Ferne, die Nähe brachte

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Nur die Zäune standen Spalier,
ich vergaß,
natürlich auch die Tasten auf dem Klavier,
an dem er stundenlang saß.

Ansonsten war Ordnung nicht sein Ding,
Bücher nie in Reihe standen,
chaotisch es bei ihm zuging,
nicht viele Menschen den Weg zu ihm fanden.

Selten nutzte er Zeit für ein gesprochenes Wort,
seine Anwesenheit nicht nur von einem Leben erzählte,
die Stille sprengte alle Grenzen an diesem Ort,
alle Töne wurden zur Melodie, die jeder für sich erwählte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wider die Logik

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Bild von Ilonadenktartig auf Pixabay

Es rauschen manch Winde
übers Land,
ungebremst, viel zu lang,
während Regenmassen
ihnen einfach folgen.

Mensch schaut
ahnungsvoll zu,
der Ursache bewußt,
ohne Konsequenzen
daraus zu ziehen.

Es fließen Gelder
gezielt in Taschen,
vor lauter Gier,
während Leid und Elend
den Alltag bestimmen.

Mensch ignoriert
jene Verbrechen,
Würde sei unantastbar,
Reichtum ein Schutz,
Armut ein lästiges Muß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Spaziergang durchs Dorf

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Das Licht fischte glänzende Gesichter
aus den abgeschliffenen Fenstern hervor.
Verzerrt ihre erstaunten Mienen,
unmöglich zu sagen, ob die Splitterbilder
klare Umrisse zu erkennen vermögen.

Ich hatte meine Karten gemischt, schon lange,
und wußte, mein Gewinn, die feinen Haarrisse
auf der dünnen Schicht Porzellan,
die meine Seele schützten, vertieft sich,
so daß ich die Jahre nicht verspielte.

Auch wenn kein Qualm der Schornsteine,
kein Läuten der Kirchenglocken, auf Leben
in den Häusern hinweisen würden,
die faltigen Ausdrücke der verhärmten Unsicherheit
sind nicht mehr aus den Fenstern zu wischen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die Linke zerlegt sich

Ein weiteres Indiz für zunehmenden Nationalismus

Eine Sahra Wagenknecht umschmeichelt erneut im Deutschen Bundestag den Wladimir Putin, die Politik solle mit ihm verhandeln. Einem Despoten, der Ende Februar den Angriffskrieg gegen die Ukraine anzettelte. Seit wann können wir mit Diktatoren ernsthaft verhandeln? Die gezielte Spaltung in den Gesellschaften der freien Welt findet längst auch hierzulande statt.

Ulrich Schneider verlässt die Linkspartei, was  nicht unbedingt überrascht genauso wie die Meldung, daß Fabio de Masi aus der Linkspartei austritt. Das war nicht nur absehbar, sondern explizit überfällig. Dafür werden im Hintergrund all jene Rechtsradikalen frohlockend ihre Hände reiben, allen voran Dank Putin, dessen Ziel genau jener Entwicklung entspricht.

Von wegen beispielloser Wirtschaftskrieg

Sahra Wagenknecht verschließt die Augen vor der Realität, wenn sie stoisch daran festhält, daß Robert Habeck einen beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen unseren wichtigsten Energielieferanten führt. Sie verwechselt unmißverständlich das ursächlich aggressive Verhalten Putins, der schließlích diesen Krieg initiierte. In letzter Konsequenz handelt Ulrich Schneider, der Chef des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, völlig folgerichtig mit seinem Austritt aus der Linkspartei.

Von wegen „Flügelauseinandersetzung“! „Er möchte nicht mehr in Verantwortung für das eklatante Versagen der maßgeblichen Akteure in dieser Partei in Verantwortung genommen werden“, so Fabio de Masis Begründung. Letztlich eine konsequente Haltung, die man nur gutheißen kann.

Die Querfront hat offensichtlich ganze Arbeit geleistet

Deutlich widergespiegelt bei Sahra Wagenknecht. Zumal ihr Weg überschaubar, eigentlich schon weit vorher, aber spätestens vor vier Jahren wird er deutlich, als sie bei #Unteilbar gegen rechts fernblieb, viel lieber mit ihrem Aufstehen punkten wollte.

Im letzten Jahr setzte sie noch einen drauf in ihrer Streitschrift „Die Selbstgerechten“. Ihr Linkskonservatismus ist ein Widerspruch in sich, den sie natürlich vehement abstreitet. Insofern scheint die böse Saat der Querfront aufzugehen, die Spaltung der Linken findet unumkehrbar statt. Es darf zurecht befürchtet werden, daß im nächsten Deutschen Bundestag keine Linkspartei mehr vertreten sein wird. Ein gutes Zeichen einer kritischen Wählerschaft, fatal hinsichtlich eines sich weltweit neu etablierenden Nationalismus.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Im Krieg wird nicht gesiegt

Stell dir einmal vor,
es ist Krieg in der Ukraine
und niemand glaubt an eine
militärische Sonderoperation,
weil zu viele Zivilisten sterben,
aber ein Herr Selinski noch lebt.
Was Putin wohl bevorschwebt,
die Welt vor Erzürnung bebt?

Stell dir einmal vor,
es gäbe kein Krieg in der Ukraine
und niemand glaubt an ein
friedliches Europa oder an eine EU,
weil Nationalismus erneut erwacht,
der Pöbel sich manches zusammenreimt.
Das Großkapital im Hintergrund schleimt,
die Mafia etwa mit der Politik vereint?

Stell dir einmal vor,
es beginnt weltweit überall Krieg
und niemand glaubt an einen
wirklichen Friedenswillen,
weil die Menschen resignieren,
eine Minderheit dennoch nicht aufgibt.
Die Hoffnung bedeutet, nicht genug geliebt,
am Ende der Überlebenswillen siegt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schmerz, der Metall zersplittert

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Bild von Rowan auf Pixabay

Schreie zerbersten in der Kehle
wie Wasser, das Orkane
an die Felsen peitschen.

Angst lähmt Körper,
sich der Ohnmacht hinzugeben,
sie experimentiert mit Eis
und Feuer, das sie in die Leiber
abwechselnd injiziert.

Kein Donner erschallt ohne Blitz,
so sehr sie sich es wünschte,
nur dieses Mal, damit sie erwache.

Vor ihren Augen treiben Buchstaben
in ihren Tränen auf dem Papier
zu Inseln aus schwimmenden Strichen.

Hintereinander stürzen die Flöße,
drei kleine, drei große, drei kleine
über die Buchseiten auf ihre Hände.

Sie schlagen auf wie Hagelkörner,
save our souls, zärtlich das klingt,
wäre das Leben nicht schon verloren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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God save the Queen – jetzt König Charles III.

Nachruf und Chancen des britischen Empires

Dürfen wir an die musikalische Herausausforderung und kritische Haltung der Sex Pistols erinnern, die es wagten, mit ihrem Song God Save The Queen direkt in zweiter Zeile The facist regime verlautbaren zu lassen, was da wohl falsch gelaufen sein muß im britischen Königshaus? Wer sich die Historie vergegenwärtigt, kann dies nicht abstreiten, dennoch sollte man Milde walten lassen.

Die Queen, Elisabeth II. verstarb am 08. September auf Balmoral Castle, Aberdeenshire, ein Tag später hält König Charles III. seine erste Ansprache, hat einen Satz  für Harry und Meghan, auch wenn etliche den beiden bis heute ihre Entscheidung, den Rücktritt von königlichen Pflichten vollzogen zu haben, ziemlich Übel nehmen. König Charles III. läßt unverkennbar Milde walten. Etwa ein erstes Signal dessen, wie er das britische Königshaus zu führen mag?

70 Jahre im Dienst des britischen Empires

Wobei der Weg des Commonwealth äußerst blutig und brutal war, so wie die gesamte europäisch-weltliche Geschichte von heftigen Kriegen begleitet, viele Millionen Tote, Elend und Leid verursachten, einmal aufzeigten, was Menschen sich antun, um die eigene Macht auszubauen und aufrecht zu erhalten. Dies hat sich bis heute nicht geändert, außer daß besonders in Europa die wohl längste Friedenszeit mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein jähes Ende genommen hat.

Als Elisabeth II. am 06. Februar 1952 als noch 25-Jährige den Thron bestieg, um mit ihrem Gemahl Prinz Philip das britische Empire zu regieren, konnte sie nicht wissen, wie lang ihre Zeit als Queen andauern würde. Keine englische Königin erreichte eine siebzigjährige Amtszeit wie sie, die am Ende ihres Lebens trotz der zeitweiligen Mißstimmung aufgrund ihres Verhaltens Lady Di gegenüber die Königin der Herzen in Großbritannien wurde und somit bleiben wird. In diesem Kontext haben Massenmedien, allen voran die Boulevardpresse ihren nicht unwesentlichen Anteil daran, die Queen in ein schlechtes Licht zu rücken. Das wird ihr keinesfalls gerecht!

König Charles III. hat keine leichte Aufgabe

Mal Hand aufs Herz, man möchte nicht unbedingt in dessen Haut stecken, seine neue Rolle darf alles andere als leicht zu bezeichnen sein mit diesem Erbe. Und doch sollten wir abschließen mit dem ewigen Thronfolger Prinz Charles, den größten Skandalen des Altprinzen. Sie zeigen doch gleichzeitig, wie Mensch sich zu ändern vermag.

Schließlich läßt er inzwischen Milde walten, was seine Worte an seinen jüngeren Sohn Harry und Meghan verdeutlichen, in dem er seine Liebe zu ihnen und ihrem Leben in Übersee anerkennt. Geben wir König Charles III. die gleiche Chance zurück, lassen ihn schalten und walten, vorurteilsfrei, aber kritisch genug.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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