die Welt selbst schön, obwohl krasse Bilder und Fakten das Gegenteil belegen.

Kyoto-Protokoll. Unsere Luft soll besser werden. Na, es würde doch reichen, wenn sie so würde, wie sie es vor hundert Jahren war.“ (Wolfgang J. Reus)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Jammern befreit und grenzt aus

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Auf Dauer sich blenden lassen?

Natürlich darf man jammern! Warum auch nicht? Schließlich zählt jammern genauso zu einer Gefühlsregung wie weinen, und Gefühle zu zeigen, ist besser, als sie zu unterdrücken. Ebenso wie beim ständigen Lachen oder sich fröhlich zeigen, besteht beim Jammern die Gefahr, diese Emotion zu benützen, um andere Menschen dazu zu verleiten, sich dem Jammernden zuzuwenden, ihm Beiseite zu stehen, ihn zu trösten, auch wenn kein wirklicher Grund vorliegt, sondern aus Bequemlichkeit, aus Berechnung, sich in den Mittelpunkt zu stellen, sich als Opfer zu präsentieren.

Wer über „wie beim ständigen Lachen oder sich fröhlich zeigen“ gestolpert ist beim vorangegangenen Satz, so ist dieses Phänomen, alles möglichst positiv zu sehen, selbst persönliche Angriffe wegzulächeln, zu jedem Thema ein Witz auf den Lippen zu haben, genauso in Frage zu stellen wie das ständige Jammern, denn das Weggrinsen bezweckt auch eine Art des Aufmerksamkeitserhaschens.

Ein quengelndes Baby hat vermutlich Hunger, Bauchschmerzen, die Hose voll oder einfach nur Unruhe und wird deshalb, da der Sprache noch nicht mächtig, jammern. Aufmerksamkeit, liebevolle Zuwendung und gegebenenfalls schnelle Abhilfe für das Unwohlsein sind die Trostfaktoren. Kaum ein Baby wird bewußt Jammern einsetzen, bewußte Handlungen dieser Art kommen im Kleinkindalter auf, die Gründe hierfür sind zu mannigfaltig, um dieser Thematik wirklich einigermaßen gerecht zu werden. Diese Erwähnung sollte nur dafür dienlich sein, daß Jammern ein Bestandteil von Gefühlsregungen ist, übrigens nicht nur beim Menschen, sondern auch bei den Tieren. Erinnert sei hier an fiepende und jaulende Tierkinder.

Jammern ist ein bewährtes Mittel, um auf Mißstände hinzuweisen. Und Jammern kann den gleichen Effekt erzeugen wie das Gähnen. Man sagt, wer durch ein Gegenüber „angesteckt“ wurde, ebenfalls zu gähnen, findet dieses Gegenüber sympathisch. Demnach hätte jammern zwei Effekte, einmal die Aufmerksamkeit und die Fähigkeit andere ebenfalls in Jammerstimmung zu bringen.

Jammern, mittelhochdeutsch (j)āmern, althochdeutsch āmarōn, zu Jammer. (Duden)

Jammer, mittelhochdeutsch jāmer, althochdeutsch jāmar, Traurigkeit, Herzeleid, schmerzliches Verlangen, Substantivierung von althochdeutsch jāmar, traurig, betrübt, ursprünglich ein Schmerzensruf und wahrscheinlich lautmalend. (Duden)

Es scheint verwunderlich, daß es ein Schmerzensruf geben soll, der sich nach „jamar“ anhört, oder?

Laut Gebrüder Grimm ist „die begriffliche Ebene des Jammers mit Geschehnissen wie Bruch oder Schaden“ (Wikipedia) in Verbindung zu bringen.

Vertrauensbruch oder Warnsignal zur Schadensabwendung könnte demzufolge der Grund für jammern bedeuten. In Bezug auf das Verhalten von Babys durchaus nachvollziehbar.

Auch bei erwachsenen Personen wäre dies eine einleuchtende Erklärung für das Jammern. Selbst das „ansteckende Mitjammern“ könnte damit in Zusammenhang stehen. Jammern als Befreiung aus einer mißlichen Lage zum Schutz vor Unbill wäre demnach eine wichtige Gefühlsregung zum Überleben.

Wer Jammern als brauchbares Mittel, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, anwendet, dies als probates Mittel benützt, möglichst viele in Aufruhr zu versetzen, obwohl dafür kein Anlaß mehr oder nie bestanden hat, der darf sich nicht wundern, wenn irgendwann der Bumerangeffekt einsetzt, sprich keiner mehr auf seine Belange reagiert. Denn auf Dauer werden Lügen, Fehlinformationen als das erkannt werden, das sie sind. Kein Mensch läßt sich auf Dauer blenden, oder doch?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Altersunterschied in der Liebe

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Immer noch tabu in der Gesellschaft?

Wo immer die Liebe hinfällt, verliert sie gleichzeitig jedwede Tabus, wenn beide einvernehmlich diesen Zustand in vollen Zügen genießen. Keine Welt vermag sie mehr trennen, zumindest anfangs schwebt man auf Wolke Sieben, die Zeit scheint stehen zu bleiben und was interessiert das Gerede der Umwelt, Hauptsache alles versinkt in Wohlbefinden.

Ziemlich skeptisch haben sich Paare einer argwöhnischen Beobachtung zu unterziehen, deren Altersunterschied in keiner normgerechten Vorstellungswelt untergebracht werden kann. Immer noch tabu in der Gesellschaft? Obwohl es sie schon immer gab, Statistiken darüber sind wohl noch nicht erhoben worden, geht die heutige Gesellschaft letztlich offener damit um als früher.

Eine schallende Ohrfeige an die prüde US-Gesellschaft

Der unter der Regie von Hal Ashby 1971 gedrehte Film „Harold und Maude“, das Drehbuch schrieb Colin Higgins, musikalisch wirkte Cat Stevens, verdeutlicht gleich zwei entscheidende Tabubrüche: zum einen den Freitod offen selbst zu bestimmen, zum anderen die gleichzeitige, sexuelle Liebesbeziehung zwischen dem gerade mal 18 Jahre alten Harold und der 61 Jahre älteren Maude.

Eine schallende Ohrfeige an die prüde, US-amerikanische Gesellschaft mitten in der Hippie-Bewegung, die für genug Zündstoff sorgte, sich selbst zu hinterfragen, auch wenn die Zeitschrift Variety den Film als geschmacklose „Offbeat Comedy“ kommentierte und Reclams Filmführer in ihm einen „effektvollen Rundumschlag“ sieht.

Dennoch schaffen solche Filme es, das Bewußtsein der Menschen zu schärfen, eingefahrene Normen zu hinterfragen, nicht nur, ob sie vielleicht zeitgerecht seien, sondern auch generell einer völlig verkehrten Doktrin gehorchen. Mit welchem Recht meint Gesellschaft, der wahren Liebe Grenzen setzen zu wollen? Wer bestimmt, welcher Altersunterschied „normgerecht“ geduldet wird?

Neider und Moralapostel sind schnell mit der Zunge dabei

Was in der mediengesteuerten Öffentlichkeit ans Licht gezerrt wird, spiegelt eben nicht die ganze Wirklichkeit wider, sondern nur einen Bruchteil. Ob die 76-jährige Modedesignerin Vivienne Westwood und ihr ehemaliger Student, der 51-jährige Tiroler Andreas Kronthaler, an ihrer Seite oder das Paar Tina Turner (78) und Erwin Bach (61) sowie die 52-jährige Schauspielerin Simone Thomalla und ihr Partner, der 33-jährige Silvio Heinevetter, Handballer der deutschen Nationalmannschaft, um mal prominente Paare zu benennen, wo die Frau viele Jahre älter ist als der Mann. Das Gerede bei solchen Konstellationen entfacht sich meist wesentlich heftiger als im umgekehrten Fall. Warum? Häufen sich bei scheinbar zunehmender gesellschaftlicher Toleranz solche Beziehungen? Oder aber tragen öffentliche Bekundungen prominenter Paare mit dazu bei, diese gesellschaftlich aufgesetzte Norm aufzuweichen?

Neider und Moralapostel sind schnell mit der Zunge dabei, dort den jungen Männern zu unterstellen, sie seien hinter dem Geld ihrer älteren Partnerin her. Das dürfen sich insbesondere junge Frauen ohnehin anhören, die sich für ältere Männer entscheiden. Was kann besser passen, als ausgerechnet in der Politik-Prominenz zu stöbern, um dort spitze Bemerkungen loszuwerden, denken wir nur an an Franz Müntefering (77) und Michelle Schumann (37) oder an den Ex-Außenminister Joschka Fischer (69) und seine Frau Minu Barati-Fischer (42), Tochter des iranischen Oppositionellen Mehran Barati. Hierbei wird schnell eine sachliche Auseinandersetzung beendet, weil es so herrlich einfach erscheint, sich über Altersunterschiede in Beziehungen auszulassen.

Liebe kennt letztlich keine Grenzen des Altersunterschieds

Wir sollten uns tatsächlich von Vorurteilen, auferlegten Tabus verabschieden in der Liebe selbst. Sie kennt keine Grenzen des Altersunterschieds, außer die klare Trennlinie zwischen Erwachsenen und Minderjährigen. Genau dort scheiden sich die Geister, hat der Gesetzgeber gut daran getan, diese den Bürgern aufzuerlegen, um Kinder und Heranwachsende von der notgeilen Lust Krimineller zu schützen!

Keine Gesellschaft hat das Recht, sich einzumischen, wenn Jung und Alt sich zusammenfinden. Gleichzeitig zeichnet sich Liebe gerade dann dadurch aus, wenn sie nicht nur solche Beziehungen duldet, sondern ihrem Anspruch Tolerant zu sein, gerecht wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Vieles einfach vorwegnehmen

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Scheitern, ohne Schaden zu nehmen,
sich in Sicherheit wähnen.
Manager gelangweilt gähnen
angesichts sozialkritischer Themen.

Einstreichen, selbstgefällige Tantiemen,
dabei sich garantiert nicht schämen.
Besser an gewählte Politik lehnen,
stets nach noch mehr Profit sich sehnen.

Wohin mit all den Problemen,
verschieben zu den Rechtsextremen?
Die sie gern aufnehmen,
von München bis nach Bremen.

Lassen wir dieses unselige Bezähmen,
bedenkt, wo wir wohl hinkämen.
Nicht nur glotzen die Tagesthemen,
sich keinesfalls grämen.

Finden wir uns in Systemen,
in herrischen und angenehmen,
manche gar gezielt Menschen lähmen.
Im Lichte dunkler Schemen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verstehen Sie Geld? – Zusammenhänge verständlich erklärt

Rezension zu Davut Çöls neuem Buch

Fach- und Sachbücher haben etwas trockenes, oftmals schwer verständliches an sich, was keineswegs immer so sein muß. Davut Çöl nimmt sich genau dies zu Herzen, sein in diesem Jahr im Tredition Verlag Hamburg erschienenes Buch „Verstehen Sie Geld?“ versucht ziemlich behutsam, den Leser an die Hand zu nehmen, um ihn auf gut 300 Seiten an dies scheinbar komplizierte Thema heranzuführen.

Dabei fällt schnell auf, mit welcher Leichtigkeit und entsprechendem Elan sowie Sorgfalt Davut Çöl sich dem „Schmiermittel“ Geld zuwendet, gleich in der Einführung auf das große Ganze hinweist, welches nur dann in der Gesamtheit des Themas Geld verständlicher wird. Recht hat er.

In fünf große Themenbereiche unterscheidet er zwischen „Die Grundlagen verstehen“, „Das Gelernte in der Praxis verfolgen“, „Der Krisenblick zeigt, wie es weitergehen wird“, „Wie legen Sie Ihr Geld an, und wo liegen die Risiken“ und „So gehen Sie richtig mit Geld um“. Am Ende folgt natürlich eine Finale Zusammenfassung. Ein aufgeweckter Deutschlehrer verkündete mal, lesen Sie den ersten und den letzten Satz eines Buches, es könnte hilfreich sein in Ihrer Abwägung, ob Sie neugierig genug sind, es auch zu lesen. Beherzigt man dies bei Davut Çöl, wird man Feuer und Flamme sein.

Aber Vorsicht, Sie können es keinesfalls einfach durchlesen, viel zu umfangreich befaßt sich der Autor mit der Thematik des Geldes, was durchaus folgerichtig so sein muß, dabei mahnt er zurecht an, daß bisher im Schulunterricht kein Fach über „Geld“ existiert, stellt die berechtigt provokante Frage in den Raum, wie Menschen in ihrem weiteren Leben dann wohl ohne das Wissen um Geld im Alltag umgehen können, ob da etwa eine gewisse Absicht dahinterstehe, die Bürger im Unklaren zu lassen?

Selbstverständlich erscheinen Vorwürfe, Kritikpunkte ans System selbst, in wieweit Geldflüsse manipulativ die Gesellschaft selbst lenken, zu einem anderen Ergebnis kann eine analytische Betrachtung der Zusammenhänge auch nicht kommen, will der Autor eben nicht die Schattenseiten des Kapitalismus einfach ausblenden. Dennoch versteht es Davut Çöl hervorragend, dem Leser stets Mut zu machen, hilfreich dabei die jeweilige kurze Zusammenfassung nach jedem Kapitel.

Alles in allem ein gelungenes Fachbuch, welches äußerst empfehlenswert, ganz besonders sowohl für Ahnungslose als auch „alte Hasen“ mit Kenntnissen über wirtschaftliche Zusammenhänge. Man bemerkt beim Lesen, daß sich der Autor sehr gut mit dem Thema nicht nur auseinandergesetzt hat, sondern sich schon über einen längeren Zeitraum beschäftigt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Rezensionen

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