Frankfurter Fliegerbombe erzwingt größte Evakuierung Deutschlands

Zehntausende Blindgänger nach wie vor weit verstreut

Heute mittag soll planmäßig die Entschärfung einer 1,8 tonnenschweren Luftmine, ein grausames Übrigbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg, die bei Bauarbeiten in der Nähe des Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität entdeckt wurde, beginnen. Dadurch wurde die größte Evakuierung Deutschlands erzwungen, die bereits heute morgen um 6 Uhr begann, bis zu 70.000 Menschen müssen die Sperrzone verlassen.

Dennoch stellt dies lediglich die Spitze des Eisbergs dar, die Kampfmittelbeseitigung hat noch einen ziemlich langen Job vor sich, wenn bis zu rund 100.000 vermutete Blindgänger gefunden und entschärft werden müssen, was einige Jahrzehnte dauern wird. Immerhin warfen die Alliierten während des gesamten Zweiten Weltkriegs an die 2,67 Millionen Tonnen Bomben ab, kein Wunder daß noch etliche Blindgänger, oftmals wie der heutige in Frankfurt, ebenso unter Häusern verborgen liegen.

Zivile Kampfmittelbeseitigung – ein lebensgefährlicher Job

Das wissen die Spezialisten, meist ausgebildete Munitionsfachleute oder Feuerwerker aus der NVA oder der Bundeswehr, die obendrein oftmals Sprengberechtigte sind. Zwischen 2000 und 2010 kamen acht Kampfmittelräumer beim Einsatz ums Leben, am 01. Juni 2010 starben auf dem Göttinger Schützenplatzgelände drei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes bei den Vorbereitungen zur Entschärfung einer Bombe mit chemisch-mechanischen Langzeitzünder.

Aber auch Baggerfahrer können Pech haben wie zuletzt am 03. Januar 2014. Beim Umschichten von Bauschutt in der Nähe von Bonn detonierte eine 1,8 tonnenschwere Luftmine, der Baggerfahrer kam ums Leben, 13 Menschen wurden dabei verletzt. Die zweitgrößte Evakuierung Deutschlands fand am 16. Dezember des letztes Jahres in Augsburg statt, 54.000 Menschen mußten wegen der Entschärfung einer Luftmine sich außerhalb der Sperrzone begeben.

Kein Ende in Sicht nach dem Zweiten Weltkrieg

Manche formulieren es ziemlich direkt: Der dritte Weltkrieg habe längst begonnen. Mit Blick zu den etlichen Stellvertreterkriegen, die parallel zum Kalten Krieg stattfanden, bis heute anhalten, siehe Syrienkrieg, darf man sich zu Recht wundern, wie kaltherzig und brutal Mensch sich doch verhält hinsichtlich dem Bewußtsein über dessen Auswirkungen selbst Jahre später. Zehntausende Blindgänger allein hierzulande sollten eigentlich nachdenklich stimmen. Davon keine Spur.

Wenn eine Frau Merkel selbst Herrn Trump Folge leistet und den Bundeswehretat kräftig erhöhen läßt, so auch mehr Soldaten die Bundeswehrtruppe unterstützen sollen, zeigt dies doch gleichzeitig, wie simpel die Welt weiterhin tickt. Statt Frieden schaffen mit immer weniger Waffen, geschieht exakt das Gegenteil. Die Konsequenz daraus: eine Zunahme kriegerischer Auseinandersetzungen, auch in Europa ohne weiteres wieder im Bereich des möglichen.

Krieg bedeutet immer Zerstörung, eine Kapitulation des Humanismus. Solange Menschen nicht begreifen, daß sie selbst entscheidend mitbeteiligt sind an Entwicklungen, die zu Kriegen führen, ändern sich derartige Szenarien nicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Umfrage zur 19. Bundestagswahl

Natürlich wird auch diese Umfrage anonym stattfinden, Sie gehen keinerlei Risiko ein. Querdenkende hat einfach die entsprechende Neugier, in wie weit Ihre Stimmen sich hinterher nach der Wahl bestätigen oder eben nicht.

Übrigens hochinteressant im Nachhinein, was alles zutraf bzw. mitnichten eintrat hinsichtlich unserer Umfrage vom 09. Januar: Aussichten fürs neue Jahr 2017. Drei der möglichen Antworten trafen gar nicht zu: Marine Le Pen wurde nicht ins Präsidentenamt gewählt, die USA und Russland näherten sich nicht freundschaftlich an und der Sommer war keineswegs warm und trocken. Höchstwahrscheinlich wird Angela Merkel doch ihre vierte Amtszeit nach der Wahl antreten.

In der folgenden Umfrage, die bis zum Samstagabend (09. September) hier freigeschaltet sein wird, stehen somit als Antwort naheliegend die wichtigsten Parteien nebst „Sonstige“ zur Verfügung.

Lotar Martin Kamm

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Kein Recht auf Lügen

Provozieren, drangsalieren, irritieren,
ob körperlich, sprachlich, schriftlich,
zeigt einen Geist, einen kleinkarierten,
ist kein Schuljungenstreich, ist erbärmlich.

Schadenfreude ist kein Glück, ihr Ochsen,
heißt durch Hinterhältigkeit sich wichtig fühlen,
in den Rücken stoßen, in die Seiten boxen.
Könnt ihr euch nicht selbst mit Gülle besprühen?

Die großen Helden spielt ihr in Gemeinschaft,
deshalb zeigt ihr bösartiges Tun niemals allein.
Ihr Angsthasen kriecht sogar in jeden Stiefelschaft,
euer Verstand, Gefühl gleicht einem Kieselstein.

Mit euren derben Sprüchen, falschen Gerüchten
könnt ihr niemand hinterm Ofen hervorlocken.
Eure neurotischen Zwangsverordnungen zum Fürchten,
es gibt kein Recht, andere mit Lügen zu schocken.

In Wirklichkeit seid ihr ein aufgeblähter Haufen,
lieblos, selbstgefällig, rechthaberisch, vergrämt.
Macht, Herrschaft wollt ihr mit Haß, Hetze erkaufen.
Keine Liebe, nur grinsen, daß ihr euch nicht schämt?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Brunftschreie völkischer Pappnasen

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Satirischer Rückblick…

Ganz ähnlich wie bei der Jugend und ihren trotzigen Phasen. Nur daß hierbei jene Kandidaten politisch sich bewerben zur Bundestagswahl mit ihren anrüchigen Taten. Deutschland auf bestem Wege zurück in ehemals rechtsextreme Zeiten? Zumindest meinen sie, sich darauf vorzubereiten. Wer die wohl wieder ausspieh? Gewisses Kapital im Hintergrund agiert im Stillen, manch einer verfällt ihm zu willen. Welch bittere, historische Pillen!

Manch einem stinkt’s gewaltig, ihm kommt echt der Mock hoch, weil’s so abartig, und das obendrein hierzulande immer noch. Nur die Ruhe, niemand kann dem Willen des Kosmos entgehen, selbst rechtes Geschmeiß liegt am Ende in der Truhe nach herrschaftlichem Geschehen. Na, wer kann hier wohl wem dem Buckel runterrutschen? Sie denken, dies sei Aufputschen? Mitnichten, erst recht nicht beim Dichten.

Welch politisch gewollter Stuß, denn die Suche nach sozialer Gerechtigkeit ein Trugschluß. Selbst zur Bundestagswahl beschert uns Politik ihre verlogene Qual. Somit nix geschlichtet, erst recht nicht, wenn der braune Nebel sich verdichtet, zu allem Überdruß breitet sich aus der Rechtsextremismus.

Das sei nicht von Belang? Doch Motivation ohne Zwang kann dem Hetzen etwas entgegensetzen, wenn der Geschmack auf der Zunge ganz schal, weil selbsternannte Saubermänner verdrecken Sitte und Moral. Welch bösartige Bündnisse, dabei keine Gewissensbisse.

Mit ganz gezielt forcierter Spaltung AfD-Politiker bestätigen ihre rassistische Haltung. Das war schon lange abzusehen, solch mißratenes Geschehen. Gleichwohl wurden wir längst vorgewarnt, wenn die IUCN ermahnt, daß westafrikanische Schimpansen vorm Aussterben bedroht. Eine dramatische Not!

Dämmert’s zunächst leise, daß wir besser begreifen mittels spielerischer Art und Weise? Ein Hoch auf jegliche Kreativität, sie zu fördern, ist nie zu spät. Apropos Zeit, ist es schon wieder soweit? Wie spät ist es? Fragt man doch des Öfteren ganz kess.

Weil das Thema so nachhaltig manch einen zu denken gibt, woran es wohl liegt, daß Rechtsradikale sich erneut ausbreiten können. Viele Menschen wollen sich mitnichten versöhnen, vergessen ihr Ursprung mit der Geburt, klingt vielleicht absurd, aber sie können’s wohl nicht lassen, dieses rassistische Hassen. Drum gebt allesamt besonders acht, bevor sie wieder zündeln und morden über Nacht!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Wie spät ist es?

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Sagen Sie mir nicht, wie spät es ist, auch wenn Sie es von meinen Augen ablesen können, erst recht nicht wenn ich Sie danach frage. Seien Sie einfach still. Denken Sie, Sie hätten sich verdacht, Sie würden nur irrsinnigerweise denken, was andere wissen wollen. Sie haben sich verhört. Geben Sie keine Auskunft. Verdammt nochmal, es wird Ihnen doch nicht schwer fallen, sich stur zu stellen. Verstecken Sie Ihre Armbanduhr, Ihr Smartphone. Und nein, wenden Sie nicht unnütz den Kopf auf der Suche nach einer Kirchturmuhr. Sie wissen einfach nicht, wie spät es ist. Ist das so schwierig zu verstehen?

Vergessen Sie´s einfach. Es interessiert mich überhaupt nicht, ob es nach Stand der Sonne, weil Sie gerade vom Bäcker kommen, weil Ihr Bus in, sagen Sie bloß nicht diesen Zeitbegriff, abfährt, eventuell kurz vor irgendetwas ist. Das weiß ich selbst. Bin schließlich nicht auf dem Mond aufgewachsen. Ihre Bemühungen in Ehren, mir helfen zu wollen, indem Sie mit Eventualitäten, kleinen Andeutungen mir zu verstehen geben wollen, welche Uhrzeit wir momentan haben, behalten Sie es für sich. Ich komme total damit klar. Sie sind ein guter Mensch, ein hilfsbereiter, ein mitfühlender. Das kann ich beurteilen. Unterlassen Sie Ihr Lächeln, ich nehme das Wort zurück, einschätzen, ich kann das einschätzen. Nicht beurteilen. Jetzt habe ich mich von Ihnen verleiten lassen, sogar gegen ein Wort auf Distanz zu gehen. Reicht es Ihnen nicht, wenn ich die Zeit von mir entfernt halte? Was wollen Sie damit bezwecken? Macht es Ihnen vielleicht Spaß, mich auf den Arm zu nehmen?

Aha, Sie stehen zufällig hier rum, setzen sich wieder auf die Bank, gehen ein paar Schritte, beobachten die Straße, einfach nur so, Sie haben kein Interesse an einer Konversation, die Sie auf andere Gedanken bringen könnte. Sie wollen keine anderen Gedanken zulassen, außer Ihre altbekannten. Wenn das so ist, bitteschön, kein Problem, gar keins. Mich interessieren Ihre Gedanken auch nicht. Jeder darf denken, was er will, das gibt Ihnen aber keinen Grund, mich dauernd vehement daran erinnern zu wollen, wie spät es ist. Ich nötige Sie schließlich auch nicht, daran zu denken, wann Sie das letzte Mal Hühnerbrühe gegessen haben. War es eine kleine Vorspeise zum nachfolgenden Menü, war es in Kindertagen, als sie krank und fiebrig im Bett lagen, war es in der Junggesellenbude schnell aus der Tüte ins kochende Wasser geschüttet? Sie sind nicht der Einzige, der Hühnersuppe ißt, ohne zu wissen, wie man sie zubereitet. Hühner und Suppe. Tolle Antwort.

Ich habe mich in Ihnen getäuscht, Sie scheinen ein Meister der Täuschung zu sein. Es liegt ihnen dauernd auf der Zunge, mir endlich zu sagen, wie spät es ist und das nur, weil Sie nicht an die Hühnersuppen denken wollen, die Sie immer gerne gegessen haben. Sie brauchen sich nicht umzudrehen, ich kann Ihre Gedanken auch am Hinterkopf ablesen. Was meinen Sie zu sehen, Sie haben doch eine Meinung? Da fahren bloß Autos vorbei, die haben Sie schon dauernd im Blickfeld. Gegenüber ist die Parkanlage, ein Bushaltestellenhäuschen, rechts fährt man in die Stadt, links fährt man aus der Stadt heraus. Beide Richtungen führen nach Rom. Wußten Sie schon. Na, dann.

Es ist doch völlig gleich, ob Sie nicht an Ihre Hühnersuppe erinnert werden wollen, oder ob ich nicht wissen will, wie spät es ist. Beides führt an dasselbe Ziel. Nach Rom. Natürlich nach Rom, oder favorisieren Sie Paris? Das hätte ich mir denken können. Paris, die Stadt der Liebenden, Venedig, die Stadt der Liebenden. Beides Städte der Liebe. Mon amour! Tesoro mio! Mein Liebling! Mein Schatz!

Verstehe ich vollkommen, wer will schon in die ewige Stadt, in die alle Wege führen, Endlosschleife. Endlosschleife für alle Ankommenden und Weggehenden. Immer die gleiche Tour, ewig nach Rom, ewig weg von Rom. Ewig hin zur Liebe, ewig weg von der Liebe. Ewig die Zeit, ewig die Hühnersuppe. Wenigstens haben Sie den Vorteil genossen, daß Ihr Magen angenehm gefüllt wurde mit dieser warmen Mahlzeit. Sie sind ein Glückskind. Meine Zeit hat mir noch niemals den Magen gefüllt. Im Gegenteil. Ich könnte gleich.

„Hallo, Schatz, hoffe, du hast nicht zu lange warten müssen? Ich weiß, ich habe mich etwas verspätet.“

Ehe Yasmin antworten konnte, trat der junge Mann, der ständig nervös hin- und hergelaufen, die Straße mit seinen Augen abgesucht hatte, an Justin und Yasmin heran. „Mein Akku ist alle, ich weiß nicht, wie spät es ist! Wieviel Uhr haben wir jetzt?“

Yasmin griff an Justins Jacke und zerrte ihn die Straße lang Richtung Stadt. „Wenn du nur einen Ton von dir gibst, wie spät es ist, dann hat unser letztes Stündlein geschlagen!“

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Die Lust am Spiel eine lebenslange Beschäftigung

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Begreifen mittels spielerischer Art und Weise

Selbstverständlich finden auch Tiere viel Freude am Spielen, allerdings soll sich hier näher mit uns Menschen darüber auseinandergesetzt werden. Bereits im Babyalter beginnt bei der Verarbeitung der aller ersten weltlichen Eindrücke diese kreative Kombination zwischen Begreifen und dem Prozeß, dies auf spielerische Art und Weise zu verarbeiten.

Obwohl es sogar bestimmt in der pränatalen Phase bereits stattfindet, denken wir nur an die äußeren Einflüsse wie Musik oder menschliche Stimmen, auf die das Menschenwesen im Bauch der Mutter reagiert. Und allein schon der Gebrauch der Finger bedeutet eine spielerische Variante. Die Lust am Spiel insofern eine lebenslange Beschäftigung?

Eine Welt ohne Spielen wäre kontraproduktiv

Ohne die Möglichkeit spielen zu dürfen, würden wir Menschen es um ein Vielfaches schwerer haben, überhaupt die Welt nicht nur zu begreifen, sondern darüber hinaus auch in ihr sich zurecht zu finden. In diesem Kontext muß ganz besonders der Austausch untereinander hervorgehoben werden. Für den Homo sapiens als soziales Wesen bedeutet das Spielen gleichwohl Überleben, weil sämtliche Situationen theoretisch erlernt, durchgespielt werden.

Der deutsche Philosoph Hans-Georg Gadamer schrieb in seinem Werk „Wahrheit und Methode“ so zutreffend: „Im spielenden Verhalten sind alle Zweckbezüge, die das tätige und sorgende Dasein bestimmen, nicht einfach verschwunden, sondern werden auf eigentümliche Weise gestaltet. Das Spielen geschieht nicht nur ‚um der Erholung willen‘, sondern dient auch der Heilung von unguten Regungen und Gemütszuständen.“ Und genau das verdeutlicht somit den sehr starken Einfluß im Heranwachsen, um da draußen sich zu bewähren.

Hinzu kommt eines der wichtigsten Vorrausetzungen: die Kreativität. Phantasie darf letztlich keine Grenzen gesetzt werden, solange sie niemanden Schaden zufügt. Im Spielen selbst, insbesondere beim Rollenspiel, bewältigen wir unser eigenes Seelenheil, die Struktur der Psyche, aber auch mit aggressiven Impulsen umzugehen sowie im späteren Verlauf erotische Gefühle zu verarbeiten. Dabei wird uns gerade die Phantasie zur Hilfe eilen, dient als Weg, unsere noch zu findende Realität zu gestalten, auch wenn beim spielerischen Prozeß dies viel eher im Unbewußten stattfindet. Um so wichtiger, den Kindern möglichst viele Freiräume zu gewähren, damit sie das Spielen ausleben können und dürfen!

Bewahren wir uns das Spielen, um es bis ins hohe Alter auszuleben

Nach wie vor wird der Kreativität im Alltag viel zu sehr mißachtet, eben nicht wirklich nachvollzogen. Jedoch würde gerade ohne die Kreativität Stillstand herrschen bei sämtlicher Entwicklung. Was hat das jetzt mit dem Spielen dabei auf sich, werden Sie sich vielleicht fragen? Eine ganze Menge. Schließlich hat im Arbeitsleben selbst das Spielerische einen nicht zu unterschätzenden Einfluß, unabhängig von den vielen Berufen, wo Kreativität ein Muß darstellt.

Der US-amerikanische Erziehungswissenschaftler und Psychologe, Howard Gardner schrieb in seinem Buch „Intelligenzen – Die Vielfalt des Geistes“ folgenden, interessanten Gedankengang: „Menschen sind schöpferisch, wenn sie bei der Lösung von Problemen, bei der Herstellung von Produkten oder bei Aufgaben innerhalb einer Disziplin auf eine Art vorgehen, die zwar grundlegend neu ist, schließlich jedoch in einer oder mehreren Kulturen akzeptiert wird. Dementsprechend ist eine Arbeit schöpferisch, wenn sie anfangs als neuartig auffällt, mit der Zeit aber in einer Domäne Zustimmung findet.“

Nur was nutzen all diese Erkenntnisse und das Betonen über die Notwendigkeit, das Spielen selbst als wichtigen Bestandteil in unserer Gesellschaft zu dulden und zu fördern sind, wenn sogar darüber hinaus ganz gezielt es verhindert wird? Nein, diese Frage dürfen Sie nicht als Pessimismus werten, sondern leider hat sie ihre Rechtfertigung. In einer Welt des Materialismus, dem Fokus eines oberflächlich zwischenmenschlichen Zusammenlebens, wird dem Spielen immer weniger Raum gelassen, weil Menschen sich den Gesetzen der Wirtschaft selbst unterzuordnen haben. Alles dreht sich nach der Gier des Wunschdenkens eines ewigen Wachstums, den es nur auf Kosten anderer geben wird. Auf der Strecke bleiben folglich ebenso die Kreativität und das Spielen selbst.

Bewahren wir uns das Spielen, um es bis ins hohe Alter auszuleben. Denn auf diese Weise wird unsere Welt ein wenig erträglicher, und ganz nebenbei können wir auch noch spielerisch gute Ideen entwickeln, die wiederum allen zu Gute kommen.

„Die größte Kunst ist, den Kleinen alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel und Zeitvertreib zu machen.“ (John Locke)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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AfD-Politiker bestätigen ihre rassistische Haltung

Die perfiden Träumereien eines Holger Arppe

Wer sich in den Social Media bewegt, Kommentare in den Medien selbst liest oder eine Plattform des Austausches anbietet, weiß über manch heftige Äußerungen zu berichten, was rechtsradikale Wesen so von sich lassen. Während alle Welt entsetzt über den Terror des IS sich empört, meinen auch Politiker ihre rassistische Haltung unverblümt zum Besten geben zu müssen, wie der Vize-Fraktionsvorsitzende der AfD des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern, Holger Arppe, dessen perfiden Träumereien von einem Apartheid-Staat ihm nunmehr zum Verhängnis wurden. Er trat danach zurück.

Die Aufdeckung rassistischer Chatprotokolle zwangen ihn wohl dazu. Einerseits gut so, daß jene menschenverachtenden Posts ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurden, andererseits muß man von der Spitze des Eisbergs sprechen. Tragischstes Beispiel der NSU-Prozeß, Wolf Wetzels Artikel „Staatlich betreute Morde“ zeigt ziemlich deutlich, welche Rolle unser Staat selbst hierbei spielt. Viel dubiose Geheimniskrämerei zusammen mit eklatant simplen Mitteln, sich hinter einer Justiz verschanzen zu dürfen, die obendrein nahezu jedwede Finten erhält, regelrechte Verbrecher zu schützen, alles im Namen einer angeblichen Aushebelung rechter Terrorzellen.

Da darf man sich schon mal wundern, ob der Anmahnung des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ein „Tiefpunkt in der politischen Auseinandersetzung“ sei erreicht. Tatsächlich schwelt dies schon viel zu lang, begann bereits direkt nach dem Nazi-Deutschland. Zu keinem Zeitpunkt wurden weder die NS- noch die SED-Vergangenheit der DDR allumfassend aufgearbeitet. Zurück blieben gewisse Strukturen und Seilschaften mit all ihren komplexen Möglichkeiten politischer Beeinflussung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie Kurznachrichten

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